also available in German

Slutwalk and "Schlampenmarsch"

Slutwalks everywhere; here in Boston there was one back in May, and on August 13, with typical German thoroughness, they’re occurring all over the Federal Republic in Hamburg, Cologne, Hannover, Berlin, Leipzig, Frankfurt, Freiburg, Munich, Passau und in the Ruhr region. More information here. And in greater detail here for all the Slutwalks in Germany on August 13.

I am thrilled that we women are once again “in movement,” that we’re getting out in the fresh air and making lots of vitamin D for the winter – all the more of it the less we have on! Terrific that we’re finally marching again, in droves, for something that is fundamentally our own: Slutwalks protest against intolerable male sexual terror and violence. The fact that we’ve found a way to bring out all the more media the more we take off – I find that brilliant. We’re beating them at their own game, catching them in their own nets.

I’m all for the Slutwalks, even though I’m not going on them, since I’m in Boston now, and when the Slutwalk took place here I was in Hannover and had never heard of a Slutwalk.

But a nice Slutwalk is just the thing in the summer. Joey and I used to go for our daily power walk in the Eilenriede (Hannover) or Franklin Park (Boston). Now we prefer to call it our Slutwalk. It’s shorter and more up-to-date and suits our age better (power walking is too strenuous), as well as our casual, if not sloppy, attire. “Come on, Sluttie, let’s go,” Joey said yesterday, and I, once a proud prude, just laughed and “bin mitgewalkt” (went walking with her.)

This hybrid expression brings me to my actual topic – this is a language blog, after all. True, the word Schlampenmarsch (march of the slobs) is a false translation, but an effective one. Slut would be better translated as Fotze; Schlampe (slob, slovenly person, loose woman) is much less aggressive than slut. Slut sounds like slit (“pussy,” “cunt”). Hence the aversion of many US feminists to “putting on” this hateful label.

And a walk in German is really not a march, but a “Gang”. But the German word Gang is very limited in its usage. Sure, we have the Fußgängerin (pedestrian, f.) and Fußgänger (pedestrian, m.), but no Fußgang (foot walk?!?) The Slut Walk was presumably modeled on perp walk, like the one Strauss-Kahn recently underwent, a sort of gauntlet-run for a perpetrator. But Schlampenlauf (“slob run”) wouldn’t work either, since nobody’s running, just walking. But they’re also not strolling (spazierengehen), so we can’t say Spaziergang for walk. It would be much too long anyway.

Now let’s turn to the advantages of this false translation: the combination of the sloppy Schlampe with the military Marsch is as striking as it is attractive: the Schlampe becomes more orderly and the Marsch less so – to the advantage of both.

Most likely the German walkers too will use the word Slutwalk, while the Schlampenmarsch will eke out a secondary existence in its shadow.

But if the original Slutwalk calls forth more and more variants, they’ll certainly also return to the Schlampen. For example, I can well imagine a Schlampenprozession in honor of the Urschlampe (original loose woman) Mary Magdalene. Or a BlumenSchlampenKorso (flower slut-parade) – what is more slutty than a flower, after all, boldly displaying its genitalia to all viewers?

Men would be allowed to participate as Schlampi (plural of Schlampus). Not to forget the Schampus (champagne) for all the thirsty Schlampen – so that everyone can schlampampen (pig out) together.

And Schlumpi (Lumpi is a common German dog’s name), with its slutty, sloppy sexual and excretory behavior, can also come along. Then we wouldn’t have to go out at night any more to slutwalk the dog.
•••••••••••••
Thanks to Helke Sander for recalling FEMEN, the mother of all slutwalks, to my attention. I had forgotten all about the feminist organization from Ukraine. As long as three years ago the courageous women from Kiev were convinced that feminist demands only gained attention when proclaimed by women with bosoms bared. Unfortunately, it seems they were right. Here is a video about their activism.

