FemBio-Special: Künstlerinnen und Kunstförderinnen der GEDOK
Käthe Kollwitz
(Käthe Ida Kollwitz geb. Schmidt)
geboren am 8. Juli 1867 in Königsberg
gestorben am 22. April 1945 in Moritzburg bei Dresden
deutsche Grafikerin und Bildhauerin
Biografie • Zitate • Weblinks • Literatur & Quellen
Biografie
Käthe Kollwitz ist eine der wenigen Künstlerinnen, die während ihres Lebens Anerkennung und Ruhm fanden. Doch auch sie musste sich gegen Vorurteile, Benachteiligungen und Konflikte durchsetzen, die Frauen heute noch bekämpfen.
Unter dem Einfluss der freidenkenden Mutter und des sozial engagierten Vaters bekam Käthe eine für die damalige Zeit höchst ungewöhnliche Erziehung, religiös und sozial progressiv und auf eine künstlerische Laufbahn abzielend. Da Frauen an den meisten deutschen Kunstakademien noch nicht zugelassen waren, bekam sie Privatunterricht im Zeichnen und besuchte die Künstlerinnenschulen in Berlin und München.
Sie entschied sie sich für die graphischen Künste und nicht für die Malerei, da diese mehr ihrer kritischen und zeichnerischen Perspektive entsprachen.

Als sie 1891 den sozialdemokratischen Kassenarzt Karl Kollwitz heiratete, war ihr Vater zutiefst enttäuscht, da er dem zeittypischen Glauben anhing, eine Frau könne nicht Beruf und Familie vereinen. Aber trotz der zwei Söhne, die sie in den nächsten Jahren gebar, arbeitete Kollwitz weiter. Ihr graphischer Zyklus »Ein Weberaufstand« brachte ihr auf der Großen Berliner Kunstaustellung 1898 den ersten großen Erfolg. Trotzdem verweigerte Kaiser Wilhelm II. ihr die Goldmedaille, denn »Orden und Ehrenzeichen gehören auf die Brust verdienter Männer«.
1899 trat Kollwitz der Berliner Sezession bei, einer oppositionellen KünstlerInnengruppe und der einzigen, die Frauen als ordentliche Mitglieder aufnahm. Ihr zweiter Zyklus »Bauernkrieg« (1901-07) brachte Kollwitz internationalen Ruhm; sie stellte nun in London, Paris, Wien und Moskau aus. 1904 verbrachte sie einige Monate in Paris, um sich mit der Grundlagen der Plastik vertraut zu machen; sie besuchte auch Rodin. 1919 wurde sie zum ersten weiblichen Mitglied und zur Professorin der Preußischen Akademie der Künste ernannt.
Kollwitz’ Schaffen zeichnet sich durch ein starkes, gefühlsbetontes Interesse vor allem an Frauen aus der ArbeiterInnenklasse aus; sie stellt ihre ihre Leiden und Kämpfe, ihre Stärke und Schönheit in einfacher, auf das Wesentliche reduzierter Form dar - die Zeichnungen für die Münchner Zeitschrift Simplizissimus (1908-11) sind dafür ein gutes Beispiel.

Mit dem Tod ihres Sohnes Peter im ersten Weltkrieg wandelte sich Kollwitz von ihrer früheren revolutionären Einstellung zur Pazifistin; ihre späteren graphischen und plastischen Arbeiten zeigen oft Mütter, die ihre Kinder vor dem Krieg schützen wollen.
Heute noch sehr bekannt sind ihre Plakate gegen den Krieg aus den 20-er Jahren, sowie das gegen den Paragraphen 218 aus dem Jahr 1924. »Eltern«, ihr Denkmal für den gefallenen Sohn, wurde 1932 auf dem flandrischen Soldatenfriedhof Roggevelde-Essen aufgestellt.
Weil Kollwitz 1932 und sogar noch 1933 Aufrufe gegen den Faschismus unterschrieben hatte, musste sie zusammen mit dem Schriftsteller Heinrich Mann, der auch unterschrieben hatte, aus der Akademie austreten. 1936 erhielt sie von den Nazis indirektes Ausstellungsverbot. Von ihrer Enkelin gepflegt, verbrachte Kollwitz ihre letzten Tage in ungeduldiger doch erfüllter Erwartung des Todes, mit dem sie sich ihr Leben lang künstlerisch und geistig beschäftigt hatte.
Joey Horsley
Weitere Werke von Käthe Kollwitz
Zitate

Alle diese Blätter sind Extrakt meines Lebens. Nie habe ich eine Arbeit kalt gemacht, sondern immer gewissermaßen mit meinem Blut. Das müssen, die sie sehen, spüren.
(Käthe Kollwitz, Tagebüchblätter und Briefe. Hg. Hans Kollwitz, Berlin, 1948, S. 137.)

Die Kunst der Kollwitz ist ganz und gar unsentimental. Sie wirkt nicht auf die Tränendrüsen, sondern tut genau das, was sie will: sie greift unmittelbar ans Herz.
