FemBio-Special: Berühmte Malerinnen

Eugénie, Kaiserin von Frankreich

(geb. Eugenia Maria de Montijo de Guzman)

Eugénie, Kaiserin von Frankreich
geboren am 5. Mai 1826 in Granada
gestorben am 11. Juli 1920 in Madrid

95. Todestag am 11. Juli 2015


BiografieZitateLiteratur & Quellen


Biografie

Eugenia Maria de Montijo de Guzman, eine spanische Adlige, die mit ihrer Mutter in Paris lebte und Zugang zu den höchsten Kreisen hatte, heiratete 1853 Napoléon III., einen Neffen Napoleons I., Enkel seiner Gattin Joséphine und Sohn ihrer Tochter Hortense. Louis Napoléon, 18 Jahre älter als Eugénie, war im Jahr zuvor durch Volksentscheid Kaiser Napoleon III. geworden und suchte schon eine Weile nach einer repräsentativen Gattin. Er verliebte sich heftig in die ebenso geistreiche und temperamentvolle wie tugendhafte Schönheit, die alle seine Erwartungen erfüllte. Sie gebar sogar nach etlichen Fehlgeburten unter endlosen Qualen den ersehnten Thronerben, war danach aber gesundheitlich so geschwächt, daß sie sich fortan auf ärztlichen Rat dem unersättlichen Ehemann verweigern mußte, der alsbald seine vorehelichen Gewohnheiten mit ständig wechselnden Geliebten wieder aufnahm. Er hatte sie bereits 6 Monate nach der Hochzeit betrogen.

Das nicht zuletzt dank der Ausstrahlung der Kaiserin Eugénie äußerst glanzvolle zweite Kaiserreich währte nur 17 Jahre. Als zeitweilige Regentin bei kriegsbedingten Abwesenheiten Napoleons und gern von ihm hinzugezogene Ratgeberin hatte Eugénie beträchtlichen Einfluß. Bismarck, der in den frühen 60er Jahren Gesandter an ihrem Hof war, fand sogar, Eugénie sei der einzige Mann in der französischen Regierung. Leider hatte sie nicht immer die besten politischen Ideen: Sie betrieb mit Nachdruck das tödlich endende Mexiko-Abenteuer Kaiser Maximilians und setzte sich auch für den Krieg gegen Preußen ein, während Napoleon mit aller Kraft versucht hatte, diese Katastrophe zu verhindern.

Als Napoleon III. im September 1870 nach der verlorenen Schlacht bei Sedan entthront worden war, mußte Eugenie Hals über Kopf nach England fliehen. Zunächst residierte man in Camden Place in Chislehurst, später in Farnborough Hill in Hampshire, wo Eugenie für ihren 1873 nach einer Blasenoperation verstorbenen Gatten und ihren 1879 in Südafrika gefallenen Sohn eine gewaltige Gedächtniskirche und ein Mausoleum errichten ließ.

Sie selbst hatte nach dem Ende des zweiten Kaiserreichs noch 50 Jahre zu leben. Anders als die ewig trauernde Witwe Queen Victoria, mit der sie gut befreundet war, trauerte Eugenie nicht allzu sehr um ihren Mann, umso mehr aber um ihren einzigen Sohn. Ihre zweite Lebenshälfte verbrachte sie als ziemlich lustige Witwe, die mit fast allen gekrönten Häuptern ihrer Zeit freundschaftlich verkehrte.

Luise F. Pusch

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Zitate

“Das große Ereignis des Tages ist die unglaubliche Heirat des Kaisers Nap… Die zukünftige Braut ist schön, clever, sehr kokett, leidenschaftlich und wild.” (Queen Victoria von England)

” So habe ich mich denn nach besten Kräften bemüht, die großen Angelegenheiten, die den Kaiser beschäftigten, begreifen zu lernen. Ich ließ sie mir von ihm auseinandersetzen. Ich machte mir Aufzeichnungen, ich las alles, was mich unterrichten, was mich aufklären konnte. Die Diplomatie interessierte mich in höchstem Maße, ich kannte keine größere Leidenschaft, als darüber mit ... fremden Staatsmännern zu sprechen, die in die Tuilerien kamen…” (Kaiserin Eugénie)

“In jedem Artikel dieses Friedensvertrages sehe ich ein kleines Ei, eine Keimzelle weiterer Kriege ... Die Alliierten erlegen unmögliche Bedingungen auf. Damit nicht zufrieden, gehen sie daran, die deutsche Seefahrt, den Handel, alles zu vernichten. Wie kann Deutschland jemals das Geld aufbringen, um seine gerechten Schulden zu bezahlen? Wahnsinn! Verrücktheit!” (Eugénie über den Vertrag von Versailles)

“Der Kaiser (Wilhelm II.) wird sicher abdanken; die anderen gekrönten Häupter werden auch gehen - mit der Zeit werden sie alle gehen. König Georg wird der einzige sein, der bleibt …” (Kaiserin Eugénie, 1918)

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Literatur & Quellen

Bierman, John. 1988. Napoleon III and His Carnival Empire.

Brodsky, Alyn.1978. Imperial Charade: A Biography of Emperor Napoleon III and Empress Eugénie, Nineteenth-Century Europe’s most Successful Adventurers. Indianapolis. Bobbs-Merrill.

Desternes, Suzanne & H. Chandet. 1957. Eugenie: Weltdame und Kaiserin. Aus d. Frz. von Kurt Wagenseil. München. List.

Duff, David. 1979 [1978]. Eugenie und Napoleon III.: Biographie. Aus d. Engl. von Rosemarie Heyd. Düsseldorf [u.a.]. Diederichs.

Kurtz, Harold. 1965. Eugénie: Kaiserin der Franzosen (1826 - 1920). Aus. d. Engl. von E. M. Krauss. Tübingen. Wunderlich.

Mann, Golo. 1966. “Zerstörung einer Legende: über Harold Kurtz: “Eugénie - Kaiserin der Franzosen”. Der Spiegel 1/1966.

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Hedwig Dohm