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Isabel Bishop

geboren am 3. März 1902 in Cincinnati, Ohio
gestorben am 19. Februar 1988 in New York

US-amerikanische Malerin und Graphikerin
25. Todestag am 19. Februar 2013


BiografieZitateLiteratur & Quellen


Biografie

Die Zeitungen stürzten sich auf die Story, als Isabel Bishop ihr Atelier am New Yorker Union Square nach 44 Jahren verlassen mußte. Doch die Malerin, inzwischen weit über siebzig Jahre alt, gab nicht auf. Sie zog in ein anderes Studio um, das nur ein paar Häuser entfernt war, und arbeitete weiter wie bisher: Sie porträtierte Menschen, in erster Linie junge Arbeiterinnen, die sie in der Umgebung der Fourteenth Street dabei beobachtete, wie sie die alltäglichsten Dinge taten – wie sie aßen, gingen, lachten, Schminke auftrugen oder sich miteinander unterhielten.

Diese intensive Beschäftigung mit dem Straßenleben hatte der kleinen Gruppe von MalerInnen, zu der neben Isabel Bishop auch ihr Lehrer Kenneth Hayes Miller und ihr Kollege und Freund Reginald Marsh gehörten, den Namen “Fourteenth Street School” eingetragen. Miller war ein lebhafter Verfechter eines traditionell-realistischen, an die italienische Renaissance angelehnten Stils, und auf einer Europareise, die die Gruppe im Jahr 1931 unternahm, studierte Isabel Bishop die Werke von Rembrandt und Rubens im Original. Die Einflüsse der alten Meister auf Bishops eigene Gestaltung von Raum und Licht machen sich vor allem in ihren Gemälden und Zeichnungen aus den 30er und 40er Jahren deutlich bemerkbar: Aus der Kombination des klassizistischen Stils mit der genauen Beobachtung zeitgenössischer Alltagsszenen ergibt sich ein Eindruck von Zeitlosigkeit, der für Isabel Bishops Werke typisch ist.

Zu ihrem eigenen Stil zu finden war für Bishop anfangs nicht ganz leicht. 1902 in Cincinnati geboren, war sie mit sechzehn Jahren nach New York gekommen, wo sie zunächst zwei Jahre lang Illustration studierte und schließlich zur Malerei an die Art Students League wechselte. Das prägendste Erlebnis dort war die Begegnung mit Kenneth Hayes Miller, die sie später als ein Gefühl des geistigen Heimkommens beschrieb. So fiel es ihr schwer, sich von Millers Einfluß zu lösen. Ihr erstes eigenes Atelier gab sie sogar zwischenzeitlich auf, um zu dem künstlerischen Übervater zurückzukehren – ein Fehler, den sie wieder berichtigte, den sie Miller aber nicht leicht verzeihen konnte: “Er hat mich zehn Jahre meines Arbeitslebens gekostet”, sagte sie einmal. Umso wichtiger war es Isabel Bishop in ihrem weiteren Künstlerinnenleben, unabhängig zu bleiben: Auch nachdem sie 1934 den Neurologen Harold G. Wolff geheiratet hatte, mit ihm nach Riverdale zog und einen Sohn bekam, arbeitete sie weiter in ihrem Atelier am Union Square.

Isabel Bishop war eine eher unpolitische Künstlerin. Die “kleinen Leute” interessierten sie nicht als Opfer gesellschaftlicher Mißstände, sondern als Verkörperung einer urwüchsigen Vitalität und Beweglichkeit. So porträtierte sie die jungen Frauen aus der Arbeiterschicht, die ihr Modell standen – die Stadtstreicher vom Union Square hatte sie dafür nicht gewinnen können – zwar “realistisch,” so daß ihre soziale Zugehörigkeit unübersehbar blieb, verzichtete jedoch vollkommen darauf, den Kontext der Arbeitswelt in ihren Bildern zu thematisieren. Man mag diesen Ansatz für fragwürdig halten – einzigartig ist sicherlich die Art und Weise, wie es Isabel Bishop in ihren Bildern gelang, auch dem ganz Banalen, Alltäglichen seine Würde zu bewahren.

Annette Lutz

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Zitate

Ich hoffe, man sieht meinen Arbeiten an, daß sie von einer Frau stammen – obwohl ich ihnen ganz bestimmt nicht absichtlich einen femininen Anstrich geben würde. (Isabel Bishop)

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Literatur & Quellen

Bishop, Isabel. 1974. Isabel Bishop. [first retrospective exhibition]. Tucson. University of Arizona Museum of Art.

Isabel Bishop: Portrait of an Artist.
A New York Film Company, Inc., production. Produced by John Beymer.
Directed by Patricia Depew. Written and researched by Patricia Depew
& Janet Kolvacik. 1980.

Lunde, Karl. 1975. Isabel Bishop. New York. Abrams.

Yglesias, Helen. 1989. Isabel Bishop. Vorwort John Russell. New York. Rizzoli.

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Hedwig Dohm
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