(Trans. Joey Horsley)

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Luise F. Pusch on 08/11 at 11 August 2011

“Sluttie-Louise” übertrifft sich jeden Tag mehr mit Witz! Der amerikanische Nährboden gibt ersichtlich viel her. Wir haben wieder geschnaubt und gekichert und können uns gar nicht mehr beruhigen!
Im Französischen heiBen die Schlampen SALOPES und daher kommt im Deutschen das Sich-salopp-anziehen. Also, von der Kleidung her waren wir schon immer Schlampen, was übrigens Erfindungen und Eleganz nicht ausschlieBt, im Gegenteil.
Eine rührende Erinnerung: das 1.Abtreibungs-Manifest wurde von 365 SALOPES unterzeichnet und somit das schlimmste Schimpfwort wie eine Bombe entschärft. Aber trotzdem nicht so sehr, als dass von einer “Marche des Salopes” die Rede sein könnte. Die Französinnen werden wohl “sluttie” übernehmen.
Nicht zu vergessen,dass SALOPE auch ein Schimpfwort für Männer ist und durch die weibliche Form sehr viel mehr beleidigt als über die korrekte männliche.
Das deutsche SCHLAMPERT ist ja geradezu nett! Ich würde unsere sauteure Bio-Bäuerin auch eine Schlampe nennen, aber niemals eine Salope. Eine Freundin im Dorf ist eine wahrhafte Schlampe, aber keine Salope.
Es gibt auch eine dritte Form, die Saloperie - worunter das Wort eine Sache versteht, die jedoch auf Personen angewandt werden kann.
De Gaulle, diese Saloperie! sagt unsere schlampige Freundin, reduziert den General also zu einer Sache.
“Blumenschlampenkorso” ist köstlich! Wir denken an Georgia o’Keefe, die diese Genital-Exhibitionistinnen sehr präzise gemalt hat. Und da wir bei Maria Magdalena sind - ist es nun wahr, dass sie ein Evangelium verfasst hat, oder nicht? Hier heiBt es, das gäbe es genauso wenig wie Butter in den Bäumen.
Vormals hatte ich eine sehr schlampige Freundin, die sich später auch noch zur Salope hin entwickelte, ein katastrophaler Fall. Übersät von Hunde- und Katzenhaaren ging sie morgens kurz mit der Bürste über den Kopf, das war alles. Tu’ dir doch ein wenig Creme ins Gesicht! Hab’ ich getan! Wann? Vorgestern!
Anziehen konnte sie sich überhaupt nicht. Sie zeigte ein braunschwarz-kariertes Hemd zu einer blauweiB-gestreiften Hose. Ob das ginge? Ja, sagte ich, aber unter der Bedingung noch eine geblümte Weste hinzuzufügen, einen rotweiB- gepunkteten Schlips, zweifarbige Schuhe, eine grüne Hüft-Schärpe und einen Strohhut mit einer Gänsefeder. Schlampigkeit kann kreativ sein!
Hoffen wir auf einen Slutwalk in Paris und auf viele Infos im Netz!
Apropos “mitwalken”: Früher war ich eher gegen Denglisch und Franglais, aus dem Bedürfnis heraus, mir meine Schriftsprachen klassisch zu bewahren. Heute finde ich es witzig, wenn die Ladies happy und speed sind und im Deutschen die
Wörter aus Amerika benutzen.
Im Französischen ist es anders. Die Sprache ist imperialistisch,einverleibt sich jeden Ausdruck und spricht alles französisch aus.
Aber auch das bringt zum Lachen!
Mögen sie lange leben, diese guten Sachen!
Salope (1788 populär):  freche, unverschämte Frau mit schlechten Manieren und Umgang.
Sale+Huppe (1611): ein Vogel, der für seinen Schmutz bekannt ist.
Hupfdohle: scherzhaft für Revue-Tänzerin.
Also: die liebe Hupfdohle ist unsere linguistische Namensgeberin…!

Lena Vandrey  on  08/12  at  12:01 PM

der internationale tag gegen gewalt an frauen findet übrigens weltweit am 25.11. statt - hoffentlich nicht unter weniger medieninteresse und weniger frauenpower!
die `nackten` tatsachen über die zunahme an gewalt, aggressionen gegenüber weiblichen menschen ist erschreckend. mädchen/frauen sind jederzeit - egal in welcher bekleidung sie erscheinen - von (sexualisierter) männergewalt bedroht. jetzt sogar während der fürchterlichen hungerkatastrophe in somalia. dort sind überwiegend frauen und mädchen auf der flucht - männer treten in erscheinung und   es kam lt. presse zu massenhaften vergewaltigungen.
 
