Meiler und Keiler abschalten: Fukushima, DSK und was zu tun ist

Es hört und hört nicht auf. Zuerst kam Osama Bin Pornoladen, dann der Fall DSK und die Hotelangestellte, dann Schwarzenegger und die Hausangestellte. Die „großen Männer“ dieser Welt, ob islamisch, jüdisch oder christlich, ob aus der Welt des Terrors, der Politik, der Finanzen oder des Show-Biz - leiden offenbar an derselben Störung wie der sprichwörtliche kleine Mann: Penile Inkontinenz. Mann kann das Sperma nicht halten und das Ding nicht in der Hose lassen.

In den USA beschäftigt Arnies Ehebruch die Gemüter und behindert sein neues Filmprojekt, Frankreich ist in Schockstarre angesichts der Vorwürfe gegen den großen DSK, die Hoffnung der Sozialisten für die nächste Präsidentschaft. Noch zu Ostern beklagte sich meine französische Schwägerin über Ségolène Royal, die ihren Anspruch auf die Präsi-Kandidatur einfach nicht aufgeben wolle, obwohl sie gegenüber DSK chancenlos sei und ihm nur die nötigen Stimmen stehle.

Und nun hat er sich und seine Partei und deren Präsi-Hoffnungen anscheinend ganz ohne fremde Hilfe in die Pfanne gehauen. Und der IWF muss sich eine neue Chefin suchen (bitte nicht wieder einen Chef!)

Es ist zwar nicht bewiesen, dass er getan hat, was die New Yorker Hotelangestellte (infamerweise wird die 32-Jährige fast immer als „Zimmermädchen“ bezeichnet) und mit ihr die Staatsanwaltschaft und die Grand Jury ihm vorwerfen. Aber zuzutrauen ist es ihm offenbar, dafür gibt es immer mehr Anzeichen.

Kleine Ursachen, große Wirkungen. Die kleine Ursache ist das, was man auch den kleinen Unterschied nennt. A bas la petite différence!

Wenn DSK einer der mächtigsten Männer der Welt war, wie die Medien jetzt gern tönen - warum hatte er dann keine Sicherheitskräfte um sich rum, die ihn und die Hotelangestellte vor seinem kleinen Unterschied hätten beschützen können? Jetzt hat er eine Fußfessel - aber sein Fuß war doch wohl unschuldig! Was not tut, ist eher eine elektronische Penisfessel, die Frauen vor Männern und Männer vor sich selber schützt.

Mit Fukushima ist das Zeitalter der Atomenergie am Ende. Nicht sofort, aber das Umdenken hat weltweit begonnen.

Diese Woche des Triumvirats Pornoladen, DSK und Sperminator könnte und sollte das Ende der männlichen Hegemonie einläuten. Wir brauchen Stresstests nicht nur für die Meiler, sondern auch für die Keiler. Aber da gibt es ein Problem, ähnlich wie bei den Meilern: Eigentlich taugen sie alle nichts, denn sie sind eben so, gefährlich von Natur. Wie eine vor 5 Jahren von der katholischen Kirche in Auftrag gegebene 2-Millionen-Dollar-Studie soeben herausgefunden hat, lassen sich bspw. pädokriminelle Priester nicht von harmlosen Priestern unterscheiden:

Die Forscher befanden, dass es für die Kirche, oder für sonst irgendjemand, nicht möglich war, Missbrauchspriester im Voraus zu identifizieren. Missbrauchspriester haben keine besonderen „psychologischen Eigenschaften“, „Entwicklungsgeschichten“ oder Gemütskrankheiten, die sie von Priestern, die keine Kinder missbrauchten, unterschieden.
Quelle: New York Times, 18.5.2011

Mit anderen Worten: Es waren einfach „ganz normale Männer“.

Na gut. Aber wie schützen wir uns und unsere Kinder vor ihnen?

In den Medien lesen wir sensible Analysen über die Gefühlskälte und den Stress in Spitzenjobs, da könne einer schon mal ausrasten. Oder über den Narzissmus und Größenwahn, den Leute an der Spitze entwickeln, weil sie nur Speichellecker um sich haben. All diese Faktoren scheinen einen verheerenden Einfluss auf den kleinen Unterschied zu haben und nur auf ihn, denn von Frauen in Spitzenpositionen sind solche Entgleisungen nicht bekannt, die eine ganze Nation beschämen wie jetzt Frankreich oder wie damals die USA, als Bill Clinton „did not have sex with that woman!“ Ich habe Clinton nie verziehen, weil ich überzeugt bin, dass wir seinem Oral Office letztlich die acht furchtbaren Bush-Jahre verdanken. Der Jesusanhänger und „wiedergeborene“ Bush kam den US-Amerikanern damals gerade recht als totales Gegenteil von Clinton.

Kurz und gut, männliche Heterosexualität an der Spitze ist heutzutage für einen Staat ein untragbares Sicherheitsrisiko, siehe auch Berlusconi oder Israels wegen Vergewaltigung verurteilter Ex-Präsi Katzav. Galten früher Schwule als erpressbar und somit als Sicherheitsrisiko (man erinnere sich an den Fall des Generals Kiessling), so gilt dies inzwischen offenbar in weit größerem Ausmaß für männliche Heterosexuelle.

Fazit: Wir können uns Männer in verantwortungsvollen (Priester!) oder gar Spitzenpositionen einfach nicht mehr leisten. Die Gefahren, die sie mit ihrem kleinen Unterschied heraufbeschwören, sind unkalkulierbar. Wenn wir sie vom Netz nehmen, ist außerdem gewährleistet, dass nach zigtausend Jahren Männerherrschaft ausgleichende Gerechtigkeit einkehrt. Wenn die Männer von ihren Spitzenjobs entlastet sind, finden sie sicher die Zeit, eine funktionstüchtige kleine Penisfessel, elektronische Triebkontrolle oder dergleichen zu basteln.

Wenn es ihnen dann gelungen ist, ihren kleinen Unterschied zu bändigen, reden wir weiter.

