Frau(en) der Woche:

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Karoline Schulze–Kummerfeld

Karoline Schulze-Kummerfeld

geboren am 30. September 1745 in Wien
gestorben am 20. April 1815 in Weimar

deutsche Schauspielerin und Memoirenschreiberin
200. Geburtstag am 20. April 2015


Vor allem in der Rolle von Lessings »Miss Sara Sampson« war Karoline Schulze beliebt beim deutschen Publikum. Mit dem Theaterleben war sie aufgewachsen. Ihre Mutter entstammte dem Adel und war aus der Ehe mit einem ungebildeten Landedelmann geflohen und beim Theater gelandet. Ihr Vater konnte sein Universitätsstudium nicht finanzieren und landete ebenfalls beim fahrenden Volk. Als Kind mußte auch die kleine Karoline ihr Brot auf den Brettern verdienen. Geschult in der lebhaften, ausdrucksvollen Darstellungskunst des Stegreifspiels, verstand es Karoline Schulze, die ZuschauerInnen auch in auswendig gelernten Rollen zu fesseln. Sie spielte bei den besten fahrenden Theatertruppen ihrer Zeit, mit Doebbelin …

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Paulette Goddard

Paulette Goddard

geboren am 3. Juni 1910 in New York
gestorben am 23. April 1990 in Porto Ronco, Schweiz

US-amerikanische Schauspielerin

25. Todestag am 23. April 2015
105. Geburtstag am 3. Juni 2015


Jung, schön, ehrgeizig – angelockt von der Glitzerwelt des Films mit ihren Verheißungen von Ruhm und Reichtum – kam sie, eine unter tausend anderen Jungen, Schönen, Ehrgeizigen, 1930 nach Hollywood. Sie hatte ein paar Erfolge als blondes Revuegirl in den berühmten Ziegfeld-Shows vorzuweisen, doch das hatten so viele andere auch. Konkurrenz macht findig, und im Heer der namenlosen Statistinnen wollte Paulette Goddard nie und nimmer verschwinden. Doch wer konnte einen Noch-nicht-Star übersehen, der sich wie ein Star in Szene setzte? Ehemann Nr. 1 , ein »Holzbaron« aus North Carolina, doppelt so alt wie sie, hatte sich nach der Scheidung bei …

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Adèle Hugo

Adèle Hugo

geboren am 28. Juli 1830 in Paris
gestorben am 22. April 1915 in Suresnes bei Paris

französische Hugo-Chronistin; Tochter Victor Hugos
100. Todestag am 22. April 20015


»Die, die diese Gespräche aufzeichnet, muss auch in der Lage sein, sie zu führen«, bemerkte Adèle Hugo, jüngstes Kind des Dichterfürsten, leicht verbittert über ihre Rolle als Chronistin im Haus ihres Vaters. 6000 unsortierte, schwer dechiffrierbare Seiten ihres zu ihren Lebzeiten nie veröffentlichten Manuskripts wurden inzwischen aufgefunden. Sie beschreibt darin das Pariser Schicksalsjahr 1851 mit dem Putsch Louis Napoléons und der Restauration der Monarchie, die Verhaftung ihrer Brüder, die Flucht ihres Vaters, schließlich der ganzen Familie ins Exil auf die kleine englische Kanalinsel Jersey, und dann, in den folgenden Jahren, die Gespräche mit vielen Hunderten, zumeist berühmten Gästen, die Victor …