“schon das dt. wörterbuch von 1899 kannte die schlampe. ursprünglich ging es um den unordentlich herabhängenden weiberrock`. doch aus dem lotterrock wurde ein schimpfwort” (bascha mika/steh auf, du schlampe)

schlotternde, weit ausladende schlabber- und walle-walle-bekleidung gefallen mir.
ganz im gegensatz zur gewollten sexyness-bekleidung a la porNO-industrie. sie transportiert in `laufenden` bildern den irrglauben, frauen hätten spass an prostitution, pornografie, vergewaltigungen, erniedrigungen etc.
leider übernahm die männliche sex-industrie das wort `schlampe` und beim googeln wird mir geschlecht, wenn ich die männerphantasien und sprüche, wie “saftige schlampen spreizen ihre schenkel” zu lesen bekomme. da heisst es nur “ficken, fotze, geile schlampe, geile mädchen” .
mich kotzt das dermassen an.

das ist aber noch harmlos gegenüber der google-suche nach “lesbenvergewaltiger” (weil sich hier im blog ein ekel unter dem begriff lesbenvergewaltiger vorgestellt hat)- das erste, was sich auftut, sind äusserst widerwärtige porno-bilder mit kleinen mädchen, die riesen-männer-schwänze bearbeiten müssen.

ob unsere medienlandschaft, das internet, es wimmelt i.d. bildergalerien nur so von leicht-bekleideten sexy frauen/mädchen in willigen posen, hingebungsvoll und ständig zu sexuellen handlungen bereit.

wenn sich etwas ändern soll bis hin zu den vergewaltigungsmythen, dann muss weit mehr geschehen als in den obigen `schlampen-paraden` gegen sexualisierte männergewalt zu demonstrieren.
mädchen/frauen sind jederzeit, und zwar aufgrund ihres geschlechts von männl. willkür und sex. gewalt bedroht und ausgeliefert. 

ich finde es wichtig und angebracht, in den demos ebenso den körper-schönheits-wahn, den sexismus i.d. werbung, in den medien und das diktat der mode- und porno-sex-industrie zu hinterfragen und anzuprangern.
ich kann nicht verstehen, daß wir frauen einerseits gegen sexismus i.d. gesellschaft ankämpfen und andererseits uns selbst als sexuelle objekte öffentlich präsentieren. 
ich verstehe auch (leider?) nicht, inwiefern überbetonte sexyness-bekleidung zur `frauen-befreiung` gehören soll. sei sexy - dieser slogan durchzieht die gesamte medienlandschaft.
aus der freiheit, den eigenen körper zu präsentieren, ist das diktat der ständigen sexyness der frau geworden. woher der zwang zur intimrasur, miniröckchen oder quetsche-schuhen kommt, schreibt sonja elsmann in der taz vom 6.3.2009/der freie zwang zur sexyness.

schwache männer (lesbenvergewaltiger) vergewaltigen frauen/mädchen - sexualisierte gewalt hat immer etwas mit macht-demonstration zu tun, so heisst es doch..

http://www.dw-world.de/dw/article/0,,3818674,00.html

anne  on  08/12  at  05:02 PM

Und ich dachte schon, die “Schlampenprozession” sei eine Anspielung auf den Feiertag am kommenden Montag: Mariä Himmelfahrt.

Christine  on  08/12  at  10:29 PM

zu FEMEN: es gibt aber auch feministische stimmen, die meinen, die aktivistinnen würden ihre aktionen   in eine `patriarchalische struktur einbetten`: 
“sich ausziehen, ist eine starke methode - sie muss dosiert und zielsicher angewendet werden. das sei bei den femen nicht der fall, wie es in einer feministischen analyse heisst: die jungen aktivistinnen würden den weiblichen körper in eine patriarchale struktur einbetten. wenn du immer dasselbe protestmittel anwendest, werden effekt und sinn ausgehöhlt.” (oksana sabuschko, schriftstellerin)

ich weiss nicht,  wenn wir ALLE frauen erreichen wollen, ob derartige oder obszöne aktionen mit deftigen sprüchen viele frauen eher abschrecken?
auch in italien gingen ca. 100.000 frauen auf die strasse, um gegen berlusconi zu protestieren..