(Herzlichen Dank an Joey Horsley, Helke Sander, Anne Beck, Barbara Rudolf, Karin Becker und Lila Hess für wichtige Anregungen, Diskussionen und/oder Links zu Artikeln)

 

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# | Luise F. Pusch am 05/20 um 04:23 PM

wow - supra glosse!

auch im versicherungsGewerbe liebt mann unter seinesgleichen zu sein. sex-party und mordsspass…
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,763461,00.html

so zeigen sie,  warum (spitzen)männer nicht nur in den chefetagen lieber unter sich bleiben wollen.  eine repräsentative befragung dt. chefetagen der german consulting group kam bei einer repräsentativen befragung zu dem ergebnis, dass 94 % der manager `weibliche talente` im topmanagement für unbedeutend halten.

ich erinnere mich an die skandalöse vw-affäre : “wo bleiben die weiber” war bei eingeweihten vw-managern und betriebsräten der `schlachtruf` - eine (lust)reise ohne prostituierte sei kaum denkbar gewesen, so Gebauer damals 2oo5 im stern / frauen (nicht die eigenen)und geld, die hatten nichts anderes im kopf.

als konsequenz aus den missbrauchsskandalen i.d. kath. kirche hatte ebenso der bischof bode mehr einfluss von frauen in der kirche gefordert. eine geschlossene männergesellschaft begünstige `abnormitäten` . eine grössere weibliche präsenz in der entscheidungsebene hätte möglicherweise den vorhang der verschwiegenheit angesichts derartiger verbrechen zerrissen, lt. leitartikel in der vatikan-zeitschrift.

der kleine unterschied ist, dass frauen sich
meistens klüger verhalten. z.b. zur entspannung reicht die vibrierende schwester (massagestab) - sie ist bequem, hygienisch, risikolos, erfolgreich…..............

interessant der artikel i.d. zeit-online “streit um den umgang mit intimen details” i.d. franz. medien. diese hätten die gewohnheit, vor den sex-affären der politiker die augen zu verschliessen.
angeblich wussten alle bescheid über GSK und sein verhältnis zu frauen / zu aufdringlich, sein verhalten grenze oft an sexuelle belästigung (franz. journalist 2oo7). und sexuelle belästigung (arbeitsplatz) ist eine diskriminierung und im sinne des arbeitsrecht rechtswidrig. nur schaden tut es den mächtigen männern nicht . ich erinnere an den fall polanski, der in frankreich mit offenen armen aufgenommen wurde, obwohl alle welt wusste, dass er wegen sex. missbrauchs an einer minderjährigen angeklagt wurde. einfach beschämend, was die männl. prominenz-elite sich schon geleistet hat und wie sie von anderen zustimmende unterstützung erfährt. unerträglich und unglaubwürdig der mächtigste mann ein sog. `vorzeige-sozialist` und luxus-lebemann.

anne  on  05/20  at  08:59 PM

Was für ein Pampleth. Grenz schon fast an Volksverhetzung. Mir ist mal aufgefallen das (fast)  alle ihre Artikel Männer runterziehen.

Nicht mehr und nicht weniger? Ich dachte mit dem Alter kommt die Weisheit.

Traurig wenn sich nur erhöhen kann, in dem man andere niedermacht.

Flo  on  05/21  at  10:43 AM

Ein Artikel von Ines Pohl / Taz “Wenn sexuelle Gewalt verniedlicht wird ”
http://taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/wenn-sexuelle-gewalt-verniedlicht-wird/

Auch Markus Günther von der Augsburger Zeitung stellt in seinem Leitartikel “Sex. Macht. Männer. Dumm” fest: Es sind immer Männer, mit denen die Triebe durchgehen. Da haben Männer ihre Macht missbraucht, doch es ist ein Alltagsproblem. Aber ist den Geschichten nicht doch gemeinsam, daß Männer mit ihrer Sexualität nicht klarkommen. Zeigen die Fälle nicht, bei aller Unterschiedlichkeit, dass Sexualität eine zerstörerische Kraft haben kann? Genauer gesagt: männliche Sexualität. Es sind immer Männer, mit denen die Triebe durchgehen. Verführt die Macht die Männer zur sexuellen Grenzüberschreitung? Oder macht die sexuelle Lust die Männer gedankenlos, ja dumm?  Bisweilen vermischt sich wohl beides. Die strengere Sexmoral in früheren Zeiten konnte weder Ehebruch noch uneheliche Kinder verhindern. Und sexuelle Gewaltverbrechen gab es früher in ähnlich großer Zahl wie heute. Unter den Bedingungen einer
viel liberalen Gesellschaft sind die Probleme mit der männlichen Sexualität nicht verschwunden. Der freie, billige und legale Zugang zur Prostitution hat nichts daran geändert, dass es Sexualstraftäter gibt. Wer dagegen gleichgültig mit den Schultern zuckt und `Na und`? sagt, weil der Mensch und das Leben nun mal so seien, der verkennt, wie viel Leid unkontrollierte männliche Sexualität mit sich bringt.
Die Leidtragenden sind fast immer die Frauen und oft Kinder.

Lange genug hat der `Code des Schweigens` funktioniert, den sich (mächtige) Männer/Männerbünde selbst auferlegt haben. Das Private ist politisch, müsste doch gerade für die Führungseliten gelten?

