Anna Waser

getauft am 16. Oktober 1678 in Zürich
gestorben am 20. September 1714 in Zürich

Schweizer Malerin und Radiererin
300. Todestag am 20. September 2014


BiografieZitateWeblinksLiteratur & Quellen


Biografie

Anna Waser stammt aus einer angesehenen Züricher Familie und bekam »eine für die damalige Zeit durchaus exceptionelle Ausbildung…; denn es zeigten sich an dem Mädchen schon ganz früh außerordentliche Gaben« (M. Waser).

Anna Waser: Selbstportrait (1691)

Als Dreizehnjährige malt sie ihr berühmtes Selbstbildnis (Kunsthaus Zürich; es regte ihre Nachfahrin Maria Waser zu umfangreichen Nachforschungen und einem vielgelesenen Roman über die Malerin an). Bereits im Vorjahr hatte Anna den Berner Maler Werner gebeten, sie weiterzubilden. Werner lehnte zunächst ab, wahrscheinlich, weil es ihm wenig glaubhaft schien, dass die eingesandten Arbeiten von einer Zwölfjährigen stammen sollten. Doch beeindruckt ihn Annas zweiter Bewerbungsbrief derart, dass er sie nun als Schülerin in seine kleine Hausakademie aufnimmt. Vier Jahre bleibt Anna in Bern, arbeitet unermüdlich und erfolgreich, kehrt dann nach Zürich zurück und entfaltet eine immer intensivere Maltätigkeit.

Von Anna Waser gezeichnetes Titelblatt

Bald dringt ihr Ruhm auch ins Ausland. Einundzwanzigjährig wird sie Hofmalerin des Grafen Solms auf Braunfels an der Lahn. Ihre Arbeiten verkauft sie nun auch nach Holland, Deutschland und England. Es ist traurig, dass der Verbleib keines dieser so gerühmten Gemälde bekannt ist. Es scheinen lediglich das kleine Ölgemälde von 1691 und wenige andere, zumeist in Silberstifttechnik ausgeführte (Selbst-)Portraits, Kopien und dekorative Arbeiten erhalten zu sein. Auch ist kein persönliches Dokument von Anna Waser überliefert: weder die Autobiographie, die sie 1708 mit einem Selbstbildnis und anderen aufsehenerregenden Proben ihrer Kunst an J. v. Sandrart für sein Künstlerlexikon schickt, noch irgendein Schriftstück aus dem umfangreichen Briefwechsel der Malerin, die »die größten Maler Teutschlands verehrten« (M. Waser). Nach längeren Depressionen stirbt Anna Waser 1714 im Alter von 35 Jahren an den Folgen eines Sturzes.

»[Ihr letztes Selbstbildnis] zeigt nicht das gewohnte ruhige, sondern ein seltsam lächelndes Gesicht […] das Lächelgesicht ist bloß Maske, vorgehalten einem Totenschädel, der mit breitem Grinsen der spitzenumrahmten Haube enttaucht. In der langen Reihe der Todesvisionen… steht dieses grimmige Bildchen der Zweiunddreißigjährigen […] besonders ergreifend da. Aus ihren vier letzten Lebensjahren ist nichts mehr auf uns gekommen.« (M. Waser)

 

Swantje Koch-Kanz

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Zitate

Die außergewöhnliche Begabung Anna Wasers zeigt sich bereits im Selbstporträt mit zwölf Jahren von 1691 (Kunsthaus Zürich): Selbstbewusst steht sie neben der Staffelei und zeigt mit dem Pinsel auf ein Porträt ihres ersten Kunstlehrers Sulzer, das sie in Arbeit hat. Dieses bemerkenswerte Debütstück ist das einzige erhalten gebliebene Ölgemälde Wasers. Es vermittelt einen Eindruck ihrer von den Zeitgenossen gerühmten künstlerischen Qualitäten: ein feines Gefühl für Farbe und Komposition, ein sicheres Erfassen der Wesenszüge der Dargestellten und eine Vorliebe für das Detail.

(Ruth Greter. In: Biografisches Lexikon der Schweizer Kunst. Herausgegeben von Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft Zürich und Lausanne. Zürich. Verlag Neue Zürcher Zeitung. ISBN 3-85823-673-X.)

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Links


Digital General Collection – Die Geschichte der Anna Waser

Digital General Collection: Die Geschichte der Anna Waser. Ein Roman aus der Wende des 17. Jahrhunderts von Maria Waser. Scans des gesamten Romans (Fraktur). (Link aufrufen)


Gott, Kaiser oder Helvetia

Gott, Kaiser oder Helvetia? Inschrift am Portal des Züricher Rathauses, gestaltet von Anna Waser. (Link aufrufen)


Jud – DVD Frauen in Fahrt 1991

Jud, Edith: DVD »Frauen in Fahrt« (1991). Mit Dokumentarfilm »Das Modell bin ich – Anna Waser und Rosina Kuhn«. (Link aufrufen)