früher machten mutige frauen/feministinnen (hedwig dohm) mit lauter (was sich damals für frauen so gar nicht schickte)stimme, klugen worten, pamphlets und charisma auf die gesellschaftl. missstände aufmerksam - heute reizen nur noch obszöne begriffe oder `porno-/outfits` für furore?
müssen wir hier nicht eher an die wurzel ran, ran an den mann, der verursacher von sexualisierter gewalt gegen frauen/mädchen ist. oder wie in der ukraine getarnt als sextourist sein unwesen als frauen-mädchen-benutzer treibt, als thailand-tourist z.b. kleine mädchen und jungen zum f… sucht / und ran an die gesellschaftl. missstände ...

http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-64613.html

anne  on  08/13  at  12:48 PM

Servus die Damen,
meine Freundin berichtete begeistert vom Slut-Walk in Berlin, von den vielen verschiedenen Frauen, die gut, schlicht, schlampig oder gar nicht angezogen waren und mit Tränen der Rührung in den Augen von einem Lesben-Paar: eine der beiden trug die vierjährige lila gekleidete Tochter auf den Schultern, die sich königlich amüsierte, und hielt ihre Freundin dabei an der Hand. So weit sind wir schon gekommen, und deswegen wollen wir noch mehr!!
Sommerliche Grüße in Vitamin D aus Metropole B
Suli

Suli Puschban  on  08/15  at  06:57 PM

Ein paar kritische Überlegungen möchte ich doch anbringen.  Einmal heißt es, Frauen demonstrieren auch für ihre sexuelle Selbstbestimmung und ihr Recht auf ein sexy Aussehen, ohne gleich belästigt zu werden.
Wobei die sexuelle Selbstbestimmung der Frau in den Medien, der Pop-Industrie und im Leben doch heutzutage fröhlich ausgelebt wird und weibliche Nacktheit zur Norm wurde. Die ersten sexuellen Erfahrungen machen Jugendliche schon während der Schulzeit - Pornographie mit Gewaltinhalten gehören zum Alltag . Auch daraus ergibt sich ein völlig falsches Frauenbild.
Angeblich geschehen sexuelle Übergriffe unter Kindern schon in den Kindergärten, weil sie derlei Szenen im Fernsehen oder Internet gesehen haben.

Welchen Einfluß hat die Dauerverfügbarkeit von z.B. Hardcore-Pornos im Internet auf junge Männer.
Ob in der Pop- und Porno-Industrie, hier werden Mädchen und Frauen als bereitwillige SexualObjekte und Gespielinnen vorgeführt und manche Medien verstärken den Eindruck.
Frauen machen devot mit, signalisieren ihre tabulose, sexuelle Bereitschaft.
Lady Gaga, die Popdiva, übertrifft sich mit billigen Obszönitäten und sex. provozierenden Darstellungen.  Was gerade von Mädchen und Jungen bejubelt wird. Merkwürdige Vorbilder, die weniger positive Signale aussenden angesichts der “Slutwalk-Thematik” gegen sexuelle Übergriffe, Vergewaltigungen.
Vergewaltigungen geschehen häufig im näheren Umfeld, Familienkreis und betreffen auch Frauen/Mädchen, die sich nicht unbedingt `aufreizend` im negativen Sinne wie eine Schlampe
kleiden.
Wie soll die Aktion rüberkommen, wenn auf der anderen Seite in den Medien die schnelle sexuelle Verfügbarkeit über Frauen/Mädchen provoziert und produziert wird? nur noch verfügbare Genitalien und vulgäres Gehabe im Mittelpunkt stehen und Frauen sich und ihren Körper ohne Scheu verkaufen? 

Wie erkläre ich das 10jährigen Mädchen, die sich nicht betont `aufreizend, sexy` kleiden sollen, um nicht `aufzufallen`?
Ob mit “Slut” und dem Konsens `Sexy` unter diesen Voraussetzungen erfolgreich gegen die Verharmlosung von Vergewaltigungen angegangen werden kann, bezweifle ich manchmal. Ob das auch bei DEN Männern richtig ankommt, die Frauen/Mädchen nur zum schnell F… gebrauchen , Frauen keine Ware sind bzw. Sexyness nicht unbedingt eine Aufforderung zum Sex bedeutet?

