Harriet Hosmer

(Harriet Goodhue Hosmer; Hatty Hosmer [Kosename])

geboren am 9. Oktober in 1830 Watertown, Mass.
gestorben am 21. Februar in 1908 Watertown, Mass.

amerikanische Bildhauerin

100. Todestag am 21. Februar 2008


Werke von Harriet Hosmer

BiografieZitateLinksLiteratur

Biografie

1862 wird auf der Weltausstellung in London die monumentale Marmorplastik Zenobia in Ketten gezeigt, die überlebensgroße Darstellung einer syrischen Herrscherin. Die bewunderte Schöpferin dieses Werkes ist die amerikanische Bildhauerin Harriet Hosmer, die wie viele andere Künstlerinnen ihrer Generation in Rom ihr »Paradies« gefunden hatte.

Hosmer ist noch ein Kind, als ihre Mutter und ihre Schwester an Tuberkulose sterben, und ihr Vater, ein Arzt, hält sie an, sich durch körperliche Tätigkeit und sportliche Aktivitäten abzuhärten. Sie entwickelt sich zu einer couragierten Bergsteigerin – sogar ein Berg in Missouri ist nach ihr benannt – und fasst schon früh den ungewöhnlichen Entschluss, Bildhauerin zu werden, wobei ihr Vater sie unterstützt. Konsequent verfolgt sie ihr Berufsziel, studiert an der Medical School in St. Louis Anatomie und reist schließlich mit 22 Jahren nach Rom.

In dem englischen Bildhauer John Gibson findet sie einen ausgezeichneten Lehrer und ist schon bald so unabhängig, dass sie sich ein eigenes Atelier leisten kann. Die Themen ihrer frühen Arbeiten sind mythologische und historische Frauenfiguren (Daphne, Medusa, Beatrice Cenci, Zenobia). Eines ihrer bekanntesten Werke ist der Puck aus Shakespeares Sommernachtstraum: ein geflügelter Knabe, der - auf einem Fliegenpilz sitzend - mit Käfern und Eidechsen spielt. Die Plastik trifft den Zeitgeschmack, der Prince of Wales kauft das Original und Hosmer fertigt noch dreißig Kopien, mit deren Verkauf sie eine stattliche Summe verdient.

Sie genießt die künstlerischen Anregungen in Rom in vollen Zügen ebenso wie ihre persönliche Unabhängigkeit. Um sich die Arbeit zu erleichtern, trägt sie Männerkleidung und eine praktische Kurzhaarfrisur. Ihr Atelier wird zum Treffpunkt der neoklassizistischen amerikanischen Bildhauerinnen, denen das geistige Klima in den USA damals wenig Entwicklungsmöglichkeiten bot. Zu Hosmers Bekanntenkreis gehören die englische Schriftstellerin Elizabeth Barrett-Browning und ihr Mann Robert, die Königin von Neapel und der russische Zar. Sie pflegt intensive Kontakte zu Aktivistinnen der Sklaven- und Frauenbefreiungsbewegung und verbringt ihr ganzes Leben halb in Europa und halb in den USA.

Ihr unter künstlerischem Aspekt eher konventionelles Werk zählt weniger als die von ihr vorgelebte weibliche Unabhängigkeit:

»Ich habe Achtung vor jeder Frau, die genug Mut besitzt, die ausgetretenen Pfade zu verlassen … und sich, wenn es sein muss, auslachen zu lassen.«

Renate Rochner

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Zitate

I can be happy anywhere, with good health and a bit of marble.
(Harriet Hosmer, gefunden hier)



Even if so inclined, an artist has no business to marry. For a man, it may be well enough, but for a woman, on whom matrimonial duties and cares weigh more heavily, it is a moral wrong, for she must either neglect her family, or her profession.
(Harriet Hosmer, gefunden hier)



Hosmer, Harriet, amerikan. Bildhauerin, geb. 6. Okt. 1830 in Watertown (Massachusetts), bildete sich bei dem Bildhauer Stevenson in Boston, dann in St. Louis, bereiste den Westen Nordamerikas und gründete ein Atelier in ihrer Vaterstadt, wo sie ihre ersten Arbeiten schuf. 1852 ging sie mit ihrem Vater nach Europa und wurde in Rom Schülerin Gibsons, unter dessen Leitung sie zunächst einige Werke älterer Meister nachbildete. Ihre eignen Schöpfungen hatten wegen ihres kräftigen, energischen, fast männlichen Charakters große Erfolge, z. B. Puck auf einem Pilz, den sie wegen seines Humors oft wiederholen mußte, ein schlafender Satyr, ein erwachender Satyr, eine Sirene als Brunnenmodell, Beatrice Cenci, eine gefesselte Königin Zenobia und die Bronzestatue des Staatsmannes Thomas Benton in St. Louis. Sie lebt in Rom.

[Lexikon: Hosmer. Meyers Großes Konversations-Lexikon (1905), S. 87519
(vgl. Meyer Bd. 9, S. 573)
http://www.digitale-bibliothek.de/band100.htm ]

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Links

Bolton – Lives of Girls Who Became


1 Bolton, Sarah Knowles: Lives of Girls Who Became Famous. Harriet G. Hosmer. Zuletzt geprüft am 14.02.2008.

Byrd – Hosmer, Harriet Goodhue 1830-1908


2 Byrd, Jeffery: Hosmer, Harriet Goodhue (1830-1908). glbtq – an encyclopedia of gay, lesbian, bisexual, transgender, and queer culture. Zuletzt geprüft am 14.02.2008.