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Benita Koch-Otte

Benita Koch-Otte

geboren am 23. Mai 1892 in Stuttgart
gestorben am 26. April 1976 in Bielefeld

deutsch-tschechische Textilkünstlerin
40. Todestag am 26. April 2016


Erst hochgelobt, dann vergessen, schließlich fehlinterpretiert und, in jüngster Zeit, wegen zweier, lange unbekannter Teppiche mit NS-Insignien kontrovers diskutiert. – Die Rezeptionsgeschichte der Bauhaus-, Burg- und Bethel-Künstlerin Benita Koch-Otte spiegelt zwei wohlbekannte Desiderate: Zum einen ist die Erforschung der weiblichen Kunstschul-Hälfte über 80 Jahre nach Bauhaus-Schließung noch immer nicht abgeschlossen. Selbst zu exponierten Künstlerinnen wie Koch-Otte fehlt ein einschlägiges Werkverzeichnis. Zum anderen ist bei der Diskussion um Avantgarde-KünstlerInnen, die nach 1933 NS-dienliche Aufträge ausführten, eine tiefgreifende Revision verbreiteter Bauhaus-Mythen mehr als überfällig. »Besessene des Webens«: Studentin in Weimar Ostern 1920, mit 27 Jahren, schrieb sich Benita Koch-Otte* als Studentin am …

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Katia Mann

Frauenbild

geboren am 24. Juli 1883 in Feldafing am Starnberger See
gestorben am 25. April 1980 in Kilchberg bei Zürich

Ehefrau von Thomas Mann; Mutter von Erika, Klaus, Golo, Monika, Elisabeth und Michael Mann; Enkelin von Hedwig Dohm
35. Todestag am 25. April 2015


Katharina, Katia, Mann geborene Pringsheim kam auf verschiedene Weise privilegiert zur Welt. Im Münchner Elternhaus des einzigen Mädchens unter fünf Geschwistern gingen Bildungs- und Besitzbürgertum eine vorteilhafte Allianz ein. Ihr Vater, Mathematikprofessor, war sehr reich, leistete sich vielerlei Interessen. Dessen Vater hatte dem Boom des Eisenbahnwesens in der Gründerzeit immensen Reichtum abgewinnen können. Katias Vorfahren mütterlicherseits steuerten vor allem enorme Beweglichkeit auf gesellschaftlichem Parkett, das Blitzgescheitsein sowie den Hang zum Sarkasmus bei. Immerhin war Katias Mutter eine Zeitlang als Schauspielerin hervorgetreten und Großvater Ernst Dohm als Chefredakteur der legendären satirischen Zeitschrift ‚Kladderadatsch’. Und Großmutter Hedwig Dohm hatte sich von einer …

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Renée Sintenis

Renée Sintenis

geboren am 20. März 1888 in Glatz, Schlesien
gestorben am 22. April 1965 in Berlin

deutsche Bildhauerin und Graphikerin
50. Todestag am 22. April 2015


Als sie mit 27 Jahren ihren Durchbruch erlebte, galten ihre Skulpturen als etwas sensationell Neues: Es waren junge Tiere, die sie modellierte, wo die Bildhauerei bis dahin Monumentales und großes abgebildet hatte. Nun aber gab es die Tierskulpturen der Sintenis, die eine tiefe Abscheu vor den Monumentalplastiken hatte und deren Bilder kaum je höher sind als 20 cm waren. Das Publikum liebte sie und sie wurden zum Verkaufsschlager, waren sie doch ein ideales Geschenk, da sie problemlos in jede Wohnung passten. Als Bildhauerin brauchte sie nicht mit männlichen Kollegen zu konkurrieren, denn sie blieb eng im Rahmen dessen, was Frauen, …

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Christine Busta

Christine Busta

geboren am 23. April 1915 in Wien
gestorben am 3. Dezember 1987 in Wien

österreichische Dichterin
100. Geburtstag am 23. April 2015


Christine Busta wuchs ohne Vater bei ihrer Mutter auf, die erst Hausangestellte und dann Verkäuferin war: „… dass sie sich trotz aller verzweifelten Anstrengung nur kümmerlich durchbringen konnte, ertrug sie wie eine Schande und Schmach, erbittert und verschwiegen … in ihrem Blick stand die Erschöpfung wie geheimer Zorn.” Busta besucht das Gymnasium; ab ihrem 14. Lebensjahr muss sie sich und die schwerkranke Mutter mit Nachhilfestunden durchbringen. Ab 1933 studiert sie in Wien Germanistik und Anglistik, gibt aber nach einem Nervenzusammenbruch das Studium auf und wird Hilfslehrerin. 1940 heiratet sie den Musiker Dimt, der seit 1944 vermisst ist. Nach dem Krieg …

