Anna Politkowskaja

(Анна Степановна Мазепа [Geburtsname]; Анна Степановна Политковская [Ehename]; Anna Stepanowna Politkowskaja geb. Masepa; Anna Stepanovna Politkovskaja; Anna Politkovskaya)

geboren am 30. August 1958 in New York
ermordet am 7. Oktober 2006 in Moskau

russische Journalistin und Menschenrechtsaktivistin
55. Geburtstag am 30. August 2013


BiografieZitateWeblinksLiteratur & Quellen


Biografie

»Für die Menschen gehe ich überall hin, ich habe keine Angst um mein Leben.«

Für ihre mutige und couragierte Berichterstattung und ihre anklagenden Reportagen erhielt Anna Politkowskaja, eine der bekanntesten Journalistinnen Russlands, weltweite Anerkennung. Nach dem Journalistikstudium arbeitete sie für verschiedene russische Zeitungen, zuletzt bei der Nowaja Gaseta, einer der letzten unabhängigen Tageszeitungen Russlands. Da ihre Bücher in Russland nicht verlegt wurden, erreichte sie dort kaum eine breitere Öffentlichkeit und war nur einem kleinen Kreis von Bürgerrechtsbewegungen wirklich bekannt. Mit der Veröffentlichung des Buches Tschetschenien – Die Wahrheit über den Krieg lenkte sie 2003 die Aufmerksamkeit des Westens auf die alltägliche Gewalt und den Terror des Tschetschenienkrieges. Sie interessierte sich für die Lebensgeschichten von Frauen und ihrer verschwundenen Angehörigen in Tschetschenien sowie der russischen Soldatenmütter. Sie gab den Menschen eine Stimme, die keine mehr haben. 2007 erschien ihr »literarisches und politisches Testament.« (FAZ), das Russische Tagebuch.

Anna Politkowskaja

2002 wurde sie vom russischen Militär verhaftet und vier Tage lang verhört, beschimpft und bedroht. Ihr Name stand auf einer im Internet veröffentlichten Liste »Feinde des russischen Volkes«. Anna Politkowskaja war ihre Bedrohungslage durchaus bewusst: »Wenn ich getötet werde, sucht den Mörder im Kreml.« Die westliche Anerkennung ihrer Arbeit und ihres Engagements bot Anna Politkowskaja keinen ausreichenden Schutz. Am 7. Oktober 2006, dem Geburtstag Wladimir Putins, wurde die Journalistin im Aufzug ihres Wohnhauses durch zwei Pistolenschüsse hingerichtet. Obwohl der Mord von einer Überwachungskamera aufgezeichnet wurde, ist er bisher nicht aufgeklärt worden, ebenso wie 13 weitere Morde an Journalist/innen seit dem Amtsantritt Putins im Jahr 2000. Die »hartnäckigste Kritikerin der Kremlpolitik« (FAZ) wurde nach ihrem Tod im Westen zu einer »postsowjetischen Ikone«, mit der auf Putin Druck ausgeübt werden sollte (SZ). Ihre Ermordung löste weltweit Wut und Entsetzen aus.

Anna Politkowskaja

Anna Politkowskaja erhielt zahlreiche international renommierte Preise. Zu Beginn des Jahres 2007 wurde sie posthum für den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels vorgeschlagen. Der Initiator Gerhard Koenen schreibt in seinem Plädoyer für die Nominierung Politkowskajas, sie habe wie kaum jemand sonst »selbstlos und kompromisslos alle ihre literarischen und investigativen Fähigkeiten und ihre gesamte berufliche Karriere in den Dienst eines unbestechlichen Rechtsempfindens« (SZ) gestellt.

 

Linda Marie Schulhof

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Zitate

Ein Krieg lässt sich sehr leicht beginnen, unvergleichlich schwerer ist es, danach all der Ungeheuer Herr zu werden, die er hervorgebracht hat.
(Anna Politkowskaja, gefunden hier)

Anna Politkowskaja

 

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Links

Hinweis: Es gibt unzählige Internetseiten über Politkowskaja. Ich habe bevorzugt Seiten ausgewählt, in denen sie selbst zu Wort kommt. AN

Anna Politkovskaya 1958-2006


Anna Politkovskaya (1958-2006). Kondolenzbuch. (Link aufrufen)