SIKART Lexikon und Datenbank – Anna Waser

SIKART Lexikon und Datenbank: Anna Waser. PDF-Datei mit Lexikoneintrag, Bibliografie. (Link aufrufen)




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Literatur & Quellen



Bodmer-Geßner, Verena (1966): Die Zürcherinnen. Kleine Kulturgeschichte der Zürcher Frauen. Zürich. Berichthaus.
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Borzello 1998 – Seeing ourselves

Hildebrandt 1997 – Die Frauenzimmer kommen

Neue Gesellschaft für Bildende Kunst, Akademie der Künste (Hg.) 1987 – Dokumentation der Kunst von Frauen



Borzello, Frances (1998): Seeing ourselves. Women’s self-portraits. London. Thames and Hudson. ISBN 0-500-01836-7.
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Cattani, Alfred und Weber, Bruno (Hg.) (1989): Zentralbibliothek Zürich – Schatzkammer der Überlieferung. [Meyer, Conrad (Konrad) – Tschachtlan, Bendicht – Waser, Anna – Werner, Joseph (der Jüngere)]. Zürich. Verlag Neue Zürcher Zeitung. ISBN 3-85823-252-1.
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Graf, Emma (1929): Schweizer Frauen der Tat. 1659-1827. Hortensia Gugelberg, Anna Waser, Angelika Kauffmann, Barbara Schulthess, Magdalena Schweizer, Regula Engel, Mme. de Stael, Katharina Sulzer, G. Kellers Mutter, Sophie Daendliker, Dorothea Trudel … Zürich. Rascher.
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Hildebrandt, Irma (1997): Die Frauenzimmer kommen. 16 Zürcher Porträts. München. Diederichs. ISBN 3-424-01369-2.
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Neue Gesellschaft für Bildende Kunst und Akademie der Künste (Hg.) (1987): Dokumentation der Kunst von Frauen in Berliner öffentlichen Sammlungen. Katalogredaktion: Gisela Breitling; Kataloggestaltung: Regelindis Westphal. Neue Gesellschaft für Bildende Kunst. Berlin. Edition Hentrich (Das Verborgene Museum, 1). ISBN 3-926175-38-9.
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Provini, Franziska Romana (1990): Maria Waser. Die Geschichte der Anna Waser, ein Roman aus der Wende des 17. Jahrhunderts, Wir Narren von gestern, Bekenntnisse eines Einsamen, Begegnung am Abend. Diss. phil., Zürich. Chur. Oechslin.
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Biografisches Lexikon der Schweizer Kunst. [Medienkombination]. Unter Einschluss des Fürstentums Liechtenstein. Herausgegeben von Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft Zürich und Lausanne. Zürich. Verlag Neue Zürcher Zeitung. ISBN 3-85823-673-X.
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Sello, Gottfried (Hg.) (1988): Malerinnen aus fünf Jahrhunderten. Hamburg. Ellert & Richter. ISBN 3-89234-077-3.
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Thieme, Ulrich und Becker, Felix (Hg.) (1992): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Unveränderter Nachdruck der Originalausgabe Leipzig, Engelmann 1907. München. Deutscher Taschenbuch-Verlag. ISBN 3-423-05908-7.
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Thieme, Becker et al. (Hg.) 2008 – Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler

Waser 1913 – Die Geschichte der Anna Waser



Thieme, Ulrich, Becker, Felix und Vollmer, Hans (Hg.) (2008): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des 20. Jahrhunderts. Ausgabe auf DVD. Leipzig. Seemann Henschel. ISBN 978-3-86502-177-9.
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Turner, Jane (Hg.) (1996): The dictionary of art. In thirty-four volumes. 34 Bände. London; New York. Macmillan; Grove. ISBN 1-884446-00-0.
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Waser, Maria (1913): Die Geschichte der Anna Waser. Ein Roman aus der Wende des 17. Jahrhunderts. Stuttgart, Berlin. Deutsche Verlags-Anstalt.
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Waser, Anna; Waser, Elisabeth et al. (1708): Schreibüebung. Auf jeziger Zeit gebräüchliche Haubtsprachen eÿngerichtet und durch Anna Waser von Zürich so wol nach ihren als ihrer Schwesteren Anna Maria und Elisabet der Maleren freÿen eigenhändigen Verfassungen ins Kupfer gebracht und als die Erstlinge dieser Arbeit denen Kunstliebenden und Anfangenden zum besten wolmeinlich an den Tag verfertiget. Zürich.



Weber, Bruno (1984): Das Porträt auf Papier. Ausstellungskatalog. Zürich. Zentralbibliothek. ISBN 3-299-00003-9.
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Weese, Emma Maria; Wild, Doris (1928): Die Schweizer Frau in Kunstgewerbe und bildender Kunst. Zürich. Orell Füßli (Schriften zur »Saffa«).
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Hinweis: Dies sind keine Literaturempfehlungen, sondern die zum Thema erschienenen Titel – ohne Wertung unsererseits.


Bildquellen

Wikipedia

Otelfingen.ch

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Hedwig Dohm