Amy  on  05/21  at  12:42 PM

Eine Woche mit DSK und den Seinen

Journalisten, Psychiater und andere große Männer schwatzten sich dieser Tage um den Verstand. Robert Badinter, früherer Justizminister, bat um Mitgefühl für den “Mann, der dieses Drama durchmacht” und fand kein Wort für die Frau, die gegen ihn klagt. Nur zwei Journalisten erklärten sich darüber als geschockt, Figaro rechts und Observateur links. Feministinnen wurden gar nicht zu den Debatten eingeladen, und erst ganz am Ende erschienen zwei Frauen an dem großen “DSK-Abend”. Die eine, Journalistin beim Guardian, hatte nicht viel zu sagen, eine junge, immer lächelnde Zuhörerin. Die zweite Frau jedoch, Chefin des Radiosenders France Inter, hatte mit prima Sachen aufzuwarten, nämlich, dass sie es schon lange vermeidet, mit DSK alleine in einem Raum zu sein und dass es mehrere Motionen gibt, welche erklärten, dass DSK nicht mit Frauen arbeiten dürfe. Zu gefährlich. Ein Journalist versuchte sich an der These der Verantwortung: die Presse weiss seit langem Bescheid und hat typisch-französisch-männlich zu der Verharmlosung von Sexual-Attacken beigetragen. Der vormalige Justizminister rügte das Magazin Le Point für dessen Titel: Das Opfer bestätigt die Vergewaltigung. Es muss heißen: die “These” der Vergewaltigung. (Selbiger war auch brüllend zu hören apropos einer Kastrationsmaßnahme: Niemals wird in diesem Lande an die Integrität des Menschen gerührt werden!) Des männlichen, versteht sich. Unsereins hat keine Integrität zu riskieren, als Spermien-Klosett, das wir nun einmal sind. Ein Vergewaltigungsopfer des DSK wollte anfänglich gegen ihn zeugen. Plötzlich will Tristana Banon es nicht mehr. Sie dürfte ihre guten Gründe haben, diese schreckliche Geschichte nicht noch einmal zu durchleben.
Und schließlich verlor sich alles in partei-politischen Aperçus. Das Opfer ist in den Augen der Sozialisten vorrangig die Partei. Nur einer von diesen eitlen Koryphäen sagte: Wir wollen uns doch nicht alle von diesem Dreck besudeln lassen (Montebourg). Parteichefin Martine Aubry stand völlig auf Seiten von DSK, barsch und muffig erklärte sie den Täter als Opfer, fürs Erste.
Und der notorische Knabenschänder Jack Lang sprach mit brennenden Augen seine Solidarität aus. Und dann Ségolène Royal mit ihrem ewigen Lächeln, ebenfalls ach! so solidarisch, eine stupide Karikatur ihrer selbst. Die Journalistin Laurence Ferrari (TF1) musste sie auf den Boden der Tatsachen zurückbringen mit der Frage: Haben Sie denn keinen Gedanken für das Opfer? Doch, doch, Ich, ich, ich! alles mit dem gleichen widerlichen Lächeln. (Die Chefin Aubry möchte übrigens, dass die arabischen Frauen die Schwimmhallen einen Tag pro Woche für sich alleine haben, damit sie “unter sich” sein können!!) Alle DSK-Betroffenen sind der Meinung, dass ein derartiger Prozess in France nicht hätte stattfinden können. Die afrikanische Hotelangestellte wäre nicht zur Polizei gegangen, alles abgetan und vielleicht abgeschoben mit dem Macker-Wort: Na, und?
Deshalb großes Verwundern über die amerikanische Justiz. Vom Thema weg, hieß die Parole.
Unter den Politischen eine Einzige, die nicht-eingeladene Marine Le Pen. Von Zuhause sagte sie wütend: Das kennen wir doch alles! Das weiss alle Welt, seine abscheulichen Frauengeschichten, Attacken, Vergewaltigungen sind gang und gäbe, was soll dieses plötzliche Erstaunen? Weil der Kerl endlich erwischt wurde? Na, recht so!

Eine letzte Frage stellt sich und eigentlich ist es die erste: Wie steht es mit den Ehefrauen der berühmten Vergewaltiger und Pädophilen, nämlich mit Anne Sinclair und Monique Lang? Wissen sie und decken sie wissentlich die Verbrecher oder wissen sie nicht, was alle Welt weiss?

Die sozialistische Partei, Sympathisantin der Verbrecher Polanski und Woody Allen, inbegriffen in den Personen von Jeanne Moreau und Isabelle Adjani, ist so schwer getroffen nicht. Gleich ist ein neuer Hengst vorhanden und hat 20% mehr Stimmen als seine Ex-Ehefrau Royal. Zugegeben, er hat sie ja “nur” betrogen. (Sie bedauert, dass Johanna von Orléans die Mutterschaft nicht gekannt hat!)
Eine Frau an der Spitze des Welt-Portemonnaies? Die Finanzministerin Christine Lagarde wird genannt. Ja, aber sie hat etwas am Stecken mit dem Crook Bernard Tapie. Eine Geldgeschichte, das darf nicht sein bei der großen Auswahl an Gaunern und Kriminellen, die wir haben.

Der Feminismus in Frankreich ist eine Untergrund-Bewegung und dieser Text ganz einfach TV-Klatsch und Name-Dropping.

Was denkt wohl die französische Schwägerin? Das würden wir gerne wissen.

DSK sagte: Ich liebe Frauen, na, und?

Nein, er liebt keine Frauen, er liebt Vergewaltigungen und vermeidet deshalb die Professionellen (Call-Girls), denn diese da schreien nicht, weinen nicht. Sie dominieren und domptieren die Triebe der Verbrecher.

Wozu war das Hotelzimmer da?
Fragt Ihr Euch das wirklich?

Lena Vandrey

Lena Vandrey  on  05/21  at  01:16 PM

Spitzen-Glosse! Danke, danke, danke. Ich werde sie weit verbreiten!! Und wenn das nächste Mal ein zeugungsfähiger männlicher Mensch schwadroniert: Frauen sind nicht rational, werde ich definitiv meinen Lachkrampf nicht mehr beherrschen können. Allerdings werde ich dann DSK, Clinton und Terminator schreien - kurz nach dem Luft-holen!!

Der Liebe Gott MUSS besoffen gewesen sein, als er den Mann schuf, sonst hätte er dafür gesorgt, die Männchen genug Blut zur Verfügung haben und nicht, dass jedes Mal, wenn sein Blut in sein bestes Stück fährt, oben im Ersatzgehirn die totale Leere eintritt.
So traurig das Ganze ist, so alt ist es auch. Und solange es noch Frauen gibt, die solche Typen auch noch öffentlich verteidigen, ändert sich leider noch lange wenig.