Find A Grave Memorial – Harriet Hosmer


3 Find A Grave Memorial: Harriet Hosmer. Zuletzt geprüft am 14.02.2008.

Fryd – The ghosting of incest


4 Fryd, Vivien Green: The »ghosting« of incest and female relations in Harriet Hosmer’s Beatrice Cenci. In: The Art Bulletin vom Juni 2006. Zuletzt geprüft am 14.02.2008.

Harvard Magazine – Immortal Hands  July-August 2004


5 Harvard Magazine: Immortal Hands (July-August 2004). Tiny, but iconic. Zuletzt geprüft am 14.02.2008.

National Museum of Women in the Arts – Harriet Goodhue Hosmer


6 National Museum of Women in the Arts: Harriet Goodhue Hosmer. Zuletzt geprüft am 14.02.2008.

The New York Times – Archive Search for Harriet Hosmer


7 The New York Times: Archive Search for »Harriet Hosmer«. Zuletzt geprüft am 14.02.2008.

Wikipedia – Harriet Hosmer


8 Wikipedia: Harriet Hosmer. Zuletzt geprüft am 14.02.2008.

WorldCat.org – Harriet Hosmer


9 Harriet Hosmer. Wissenschaftliche Arbeiten und Aufsätze über Harriet Hosmer (Ergänzung zu den Literaturangaben in der Hosmer-Fembiografie). Zusammengestellt von Almut Nitzsche. WorldCat.org. Zuletzt geprüft am 14.02.2008.

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Literatur


Quellen

Berger 1987 – Und ich sehe nichts

James, James et al. (Hg.) 1971 – Notable American women



Berger, Renate (1987): »Und ich sehe nichts, nichts als die Malerei«. Autobiographische Texte von Künstlerinnen des 18. – 20. Jahrhunderts. Frankfurt am Main. Fischer-Taschenbuch-Verl. (Fischer-Taschenbücher Die Frau in der Gesellschaft, 3722). ISBN 3-596-23722-X.
(Suchen bei Amazon | Eurobuch | WorldCat)



Heller, Nancy G. (1989): Künstlerinnen. Von der Renaissance bis zur Gegenwart. (=Women artists). Aus dem Englischen von Gisela Hossmann. Köln. vgs (Meisterwerke). ISBN 3-8025-2186-2.
(Suchen bei Amazon | Eurobuch | WorldCat)



Hosmer, Harriet Goodhue; Carr, Cornelia (1912): Harriet Hosmer letters and memories. New York. Moffat Yard and company.
(Suchen bei Amazon | Eurobuch | WorldCat)



James, Edward T.; James, Janet Wilson; Boyer, Paul S. (Hg.) (1971): Notable American women. 1607-1950. A biographical dictionary. Cambridge Mass. Belknap Press of Harvard University Press. ISBN 0-674-62731-8.
(Suchen bei Amazon | Eurobuch | WorldCat)

Markus 2000 – Across an untried sea

Merrill 1999 – When Romeo was a woman

Sherwood 1991 – Harriet Hosmer



Markus, Julia (2000): Across an untried sea. Discovering lives hidden in the shadow of convention and time. New York. Knopf. ISBN 0-679-44599-4.
(Suchen bei Amazon | Eurobuch | WorldCat)



Merrill, Lisa (1999): When Romeo was a woman. Charlotte Cushman and her circle of female spectators. Ann Arbor. University of Michigan Press (Triangulations).
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Sherwood, Dolly (1991): Harriet Hosmer. American sculptor. 1830-1908. Columbia. University of Missouri Press.
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Weiterführende Literatur

Bentz, Mayer (Hg.) 1993 – Women's power and roles

Blashfield 1996 – Women inventors

Bolton 1886 – Lives of girls who became



Bentz, Valerie Malhotra; Mayer, Philip E. F. (Hg.) (1993): Women’s power and roles as portrayed in visual images of women in the arts and mass media. Enthält: Harriet Hosmer, the »white, marmorean flock», and 19th century sculpture von Nancy A. Brooks. Lewiston NY. E. Mellen Press. ISBN 0773493298.
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Blashfield, Jean F. (1996): Women inventors. Darin: Kapitel 3 – Catherine Greene, Madame C.J. Walker, Harriet Hosmer, Yvonne Brill, Nancy Perkins. Minneapolis. Capstone Press. ISBN 1560652772.
(Suchen bei Amazon | Eurobuch | WorldCat)



Bolton, Sarah Knowles (1886): Lives of girls who became famous. Enthält Kapitel Harriet G. Hosmer. New York. Crowell.
(Suchen bei Amazon | Eurobuch | WorldCat)

Egermeier 1930 – Girl's stories of great women

Hawthorne 1988 – Der Marmorfaun

Oles 2006 – Waking stone



Egermeier, Elsie E. (1930): Girl’s stories of great women. Enthält Beitrag über Harriet Hosmer. Anderson Ind. The Warner press.
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Hawthorne, Nathaniel (1988): Der Marmorfaun. Roman. (=The marble faun or the romance of Monte Beni). Hosmer soll das Vorbild für die Romanfigur Hilda sein. Frankfurt am Main. Insel-Verlag (Insel-Taschenbuch, 1043). ISBN 3-458-32743-6.
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Horton, Edith (1914): A group of famous women. Stories of their lives. Enthält ein Kapitel über Harriet Hosmer. Boston New York. D. C. Heath and company.
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Oles, Carole Simmons (2006): Waking stone. Inventions on the life of Harriet Hosmer. Fayetteville. University of Arkansas Press. ISBN 9781557288257.
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Parkman, Mary Rosetta (1931): High adventurers. Enthält: The friendly sculptor – Harriet Hosmer. New York, London. The Century co.
(Suchen bei Amazon | Eurobuch | WorldCat)


Bildquellen

glbtq
Ask Art
The Art Institute of Chicago
Mildred Lane Kemper Art Museum
Carlsen Gallery
Harvard Magazine

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