1200 Curfews: Indigo Girls

image1200 Curfews
Indigo Girls

Label: Sony.
2 CDs.

Mein Kommentar:

Die Indigo Girls mit ihrem Live-Doppelalbum 1200 Curfews von 1995 halte ich in Sachen Rock/Pop/Folk für unübertreffbar. Der Musikkritiker Steve Morse vom Boston Globe urteilt: “They open their hearts more fully, more nakedly, more intensely than just about any other act on the road today”. Ich kenne mich nicht so aus, aber es scheint mir mehr als plausibel. Phantastische Stimmen, mitreißende Songs, hinreißend vorgetragen. Morse schreibt auch, daß sich ihre Songs wie Gebete lesen, “but in execution, they come across as high-energy, acoustic-driven rock’n'roll”. Stimmt genau - und diese Mischung ist unwiderstehlich. Die Texte sind dem Album nicht beigefügt, finden sich aber hier im Internet.

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# | Luise F. Pusch am 30.04.2006

Joseph Haydn

imageJoseph Haydn
Die kompletten Klaviersonaten
Ursula Dütschler, Riko Fukuda, Stanley Hoogland, Yoshiko Kojima, Bart van Oort / Klavier

Label: Brilliant Classics. DDD.

Zweitausendeins. Bestell-Nr. 51420.

Mein Kommentar:

Neben den Klaviersonaten ihres Bruders, die wir hier bereits in der Aufnahme von Klára Würtz besprochen haben, dürfte Nannerl Mozart auch viele der Klaviersonaten Haydns gekannt und gespielt haben. Von diesen mag es ebenbürtige Aufnahmen geben, aber schwerlich bessere und sicher nichts preislich auch nur annähernd Günstiges wie die Gesamtaufnahme von Brilliant Classics, gerade frisch herausgekommen bei Zweitausendeins: Pro Sonate werden hier nicht mehr als 50 Pfennig verlangt.
  Drei Pianistinnen und zwei Pianisten - jedeR bestreitet 2 CDs, alle aufgenommen im Herbst 2000 - spielen auf Originalinstrumenten vom Ende des 18. Jahrhunderts oder auf originalgetreu nachgebauten Hammerklavieren (Fortepianos) von heute diese lange unterschätzten Werke Haydns, die erst seit dem Einsatz Alfred Brendels wieder häufiger erklingen. Aber selbst Brendel spielte sie nur in Auswahl, meist die späten Sonaten. Nun können wir sie dank des enzyklopädischen Zugriffs des CD-Zeitalters alle genauer kennenlernen.

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# | Luise F. Pusch am 30.04.2006

Georg Friedrich Händel

imageGeorg Friedrich Händel
Die großen Oratorien - Judas Maccabäus, Solomon, Semele, Theodora
Maureen Forrester, Mark Deller, Helen Watts, Robert Tear, Felicity Palmer, Heather Harper, John Shirley Quirk, u.a.
English Chamber Orchestra / Johannes Somary

Label: Brilliant Classics. Aufnahmen von Vanguard. ADD.

Mein Kommentar:

Die Box mit den 4 großen Oratorien ist so überwältigend, daß ich noch einige Zeit brauchen werde, mich hindurchzuhören. Verschenkt habe ich sie schon des öfteren, und zwar wg. der CD Nr. 2 von Theodora (Schluß des 2. Aktes und 3. Akt). Von einem Oratorium Theodora hatte ich zuvor nichts gehört. Es ist ein wunderbares Spätwerk Händels, das er im Juli 1749 komponierte. Heather Harper, Maureen Lehane und Maureen Forrester singen zum Dahinschmelzen.
  Bei Zweitausendeins gibt es diese erstaunliche Box sogar für 30 DM. Bei anderen Labels kostet Theodora allein, ohne die drei anderen Oratorien, 39, 70, oder 117 DM. Zu diesen vermutlich nicht musikalisch, sondern allenfalls aufnahmetechnisch besseren, weil voll digitalen Versionen wird die kostenbewußte Hausfrau nur im Notfall greifen.

