Juliette Gréco
Luise F. Pusch am 02/07
Lou Andreas-Salomé
Almut Nitzsche am 02/05
Hilde Benjamin
Biographie am 02/05
Kathinka Zitz-Halein
Almut Nitzsche am 02/05
Pauline Strauss
Almut Nitzsche am 02/04
Verstopfung im Urinalmuseum Lüchow
Kaum hatte ich am 16. Januar meine Glosse „Über das Urinieren auf Leichen und Frauen“ veröffentlicht, da machten Männer mit ihrem Urin schon wieder Schlagzeilen. Die Urinale im Männerklo des neuen Rolling-Stones-Museums in Lüchow sehen aus wie weit geöffnete, grell geschminkte Frauenmünder – gierig, den „Urinsekt“ zu empfangen. Als Frauen sich über diese sexistische Entgleisung beschwerten, wie zuvor schon in New York und in Wien, wurde ihnen wie üblich „Humorlosigkeit“ vorgeworfen. Zudem betonte der Museumsbesitzer, die Urinale - sie heißen übrigens „Kisses“ - seien von einer Künstlerin gestaltet worden und wären schweineteuer gewesen.
Mich wundert vor allem, dass MÄNNER sich nicht über die Zumutung beschweren, in Frauenmünder pinkeln zu sollen. Da m.W. aber von männlicher Seite keine Proteste eingegangen sind, müssen wir schließen, dass Männer im Durchschnitt tatsächlich so frauenfeindlich sind, wie wir es schon immer befürchtet haben.
Hätte das Museum „im Scherz“ das Klopapier mit Bibelsprüchen oder Koransuren bedrucken lassen, hätte es einen Riesenaufstand gegeben. Die Papierrollen, ob künstlerisch gestaltet, schweineteuer oder was auch immer, wären umgehend verschwunden, und der Museumsbesitzer hätte eine Strafanzeige wegen Religionsbeschimpfung bekommen.
Es wäre auch mal interessant zu erfahren, wie das Publikum, insbesondere die Nutzer der künstlerischen Pissoirs, reagieren würden, wenn die Urinale als Männermünder stilisiert würden, sagen wir mit einem feschen Schnurrbart. Die Klobrillen und -schüsseln in den Damentoiletten könnten auf dieselbe Weise zu hoher Kunst werden.
Sicher hätten die Männer Humor und Kunstverstand genug, das alles witzig und künstlerisch wertvoll zu finden. Nur die Frauen, schätze ich mal, würden diese abartigen Klos meiden und sich beschweren.
Aber wer sagt denn, dass wir ALLES ohne Gegenwehr „schlucken“ müssen?! Ein kleiner Vorschlag an die Besucherinnen der Damentoiletten im Stones-Museum Lüchow: Tampons, Hygienebinden und dergleichen wandern ab sofort direkt ins Klo, nicht in das Eimerchen daneben! Dessen Inhalt wandert vielmehr auch ins Klo. Heillose Verstopfung wird nicht lange auf sich warten lassen. Wenn die Damentoiletten verstopft sind, wird die Aktion in den Herrentoiletten fortgesetzt. Dazu künstlerisch gestaltete Haftzettel auf den Klodeckel kleben: „Die Verstopfung wird aufhören, wenn die sexistischen Urinale verschwunden sind.“
Die Rolling Stones hätten sicher ihre Freude an dieser anarchischen Frauen-Kunst-Aktion.
Dieses einfache Rezept für ebenso kunstsinnigen wie durchschlagenden weiblichen Widerstand lässt sich vielfach variieren. Den Freier, der zur „Gesichtsbesamung“ ansetzt, könnte z.B. eine oral applizierte „bluttriefende Tamponade“ gehörig aus dem Konzept bringen ...
Luise F. Pusch am 02/03
Beatrice Cenci
Luise F. Pusch am 02/03
Natalie Clifford Barney
Technik am 02/02
Die Eierschützer der Personhood-Bewegung
In den USA ist in letzter Zeit viel von „Personhood“ die Rede - ein schwer übersetzbares Wort. Letztlich geht es dabei um Versuche der extremen Rechten, das Selbstbestimmungsrecht der Frau über ihren eigenen Körper komplett abzuschaffen. Die republikanischen Präsidentschaftskandidaten unterstützen diese Bestrebungen. Am 19. Januar meldete die Feminist Majority Foundation, Rick Perry, Rick Santorum, Newt Gingrich und Ron Paul hätten auf einem Forum von Personhood USA, der Dachorganisation dieser Bewegung, allesamt versprochen, die Forderung nach dem sogenannten „Personhood amendment“ zu unterstützen. Die Personhood amendments sehen vor, die Verfassungen einzelner Bundesstaten dahingehend zu „ergänzen“ (amend), dass eine befruchtete Eizelle verfassungsmäßige Persönlichkeitsrechte bekommt. Danach soll der Geltungsbereich des Gesetzes auf die Gesamtheit der Vereinigten Staaten ausgedehnt werden.
