Mary Pickford

(Gladys Louise Smith)

geboren am 8. April 1892 in Toronto, Kanada
gestorben am 29. Mai 1979 in Santa Monica, Kalifornien

US-amerikanische Schauspielerin
35. Todestag am 29. Mai 2014


BiografieLiteratur & Quellen


Biografie

Vielleicht zitterte dem Friseur ein wenig die Hand, als er die Schere ansetzte, vielleicht zuckte die Frau unter dem Frisierumhang ein wenig zusammen, als sie den ersten Schnitt spürte:  kein Haarschnitt wie tausend andere, da fielen die goldblonden Locken von “America’s Sweetheart” Mary Pickford.

Zwanzig Jahre lang waren sie ihr Markenzeichen; schon bald, nachdem sie 1909 ihre ersten kurzen Filme gedreht hatte (auf der Bühne gestanden hatte sie schon als Fünfjährige), gab es einen Ansturm auf die Kinokassen, wann wieder ein Film mit “The Girl with the Curl” angekündigt war.

Nun hatten auch die anderen Stars des frühen amerikanischen Stummfilms diese engelhaften Korkenzieherlocken, diesen seelenvollen Augenaufschlag, diesen schmalen Körper einer Kindfrau, aber keine war so erfolgreich wie Mary Pickford. Vierzig Dollar in der Woche hatte sie für ihren ersten Film erhalten, aber bald war es schwieriger (und zeitraubender), mit ihr einen Vertrag auszuhandeln als mit ihr einen Film zu drehen, denn dieser goldlockige Engel war äußerst geschäftstüchtig - ihre schlau kalkulierten dauernden Firmenwechsel brachten ihr Gagenangebote in damals astronomischen Höhen: 1914 waren es erst bescheidene zweitausend Dollar pro Woche, 1918 kassierte sie für drei Filme pro Jahr dann eine Million! Sie, nicht der Produzent, bestimmte, welche Rollen sie spielte, welcher Regisseur den Film drehte, wer ihre Filmpartner waren - aber auf der Kinoleinwand war und blieb sie das Kind.  Peter Pan wollte nicht erwachsen werden, Mary Pickford durfte es nicht.  Für ihr Publikum sollte sie ewig das Hängerkleidchen - es durfte ruhig schmutzig sein, denn besonders beliebt war sie in der Rolle des gewitzten Straßenkindes oder der armen Waise - tragen, ewig die Ringellocken wippen lassen… Sechsunddreißig Jahre war sie, als die Locken endlich fielen, alle drei Filme, die sie dann noch drehte, waren Mißerfolge an der Kinokasse.

Brigitte Warkus

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Literatur & Quellen

Eyman, Scott. 1990. Mary Pickford, America’s Sweetheart. New York. Fine.

Heinzlmeier, Adolf, Berndt Schulz & Karsten Witte. 1982. Die Unsterblichen des Kinos: Stummfilmzeit und die goldenen 30er Jahre. Frankfurt/M. Fischer TB 3666.

Pickford, Mary. 1935. My Rendezvous with Life. New York. Kinsey.

Pickford, Mary. 1969. The Central Role of Hormones. Edinburgh. Oliver & Boyd.

Pickford, Mary. Sunshine and shadow. Foreword by Cecil B. de Mille.

Rosen, Marjorie. 1974. Popcorn Venus. 3. Aufl. New York. Avon Books.

Walker, Alexander. 1966. Sex in the Movies: The Celluloid Sacrifice. 3. Aufl. Baltimore. Penguin Books.

Whitfield, Eileen. 2000. Pickford, the Woman who Made Hollywood. New York. Farrar, Straus and Giroux.

 

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Hedwig Dohm