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Luise Adolpha Le Beau

Frauenbild

geboren am 25. April 1850 in Rastatt
gestorben am 17. Juli 1927 in Baden-Baden

deutsche Komponistin und Pianistin
165. Geburtstag am 25. April 2015


“Vergißt man, wie viele männliche Komponisten sich berufen fühlen, die Welt mit mittelmäßigen Ergüssen zu überschwemmen?” rief Luise Adolpha Le Beau einmal empört aus. Als professionell ausgebildete und hochqualifizierte Musikerin erwartete sie eine entsprechende Anerkennung, die ihr versagt blieb. Le Beau nahm Unterricht in Violine, Klavier, Gesang und Musiktheorie in Karlsruhe und anschließend in München, konzertierte solistisch und erlebte auch Aufführungen eigener Werke, obwohl sie mit großen Widerständen zu kämpfen hatte, wie man ihrer Autobiographie entnehmen kann. Durch die Eltern finanziell abgesichert, war sie auf Einnahmen nicht angewiesen und führte daher ein von ökonomischen Sorgen befreites Leben. Sie konzertierte als …

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Käthe Kollwitz

Käthe Kollwitz

geboren am 8. Juli 1867 in Königsberg
gestorben am 22. April 1945 in Moritzburg bei Dresden

deutsche Grafikerin und Bildhauerin
70. Todestag am 22. April 2015


Käthe Kollwitz ist eine der wenigen Künstlerinnen, die während ihres Lebens Anerkennung und Ruhm fanden. Doch auch sie musste sich gegen Vorurteile, Benachteiligungen und Konflikte durchsetzen, die Frauen heute noch bekämpfen. Unter dem Einfluss der freidenkenden Mutter und des sozial engagierten Vaters bekam Käthe eine für die damalige Zeit höchst ungewöhnliche Erziehung, religiös und sozial progressiv und auf eine künstlerische Laufbahn abzielend. Da Frauen an den meisten deutschen Kunstakademien noch nicht zugelassen waren, bekam sie Privatunterricht im Zeichnen und besuchte die Künstlerinnenschulen in Berlin und München. Sie entschied sie sich für die graphischen Künste und nicht für die Malerei, da …

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Erika Fuchs

Erika Fuchs

geboren am 7. Dezember 1906 in Rostock
gestorben am 22. April 2005 in München

deutsche Comic-Übersetzerin
10. Todestag am 22. April 2015


Erika Fuchs, die erste und lange Zeit einzige Übersetzerin von Disney-Comics ins Deutsche, wird für ihre kongenialen, witzig-subtilen Sprachschöpfungen weit über die Comic-Szene hinaus verehrt. Elfriede Jelinek wünschte ihr den Büchnerpreis und Elke Heidenreich war sie »eine mächtige, sprachgewaltige Lehrerin, die mir auch beibrachte, die Absurditäten des Lebens früh zu verstehen«. Ihre Karriere als Übersetzerin begann 1951. Da fuhr die 44jährige promovierte Kunsthistorikerin und Mutter zweier halbwüchsiger Söhne aus Schwarzenbach an der Saale nach Stuttgart, um bei Readers Digest Übersetzungsaufträge zu aquirieren. Sie träumte davon, anspruchsvolle englische Literatur zu übersetzen, stattdessen legte man ihr einen Stapel Mickey Mouse-Hefte vor. Als …

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Gertrud Kantorowicz

Frauenbild

geboren am 9. Oktober 1876 in Posen (Poznań/Polen)
gestorben am 19. oder 20. April 1945 in Theresienstadt (Terezín/Tschechien)

deutsche Kunsthistorikerin, Dichterin, Übersetzerin und Philosophin
70. Todestag am 19. oder 20. April 2015