Dürr  on  05/21  at  10:42 PM

Wie erklären Sie sich denn, daß es durchaus Männer in Spitzenpostionen gibt, die verantwortungsvoll mit ihrer Sexualität umgehen?

Ich empfinde ihre Glosse als plumpes Männer-Bashing. Soweit ich weiß, sind Sie Professorin. Ich finde Ihre Äußerungen sind nicht in Einklang zu bringen mit einem gewissen Seriositätsanspruch.

James T. Kirk  on  05/22  at  02:57 AM

@ Flo und @ James T. Kirk:
Dass Männer als Gattung für Frauen (und letztlich auch für sich selbst) gefährlich sind, beweisen sie seit Jahrtausenden tagtäglich und weltweit. Viele von ihnen gehen wahrscheinlich „verantwortungsvoll mit ihrer Sexualität um“, wie Kirk es nennt. Da wir aber nicht im Voraus wissen können, wer gefährlich ist und wer nicht, empfiehlt sich eine Überprüfung, und wo das nicht möglich ist, eine generelle Warnung, wie bspw. unser Auswärtiges Amt sie oft herausgibt: „Fahren Sie jetzt nicht nach Syrien, nach Libyen, etc.“ Die meisten Libyer und Syrer und vor allem die Libyerinnen und Syrerinnen sind bestimmt ganz liebe Menschen, das weiß auch das Ausw. Amt. Es betreibt kein “plumpes Syrerbashing”, sondern rät zur Vorsicht. Das tue ich auch in meinem Blog.

Sämtliche Flugreisenden gelten als potenzielle TerroristInnen; wir müssen immer mehr lästige bis entwürdigende Sicherheitsmaßnahmen über uns ergehen lassen. Alles “plumpes Flugreisenden-Bashing”?

Merke: Bei Gefahr für Leib und Leben ist Verallgemeinerung (Warnung vor der Gattung oder Gruppe) das Mittel der Wahl. Millionen „unschuldiger“ Autos/Reifen/Pillen werden aus dem Verkehr gezogen, wenn einige wenige sich als defekt/gefährlich erwiesen haben. Man wird Exemplare der beanstandeten Autoserie vor allem nicht ausgerechnet bevorzugt als Staatskarossen einsetzen ...

lfp  on  05/22  at  08:51 AM

Der Journalist Stephen Clarke schreibt : In Frankreich verhalte man sich zu den Vorwürfen, als sei “ein Rennpferd erschossen worden, weil es auf der Wiese gegrast habe. Da hat man gefälligst still zu sein und es grasen zu lassen. Frankreichs politische Klasse sehe daher in Strauss-Kahn das Opfer. In Paris wäre eine solche Affäre nie ans Licht der Öffentlichkeit gekommen. Man hätte der Frau schnell begreiflich gemacht, dass es nicht dafür stehe, die Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis aufs Spiel zu setzen. Wer es wage, sich mächtigen und berühmten Persönlichkeiten zu widersetzen, gerate in Frankreich rasch in Gefahr, als `unvernünftig` zu gelten. Eine Person gegen ihren Willen zu sexuellen Handlungen zu zwingen, das rieche alles noch sehr nach dem Sonnenkönig Ludwig IV.”

Da zeigt sich mir wieder einmal, wie nicht nur Männer in Spitzenpositionen, die angeblich keinen Dreck am Stecken haben, sich mit den Sexualstraftätern solidarisieren. Schamgefühle sind ihnen fremd, schämen tun sich dagegen die Ehefrauen für die sexuellen Straf/Handlungen ihrer Ehemänner. 
Es heisst, was in Frankreich als “french lover” durchgeht, heisst im angelsächsischen Raum “sexuelle Belästigung”, das bedeutet im Fall Polanski sogar “Vergewaltigung”.

Auch der Autor Stephen Clarke zieht Parallelen zum Fall Polanski. Das ganze französische Kulturestablishment habe laut aufgeheult und sei auf die Barrikaden geklettert, um ihn zu verteidigen, als P. 2009 aufgrund des amerik. Auslieferungsbegehrens in der Schweiz festgenommen wurde.

Die sprachliche Verniedlichung eines Berufes wie “Zimmermädchen” ist inakzeptabel. (Junge) Frauen sind Hotelangestellte, keine Kinder, keine kleinen Mädchen und schon gar keine Sexual/Objekte für brünstige Männer, siehe bei Google-Bilderserie Stichwort Zimmermädchen.

Die französische Autorin Tristina Banon wird jetzt ihre Anzeige gegen DSK wegen versuchter Vergewaltigung durchstehen. Angeblich existiert/e ein Stapel Anzeigen gegen DSK bei der Anwaltschaft wegen gleicher oder ähnlicher Delikte. Auf You-Tube ist ein Video über die Enthüllung der versuchten Vergewaltigung einzusehen.

Danke an LFP für ihre deutlichen Worte zu ” Meiler und Keiler abschalten”. Der übliche Vorwurf von Männerbashing zeigt wie im Fall Polanski, wie versucht wird, die Untaten der (sexuellen) Täter zu verharmlosen….

Mazza  on  05/22  at  09:29 AM

@Flo und James T. Kirk: Pardon, aber schämen Sie sich nicht, sich mit Grabschern, Belästigern und Vergewaltigern zu solidarisieren und sie in Schutz zu nehmen? Es wird höchste Zeit, dass anständige Männer den Kameraderie-Reflex endlich ablegen und das, was Männer an Frauen verbrechen - von Gewalttätigkeiten bis hin zur leisen strukturellen Diskriminierung - auch bekämpfen - es sei denn, die Betreffenden finden es vollkommen in Ordnung, dass Männer über Frauen frei verfügen können - in jeder Hinsicht. Auch wenn Sie es nicht glauben können, wir hier auf diesem Blog wissen, dass es anständige Männer gibt, wir wissen aber auch, dass sie leider viel zu selten sind!
Dürr