Dokumentationszentrum Couragierte Recherchen und Reportagen – Anna Politkowskaja


Dokumentationszentrum Couragierte Recherchen und Reportagen: Anna Politkowskaja. Eine couragierte Journalistin. Ausführliche Biografie. anstageslicht.de. (Link aufrufen)

Feraposhkin 2006 – Von oben bis unten


Feraposhkin, Vyacheslav (2006): »Von oben bis unten«. Fall Politkowskaja. Letztes Interview mit Politkowskaja (engl.). ZEIT online, 11.10.2006. (Link aufrufen)

Internet Movie Database – Anna Politkovskaya


Internet Movie Database: Anna Politkovskaya. Filme. (Link aufrufen)

Perlentaucher – Anna Politkowskaja


Perlentaucher: Anna Politkowskaja. (Link aufrufen)

Politkovskaja – Die Umerziehung der Schahiden


Politkovskaja, Anna: Die Umerziehung der Schahiden. Ein Porträt Buwadi Dachijews, stellvertretender OMON-Kommandant der Tschetschenischen Republik. Letzte Reportage Politkowskajas. (Link aufrufen)

Politkovskaja – Eine tschetschenische Tragödie


Politkovskaja, Anna: Eine tschetschenische Tragödie. In: greenpeace magazin 1.04. (Link aufrufen)

Politkovskaja – Im Bunker der Folterer


Politkovskaja, Anna: Im Bunker der Folterer. Russische Gefangenenlager in Tschetschenien. In: Die Zeit, 10/2001. (Link aufrufen)

Politkovskaja – Termin mit dem Tod


Politkovskaja, Anna: Termin mit dem Tod. Gekürzte Fassung einer Reportage. In: Die Zeit, 12.10.2006, Nr. 42. (Link aufrufen)

YouTube – Videos zu Politkowskaja


YouTube: Videos zu Politkowskaja. U.a. ist der Film »Ein Artikel zu viel« zu finden (gesplittet). (Link aufrufen)



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Literatur & Quellen

Drakulić, Politkovskaja et al. 2006 – Reporter und Reporterinnen im Krieg

Politkovskaja 2003 – Tschetschenien



Bergkraut, Eric (2008): Ein Artikel zu viel. Die Ermordung der Journalistin Anna Politkowskaja. Dokumentation. 45 min. DVD-Video.



Drakulić, Slavenka; Politkovskaja, Anna et al. (2006): Reporter und Reporterinnen im Krieg. In: Pichler, Cathrin (Hg.): Thema: Warum Krieg. Texte und Protokolle zum Briefwechsel Albert Einstein – Sigmund Freud. Wien. Schlebrügge. ISBN 978-3-85160-094-0. S. 141.
(Suchen bei Amazon | Eurobuch | WorldCat)

Jessen, Keith. 2009. “Letter from Moscow: The Accused - The Political Fallout of a Murder Trial”, The New Yorker 23.3.2009, S. 42-52.



Politkovskaja, Anna (2003): Tschetschenien. Die Wahrheit über den Krieg. Aus dem Russischen von Hannelore Umbreit und Ulrike Zemme. Köln. DuMont. ISBN 3-8321-7832-5.
(Suchen bei Amazon | Eurobuch | WorldCat)

Politkovskaja 2005 – In Putins Russland

Politkovskaja 2007 – Russisches Tagebuch

Schreiber (Hg.) 2007 – Anna Politkowskaja



Politkovskaja, Anna (2005): In Putins Russland. Aus dem Russischen von Hannelore Umbreit und Ulrike Zemme. Köln. DuMont. ISBN 3-8321-7919-4.
(Suchen bei Amazon | Eurobuch | WorldCat)



Politkovskaja, Anna (2007): Russisches Tagebuch. Köln. DuMont. ISBN 3-8321-8022-2.
(Suchen bei Amazon | Eurobuch | WorldCat)



Schreiber, Norbert (Hg.) (2007): Anna Politkowskaja. Chronik eines angekündigten Mordes. Klagenfurt. Wieser. ISBN 978-3-85129-652-5.
(Suchen bei Amazon | Eurobuch | WorldCat)

Hinweis: Dies sind keine Literaturempfehlungen, sondern die zum Thema erschienenen Titel – ohne Wertung unsererseits.


Bildquellen

www.welt.de
www.faz.net
www.europarl.europa.eu
www.religionsfreiheit.at
www.igfm.de
www.sf.tv
www.russianwriting.com

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Hedwig Dohm