Ella Fitzgerald

geb. 25. April 1917 in Newport News, Virginia, USA
gest. 15. Juni 1996 in Beverly Hills, CA

amerikanische Jazzsängerin; “First Lady of Song”
95. Geburtstag am 25. April 2012


BiografieZitateWeblinksLiteratur & Quellen


Biografie

“Lichtgestalt des Jazz” - “Musikalische Legende” - “Große alte Dame des Jazz” - das sind nur einige der euphorischen Beschreibungen dieser Jazzsängerin. Die Zahl ihrer verkauften Schallplatten wurde 1984 auf 40 Millionen geschätzt.

In New York aufgewachsen, war sie mit 17 Jahren bereits Vollwaise und schmuggelte sich in die Garderobe des Jazzmusikers Chick Webb, um ihm vorzusingen. Mit Erfolg, denn er nahm sie in seine Band auf. Die 21jährige landet ihren ersten Millionenhit mit “A Tisket, A Tasket”. Als Chick Webb 1939 starb, übernahm Ella nominell die Band, weil sie bekannter als die männlichen Musiker war. Einige Jahre darauf erlernte sie den Scat-Gesang (das schnelle Singen von Silben ohne sprachlichen Sinn, als wäre die Stimme ein Instrument), den sie für den damals modischen Bebop-Stil benutzte.

Ella Fitzgerald sang in der ganzen Welt, zusammen mit allen Jazzgrößen, wie z.B. Duke Ellington, Lionel Hampton, Dizzy Gillespie. In den 60er Jahren ergänzte sie ihr Repertoire mit Schlagern und gewann so weitere AnhängerInnen. Von 1956 bis 1981 nahm sie insgesamt neun “Songbooks” auf - je eine Schallplatte war einem berühmten Komponisten wie z.B. Cole Porter oder Antonio Carlos Jobim bzw. einem Textdichter gewidmet. Dieses ehrgeizige Unternehmen bestätigte sie als unangefochtene Interpretin von Weltrang. Das konnte jedoch nicht verhindern, daß sie zu Hause immer wieder mit dem allgegenwärtigen Rassismus in unangenehme Berührung kam.

FrauenbildElla Fitzgeralds Stimme umfaßt drei Oktaven und bewältigt problemlos große Intervallsprünge. Ihr Timbre hat sich im Laufe ihrer Karriere in die Tiefe ausgeweitet. In “A Tisket, A Tasket” imitiert sie die Stimme eines kleines Mädchens, bei anderen Titeln kommt ein vollmundiger Baß oder eine edel klingende Mittellage zur Geltung. Leise Töne gelingen ihr ebenso wie furiose Improvisationsteile in rasantem Tempo. Manche Titel nahm sie mehrmals auf, aber niemals klingt eine Einspielung wie die andere, denn sie konnte sich auf stilistisch unterschiedliche Musiker ebenso einstellen wie auf das jeweils andere Publikum. Nie schrie sie ihr Leid heraus wie beispielsweise Judy Garland, doch kann sie die Atmosphäre eines Songs genau erfassen und so die Bandbreite ihrer hohen Kunst demonstrieren. Ihr Gefühl für den Swing, für die Harmonien, für den Rhythmus, ihre lebhaften und phantasievollen Interpretationen kann man kaum beschreiben - man muß sie einfach hören. Band ab!

Zitat:

In ihrer Interpretation oder Bearbeitung wird ein banaler Schlager zum hörenswerten Ereignis, ein anspruchsvoller Song zu einem Kunstwerk, eine hervorragende Ballade zu einem musikalischen Edelstein. (Rainer Nolden)

Eva Rieger

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Zitate

Keine Drogen, keine Abstürze, nur Stimme (Nachruf in der TAZ)

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Links

official Website
Zeit-Artikel

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Literatur & Quellen

Gourse, Leslie. Hg. 1998. The Ella Fitzgerald Companion: Seven Decades of Commentary. London; New York; Sydney. Omnibus.

Haskins, Jim. 1992. Ella Fitzgerald: First Lady des Jazz. München. Heyne. 

Nicholson, Stuart. 1993. Ella: Die Stimme des Jazz. München. Bertelsmann.

Nolden, Rainer. 1986. Ella Fitzgerald: Ihr Leben. Ihre Musik. Ihre Schallplatten. Gauting-Buchendorf. Oreos.

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Hedwig Dohm