Dürr  on  05/22  at  03:07 PM

Als die Natur den Mann schuf war sie garantiert nicht besoffen, aber als patriachale Götter und dann ein Gott das Zepter übernahmen und den Mann als Herrscher über die Frau einsetzte, ging das Desaster los. Götter wie Zeus und Jupiter sind Vergewaltiger, haben Göttinnen in Ehen gezwungen. Tolle Vorbilder! Alle patriarchalen Gesellschaften versprechen den Männern, die sich als ihre gläubigen Jünger in ihre Dienste stellen, noch heute, dass sie - sobald in Spitzenpositionen angekommen - sich Frauen einfach nehmen und benutzen dürfen, quasi als Bonus. Und die Gesetze würden sie schon schützen. Dank Frauenwiderstand haben sich Gesetze in vielen Ländern aber geändert, dennoch begreifen es immer noch eine Reihe Männer nicht, dass dieser “patriarchale Bonus” ein Verbrechen ist. Wozu auch? Auch die Prostitution gilt nach wie vor nicht als ein Verbrechen. Ein echt patriarchales Relikt der letzten fünftausend Jahre Menschheitsgeschichte. In noch existenten matriarchalen Gesellschaften gibt es weder Frauenverachtung noch Vergewaltigung und keine Prostitution, dafür aber gegenseitigen Respekt der Geschlechter. Wie schaffen das diese Männer nur?

Gudrun Nositschka  on  05/22  at  06:36 PM

es sind die vorbilder, die sich männer selbst schaffen - z.b. die prostitution und die pornografie zum zwecke ihrer sexuellen bedürfnisse. dort ist alles vertreten, was den “überreizten” mann reizt. von kinderpornografie bis zu abscheulichen vergewaltigungsszenen, sado-maso etc. das kann mann alles kaufen, sex kann mann kaufen,  in allen variationen und vermittelt wird , dass frauen spass haben an gewalt und vergewaltigung.
es ist noch gar nicht lange her, dass der begriff vergewaltigung in der ehe nicht existierte: ein mann vergewaltigt in der ehe nicht, er setzt nur seinen anspruch durch.”
da wird gewalt in den medien (computer-spiele) als spassfaktor vermittelt; gewalt gegen frauen wird zum spiel.
“eine tote frau bringt 1oo punkte”, ein computerspiel -  frauen werden geschlagen, gefesselt, gequält, die szenen immer realistischer.

das er/schaffen männer!  und machtmenschen wie strauss-kahn sprechen von “ich liebe die frauen, na und” - ein mensch, der sein pathologisches verhältnis zu frauen mehrmals unter beweis gestellt hat,  spricht von liebe zu frauen, indem er sie bedrängt, nötigt, vergewaltigt. diese männer verwechseln dominanz, macht als lustgewinn mit “liebe” , so wie sie sich die welt der käuflichen “liebe” gestaltet haben..
ich frage mich, welches menschen-/frauenbild steckt in diesen menschen?

anne  on  05/22  at  08:05 PM

In einer österreichischen zeitung wurde eine erklärung für das verhalten von DSK gesucht. Der artikel exkolpierte DSK nicht, meinte aber, dass es in großbürgerlichen familien üblich gewesen sei, dass junge männer ihren ersten sex selbstverständlich mit weiblichen dienstboten gehabt hätten. Ein junger mann adliger herkunft erzählte mir von sich selbiges: In seiner familie seien die burschenzimmer immer neben den zimmern von jungen weiblichen dienstboten gewesen, er selbst habe so seine erste sexuelle erfahrung mit 12 gemacht. - Verführen demnach weibliche dienstboten die jungmänner ihrer dienstgeber - oder werden nicht vielmehr letztere dazu angehalten sich über erstere herzumachen - als einübung in die ganz normalen gepflogenheiten der herren? - DFK hätte sozusagen seine frühe sozialisation nicht bewältigt, resümierte der artikel, er wäre an den frühen prägungen durch weibliche dienstboten gescheitert… Übrigens: jener adlige, der mir seine geschichte erzählt hatte, war mein zimmernachbar in einer bildungseinrichtung. Er versuchte später auch mich zu vergewaltigen, meine tür hat aber standghehalten. Ich erinnere, mein schrecken war groß. Ich ging ihm aus dem weg.
Ich erzähle das auch, weil es meines wissens noch keine untersuchungen gibt, wie häufig (und oft: wie hilflos!) schülerinnen und studentinnen von ihren herren lehrern und professoren sexuell belästigt wurden und werden.

Bridge  on  05/22  at  09:42 PM

@ Bridge: Es gibt eine Untersuchung von Monika Gerstendörfer. Das Buch heisst: Sine laude. Sexuelle Belästigung an Universitäten. (Verlag?; müsste aber reichen!)
Die Verfügungsgewalt, die Männer über Frauen haben wollen, ist nichts weiter als dass diese Männer nie erwachsen wurden/werden wollten. Sie sind mit etwa 3 - 4 Jahren stehen geblieben, menschlich, psychisch und meist auch geistig, einmal abgesehen von dem, was sie in Bildungsanstalten auswendig gelernt haben. DSK IST infantil i.S. “Mami beschützt mich, mir kann nichts passieren!”. Und die meisten Männer stehen dem Protest der Frauen vollkommen ratlos gegenüber: Aber wir sind doch die Herren, die Frau wurde doch für uns gemacht… Mir sagte mal eine ganze Männerrunde: “Die Pille war ein Fehler. Ein grosser Schaden für uns Männer, weil wir Euch (Frauen) jetzt nicht mehr einfach schwängern können und Ihr nicht mehr spuren müsst!” Und genau das ist - in der einen oder anderen Form - noch immer die Auffassung vieler männlicher Menschen. Hinzu kommen die äusseren Bilder wie Anne sie beschrieben hat - und mann merkt nicht, dass mann gerade durch Pornos massive Potenzprobleme bekommt, weil die Bilder im Kopf bleiben, wenn mann mit der Frau (,die mann angeblich liebt) Sex haben möchte. Und das wird dann kompensiert, mit Autos, Herrengehabe, Gewalt gegen Sachen und Gewalt gegen Frauen.
Uebrigens: Die vernachlässigte Vergewaltigung in der Ehe ist eine typisch männlich-patriarchale Fehlleistung. In allen Verfassungen der westlichen und christlichen (!!) Welt steht: Vor dem GEsetz sind alle Menschen gleich. Vergewaltigung ist in allen Strafgesetzen dieser Länder ein Offizialdelikt. Und während etwa 150 bis 200 Jahren haben die superschlauen Herren Rechtsgtelehrten (Rechtsgeleerte wäre wohl richtiger…) nicht gemerkt, dass die Ehe diesbezüglich ein rechtsfreier Raum war und Ehefrauen eben (offenbar) vor dem Gesetz nicht als Menschen galten. Geändert hat sich, dass Frauen sich heute getrauen, sich zu wehren und, dass deshalb die Gesetze zu Gunsten der Frauenrechte geändert wurden. Und wenn nun ein “Zimmermädchen” (ja gar noch!) einen solch mächtigen Mann anzeigt, es WAGT, ihn anzuzeigen, dann hat das Wirkung auf sämtliche zeugungsfähigen männlichen Menschen, welche noch immer glauben, Frauen seien Gebrauchsgegenstände! Frau müsste DSK geradezu dankbar sein!
lg Dürr

