Charlotte Brontë

geboren am 21. April 1816 in Thornton, Yorkshire
gestorben am 31. März 1855 in Haworth, Yorkshire

englische Schriftstellerin
160. Todestag am 31. März 2015


BiografieLiteratur & Quellen


Biografie

Charlotte war die drittälteste von fünf Schwestern, die inmitten einer wilden, windgepeitschten Moorlandschaft in einem Pfarrhaus in Yorkshire aufwuchsen. Ihre beiden älteren Schwestern starben im Kindesalter. Die Mutter starb bereits 1821, so dass Charlotte früh für ihre Geschwister Verantwortung übernahm. Der einzige Bruder Branwell, mit dem die genialen Schwestern Charlotte, Emily und Anne phantasievolle Geschichten entwarfen, wurde zum Alkoholiker.

1842 absolvierten Charlotte und Emily in Brüssel eine Ausbildung in einem Pensionat für junge Damen. Dort blieb Charlotte, die sich unglücklich in den Leiter verliebt hatte, ein Jahr länger als Emily, die es fern von zu Hause nicht lange aushielt. 1846 veröffentlichten die drei Schwestern auf eigene Kosten einen Gedichtband, der kaum Beachtung fand (heute sind Emilys Gedichte weltberühmt). Charlotte fand für ihren ersten Roman, The Professor, keinen Verlag. Mit dem Roman Jane Eyre (1847), in dem sie das Leben einer Gouvernante schildert, überraschte sie, als “Currer Bell” getarnt, die Fachwelt: Der Roman erregte weltweit Aufsehen; selbst Queen Victoria las ihn ihrem Albert vor. Charlotte verarbeitet in Jane Eyre ihre eigenen Erfahrungen als Gouvernante und zeichnet die Titelheldin als zwar arm und unauffällig, doch voller Stolz und Leidenschaft. Die Auflehnung der Frau gegen die Normen ihrer Zeit blieb ein Grundthema ihrer Romane. 1848 gaben die Schwestern auf Drängen der Öffentlichkeit ihre wahre Identität preis. Im gleichen Jahr starb Emily an Tuberkulose; ein Jahr später auch Anne.

Charlotte heiratete 1854 einen Pfarrer; es war wohl eher eine Vernunftehe. Ihrer geliebten Freundin Ellen Nussey schrieb sie: “Ich bin verlobt. Ich bin noch sehr ruhig und erwartungsvoll. Die Vorsehung bietet mir dieses Schicksal an: zweifellos ist es das beste für mich.” Eine erste Schwangerschaft, verbunden mit einer Erkältung, löste eine schwere Krankheit aus, die zum Tod führte.
(Text von 1990)

Eva Rieger

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Literatur & Quellen

Bentley, Phyllis. 1969. The Brontës and Their World. London. Thames & Hudson.

Brontë, Charlotte, Branwell, Emily & Anne. 1987. Angria & Gondal. Hg. Elsemarie Maletzke. Übs. aus d. Engl. Hans J. Schütz. Frankfurt/M. Frankfurter Verlagsanstalt.

Fraser, Rebecca. 1989. Charlotte Brontë and Her Family. New York. Crown Publishers.

Gaskell, Elizabeth. 1930 [1855]. The Life of Charlotte Brontë. London. John Murray.

Gérin, Winifred. 1987. Charlotte Brontë: The Evolution of Genius. Oxford Lives. Oxford. Oxford UP.

Gordon, Lyndall. 1995. Charlotte Brontë, a Passionate Life. London. Vintage.

Maletzke, Elsemarie & Christel Schütz. Hgg. 1986. Die Schwestern Brontë: Leben und Werk in Texten und Bildern. Übs. aus d. Engl. Grete Rambach. Frankfurt/M. Insel TB.

Maletzke, Elsemarie. 1988. Das Leben der Brontës. Frankfurt/M. Frankfurter Verlagsanstalt.

Miller, Elaine. 1989. “Through all Changes and Through all Chance: The Relationship of Ellen Nussey and Charlotte Brontë”, in Lesbian History Group. Hg. Not a Passing Phase: Reclaiming Lesbians in History 1840-1985. London. The Woman´s Press.

Winnifrith, Tom. 1988. A New Life of Charlotte Brontë. New York. St. Martin’s Press.

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