Amy  on  08/15  at  10:32 PM

Brava supra Anne&Amy;: die Überlegungen sind richtig und Frauen sind sich eben nicht einig. Trennen um zu herrschen, heiBt es ja.
Die “Emma” brachte Cover und Reportage über Lady Gaga, hochgejubelt, weil eine andere Instanz sie kritisch in Frage gestellt hatte.
Valie Export, Konzept-Künstlerin, lief vor Ewigkeiten mit einem Kasten vor dem Busen herum und Männer wurden aufgefordert, hinter einer Gardine diesen Busen zu begrapschen. Für diesen Jux und anderes Gaudium bekam die Künstlerin groBe Anerkennung und den FEMINISTISCHEN “Gabriele-Münter-Preis” des FRAUEN-Museums Bonn. Münter war ...eine MALERIN!
Denkerinnen wie Hedwig Dohm gibt es durchaus, ich zähle meine Wenigkeit zu ihren Ur-Enkelinnen, aber wen interessiert das? fragt eine Feministin, es ist alles zu hoch, zu schwere Kost!
Der Schlampenmarsch, so wie LFP ihn beschreibt, ist wichtig und richtig. Mit der Nacktheit jedoch steht es anders. Ein unbekleideter Frauenkörper ist nicht schlampig, sondern verletzbar und wehrlos und signalisiert Verfügbarkeit. Es sei denn, die Nackten machen sich so hässlich via Schminke (und diese würde dann anstelle der Kleidung da sein), auf dass eine Ästhetik des Ekels entstünde. Trotzdem würden sich die Verbraucher von Frauenfleisch angesprochen fühlen, und dass Frauen eklig sind und nur zum Verbrauch da, ist ja sowieso die gängige Meinung.
Alle, aber auch alle Frauen sollten sich fragen, warum der Reproduktionskörper einer Gesellschaft derart miserabel behandelt wird und welche Nachkommen daraus entstehen können. Die Nacktheit fällt unter den Begriff Exhibitionismus und hat mit dem für Frauen ungünstigen Biologismus zu tun. Dem Phallozentrismus wird ein Vulvenzentrismus entgegengesetzt, ein Bauch- und Busen-Zentrismus.
Dazu eine Anekdote: Einem Bekannten sagte ich, dass ein Bauer dauernd an seinem Überbein herumnestelte. Wieso, sagte dieser Kerl, Frauen sind auch dauernd dabei, an ihren Brüsten herumzurücken! Okay, sagte ich, aber ich habe noch nie jemand gesehen, der von einem Busen vergewaltigt wurde!
Denkfehler sowieso: ein primäres Geschlechtsmerkmal wird einem sekundären gleichgesetzt.
Der Gipfel des Biologismus von lesbisch-feministischer Seite besteht darin, dass eine Referentin an der Universität einer Transsexuellen die Tür wies: sie habe ja keine Gebärmutter!
Wir lauschen also mit dem Uterus!?
Ich denke bei der Nacktheit an alle diejenigen, die brustamputiert sind und die inneren weiblichen Organe nicht mehr besitzen. Die Damen Oben-ohne, die Damen Ohne-Unterleib. Bei aller Nachsicht wäre Vorsicht am Platze. Das sollte die Absicht sein, denn sonst ist dieses Unternehmen auch bald wieder bankrott.
Verbraucht durch den Blick der Verbraucher…

Lena Vandrey  on  08/16  at  11:46 AM

Ich kann AMY und ANNE nur beipflichten.
und: alles, was den wortteil “schlamp” enthält, finde ich unappetitlich und brauche ich mit sicherheit nicht; in berlin gab es “tangoschlampen”, tangounterricht bei schlampen? triple-yuk!!!
Noch mehr aufgeilmaterial für die männerwelt braucht diese welt wahrhaftig nicht.

