Manuela Beltrán

geboren am 13. März 1724, in Socorro, Kolumbien
gestorben: nicht bekannt, wahrscheinlich 1781, Ort unbekannt

Symbol der patriotistischen Vorrevolution gegen die Spanier in Kolumbien


BiografieLiteratur & Quellen


Biografie

Manuela Beltrán ist die wichtigste kolumbianische Frauenfigur der patriotischen Bürgerbewegung vor der Unabhängigkeitsrevolution gegen die Spanier. 1781 organisierte sie in schon fortgeschrittenem Alter eine Revolte gegen das Steuersystem der spanischen Krone. Denn diese hatte zuvor die Steuern im Vizekönigreich Neu Granada ausgedehnt und die Abgaben auf Schnaps, Tabak, Baumwolle und Textilien erhöht, um die eigenen Kriege finanzieren zu können.

Die Aktion von Manuela war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte; die mit der spanischen Administration unzufriedene Bevölkerung wartete nur auf eine Initialzündung für den Protest. Das neue Steuersystem wurde in einer Verordnung am 16.3.1781 auf einem Plakat am zentralen Platz in Socorro veröffentlicht. Da die gebildete Manuela lesen konnte, informierte sie die Menge über den Inhalt. Manuela BeltránSie riss das Plakat vor Augen des Bürgermeisters ab und wurde damit zur ersten offiziell überlieferten Person in Kolumbien, die es wagte, ein Symbol der spanischen Herrschaft zu zerstören. Anschließend demonstrierte sie mit einer Gruppe auf dem Platz: „Lang lebe der König, aber die Steuern wollen wir nicht bezahlen“. Manuela führte den Streik entschieden an und entfachte damit eine Volksbewegung, die sich schließlich auf über 60 Städte ausweitete. Man gründete Ausschüsse, um die Aufstände besser zu organisieren. Diese Ausschüsse wurde El Común genannt – der Aufstand „Revolución Comunera“ war geboren.

Die Revolte endete mit falschen Verhandlungen durch den Vizekönig und der Aufspaltung der Revoluzzer. Die Streikanführer wurden verfolgt und schließlich hingerichtet. Ob Manuela ebenfalls umgebracht wurde, ließ sich geschichtlich bislang nicht nachweisen, ist aber wahrscheinlich.

FrauenbildÜber die Kindheit und Jugend von Manuela ist fast nichts bekannt. Anscheinend verbrachte sie Kindheit und Erwachsenenalter in Socorro im Bundesstaat Santander – nahe dem heutigen Venezuela. Ihre Familie lebte vom Tabakanbau und gehörte der einfachen Mittelschicht an. Manuela, Besitzerin eines kleinen Ladens am zentralen Marktplatz in Socorro, war eine im Ort respektierte Persönlichkeit, die man respektvoll mit „Doña“ anredete.

Über das Leben der Symbolfigur Manuela gibt es aber auch Uneinigkeit. Ein Historiker geht soweit zu behaupten, es handele sich geschichtlich um zwei Frauen: (i) die Steuerverordnung wurde von Manuela Beltrán zerissen, (ii) der Streik jedoch von einer Frau namens La Negra Magdalena angeführt. Trotz dieser historischen Kontroverse ist allgemein anerkannt, dass Manuela durch ihren Aktivismus die nationalistische Vorrevolution gegen die Spanier auslöste. Denn viele Schulen, Institutionen, städtische Bezirke und eine Universität wurden nach ihr benannt. 1980 gab es im kolumbianischen Fernsehen auch eine Serie über ihr Leben.

Frauenbild

Julia Gabrysch

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Literatur & Quellen

Santos Molano, Enrique 2010, Mujeres libertadoras, Las policarpas de la independencia. Editorial Planeta Colombiana S.A.

Monsalve, J.D., 1926, Mujeres de la independencia, Biblioteca de historia nacional, Volumen XXXVIII.

Bildquellen:
http://catedra-oserjali.blogspot.com/2011/03/manuela-beltran.html

http://www.kalipedia.com/historia-espanola/tema/comuneros.html?x=20080730klphishco_16.Kes&ap=1

http://joseantonioymanuela.blogspot.com/


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Hedwig Dohm