FemBio-Special: Berühmte Frauen berühmter Männer

Martha Washington

geboren am 2. Juni 1731 auf der Chestnut Grove Plantage in New Kent County, Virginia
gestorben am 22. Mai 1802 auf der Mount Vernon Plantage am Potomac, Virginia

erste amerikanische First Lady
210. Todestag am 22. Mai 2012


BiografieZitateLiteratur & Quellen


Biografie

Martha Washington, erste First Lady der Vereinigten Staaten, des “land of the free and home of the brave”, wurde 1731 auf einer von SklavInnen bewirtschafteten Plantage in Virginia als Älteste von sieben Kindern geboren. Ihre früh erlernten Vorbehalte gegen die Schwarzen behielt sie zeit ihres Lebens bei. Ihre Familie gehörte zwar zur Oberschicht Virginias, war aber nicht besonders wohlhabend. Martha bekam die für Mädchen ihres Standes übliche Erziehung: ihre Mutter brachte ihr bei, wie frau einen großen Haushalt leitet - im übrigen lernte sie ein wenig Lesen und Schreiben, um später mit der Familie brieflich Kontakt halten zu können.

Mit achtzehn Jahren heiratete Martha den zwanzig Jahre älteren Sklavenhalter und Plantagenbesitzer Custis und gebar vier Kinder, von denen zwei früh starben. Auch ihr Mann starb bald - mit 26 Jahren war Martha Custis eine reiche Witwe mit zwei kleinen Kindern, John, genannt Jackie, und Martha, genannt Patsy. (Auch diese beiden sollte Martha noch überleben: Patsy bekam epileptische Anfälle und starb 1773 mit 17 Jahren; Jackie starb 1781 mit 27 Jahren.)

Bald hatte die freundliche junge Frau eine Reihe von Verehrern, und nach kurzer Zeit entschied sie sich für George Washington. Er war ein halbes Jahr jünger als Martha und hatte sich militärisch und politisch bereits einen Namen gemacht.

Während der nächsten sechzehn Jahre leitete Martha den ausgedehnten Haushalt der - selbstverständlich mit Hilfe von SklavInnen bewirtschafteten - Mount Vernon Plantage am Potomac. Ihre zweite Ehe blieb kinderlos.

1775 wurde George zum Oberbefehlshaber der Kolonialtruppen gewählt, und damit war die Zeit der beschaulichen Häuslichkeit für Martha zu Ende. Während der Revolutionskriege besuchte sie ihren Mann immer wieder in seinen diversen Hauptquartieren. Ihr Sohn Jackie, der seinem Stiefvater als Adjutant beistand, fiel einem “Feldfieber” (wahrscheinlich Typhus) zum Opfer und hinterließ vier Kinder. Die zwei Jüngsten nahmen Martha und George zu sich und zogen sie wie ihre eigenen auf.

Etwa fünf Jahre blieb das Ehepaar nach dem Krieg auf Mount Vernon. Aber die Regierung der neugegründeten Vereinigten Staaten war nicht effektiv; eine neue Verfassung wurde erarbeitet, die einen Präsidenten vorsah. Und der konnte kein anderer werden als George Washington.

Wie schon auf Mount Vernon, stand Martha ihrem Mann zur Seite und präsidierte mit ihm bei Empfängen und anderen offiziellen Anlässen. So begründete sie die Rolle, die nach ihr jede First Lady spielen mußte: Gastgeberin der Nation zu sein.

Nachdem Washington 1797 seine zweite Amtszeit beendet hatte, zog man sich gern wieder nach Mount Vernon zurück. Aber das Ehepaar konnte das Privatleben nicht lange genießen: George Washington starb 1799; Martha Washington, die gemäß seiner testamentarischen Verfügung alle SklavInnen nach seinem Tod freigelassen hatte, starb zweieinhalb Jahre später.

(Original der gekürzten Fassung aus
Pusch/Gretter, Berühmte Frauen: 300 Portraits, Bd 3 (in Vorbereitung))

Luise F. Pusch

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Zitate

Unser Glück hängt eher von unserer Einstellung als von den Umständen ab. (Martha Washington)

Ich führe ein sehr langweiliges Leben und bekomme nichts von dem mit, was in der Stadt passiert. Ich gehe nie zu irgendwelchen öffentlichen Plätzen, tatsächlich finde ich, ich bin eher eine Staatsgefangene als sonstwas. Mir sind gewisse Grenzen gesetzt, die ich nicht überschreiten darf, und da ich nicht tun kann, was ich will, bin ich trotzig und bleibe oft zu Hause. (Martha Washington an ihre Schwester über ihr Leben als First Lady)

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Literatur & Quellen

Anthony, Carl Sferrazza. 1990. First Ladies: The Saga of the Presidents’ Wives and Their Power 1789-1961. New York. Morrow.

Caroli, Betty Boyd. 1987. First Ladies. New York; Oxford. Oxford UP.

Notable American Women: A Biographical Dictionary. 1971. Hg. Edward T. James, Janet Wilson James & Paul S. Boyer. 3 Bde. Cambridge, MA. The Belknap Press of Harvard UP.

The Smithsonian Book of the First Ladies: Their Lives, Times, and Issues. Vorwort von Hillary Rodham Clinton. Hg. Edith P. Mayo. New York. Henry Holt. 1996.

Truman, Margaret. 1995. First Ladies. New York. Random House.

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Hedwig Dohm