katharina berger  on  08/16  at  01:02 PM

die taz zitiert zu den slutwalks-aktionen u.a. demonstrierende junge frauen wie folgt:
“durch die zeitschrift emma und alice schwarzer fühlen sie sich nicht präsentiert…: dieser männerhass ist total überholt, genauso wie die porNO-bewegung, ich will doch nicht immer ein schlechtes feministisches gewissen haben, wenn ich einen gutgemachten pornofilm anschaue und mir das gefällt. männerhass und die porNO-bewegung sind out.”
das ist wieder die fehlgeleitete übersetzung von manchen (jungen) feministinnen , über die ich mich dermassen aufregen kann.  hier wird fröhlich und in unkenntnis weiterhin sinn und hintergründe einer feministischen porNO-bewegung gedeutet. diese fem. richtung hat weder etwas mit männerhass zu tun noch mit einer sexual-feindlichkeit. es heisst von den demonstrierenden zu recht: eine vergewaltigung ist vergewaltigung - so kann ich auch sagen: pornografie ist pornografie.  gutgemachte pornografie, da möchte ich bitte wissen, was unternimmt die pro-porno-fraktion gegen die überwiegend - vor allem im internet - grassierenden schlechten pornofilme mit BDMS-und weiteren gewaltinhalten - vergewaltigung ist hier noch eine harmlose form der gewalt gegen weibliche menschen. ich habe gestern noch einmal das gute vorwort von alice schwarzer gelesen zu andrea dworkin “porNOgrafie, männer beherrschen frauen”  und empfinde die aussagen genauso aktuell wie in der zeit als sie veröffentlicht wurden (1987)  wie gut es wäre, wenn die unwissenden frauen auch diese feministische lektüre einmal durchlesen würden.
die sog.  feminist. `sauberen` pornos haben die `schmutzigen` pornos nicht verdrängt. im gegenteil mit gewalt, vulgarität, frauenabwertung, frauen als f..-objekt wird nach wie vor viel geld gemacht. feminismus und feministische theorien altern nicht und das gilt doch auch f.d. feminismus-bewegung der 70er jahre .  wenn sich feministinnen gegen die kommerz. gewalthaltige porno-industrie auflehnen, hat das nichts mit   sexualfeindlichkeit zu tun. 
ich vermisse auf den demos die wichtige kritik gegen die mediale gewaltverherrlichung,  gegen die pornofizierung und hypersexualisierung, die weibl. menschen zu unkritischen sexual-porno-objekten, bewusst zur sexuellen verfügbarkeit stilisiert. es sollte auf den demos auch heissen:  NO porno, NO gaga - no-porno-gaga… keine gelder für pornografie ...
in italien gingen 100.000 frauen auf die strasse, um gegen den sexisten berlusconi und sein bunga bunga zu demonstrieren - auch eine tolle aktion, die hoffentlich nicht zu ende ist. berlusconi als medienmogul propagiert und zeigt im fernsehen, das ER bestimmt, frauen als gegenstand erniedrigender scherzartikel. sein menschenverachtendes zitat dazu: “besser mann begeistert sich für junge mädchen als schwul zu sein.” lesben sicherlich mitgemeint?
in madrid gehen junge menschen auf die strasse und demonstrieren gegen den papst und die kath. kirche
mit den worten:  keine steuer/gelder für den papst..
also, besser geld für bildung ausgeben, als für pornos und frauen-mädchen-kauf…

anne  on  08/18  at  01:15 PM

@ Anne
Wichtig, die Uhren wieder richtig zu stellen! Wir wussten nicht, dass es “saubere” Pornos gibt und wie die aussehen können. Wäre der weibliche Teil gleichberechtigt mit dem männlichen bei den Genital-Verrenkungen? Mittels eines Dildos also, oder wie? Denn schlieBlich geht es doch immer nur um dieses Ding und seine primäre Funktion, sich in eine Öffnung zu bohren und sie zu besudeln.
Die Pariser Porno-Queen Catherine Millet beschreibt eine Szene, die sie völlig natürlich findet: eine Frau hat einen Schwanz im Mund, je einen in den Händen, zweie im After und zweie in der Vagina. Die Dame hatte vor einiger Zeit ein ganz ernsthaftes Interview im ...“Spiegel”...
Das Bedürfnis nach Pornografie scheint es tatsächlich auch bei Lesben zu geben. Das Frauen-Film-Festival in Paris-Créteil bietet Dildos zum Kauf an, “somit bräuchten die Mädchen nicht in die Sex-Shops zu gehen”. Nirgendwo wird erklärt, wieso zwei junge Liebhaberinnen gedenken, ihre Lust durch Einbeziehung eines Fremdkörpers zu befriedigen.
Männerhass und POR-NO seien vorbei? Doch wohl nur in den Augen einiger Dummis von der TAZ. Sklaven hassen ihre Tyrannen - Frauen haben nicht einmal DAS Recht? Und ganz selten geben Feministinnen zu, Angst vor Männern zu haben.
Einen Aufruf zum Boykott müsste es dringend geben und eine Mehrheitsbeteiligung anstatt Mittäterschaft.
“EMMA” und Alice: prima! Nur, dass die Feindespresse sie isoliert und zwar derart, dass jüngere Gleichgesinnte es gar nicht wagen, sie zu zitieren: das ist so altmodisch, nicht wahr? Dabei sind die POR-NO-Thesen von erschreckender Aktualität, mehr denn je.