Dürr  on  05/22  at  10:53 PM

@ Bridge - z.b. zu sexuelle belästigung am arbeitsplatz heisst es: das thema wurde lange totgeschwiegen. und trotzdem ist das problem heutzutage noch so aktuell wie um die jahrhundertwende. eine umfrage in mehreren großen betrieben deutschlands hat ergeben, daß zwei von drei weibl. angestellten während ihres berufslebens bereits einmal in irgendeiner form sexuell von einem kollegen oder vorgesetzten belästigt wurden.
kam dies in früheren zeiten überhaupt mal zur sprache, wurde das ganze im hinblick auf das antiquierte frauenbild i.d. gesellschaft als kavaliersdelikt abgetan. erst 1994 !  hat sich der gesetzgeber entschlossen, zumindest den versuch zu machen, bedrängten frauen durch das `gesetz zum schutze der beschäftigten vor sexueller belästigung am arbeitsplatz zu hilfe zu kommen. das gesetz gesteht im falle einer sexuellen belästigung den betroffenen erhebliche rechte zu und verpflichtet den arbeitgeber, maßnahmen zum schutz der angestellten zu ergreifen. /quelle: arbeitsrecht online.

zu sex. belästigung zählen u.a. sexistische und geschlechtsbezogene entwürdigende bzw. beschämende bemerkungen und handlungen, unerwünschte körperliche annäherungen, annäherungen in verbindung mit versprechungen von belohnungen und/oder androhung von repressalien…

welcher weibliche mensch hat derartiges im privat- oder berufsleben nicht einmal oder mehrfach erlebt?
ich kann auch ein lied davon singen. das ging in der schule los, wenn die pubertierenden burschen ihren sexismus an uns mädchen mit häme und gelächter ausliessen und war froh , später wenigstens für ein paar jahre in einer mädchenklasse unterrichtet zu werden. ich habe die art und weise gehasst, mit welcher respektlosigkeit jungs oder männer sich mir und anderen gegenüber häufig verhalten haben.

was mit den (rechtlosen) dienstbotinnen früher geschah, ist sexuelle belästigung, sex. missbrauch von abhängigen übelster art. von seiten der hausherren und anderer im haus lebender männer waren dienstbotinnen sexueller ausbeutung und belästigung bis hin zur vergewaltigung ausgesetzt.
wie die herrenkultur tickt, zeigt der hinweis zu DSK aus derStandard “der mächtige und die magd”: auf dem sender france-culture grinste ein bekannter journalist , DSK habe doch nur “eine magd” gelöchert. oder die dümmliche bemerkung eines österr. politikers vor dem parlament: “obwohl er (DSK) schon ein reiferer mann, zeigt dominique strauss, was er noch kann.” hier wird eine versuchte vergewaltigung als leistung für einen älteren mann dargestellt.
 
dass DSK angeblich seine frühere sozialisation nicht abgelegt hat, ist sein eigenes verschulden.
er wäre an den frühen prägungen durch weibliche dienstbotinnen gescheitert - eine schlechtere entschuldigung für sein handeln kann mann nicht abgeben.

anne  on  05/23  at  12:22 AM

@ Luise:
Ich glaube nicht, dass das tatsächlich was mit Macht zu tun hat. Mächtige Männer missbrauchen, vergewaltigen oder misshandeln auf andere Art Frauen auch nicht häufiger als alle anderen Männer. Die einzige Macht, die zählt, ist die der Männer über die Frauen - aller Männer über alle Frauen.

Ich glaube auch nicht, dass die Zahlen zugenommen haben. Im Gegenteil, ich bin sicher, dass sie abnehmen.

Und weil alle Frauen immer gefährdet sind und weil die meisten eben doch auch einen potentiellen Gefährder zu Hause oder wenigstens im Freundeskreis haben, bringen auch Deine Lösungsvorschläge nichts. Es gibt nur zwei Sachen, die wirklich helfen:
1. Drüber reden! Es öffentlich machen, die Männer anklagen, ihre Namen nicht vergessen, die Hintergründe beleuchten, den Opfern eine Stimme geben, mit befreundeten Männern darüber reden und streiten, ob “nein” wirklich “nein” heißt, ob Prostitution auf gegenseitiger Verachtung beruht, ob Frauen nicht vielleicht doch “selbst schuld” sind, was “street Harassment” bedeutet, unsere Sichtweise bekannt machen.

Und 2. Handeln! Gesetze verschärfen, sexuelle Komponenten von Gewalttaten erfassen und strafverschärfend werten, sexuelle Selbstbestimmung Kindern beibringen - vom Kindergarten bis zum Abi immer und immer wieder, forensische Ambulanzen ausbauen, in unserem Umfeld, wo wir Führungskräfte sind, ein Klima des Hinsehens schaffen.