Personhood Amendments könnten nicht nur die Abtreibung verbieten, sogar in Fällen von Vergewaltigung, Inzest oder wenn das Leben der Mutter auf dem Spiel steht. Die Amendments könnten überdies jegliche Empfängnisverhütung unter Strafe stellen und schwangeren Frauen „fötusschädigende“ Krebstherapien untersagen. Kurz, die Rechte der Frauen sollen zugunsten der „Rechte der befruchteten Eizellen“ extrem beschnitten werden.
Das scheint alles unfassbar, aber die USA haben schon viel Unfassbares durchgezogen, im Guten wie im Bösen.
Dem republikanischen Establishment kommen die Eiferer der Personhood-Bewegung gerade recht: Bei den Präsidentschaftswahlen im Herbst werden die entsprechenden ballot questions (“Abstimmung über Wählerinitiativen”) die Ultrakonservativen an die Wahlurnen bringen, die der Wahl womöglich ferngeblieben wären, wenn eine moderater Kandidat wie Romney von seiner Partei nominiert wird. Und wenn die „Personen- bzw. Eierschützer“ sich denn schon mal in die Wahllokale aufgemacht haben, werden sie dort auch den republikanischen Kandidaten wählen.
Ich will auf den Personhood-Wahnsinn hier nicht näher eingehen und mich stattdessen mit linguistischen Aspekten des Themas befassen. „Personhood“ ist wie gesagt, schwer übersetzbar. Es kommen in Frage: Menschsein, Personsein, Personalität, Personenstatus. “Personschaft” (analog zu “Vaterschaft” wie in “Vaterschaftstest”) käme dem Original wohl am nächsten, klingt aber im Deutschen sehr unnatürlich.
An sich hätten die rechtsextremen Fanatiker sicher der Eizelle lieber „manhood“ statt „personhood“ zugesprochen, heißt es ja auch in der Verfassung „All men are created equal“. Aber „manhood“ bedeutet nicht mehr „Menschheit“ oder „Menschsein“, sondern „Männer“, „Mannesalter“ und „Manneskraft“.
Es geht aber bei der „personhood“-Debatte um die Frage, wann aus der “Leibesfrucht” der Mutter ein eigenständiger Mensch wird. Nach jahrhundertelangem Allgemeinverständnis fällt dieser Zeitpunkt mit der Abnabelung zusammen, wenn das Kind selbst atmet und nicht durch die Mutter. Bis dahin ist das Kind als Teil der Mutter zu betrachten, und sie hat allein das Recht, zu entscheiden, was mit diesem - zugegeben: besonderen und besonders wertvollen - Teil ihres Körpers zu geschehen hat. “Mein Bauch gehört mir!”
Ein plakativer Ausdruck wie Personhood, der schlagwortartig die ganze widerliche Bewegung zusammenfaßt und symbolisiert, fehlt bei uns und in unserer Sprache (derzeit noch). Würden auf unseren Straßen Menschenmassen aufmarschieren mit Spruchbändern, auf denen bloß „Menschsein jetzt!“, „Personsein“, „Personalität“ oder „Personenstatus jetzt“ stünde, würde das Volk sich verwundert die Augen reiben und fragen „Was ist denn mit denen los?“
Und das ist auch gut so. Manchmal hat Unübersetzbarkeit auch was Gutes. Möge das Wort und mit ihm die extrem frauenfeindliche Ideologie, die dahintersteht, uns weiterhin fremd bleiben. Die Eierschützer sollen sich lieber um ihre eigenen Eier kümmern und unsere in Ruhe lassen.
Zum Weiterlesen:
Kate Harding in “Common Dreams”
Amanda Marcotte in “AlterNet”
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Luise F. Pusch am 01/30
Helke Sander
Luise F. Pusch am 01/30
Alva Myrdal
Biographie am 01/29
Nabia Abbott
Luise F. Pusch am 01/29
Barbara Tuchman
Luise F. Pusch am 01/29
Astrid Lindgren
Almut Nitzsche am 01/27
Mahalia Jackson
Technik am 01/27