Lena Vandrey  on  08/19  at  10:35 AM

hallo lb. lena - luise hatte mal eine prima glosse zum thema 1. fem. porno-preis geschrieben in `prue.de`- leider ist diese glosse mit den vielen kommentaren dazu nicht mehr online.
aber - sobald zeit am wochenende - sende ich dir online den text und weitere infos etc. zu.

wie pubertär die selbstdarstellung der porno-queen c. millet mit ihrem zwang/hang zum swinger -  vielleicht ein zeichen gering entwickelter sexueller intelligenz ?  was ist mit den frauen bloss los? wobei die sog. fem. pornos auch aus der ecke der geläufigen sexindustrie ausgebrütet wurden. angeblich auch eine aktion gegen sexismus, rassismus, zwanghafte sexualität. sie verstehen sich nicht als porNO-gegnerinnen. dennoch dahinter stecken ebenso nur knallharte geschäftsinteressen.
eine befreiung von patriarchalen altlasten - meine ich - müsste heissen porNO und nicht quietsche/vergnügtes porYes. 

leider lässt sich hier der emma-thread zum feminist. pornopreis nicht verlinken.

anne  on  08/19  at  06:36 PM

Apropos PorNO:
Wie steht es denn mit Lesben-Pornografie und Lesben-Prostitution? Beides gibt es ja jetzt in rauen Mengen oder besser Hülle und Fülle.
In den 70er Jahren hatte eine Freundin diese Sparten ersonnen, um somit ihren Lesbenunterhalt zu verdienen. Sie wollte sich in unanständige Postur setzen oder legen, und ich sollte sie fotografieren und dann vermarkten. Die sexuelle Samariterin hatte aber ein Problem: sie war schüchtern und konnte die etwaige Kundschaft im Lesben-Club nicht anreden, auch das sollte ich für sie tun, und sie würde danach die Dienstleistungen erbringen. Zuerst stellte sich die Frage, dass für ein derartiges Unternehmen gar kein Startkapital vorhanden war. Der Club und die Kundschaft sehr elegant und betucht, also musste eine Klamottata-Ausstattung her, und für unsere Möchtegern-Prosti etwas ästhetische Hilfe.
Dann aber das Kardinal-Problem: WEN sollte ich ansprechen? Diejenigen, die MIR gefielen oder diejeniegen, die IHR gefielen? Zusätzlich war auch ich sehr schüchtern, es wäre also nur mit Empfehlung der Leiterin des Clubs gegangen, welche sich weigerte und sagte, sie sei kein Bordell und Lesben hätten Pornografie nicht nötig. Inzwischen aber doch wohl?
Unsere Pionierin hatte noch ein drittes Attentat auf Lager: sie sollte den ersten feministischen Cartoon zeichnen. Sie konnte aber nicht zeichnen, also sollte ich es tun!!
Ein bisschen happig, aber die Ideen gingen ihrer Wege und wurden verwirklicht: In einem Lesben-Foto-Band steckt eine Frau ihre lange Nase in den Popo einer anderen. Ist das Porno? oder ein kindischer Witz? Wer weiB mehr?

