FemBio-Special: Berühmte Malerinnen
Lena Vandrey
geb. in Breslau am 23. April 1941
deutsche Malerin, Bildhauerin und Dichterin; feministische Kulturarbeiterin
Lena Vandrey wurde früh als “hochbegabt”, “frühreif”, “altklug” und “genial” eingestuft und mit diesen Epitheta alleingelassen. Zeichnungen und Gedichte ab dem zweiten und dritten Lebensjahr, weil Stifte und Papier erschwinglich waren – der Weg zur großen Orgel aber nicht. Nach glücklichen Jahren auf einer Handelsschule verläßt Lena ihr Land und geht nach Frankreich - die Vandreys waren Hugenotten. Nach Paris führt der Weg in die Provence, in ein einsames Haus auf einem Hochplateau: 21 Jahre ohne Strom, sieben Jahre ohne Telefon, 35 Jahre mit Wasser-Schwierigkeiten und sehr oft schwer beladen zu Fuß.
Aufbauen: nicht nur diese Ruine, auch viele andere, und Sammeln. Vandreys Sammlung häuslicher und religiöser Frauenkunst gehört heute dem Staat. Viele Filme und Bücher geben darüber Auskunft.
Es beginnt der Zyklus der Unverwesbaren Geliebten, Geschenk an die Frauenbewegung MLF; ein Traumgebäude, in dem sich nur diejenigen wiederfinden und erkennen sollen, die es auch wirklich wollen.
Es folgen die Ur-Figuren, die Matriarchen, die Engel, die Historischen Frauen, Quichotte und Panza für Monique Wittig, Ausstellungen in Paris, Berlin, Hamburg, Bremen, Genf, Tübingen, Lyon, Grenoble, immer Bilder und Texte; Postkarten, Briefmarken für die Frauen von Sarajewo; der Auschwitz-Zyklus, die Demeter-Paradiese, das Magma-Magna-Maria; weiterhin viele Bücher, Filme, Kataloge. Christa Reinig verfaßt einen Text über Lena Vandreys Amazonen.
Lenas Gefährtin Mina Noubadji-Huttenlocher schreibt eine Dissertation von 900 Seiten über die Exilsprachen der Lena Vandrey und arbeitet als Historikerin an allen Katalogen mit.
Im Jahre 2002 Ankauf eines Stadt-Palais über der Rhône.
Renovierung des Gebäudes und Kreation des Musée des Anges – Lena-Vandrey in der Jeanne d’Arc-Straße n° 16 in Bourg-St.-Andéol, als kleine Villa Medici für kulturinteressierte Frauen – ein großer Park, vier Wohnungen, Brunnenwasser und Olivenbäume, Weinstöcke und Kräuterpflanzungen, gute provençalische Küche nach dem Kochbilderbuch für weibliche Lebenskunst ergeben eine einzigartige Atmosphäre.
Lena Vandrey und Mina Noubadji-Huttenlocher sind feministische Kultur-Arbeiterinnen. Ihre Arbeit besteht aus Texten, Zeichnungen, Malerei; Skulpturen, Bauten, Sammlungen, immer im direkten Bezug zu einer möglichen Frauen-Kultur in allen unmöglichen Aspekten. Und den Humor nicht vergessen – auch die unfreiwillige Komik.
(Mina Noubadji-Huttenlocher nach Auskünften von Lena Vandrey. Für FemBio bearbeitet von Luise F. Pusch)
Musée Lena Vandrey
16 rue Jeanne d’Arc
F-07700 Bourg St. Andéol, France
Fon/Fax +334-755 451 49
geöffnet freitags bis sonntags 10-12 und 14-18 und jederzeit nach Vereinbarung
Führung mit Prof. Dr. Mina Noubadji-Huttenlocher: 1 Stunde
Filme (Auswahl):
• 1981 Himmel als Exil ZDF/Lena Vandrey
• 1982 Dichter unserer Zeit ZDF/Lena Vandrey
• 1992 L’Ange Amazonien Paris/Klonaris-Thomadaki
• 1995 Leçon de Choses Marseille/Bester
• 2005 Insomnia (Paris/Nevers)
Bücher (Auswahl):
• 1985 Paradigmen der unbequemen Schönheit (Zeichen + Spuren, Bremen)
• 1986 Die Kunst des Eingeschlossenseins (Zeichen + Spuren, Bremen)
• 1998 Kochbilderbuch für weibliche Lebenskunst (Christel Göttert, Rüsselsheim)
• 2000 Chapitres (Kapitel) (Angria, Paris, Lausanne)
• 1985–2005 Ausstellungskataloge über Themen der Sammlungen, Engel, Auschwitz, Paradiese (Musée d’Art Sacré du Gard, Pont-St.-Esprit)
• 2004 Über allen Verstand (Angria, Bourg-St.-Andéol)
• 2005 Hätte und Wäre (Angria, Bourg-St.-Andéol)
• 2005 Sancta-Etcetera: Histoire d’une Toutessainte pour chaque usage (Geschichte einer Allzweck-Allerheiligen) (Angria, Paris, St. Raphael)
• 2006 Eden sur Rhône (Angria, Bourg-St.-Andéol)
• 2006 Das Lexikon der Amazonen (Angria, Editions des Femmes, Paris)