(Fritz Schmalenbach, gefunden hier)
Links
![]()
Artcyclopedia: Kathe Kollwitz Online.
Linksammlung.
(Link aufrufen)
![]()
Artfacts.Net: Käthe Kollwitz.
Ausstellungen, Sammlungen, Händler.
(Link aufrufen)
![]()
Beißwenger, Heidrun (2006): Käthe Kollwitz – Kunstschaffende zwischen Mutterliebe und dem »Geheimnisvollen, Anderen«.
(Link aufrufen)
![]()
Binder, Pat: Foto/Graphik Galerie Käthe Kollwitz. Denkzeichen am Ort des Hauses von Karl und Käthe Kollwitz in Berlin.
(Link aufrufen)
![]()
Huber, Hans Dieter (1995): Materialität der Körper. Zu den Handzeichnungen von Käthe Kollwitz.
(Link aufrufen)
![]()
Katalog der Deutschen Nationalbibliothek: Kollwitz, Käthe, 1867-1945.
Literatur und Medien.
(Link aufrufen)
![]()
Käthe Kollwitz Haus Moritzburg.
Letzter Wohnsitz und Sterbehaus der Künstlerin, heute Museum. Mit Biografie, Forum, Zitaten.
(Link aufrufen)
![]()
Käthe Kollwitz Museum Köln. Kreissparkasse Köln.
Sehr ergiebige Seite des Museums mit der umfangreichsten Kollwitz-Sammlung der Welt.
(Link aufrufen)
![]()
Käthe-Kollwitz-Museum Berlin.
Mit Biografie, Werkschau und Katalog-Kaufmöglichkeit.
(Link aufrufen)
![]()
Käthe-Kollwitz-Preis 2008 der Akademie der Künste an Gustav Kluge.
Weitere Preisträger können über die Suchfunktion der Seite gefunden werden.
(Link aufrufen)
![]()
Kunstaspekte: Käthe Kollwitz.
Kurzbiografie und Linkliste (Ausstellungsseiten, Sammlungen, Galerien).
(Link aufrufen)
![]()
Probst, Ernst: Käthe Kollwitz – Die berühmteste deutsche Graphikerin und Bildhauerin.
Ausführliche Biografie. HelloArticle.com.
(Link aufrufen)
![]()
Reinhard, Martina: Käthe Kollwitz (1867-1945).
Biografie. shoa.de.
(Link aufrufen)
![]()
Sauser, Ekkart (2008): KOLLWITZ, Käthe.
Eintrag im Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikon.
(Link aufrufen)
![]()
Wieczorek, Franziska (2007): Käthe Kollwitz-Bibliographie 1945 – 2007.
Thematisch geordnete Bibliografie (PDF-Datei).
(Link aufrufen)
![]()
Wikimedia Commons: Käthe Kollwitz.
(Link aufrufen)
![]()
WorldCat: Literatur und Medien von und über Käthe Kollwitz.
Mit Links zu ausleihenden Bibliotheken.
(Link aufrufen)
Bitte beachten Sie, dass verlinkte Seiten im Internet u. U. häufig verändert werden und dass Sie die sachliche Richtigkeit der dort angebotenen Informationen selbst überprüfen müssen.
Letzte Linkprüfung durchgeführt am 08.12.2008 (AN)
Literatur & Quellen
Quellen
Bonus-Jeep, Beate (1948): Sechzig Jahre Freundschaft mit Käthe Kollwitz. Boppard. Rauch.
(Amazon-Suche | Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)
Gagel, Hanna (2005): So viel Energie. Künstlerinnen in der dritten Lebensphase. Berlin, Grambin. AvivA. ISBN 3-932338-24-3.
(Amazon-Suche | Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)
Kearns, Martha (1976): Käthe Kollwitz. Woman and artist. Old Westbury. Feminist Press. ISBN 0-912670-15-0.
(Amazon-Suche | Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)
Kleberger, Ilse (1980): Käthe Kollwitz, “Eine Gabe ist eine Aufgabe”. München. Deutscher Taschenbuchverlag, 1990 (dtv, 79020 : dtv junior : Biographie). ISBN 3-423-79020-2.
(Amazon-Suche | Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)
Knesebeck, Alexandra von der (1987): Käthe Kollwitz. In: Neue Gesellschaft für Bildende Kunst; Akademie der Künste (Hg.): Dokumentation der Kunst von Frauen in Berliner öffentlichen Sammlungen. Ausstellungskatalog. Katalogredaktion: Gisela Breitling; Kataloggestaltung: Regelindis Westphal. Berlin. Edition Hentrich (Das verborgene Museum, 1). ISBN 3-926175-38-9.
(Amazon-Suche | Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)
Kollwitz, Käthe (1981): »Ich will wirken in dieser Zeit«. Auswahl aus den Tagebüchern und Briefen, aus Graphik, Zeichnungen und Plastik. Einführung von Friedrich Ahlers-Hestermann. Herausgegeben von Hans Kollwitz. Frankfurt am Main. Ullstein (Ullstein-Buch, 36062). ISBN 3-548-36062-9.