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# | Luise F. Pusch am 30.04.2006

Antonio Vivaldi

imageAntonio Vivaldi
Juditha triumphans. Oratorium
Oralia Dominguez, Mezzosopran
Emilia Cundari, Sopran, u.a.
Orchestra da camera dell’Angelicum di Milano
Leitung: Alberto Zedda

Label: SARX ANGELICUM 1998

Mein Kommentar:

Die ultimative feministische Oper ist Juditha Triumphans von Vivaldi, komponiert für das Waisenhaus für Mädchen in Venedig, an dem er fast vierzig Jahre unterrichtete. Daß sie wegen der lateinischen Sprache als Oratorium eingestuft wird, tut ihrem Operncharakter keinen Abbruch. Judith, die Heldin des alten Testaments, schlägt dem feindlichen General Holofernes den Kopf ab und rettet dadurch ihr Land. Die Handlung ist also schon mal schwer in Ordnung. Hinzu kommt, daß alle Rollen von Frauen gesungen werden und daß Juditha und ihre Dienerin Abra einander innigst zugetan sind, die Heldinnentat gemeinsam planen und durchziehen und ihren tiefen Gefühlen füreinander in langen überirdisch schönen Arien Ausdruck verleihen—dagegen wirkt Don Josés Blumenarie geradezu blaß. Neben Händels Alcina (mit Joan Sutherland in der Titelrolle) war dies schon immer meine Lieblingsoper. Es gibt inzwischen mehrere Aufnahmen, aber die mit Dominguez und Cundari aus den sechziger Jahren bleibt unübertroffen.

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# | Luise F. Pusch am 30.04.2006

Johann Sebastian Bach

imageJohann Sebastian Bach
Kantaten Vol. II
Ruth Holton, Sopran; Sytse Buwalda, Altus; Nico van der Meel, Tenor; Knut Schoch, Tenor; Bas Ramselaar, Bass.
Pieter Jan Leusink, Holland Boys Choir und das niederländische Bach Collegium

BWV 92-54 & 44
BWV 111, 159, 165 & 22
BWV 114-57 & 155
BWV 98-188 & 23
BWV 135-86-85 & 167

5 Audio-CDs. 2001.
Label: Brilliant Classics.

Mein Kommentar:

Passend zum Bachmann-Jubiläum die Bachkantaten ; )

Letztes Jahr tauchten in meiner Drogerie (Rossmann) die dicken CD-Pakete der Bach-Gesamtausgabe von Brilliant Classics auf, im Grabbelkasten zwischen Haarspray und Toilettenpapier. Der unwahrscheinliche Fundort paßte zu den unwahrscheinlichen Preisen: Pro CD etwa drei Mark, macht pro Kantate eine Mark. Die meisten meiner FreundInnen kaufen an so ungediegenem Ort und zu solchen Schleuderpreisen keine Klassik-CDs, aber diese Plattenfirma (im Internet zu finden unter dem schönen Namen Joan Records) hatte mich schon des öfteren positiv überrascht, und so “wagte” ich den Kauf des zweiten Volumes ihrer 12teiligen Gesamtausgabe der Bachkantaten (für 16,50 DM kann frau ja nicht allzuviel falsch machen). Inzwischen habe ich die restlichen 11 Volumes hinzugekauft und außerdem zahllose Freundinnen etc. mit den Kantaten beglückt. Obwohl ich dem alten Patriarchen die Behandlung des weiblichen Teils seiner Familie bis heute nicht verzeihe, bin ich doch nach wie vor eine überzeugte Anhängerin seiner Musik. Tja.

  Die Gesamtausgabe ist DIE Gelegenheit, sich auch mit den ca. 180 unbekannteren der 198 Bachkantaten allmählich vertraut zu machen. Aufnahmetechnik und Interpretation sind erstklassig, Besetzung streng werkgetreu, alles auf Originalinstrumenten. Persönlich mag ich lieber etwas “altmodischere” Besetzungen mit einem gemischten statt einem reinen Knabenchor, mit einem echten Alt statt einem Altus - aber, wie gesagt, bei DIESEN Preisen ... Und die wunderbare Sopranistin Ruth Holton behauptet sich sehr eindrucksvoll gegen die männliche Übermacht.

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# | Luise F. Pusch am 30.04.2006

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Hedwig Dohm