FemBio-Special: Berühmte Malerinnen

Helen Sawyer Hogg

geboren am 1. August 1905 in Lowell, Massachusetts
gestorben am 28. Januar 1993 in Richmond Hill bei Toronto

kanadische Astronomin
110. Geburtstag am 1. August 2015


BiografieWeblinksLiteratur & Quellen


Biografie

Helen Sawyer Hogg, die bedeutendste Astronomin Kanadas, wurde 2004 in die Canadian Science and Engineering Hall of Fame des Kanadischen Wissenschafts- und Technik-Museums in Ottawa aufgenommen, das bereits sein Observatorium nach ihr benannt hatte. Damit fand nach zahllosen anderen späten Ehrungen eine wissenschaftliche Laufbahn (posthum) ihren krönenden Abschluss, die wie fast alle weiblichen Universitätskarrieren in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts einen äußerst steinigen Beginn hatte.

Helen Battles Sawyer, Tochter einer Bankiersfamilie in Lowell, Massachusetts, studierte Astronomie am Mount Holyoke College und später am Radcliffe College der Harvard Universität unter Anleitung von Harlow Shapley, dessen Spezialgebiet Kugelsternhaufen waren - gravitativ gebundene Ansammlungen von 10.000 bis zu einer Million Sternen an der Peripherie von Galaxien, z.B. unserer Milchstraße. Helen Sawyer Hogg (1930 hatte sie den kanadischen Astronomen Frank Hogg geheiratet) promovierte 1931 über veränderliche Sterne in Kugelhaufen und ging dann mit ihrem Mann ans Dominion Astrophysical Observatory in Victoria, British Columbia (Kanada). Für sie, die ebenso qualifiziert war wie er, gab es nur die Möglichkeit, ihm als unbezahlte Hilfskraft zuzuarbeiten. Und darüber musste sie noch froh sein – für eine unverheiratete Frau war es nicht schicklich, nachts mit männlichen Technikern im Observatorium herumzugeistern. Aber so lange sie in Victoria das immerhin zweitgrößte Teleskop der Welt für die von ihr neu entwickelte Methode der Langzeitaufnahmen von Kugelhaufen nutzen konnte, war sie es zufrieden. Baby Sally kam im Körbchen mit in die schwindelerregende Höhe der Kuppel des Observatoriums, damit sie während der endlosen Nachtarbeiten pünktlich gestillt werden konnte.

1935 wechselte Frank an das David Dunlap Observatorium in Toronto. Dort bekam auch Helen ein kleines Stipendium, das gerade mal für den Jahreslohn einer Kinderfrau reichte.

Während des zweiten Weltkriegs übernahm Helen Hogg viele Lehr- und Forschungsaufgaben ihrer zum Militär eingezogenen männlichen Kollegen – eine harte Zeit ständiger Überlastung, wie sie sich erinnert, auch wegen der Sorge um ihre drei Kinder.

Frank Hogg wurde 1946 mit 42 Jahren zum Full Professor und Direktor des David-Dunlap-Observatoriums ernannt und starb fünf Jahre später an Herzversagen. Helen Hogg wurde erst mit 52 Jahren, nach 26jähriger Lehr- und Forschungstätigkeit Full Professor. Sie machte weiterhin ihre Fotografien von Kugelsternhaufen, um veränderliche Sterne aufzufinden, sie zu studieren und zu katalogisieren. Auf diesem Gebiet wurde sie weltweit führend und besuchte entsprechend viele Kongresse.

Außerdem veröffentlichte Hogg 30 Jahre lang wöchentliche Kolumnen im Toronto Star, die 1976 unter dem Titel The Stars belong to Everyone: How to Enjoy Astronomy als Buch erschienen. Der 1980 entdeckte Asteroid 2917 wurde 1984 in Asteroid Sawyer-Hogg umbenannt.

Mit achtzig heiratete Helen Sawyer Hogg 1985 nach 34jähriger Witwenschaft den Englischprofessor Francis Priestly; sie überlebte ihn um fünf Jahre.

(Text von 1997)

Luise F. Pusch

Seitenanfang



Links

http://www.astro.utoronto.ca/about/hsh

Seitenanfang


Literatur & Quellen

Blackburn-Evans, Althea. 2000. “Helen Hogg: Master of the Science of Stargazing”, Edge: Research, Scholarship and Innovation at the University of Toronto. Winter 2000, vol 1 No 1 (30.04.2004 online: www.research.utoronto.ca/edge/winter2000/content5.html) (14.1.2013)

Hogg, Helen Sawyer. 1976. The Stars Belong to Everyone: How to Enjoy Astronomy. New York. Doubleday.

Knelman, Judith. 1985. “Helen Hogg”, in: The Graduate: The University of Toronto Alumni Magazine. Volume XIII No.1,  Sept/Oct 1985 (30.04.2004 online: www.astro.utoronto.ca/hsh/hshgrad.html)

Sawyer Hogg, Helen. 1973. A third catalogue of variable stars in globular clusters comprising 2119 entries. Toronto. David Dunlap Observatory, University of Toronto.

Sawyer Hogg. Helen B. 1959. “Star Clusters”. In: Flügge, S. Hg. Handbuch der Physik . Bd. 53: Astrophysik IV: Sternsysteme.  S. 129-207.

Webb, Michael. 1991. Helen Sawyer Hogg. Copp Clark Pitman.

 

 

Seitenanfang

Sollten Sie RechteinhaberIn eines Bildes und mit der Verwendung auf dieser Seite nicht einverstanden sein, setzen Sie sich bitte mit Fembio in Verbindung.

Share Tweet Mail Druck

Seitenanfang

Hedwig Dohm