(Amazon-Suche | Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)
Kollwitz, Käthe (1989): Die Tagebücher. Vollständige Ausgabe. Herausgegeben von Jutta Bohnke-Kollwitz. Berlin. Siedler. ISBN 3-88680-251-5.
(Amazon-Suche | Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)
Krahmer, Catherine (1981): Käthe Kollwitz. In Selbstzeugnissen u. Bilddokumenten. Reinbek bei Hamburg. Rowohlt (Rowohlts Monographien, 294). ISBN 3-499-50294-1.
(Amazon-Suche | Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Hinweis: Dies sind keine Literaturempfehlungen, sondern zum Thema erschienene Titel – ohne Wertung unsererseits.
Bormuth, Lotte (2006): Käthe Kollwitz. Aus dem Leben einer engagierten Künstlerin. Marburg an der Lahn. Francke (Francke Biografie). ISBN 3-86122-804-1.
(Amazon-Suche | Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)
Fritsch, Martin (Hg.) (2005): Hommage an Käthe Kollwitz. (=Homage to Käthe Kollwitz). Katalogbearbeitung von Annette Seeler. Mit Beiträgen von Gudrun Fritsch und Annette Seeler. Übersetzungen von Ingrid und Fred FlindellKäthe-Kollwitz-Museum. Leipzig. Seemann. ISBN 3-86502-117-4.
(Amazon-Suche | Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)
Fritsch, Martin (Hg.) (2006): Ernst Barlach und Käthe Kollwitz im Zwiegespräch. Ausstellungskatalog. Leipzig. Seemann. ISBN 978-3-86502-139-7.
(Amazon-Suche | Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)
Fritsch, Martin (Hg.) (2007): Käthe Kollwitz – Selbstbildnisse. (=Self-Portraits). Ausstellungskatalog. Einführung und Katalogbearbeitung: Annette Seeler. Mit einem Beitrag von Gudrun Fritsch. Leipzig. Seemann. ISBN 978-3-86502-171-7.
(Amazon-Suche | Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)
Grimoni, Lorenz (Hg.) (2007): Käthe Kollwitz – Königsberger Jahre. Einflüsse und Wirkungen. Ausstellungskatalog. Husum. Verlag der Kunst (Publikationen des Museums der Stadt Königsberg, 4). ISBN 978-3-86530-100-0.
(Amazon-Suche | Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)
Hülsewig-Johnen, Jutta (2001): Käthe Kollwitz: Das Bild der Frau. Ausstellungskatalog. Bielefeld. Kerber. ISBN 3-933040-66-3.
(Amazon-Suche | Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)
Kollwitz, Käthe (2000): »Ich will wirken in dieser Zeit«. Auswahl aus den Tagebüchern und Briefen, aus Grafik, Zeichnungen und Plastik. Neuauflage. Herausgegeben von Hans Kollwitz. München. Ullstein (Ullstein, 35905). ISBN 3-548-35905-1.
(Amazon-Suche | Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)
Kollwitz, Käthe (2006): Aus meinem Leben. Ein Testament des Herzens. Neuausgabe. Freiburg. Herder (Herder-Spektrum, 5757). ISBN 978-3-451-05757-1.
(Amazon-Suche | Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)
Kollwitz, Käthe (2007): Die Tagebücher. 1908 – 1943. Neuausgabe. Herausgegeben von Jutta Bohnke-Kollwitz. München. btb (btb, 73683). ISBN 978-3-442-73683-6.
(Amazon-Suche | Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)
Krahmer, Catherine (2007): Käthe Kollwitz. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Herausgegeben von Kurt Kusenberg und Beate Kusenberg. Reinbek bei Hamburg. Rowohlt (Rowohlts Monographien, 50294). ISBN 978-3-499-50294-1.
(Amazon-Suche | Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)
Mair, Roswitha (2000): Käthe Kollwitz – Leidenschaft des Lebens. Biografie. Freiburg im Breisgau, Basel, Wien. Herder (Herder-Spektrum, 4769). ISBN 3-451-04769-1.
(Amazon-Suche | Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)
Trüper, Ursula (2001): Leider war ich ein Mädchen. Über Käthe Kollwitz. Hamburg. Edition Nautilus (Kleine Bücherei für Hand und Kopf, 51). ISBN 3-89401-370-2.
(Amazon-Suche | Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)
Bildquellen
Galerie Bassenge
Galerie Ludorff
walz kunsthandel
Philognosie
Galerie St. Etienne
Ketterer Kunst
rbb Preußen-Chronik
Expressionale
Sollten Sie RechteinhaberIn eines Bildes und mit der Verwendung auf dieser Seite nicht einverstanden sein, setzen Sie sich bitte mit Fembio in Verbindung.



























