Olympia Brown

geboren am 5. Januar 1835 in Prairie Ronde, Michigan
gestorben am 23. Oktober 1926 in Baltimore, Maryland

US-amerikanische Frauenrechtlerin und Pastorin
85. Todestag am 23. Oktober 2011


BiografieZitateLiteratur & Quellen


Biografie

Ihr fester Glaube an die Gleichheit aller Menschen vor Gott gab Olympia Brown die theologische Grundlage für ihre Vision von der Mitverantwortung der Frauen für das Gemeinwohl. Erst wenn die Frauen gut ausgebildet und unabhängig wären, erst als gleichberechtigte Bürgerinnen im Staat würden sie ihr volles Potential erreichen. Die Gleichgültigkeit und Trägheit der Mehrheit sei das größte Hindernis zu ihrer Befreiung. Trotz eines über 50 Jahre andauernden, langwierigen Kampfes für die Gleichberechtigung blieb Brown zeitlebens optimistisch. Sie ließ sich auch von den internen Auseinandersetzungen der Frauenbewegung nicht beirren. “Ich möchte für Prinzipien arbeiten und nicht für Individuen oder eine Clique”, sagte sie.

Brown wuchs im ländlichen Michigan auf; ihre Mutter sorgte dafür, dass sie studieren durfte. Nach dem College–Abschluss 1860 studierte sie Theologie und hörte Antoinette Brown Blackwell predigen, die ihr Vorbild wurde. Olympia Brown wurde 1863 Pastorin in Massachusetts, später in Connecticut und Wisconsin. Sie gilt als die erste US-Amerikanerin, die nicht allein von einer Gemeinde - wie Blackwell - sondern von einer anerkannten Sekte (UniversalistInnen) ordiniert wurde.

1866 lernte sie Susan B. Anthony kennen. Ohne ihre Tätigkeit als Pastorin aufzugeben, verpflichtete sie sich zum Kampf für das Frauenstimmrecht. Sie folgte Anthony, Elisabeth Cady Stanton und Lucy Stone nach Kansas, wo sie 1867 innerhalb von 4 Monaten 300 Reden hielt! Das Rhetorik- und Gymnastik-Training, das sie während der Ausbildung zur Pastorin bekommen hatte, kam ihr bei dieser auch körperlich anstrengenden Tätigkeit, die sie jahrelang ausübte, sehr zugute. In den 80er Jahren gehörte Brown zu den prominentesten Rednerinnen bei Frauenkongressen.

1873 heiratete Brown den Geschäftsmann John H. Willis, behielt aber ihren Namen bei. Sie hatten zwei Kinder.

Seit 1892 leitete Brown ihre eigene nationale Organisation, die Federal Suffrage Association. Sie war überzeugt, dass die amerikanische Verfassung nicht geändert werden müsse, da es darin heißt, “das Volk” solle das Abgeordnetenhaus wählen. Ein neues Bundesgesetz könnte explizit machen, dass Frauen in dem Begriff “Volk” enthalten wären.

Im August 1920 sprach der 19. Verfassungszusatz den Frauen endlich das Wahlrecht zu. Eine neue Generation war an der Reihe, und Brown geriet, wie viele ihrer Mitkämpferinnen, nach ihrem Tod 1926 bald in Vergessenheit.

(Text von 2001, zum 75. Todestag)

Margaret E. Ward

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Zitate

“Keine Sprache kann die ungeheure Ungerechtigkeit, die Frauen zugefügt worden ist, zum Ausdruck bringen.”

“Warum sollten Frauen kein Wahlrecht haben in einer Republik, die in der ganzen Welt damit prahlt, daß sie allen Bürgern Freiheit und Gleichheit gewährt?”

“Es gibt etwas Größeres als Patriotismus - den Glauben an die Einheit der Menschheit. Und das ist eine Liebe, die umfassender, strahlender und mitreißender ist als die Liebe zum Heimatland.”
(Olympia Brown)

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Literatur & Quellen

Brown, Olympia. Hg. 1917. Democratic Ideals: A Memorial Sketch of Clara B. Colby. Federal Suffrage Association of the United States.

Brown, Olympia. 1911. Acquaintances, Old and New, among Reformers. Milwaukee. S.E. Tate.

Coté, Charlotte. 1988. Olympia Brown: The Battle for Equality. Racine, WI. Mother Courage Press.

Greene, Dana. Hg. 1983. Suffrage and Religious Principle: Speeches and Writings of Olympia Brown. Metuchen, NJ. Scarecrow.

Neu, Charles E. 1960. “Olympia Brown and the Woman Suffrage Movement”; Wisconsin Magazine of History 43. S. 277-287.

Notable American Women: A Biographical Dictionary. 1971. Hg. Edward T. James, Janet Wilson James & Paul S. Boyer. 3 Bde. Cambridge, MA. The Belknap Press of Harvard UP.

Zophy, Angela Howard & Frances M. Kavenik. Hg. 1990. Handbook of American Women’s History. New York. Garland.

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Hedwig Dohm