Lena Vandrey  on  08/20  at  12:59 PM

@ lena - alles sehr interessant !
diese ideen gingen überall auf wandERschaft. schon 1993 stampfte die prostituierte laura meritt in deutschland ein lesbenbordell aus dem boden, aber wartete vergebens auf den gewünschten boom; die weibliche kundschaft blieb fast aus. die frauen kamen nicht.
obwohl lustförderndes spielzeug, pink- und lilafarbene penismodelle in madonnen- oder delphinform, fesseln, etwas sado-maso und anderes gedöns auf die neugierigen wartete.
damals noch konnte eine mitarbeiterin von emma froh verkünden: das projekt sei ein gespinst, für das kein bedürfnis besteht, frauen hätten nicht die allmachtsgedanken der männer, frauen zu kaufen.
auch der sprung von laura meritt in die horizontale geschah aus nüchternem kalkül (so der focus). nachdem diese von männern satt und platt, musste eine bis dato bestehende marktlücke geschlossen werden:  der kauf von frauen durch frauen. nachdem das projekt scheiterte, hiess es von meritt ” frauen kaufen lieber einen kühlschrank als guten sex.”
hmmm - guter sex? wie sieht der für die frau mit dem hang zur romantik aus? lieber keinen sex als mit laura guten, unverbindlichen sex! alles sehr einseitig - ich käme mir vor wie eine patientin auf dem op-tisch, die auf knopfdruck funktionieren soll mit einer botin (die vielleicht zwischendurch mal auf die uhr schaut), von der ich nachts nicht mal träume, und für das geschehene auch noch blechen soll. also shake hands, ein kurzer, vielsagender augenaufschlag, die zigarette danach und das war`s dann?
ich wundere mich, wie frauen in dem job das schaffen? sie sind den tausendfachen unverbindlichen sex gewohnt.  “der sprung i.d. horizontale geschah auch bei meritt aus nüchternem kalkül. jobs in sexbars, edelbordellen, als callgirl - um die rente zu sichern (l. merrit- heute u.a. chefin von sexclusivitäten, berlin, escort-service)
wie heute das geschäft mit den sog. feminist.  pornos sprudelt, weiss ich nicht. immerhin durfte frau meritt 2009 den 1. europ. feministischen porno-preis in berlin übermitteln. filme mit höherem niveau, nachdem die mitinitiatorin der poryes-bewegung annie sprinkle früher verkündete “die antwort auf schlechten porno lautet nicht gar kein porno, sondern mehr porno.”  klar, sie kommt ja auch aus der potenten industrie.
nur, ob sie - wie groß angekündigt und gewünscht - die jungs damit aus der schmuddelecke holen, glaube ich nicht. die realität auf dem markt sieht völlig anders aus; die industrie boomt, die generation porno hat freien zugang über das internet zu den übelsten darstellungen von frauen-verachtung . überall klingeln die kassen und der körper samt körperteile, körperöffnungen steht auch hier wie dort nur im zeichen des profits und nun auch mit einem bio-siegel `feministisch`...
lg anne  
http://www.focus.de/politik/deutschland/lesbenbordell-frauen-wollen-nicht-freier-sein_aid_140159.html

anne  on  08/20  at  08:58 PM

@ Anne:
Das sind ja Nachrichten! Wir sitzen hier echt wie die Naiven vom Dienst, regelrechte Unschuldslämmer, und bewundern Dein vieles Wissen in jeder Sparte. Es ist stupend! Nur einmal sahen wir im TV eine Art von Bordell mit einer schüchternen KV als Kundin, und die Sexpertin zog sich auf Klein-Mädchen an, eine schon etwas pädophile und auch traurige Szene. Den Ausdruck KV gibt es wohl nicht mehr, oder?
Ob Einsamkeit und Lesben-Misere durch dummdreiste Geschmacklosigkeiten zu bekämpfen ist, wage ich fürs Erste zu bezweifeln. Die Sache hat ja nichts Eigenartiges an sich und Träume und Fantasie sind ausgeschlossen.
Es gibt die Geschichte einer Frau, welche im Auto sich eine Hartwurst in die Vagina einführte, davon Scheiben absäbelte und sie der Fahrerin in den Mund steckte. Beide lachten bis zum beinahe Ersticken. Auch gibt es Auberginen mit Condom zum Gebrauch. Das alles ist mehr Jux als Lust, und eine Verhohnepiepelung des Phallischen, wo auch immer. Eine Malerin beklagte sich über zu viel Erfolg bei ihresgleichen und sagte: Denken die denn, ich mache es ihnen mit Pinseln? Ja, warum nicht? Pinsel, Taubenfedern, ein angebissener Pfirsich! Das kann kein Bordell bieten, das entsteht aus der Begegnung von geistreichen, humorvollen Köpfen und nicht aus dem genitalen Ernst, an den die Industrie vorgibt zu glauben. Lustig-lesbisch wäre ein Gegenpart, an Humor haben wir nie genug!
Aber mein Lesben-Witzbuch “Kuhle Dschooks für taffe Läsben” wollten die Lesben nicht drucken. Es sei lesbenfeindlich, war die allgemeine Ansicht.
Sehr witzig!

Lena Vandrey  on  08/21  at  10:04 AM

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Hedwig Dohm