»Verse aus Theresienstadt« heißt Gertrud Kantorowiczs letzter Gedichtband. Veröffentlichen kann sie ihn nicht mehr. Knapp 20 Tage bevor sowjetische Truppen das NS-Lager Theresienstadt befreien, stirbt sie, völlig entkräftet, auf 40 Kilogramm abgemagert. Kantorowicz war eine der ersten promovierten Kunsthistorikerinnen Deutschlands. Kunstgeschichte war ihr, wie sie 1907 schrieb, der »Grund … von dem aus ich lebe«. In Stefan Georges exorbitant elitären »Blättern für die Kunst« war sie, von 50 Männern umringt, die erste und einzige Autorin. Im Nationalsozialismus rettete sie zig Verfolgte vor dem sicheren Tod. Und doch reduzierte die Nachwelt sie über Jahrzehnte vornehmlich auf zwei Aspekte: Auf ihre Beziehung …

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Tony Werntgen

Frauenbild

geboren am 25. April 1875 in Duisburg
gestorben am 5. Januar 1954 in Johannisberg (Rheingau)

deutsche Flugpionierin; erste Frau, die Flugzeuge herstellte
140. Geburtstag am 25. April 2015


Die geschiedene Tony Werntgen arbeitete als Immobilienmaklerin in Frankfurt am Mai, womit sie den Lebensunterhalt für sich und ihren Sohn Bruno, geboren 1893, bestritt. Ihre wahre Liebe aber gehörte dem Fliegen. Nach einem Besuch der Internationalen Luftschiffahrt-Ausstellung (ILA) in Frankfurt ist auch Bruno von dem Wunsch beseelt, fliegen zu können. Mutter und Sohn zogen von Frankfurt in den Taunus, ins Städtchen Köppern, und gründeten dort 1909 das „Deutsche Flugtechnische Institut“. Tony Werntgen entwickelte einen Ein- sowie einen Doppeldecker und war somit die erste Frau, die Flugzeuge herstellte. Neben der Produktion gehörte zum Institut eine Flugschule, die explizit Kurse für Damen …

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Ginger Rogers

Ginger Rogers

geboren am 16. Juli 1911 in Independence, Missouri
gestorben am 25. April 1995 in Rancho Mirage, Kalifornien

amerikanische Schauspielerin, Tänzerin
20. Todestag am 25. April 2015


Ihr Lieblingscartoon zeigt ein Plakat Fred Astaire – Film Festival, davor eine Frau, die zu zwei bewundernd blickenden Männern sagt: »Sicher war er großartig, aber vergesst nicht, dass Ginger Rogers alles, was er machte, ebenfalls tat – nur rückwärts und auf hohen Absätzen.« Viele sehen in Rogers nur die Partnerin von Fred Astaire und vergessen dabei, dass sie eine der langlebigsten Filmkarrieren erreichte. Ginger hatte sich schon in etlichen Filmen einen Namen gemacht, bevor sie 1933 in Flying down to Rio das erste Mal mit Astaire tanzte und sang. Die beiden waren als Tanzpaar so erfolgreich, dass insgesamt zehn Musicalfilme …

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Maria Ducia

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Maria Ducia

geboren am 25. April 1875 in Innsbruck
gestorben am 15. Mai 1959 in Innsbruck

Mitbegründerin der sozialdemokratischen Frauenbewegung Tirols und erste Sozialdemokratin im Tiroler Landtag
140. Geburtstag am 25. April 2015


Maria Ducia ist eine der wichtigsten Frauen für die sozialdemokratische Frauenbewegung in Tirol. Ihre Forderung nach politischer Partizipation von Frauen stellte sie in einer Zeit, als den Frauen politische Vereinstätigkeit gesetzlich verboten war, vom Stimmrecht ganz zu schweigen. Bei den Reichsratswahlen von 1907 erhielten alle Männer über 24 das allgemeine, gleiche und direkte Wahlrecht. Frauen mussten noch elf Jahre dafür kämpfen; erst 1918 wurde ihnen das aktive und passive Wahlrecht zuerkannt. 1910 wird in Lienz das »Aktionskomitee der freien politischen Frauenorganisation« gegründet. Maria Ducia ist von Anfang an schriftführend und ab 1911 als Vorsitzende mit dabei. Im Bericht der »Volkszeitung« …

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Hedwig Dohm