Außerdem glaube ich, dass es kein Zufall ist, dass die Hotelangestellte Afroamerikanerin ist…

(Was meint Ihr, wie die Debatte sich noch mal dreht, wenn Kachelmann demnächst freigesprochen wird? Und ich meine keinen Freispruch aus Mangel an Beweisen, sondern ich rechne damit, dass das Gericht ihm zugesteht unschuldig zu sein.)

Katja  on  05/23  at  04:19 PM

sehr interessant der vortrag von frau dn. barbara degen/juristin über “sexualisierte gewalt” an den hochschulen / teil 1 -  teil 5
http://www.veoh.com/watch/v20914412f4SZHcaZ

bemerkenswert die hinweise, dass die notrufe, die institutionen, die vor allem frauen vertreten, öffentlich verkünden bzw. momentan nicht mehr raten, überhaupt strafanzeige zu stellen. so dass sie das gefühl haben, immer mehr
entwickelt sich die gesellschaft hin zu einem system, insb. das rechtssystem, wo die   körperliche gewalt quasi in die strukturelle
gewalt übergeht und die gerichtsprozesse zu einer art zweiten vergewaltigung führen, wie es in der fachsprache heisst. (b.d.)

anne  on  05/23  at  04:38 PM

Frau Pusch,

sie befürworten eine Art Kontrolle von Männern in Führungspositionen. Wie soll diese Kontrolle denn Ihrer Meinung nach in praxi aussehen?

Wie stellen Sie sich das vor? Und wie wollen Sie seriös ermitteln, ob ein Mann möglicherweise in sexuellen Dingen zu Gewalt neigt?

Beim jüngsten Hamburg-Mannheimer-Fall wurde ja lediglich Geld veruntreut. Die Prostituierten haben diese Tätigkeit offenbar freiwillig gemacht. Ich finde den Gang zu Prostituierten auch nicht toll, dies ist aber gesetzlich erlaubt.

Mich würde interessieren, wie Sie Ihre Forderungen in die Praxis umsetzen wollen.

James T. Kirk  on  05/23  at  05:01 PM

Nicht nur Schwarzenegger und Strauss-Kahn, auch Ottfried Fischer kann nicht seinen Spermafluss kontrollieren (gestern in den Medien). Viele Männer sind einfach so. Durch die Medien wird dies immer offensichtlicher für Frauen, aber auch immer peinlicher für Männer. Meine Chefin ist eine Frau: absolute Kompetenz und absolute Kontrolle der Potenz. Alle, auch männliche Kollegen, fühlen sich wohl und wollen, dass es so bleibt: Ein Lob, den nur ein Teil der männlichen Chefs im Hause zusteht.
Obwohl alle Kolleginnen und Kollegen die Idee sehr zugespitzt fanden, gab es bei einem Gruppengespräch gestern sogar zwei Männer die das Tragen einer Penisfessel in Kauf nehmen würden, wenn sie wüssten, dass Leute wie Strauss-Kahn (oder ein berüchtigter Vorgesetzter: der Grund unseres Gespräches) eine tragen müssten. Es gab auch zahlreiche Ideen von mehrheitlich männlichen Kolleginnen, wie so was zu bauen wäre. Es wurde immer technischer und überstieg meine Kenntnisse.
Da die Frauenquote der Abiturientinnen bei 60 % liegt (trotz Behinderungen statt Förderungen), sollte die Frauenquote bei Führungskräften sowieso bei über 60 % sein; dank klarem Kopf und Zweckorientierung eigentlich bei deutlich mehr. Die zwischenmenschlichen Beziehungen würden profitieren, denn Männer sind dann gesellschaftlich dazu verpflichtet, sich unter Kontrolle zu halten, sich bei Frauen einzuordnen und nicht überzuordnen, hörig zu werden und somit für Frauen auch nahbarer zu sein.

Laura  on  05/24  at  10:52 AM

Wie eine Tageszeitung unter dem Motto “Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit” schreibt: Derartige Vorkommnisse - bezugnehmend auf HMI - darf sich eine Firma nicht leisten. So etwas ist nur möglich, wenn in dem Unternehmen eine ausgeprägte Macho-Kultur herrscht.

Und solange diese Machokultur Macht und Sex miteinander verknüpft und für sexy hält, beim Kauf von Sex von Einvernehmlichkeit spricht, wird sich wenig ändern. Wenn Frauen vergewaltigt werden, muss es nach unserer Rechtsprechung anscheinend besonders blutig vor sich gehen? Gewalt wird sehr eng definiert. Wenn sich das Opfer nicht massiv genug gewehrt hat, wird den Frauen schon mal “Einvernehmlichkeit” mit dem Täter vorgeworfen. Es heisst, dass es hier eine Gesetzeslücke gibt zuungunsten des Opferschutzes . Und rät die Polizei nicht Frauen, bei Vergewaltigungen lieber “still zu halten”, um den Täter nicht zusätzlich zu reizen, bevor Frau auch ihr Leben lassen muss?
Die Dunkelziffer bei sexualisierter Gewalt ist hoch!

Da gibt`s die Pille für die Frau ,die “verhüten” soll. Kondome, die verhüten sollen.
Verhüten wie o.a. geschildert, kann auch eine Penisfessel. Hypersexualität kann medikamentös behandelt werden. Überfunktion der Schilddrüse kann durch Medikamente “verhütet” werden. Geschlechtskrankheiten können “verhütet” werden. 
Nur wenn es darum geht, den kleinen Unterschied zu bändigen, zieht mann den Schwanz ein. Zur Machokultur bzw. Männlichkeitswahn gehört die Vorstellung, je mehr Frauen  
einer “flach gelegt” hat, umso mehr fühlt mann sich bestätigt in seiner Manneskraft. Und die soll im Wahn noch zusätzlich gesteigert werden durch Viagra etc.

