Isabella von Kastilien

(Isabella I. von Kastilien (spanisch Isabel I de Castilla), auch genannt Isabella die Katholische)

geboren am 22. April 1451 in Madrigal de las Altas Torres
gestorben am 26. November 1504 in Medina del Campo

spanische Königin


BiografieZitateLiteratur & Quellen


Biografie

Zwei Jahre nach dem Tod der großen Isabella verschwindet ihre 27jährige Tochter und Thronerbin Johanna als “Wahnsinnige” für 49 Jahre hinter Kerkermauern – deren jüngste Tochter Katharina (*1507) harrt 16 Jahre lang bei ihr aus, ohne Schaden an Leib und Seele zu nehmen. Erstaunlich. Und doch wie ein Echo des Lebens ihrer Großmutter.

Auch Isabella kam als Halbwaise und jüngste Tochter zu ihrer an Schwermut erkrankten Mutter und teilte mehr als sieben Jahre ihres 20jährigen abgeschiedenen Daseins, bevor sie mit dem jüngeren Bruder Alfonso an den Hof ihres königlichen Halbbruders Enrique IV von Kastilien geholt wurde, um möglichst bald profitierlich verheiratet zu werden. Doch sie widersetzt sich allen ihr zugemuteten Aspiranten, erklärt sich nach Alfonsos Tod sofort als Thronerbin.

Vergeblich sperrt Enrique die Grenzen für ihren Auserkorenen: Ferdinand (*1452), Erbe von Aragon. 1469 ist Hochzeit und der Weg frei für die Vereinigung der zwei großen christlichen Landesteile Kastilien-Léon und Aragon. Nach fünf Jahren stirbt Enrique; bereits am nächsten Tag läßt sich Isabella zur Königin ausrufen, und Ferdinand hat zu akzeptieren, daß “alle Gewalt, die er auch besitzen möge, nur als von ihr ausgehend betrachtet werden könne”.

isabella i Gemeinsam unternehmen es die “Katholischen Könige”, das Land aus den innenpolitischen Wirren herauszuführen, das maurisch beherrschte Königreich Granada einzugliedern sowie aus dem Land der muslimisch-jüdisch-christlichen Koexistenz einen Nationalstaat auf der Basis einer Sprache, des Kastilischen (1492:erste Grammatik einer europäischen Sprache), und vor allem einer Religion zu schaffen. Die Kirche wird reformiert, Universitäten werden gegründet, der Klerus besser ausgebildet, der politische Einfluß des Adels zurückgebunden.

Unmißverständlich zeigt Isabella dabei auch den Päpsten, daß sie die alleinige und rechtmäßige Herrscherin Spaniens ist. Der Papst mißbrauche seine Autorität: die Krone möge Bistümer und kirchliche Ämter an Spanier vergeben; kirchliche Einnahmen müßten dem Lande zugute kommen. Die zum Zwecke der Kontrolle insbesondere konvertierter Juden eingeführte Inquisition dürfe zwar Urteile fällen, aber die Exekutive sowie Rechtskontrolle läge allein in Händen der Krone. Die Völker des Neuen Indiens – Isabella ermöglicht und finanziert übrigens nur die erste Entdeckungsreise Christof Columbus’ – sind rechtmäßige Bürger Spaniens und dürfen zum Beispiel nicht versklavt werden.

Swantje Koch-Kanz

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Zitate

Alle Juden in meinen Reichen gehören mir und stehen unter meinem Schutz und Schirm. Und mir steht es zu, sie zu verteidigen und zu schützen und ihnen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.

[Die] Königin [ritt] auf ihrem Kriegsroß. Sie trug eine ganze Rüstung und stellte [die Kriegsgöttin] Bellona dar. Ihr Name war auf dem Visier und auf dem kostbar mit Steinen verzierten Schwertgriff eingraviert. Denn in der Rolle dieser Figur [Bellona] machte Isabella ihre Inspektionsrunden, ordnete auch die kleinsten Details des Lagers ... die unerschütterliche Königin, deren bloße Anwesenheit die Soldaten ermutigte. ...
über Isabella bei der Belagerung bzw. Einnahme Granadas

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Literatur & Quellen

Fernández-Armesto, Felipe. 1975. Ferdinand and Isabella. London. Weidenfeld & Nicolson.

Horst, Eberhard. 1989. Die spanische Trilogie: Isabella – Johanna – Teresa. Düsseldorf. Classen.

Kesten, Hermann. 1982 (1936). Ferdinand und Isabella. Frankfurt/M.; Berlin; Wien. Ullstein.

Ladero (Quesada), Miguel Angel. 1992 [1989]. Das Spanien der Katholischen Könige: Ferdinand von Aragon und Isabella von Kastilien (1469-1516) [= Los Reyes Cathólicos: La Corona y la Unidad de España]. Aus d. Span. von Elsbeth Horn. Innsbruck. Haymon.

Leicht, Hans. 1994.  Isabella von Kastilien (1451 - 1504): Königin am Vorabend der spanischen Weltmacht.   Regensburg. Pustet.

Liss, Peggy K. 1992. Isabel the Queen: Life and Times.   New York; Oxford. Oxford UP.

Pérez, Joseph. 1989. Ferdinand und Isabella: Spanien zur Zeit der katholischen Könige [=Isabelle et Ferdinand, rois catholiques d’Espagne]. Aus dem Französischen von Antoinette Gittinger. München. Callwey.

Prescott, William H. 1842. Ferdinand und Isabella, die Katholischen, und ihre Zeit: Geschichte der Regierung Ferdinand’s und Isabella’s der Katholischen von Spanien [= History of the Reign of Ferdinand and Isabella the Catholic of Spain]. 2 Bände. Leipzig. F.A. Brockhaus.

Rubin, Nancy. 1991. Isabella of Castile: The first Renaissance Queen. New York. St. Martin’s Press.

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Hedwig Dohm