Maria Sibylla Merian

geboren am 2. April 1647 in Frankfurt/Main
gestorben am 13. Januar 1717 in Amsterdam

deutsche Malerin, Kupferstecherin und Naturforscherin
365. Geburtstag am 2. April 2012


BiografieLiteratur & Quellen


Biografie

Die große Naturforscherin, Forschungsreisende, Kupferstecherin, Blumen– und Insektenmalerin Maria Sibylla Merian war die jüngste Tochter des berühmten Kupferstechers Matthäus Merian aus seiner zweiten Ehe mit Johanna Sybilla Heim. Kurz vor Ende des 30jährigen Kriegs wurde sie in Frankfurt am Main geboren. Ihr Vater starb bald darauf, und ihre Mutter heiratete 1651 den Maler Jacob Morell. In seiner Werkstatt mit Bilderhandel und im Verlag der älteren Stiefbrüder Merian bekam die Kleine eine gründliche Mal–Ausbildung und vielseitige Anregungen für ihren künftigen Beruf. Ihr Forschungsdrang beginnt, als sie mit dreizehn die Entstehung und Verwandlung der Seidenraupe beobachtet und nachzeichnet. Von nun an bis an ihr Lebensende wird sie nicht müde, alles mögliche Getier in Kistchen, Dosen und Schachteln zu sammeln, zu füttern, zu beobachten und das Beobachtete in wunderbar komponierten, wissenschaftlich exakten Kupferstichen festzuhalten.

Mit achtzehn Jahren heiratet Maria Sibylla Merian den zehn Jahre älteren Schüler Morells, Johann Andreas Graff. Drei Jahre später gebiert sie ihre Tochter Johanna Helena. 1670 zieht die Familie in Graffs Heimatstadt Nürnberg. Dort entfaltet Maria Sibylla eine rastlose, ausgedehnte Tätigkeit. Sie bemalt kostbare Stoffe mit Blumenmotiven, unterrichtet junge Frauen im Malen und Sticken, bereitet aus Pflanzen ihre eigenen Farben zu und verkauft sie. Außerdem betreibt sie weiter passioniert ihre Insektenforschung.

Frauenbild1675 veröffentlicht Maria Sibylla Merian den ersten Teil ihres Blumenbuchs; Band 2 und 3 legt sie 1677 und 1679 vor. Die “nach dem Leben gemalten und selbst auf Kupfer gebrachten” Stickvorlagen verkaufen sich prächtig.

1678 gebiert Merian ihre zweite Tochter Dorothea Maria; ein Jahr später erscheint in deutscher Sprache (für ein wissenschaftliches Werk damals höchst ungewöhnlich) Merians bahnbrechendes Werk Der Raupen wunderbare Verwandlung und sonderbare Blumennahrung, 50 Kupferstiche mit (meist) je zwei Seiten Text - Summe von fast zwei Jahrzehnten Forschung.

Als ihr Stiefvater 1681 stirbt, zieht Merian mit ihren Töchtern zurück nach Frankfurt, um ihrer alten Mutter beizustehen. 1683 veröffentlicht sie den zweiten Teil des Raupenbuchs, wieder 50 Kupferstiche mit erläuternden Texten.

Frauenbild1685 trennt Merian sich von ihrem Mann und zieht mit Mutter und Töchtern nach Holland zu ihrem Halbbruder Caspar, der dort in einer religiösen Kommune lebt. Hier sind die Frauen gut aufgehoben. Einige Gemeindeglieder missionieren in Surinam, einer niederländischen Kolonie nördlich von Brasilien und schicken von dort die farbenprächtigsten tropischen Schmetterlinge…

Merian spart viele Jahre lang, um sich eine Forschungsreise nach Surinam leisten zu können. 1699 hat sie die nötige Summe beisammen und macht sich auf mit ihrer jüngsten Tochter. Nach dreimonatiger Fahrt langt frau in Paramaribo, der Hauptstadt von Surinam, an. Die SiedlerInnen bringen sie in einem Holzhaus unter, und Mutter und Tochter machten sich sogleich an die Arbeit. “Unter dem grünen Dach des Regenwaldes bauen die zwei Frauen ihre Staffelei auf und zeichnen die tropischen Pflanzen und Tiere ‘getreu nach dem Leben’ auf Pergament”. (Kerner 77).

Im Jahre 1701 muß Merian ihren Forschungsaufenthalt wegen einer Malaria-Erkrankung vorzeitig abbrechen.
Wieder zurück in Amsterdam, beginnt sie unverzüglich mit der Planung und Ausführung ihres Meisterinnenwerks Metamorphosis Insectorum Surinamensium. Der Prachtband mit 60 Kupfern der stattlichen Größe 70 x 50 cm erscheint 1705 und begründet ihren weltweiten Ruhm.

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Zitat:

Maria Sibylla Merian gehört zu den wenigen Töchtern berühmter Männer, die ihrem Vater an Berühmtheit in nichts nachstanden, ja, sie hat ihn sogar an Vielfalt der Fähigkeiten und an Mut bei ihrer Umsetzung übertroffen. Matthäus Merian d.Ä. war als Kupferstecher europäischer Städte eine Kapazität, seine jüngste Tochter wurde als Künstlerin und Naturforscherin gleichermaßen weltweit geschätzt. (Irene Kehler)

Luise F. Pusch

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Literatur & Quellen

Maria Sibylla Merian in der Deutschen Nationalbibliothek

Feyl, Renate. 1983. Der lautlose Aufbruch: Frauen in der Wissenschaft. Darmstadt. Luchterhand.

Kerner, Charlotte. 1988. Seidenraupe, Dschungelblüte: Die Lebensgeschichte der Maria Sibylla Merian. Weinheim. Beltz & Gelberg.

Kühn, Dieter. 2002. Frau Merian! Eine Lebensgeschichte. Frankfurt/M. Fischer TB.

Schubert, Kathrin. 2010. Maria Sibylla Merian: Reise nach Surinam. München. Frederking & Thaler.

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Hedwig Dohm