Auf HMI zurückkommend - hier wurde nicht einfach Geld veruntreut. Hier wurde gezeigt, wie Männer z.B. in Führungspositionen Frauen benutzen. Und mit so einem Menschenbild trifft die männliche Elite dann Personal/Entscheidungen und mehr.  Nein Danke! 
Bei Prostitution von Einvernehmlichkeit zu sprechen, dient meiner Meinung nach als armselige Alibifunktion, damit die Herren ihr eigenes Tun nicht überdenken müssen; sie waschen sich rein. Natürlich käme es ihnen genehm, Prostitution als normalen Beruf anzuerkennen, damit könnte/müsste jede Frau, die arbeitslos wird oder von Hartz IV leben muss, in den ProstitutionsBeruf einsteigen, um Männer sexuell zu dienen bzw. zu bedienen. 

Die Ärzte-Band tönte vor Jahren mit einem Lyric-Song “Alle Männer sind Schweine”.  Hierüber beklagt/e sich kein Mann , kein Volksaufstand, keine Vorwürfe von Männerbashing.
Und diese Frage stellte sich sogar die Welt am Sonntag mit einem Wuzzekopf in Nadelstreifen auf der Titelseite - das lässt tief blicken…

Es geht nicht um Sex sondern um Macht:
“Männer bezahlen, um Frauen Dinge anzutun, die zweifelsfrei als Gewalt verstanden würden, wenn sie in einer nichtsexualisierten Situation vorkämen. Wenn Männer diese Dinge tun, ohne zu bezahlen, nennt man es Gewalt.” Sheila Jeffreys

http://diestandard.at/2652125/Ansichtssache-Es-geht-nicht-um-Sex-sondern-um-Macht?sap=2&_slideNumber=4&_seite=

Amy  on  05/24  at  01:23 PM

In der FAZ ist ein sensationeller Artikel von einem MANN (!), der Vergewaltiger nun wirklich nicht mehr in Schutz nimmt, sondern sich gegen alle wendet, welche im Kameraderie-Reflex verharren. Toll. Hier der Link:
http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~E09EFE44C7DDB4CF4934725AC3E72C237~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Nebst Luises “Meiler und Keiler abschalten” bis heute das Beste!
lg Dürr

Dürr  on  05/24  at  03:04 PM

@ Amy

Ich glaube sie haben das Lied von den Ärzten falsch verstanden.

Zuerst einmal heisst es: Männer sind Schweine.

Es ist eher Feminismiuskritik und GEGEN Klischees über Männer, genauso wie das Lied “Schwanz ab” auf dem Album “Das ist nicht die ganze Wahrheit” oder dem Lied “Manchmal haben Frauen….” von dem Album “Runter mit den Spendierhosen, Unsichtbarer”

Das nicht zu erkennen ist krass. Dazu muss man kein Ärzte Fan sein.

Flo  on  05/24  at  04:10 PM

@ Flo -  richtig, “Männer sind Schweine” und die Single wurde von Männern gekauft, weil sie Schweine sein wollen, so die Ärzte.
Das war keine Aktion (1998) gegen den Feminismus, sondern gegen alle gegen Frauen, die ihre Erfahrungen mit Schweinen gemacht haben. 
Die Ärzte bekamen sogar ärztinliche Zustimmung von Carol Lieberman , in “bad boys” bescheinigte sie und warnte vor Männlichkeitswahn und Geltungsbedürfnis.
Wo diese inzwischen stehen, beweisen uns nicht nur die Spitzenmänner tagtäglich..
natürlich gibt es auch die Ausnahmen.

Amy  on  05/24  at  05:08 PM

Männer sind Männer. Ich finde, man sollte die Schweine nicht beleidigen, denn diese töten, vergewaltigen, kriegen, rauben, belügen und betrügen nicht und lassen zudem die Weibchen in Ruhe ihre Jungen grossziehen. Und das kann frau von den zeugungsfähigen männlichen Menschen nun wirklich nicht in der Mehrheit behaupten. Von deren “Grossen” schon gleich gar nicht!
lg Dürr

Dürr  on  05/24  at  11:17 PM

“Es braucht viele Männer die herumhuren, bis eine Frau eine Hure ist. Daraus folgt, dass die Männer eine Frau gar nicht erniedrigen können, sondern nur sich selbst. Der Rest ist Gewalt für Macht und nichts anderes.”

Angesichts dessen, dass das Sex-Gewerbe - wie das so “schön” heisst - mehr Gewinn generiert als der Drogenhandel, kann von Würde des Menschenmannes wohl kaum noch die Rede sein. Und es sind Männer vom Hilfsarbeiter bis zum Welt-Geldverwalter, die für das Geld bezahlen, was sie eine Stunde vorher “Liebe” genannt haben und empört reagieren, wenn “ihre” Frau mit einem anderen freiwillig und genussreich Sex haben wollte. Sie sind so vollkommen ehrlos, haltlos, UNbeHERRscht, verachtungswürdig, schwanzgesteuert und haben keinerlei Selbstachtung, dass jeder Wurm mehr Würde hat als sie. Deshalb haben sie auch keinen Respekt vor anderen - seien dies nun Frauen, Kinder oder Männer. Das Ganze ist derart grotesk verkehrt, dass Worte nicht ausreichen. Im Grunde genommen müsste man - würden die Gesetze nicht von eben solchen Männern gemacht - ihnen nach bewiesener (Un-)Tat, das Gewaltwerkzeug wegnehmen, so wie man dies bei Mördern auch macht. Dann würde ziemlich rasch Ruhe eintreten.
Dürr

Dürr  on  05/24  at  11:50 PM

Drakonische Strafen haben sich schon längst als untauglich erwiesen, gleichgültig ob an Männern, Frauen oder Kindern verhängt. Das führt zur weiteren Verrohung, übrigens auch schon das Denken darüber. Wir brauchen Wege, die aus dem Patriarchat hinausführen (Gerda Weiler)und ein aktuelles Handeln, das dem Schutz des Lebens dient. In Fukushima wird von den Betreibern der Atomkraftwerke häppchenweise das Desaster zugegeben, wir in Deutschland können jetzt am Samstag in vielen Städten ein weiteres Zeichen gegen Atommeiler setzen: Abschalten.

Gudrun Nositschka  on  05/25  at  11:26 AM

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