Annie Leibovitz

geboren am 2. Oktober 1949 in Waterbury, Connecticut

US-amerikanische Fotografin
65. Geburtstag am 2. Oktober 2014


BiografieWeblinksLiteratur & Quellen


Biografie

Annie Leibovitz, die „bedeutendste Ikonographin der amerikanischen Popkultur“ (FAZ), hat mit ihren Fotos das kollektive Bildergedächtnis seit den 70er Jahren maßgeblich mitbestimmt. Zu ihren bekanntesten Bildern zählen: John Lennon, der sich nackt und in embryonaler Haltung an Yoko Ono schmiegt, Whoopie Goldberg in einer mit Milch gefüllten Badewanne, Bette Midler unter Rosen gebettet oder Demi Moore, hochschwanger als Akt auf dem Titelcover von Vanity Fair. Von Annie Leibovitz fotografiert zu werden, das galt als Ehre. Ihre inszenierten „Miniaturdramen“ von MusikerInnen, SchauspielerInnen, KünstlerInnen, PolitikerInnen oder SportlerInnen zeigen Menschen in ihrer öffentlichen Rolle; sie enthüllen und maskieren zugleich. Leibovitz spielt mit dem Ruhm der Dargestellten und lässt ihn zu einem ironischen Mythos werden. Ihre Porträts und Aktaufnahmen bewegen sich zwischen Glamour und Wirklichkeit und schaffen in der Inszenierung eine neue Realität.

Nach dem Studium am San Francisco Art Institute reichte Annie Leibovitz 1970 eine Fotomappe beim Rolling Stone ein – zwei Jahre später war sie bereits Cheffotografin. Bis 1981 zeichnet sie für über 120 Titelbilder und verschiedene Reportagen verantwortlich. Sie fotografierte beim Rücktritt Richard Nixons und begleitete 1975 die Rolling Stones auf ihrer Tournee. Leibovitz’ Bilder dieser Tournee zeugen von großer Intimität und Nähe. Nie wieder wird sie ihren Modellen so nah kommen; allerdings muss sie sich auch fünf Jahre von den Drogen- und Alkoholexzessen der Tournee erholen. Ihr Stil ändert sich, wird distanzierter, klarer und kontrollierter.

Seit 1981 ist Annie Leibovitz Cheffotografin von Vanity Fair.
Ihr Oeuvre umfasst neben Porträt-, Akt- und Celebrity-Fotografie auch Werbekampagnen für American Express (1987), Gap (1988) oder Dove (2006), Landschaftsfotografie und Reportagen über den Kosovokrieg oder den O.J.-Simpson-Prozess.

Seit den 90er Jahren hat sie mehrere Bildbände veröffentlicht, u.a. Olympic-Portraits USA (1996), American Music (2003) und die Porträtsammlung Women (1999).

Der 2006 erschienene Bildband A Photographer’s Life ist eine intime Autobiographie in Bildern. Es ist zugleich Familienalbum, Werkschau und Tagebuch der letzen 15 Jahre. Anlass war der Tod ihrer langjährigen Lebenspartnerin Susan Sontag. Neben ihren Auftragsarbeiten enthält der Bildband sehr persönliche Fotos von gemeinsamen Reisen, Familienzusammenkünften, der Krankheit von Susan Sontag, dem Tod von Annie Leibovitz’ Vater und von der Geburt der eigenen Kinder: Ein Denkmal für Susan Sontag, eine Totenklage und zugleich eine Femmage an das Leben.

Linda Marie Schulhof

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Links

Glosse von Luise F. Pusch über Leibovitz’ Lavazza-Kalender 2009

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Literatur & Quellen

Adorján, Johanna. 2006. “Was bleibt”. FAZ 42/2006

Leibovitz, Annie. 1991. Photographien 1970-1990. München. Schirmer/Mosel

Leibovitz, Annie. 1996. Olympic Portraits USA. Boston/New York. Bulfinch Press/Little, Brown and Company

Leibovitz. Annie. 1997. Fotografien 1968-1997. Bibliothek der Stern-Fotografien. Portfolio Nr. 9. Hamburg: Gruner und Jahr

Leibovitz, Annie. 1999. Women. Mit einem Essay von Susan Sontag. Aus dem Engl. von Jörg Trobitius & Marion Kagerer. München. Schirmer/Mosel

Leibovitz, Annie. 2003. American Music. München Schirmer/Mosel.

Mayer, Susanne. 2006. “Totenklage, lebenssatt”. Die Zeit 48/2006

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Hedwig Dohm