Gegen die “korrigierende Vergewaltigung”

Ich bekomme viele Emails, die mich auffordern, gegen Missstände zu protestieren und für wichtige Anliegen einzutreten. Viele Aufrufe bekomme ich gleich mehrfach. Letzte Woche wurde ich insgesamt 16mal gebeten, gegen die sogenannte „korrigierende Vergewaltigung“ („corrective rape“) in Südafrika zu protestieren. Ich hatte das schon getan, genau wie vor mir Hunderttausende andere.

Falls Sie noch nicht protestiert haben, können Sie die entsprechende Seite von Avaaz.org gleich aufsuchen und mit unterzeichnen und den rasanten Zuwachs an Stimmen live beobachten.* Ein kleiner Trost.

Nie zuvor bekam ich so viele Weiterleitungen eines Aufrufs; nie zuvor waren die begleitenden Kommentare so erschüttert und angewidert. Offenbar hatte die Nachricht die Weitersenderinnen unvorbereitet getroffen, sie hatten von diesen Gräueln noch nie gehört.

Joey Horsley hat allerdings bereits vor einem Jahr im Vorwort zu unserem Buch „Frauengeschichten“ auf die Untaten in Südafrika hingewiesen. Sie schreibt:

Wir leben in einer Zeit wachsender Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Beziehungen, zumindest im Westen. […] Aber mit der größeren Sichtbarkeit kommt auch die negative Reaktion, der backlash. In Südafrika, wo die Rechte von Lesben und Schwulen im Grundgesetz verankert sind, werden Lesben „zwecks Umpolung“ von Männerbanden gekidnappt und vergewaltigt.

Und sie verweist auf den Artikel von Rebecca Harrison vom 9. März 2009: “South African gangs use rape to “cure” lesbians”.

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Die barbarische Praxis ist also schon jahrelang im Gange und seit mindestens zwei Jahren bekannt - wie schön, dass Avaaz.org nun eine Kampagne startet nach den vielen Rettungsversuchen für Bienen, das Klima und wer weiß was noch.

Trotzdem: Besser spät als nie.

Die „korrigierende Vergewaltigung“ ist nicht etwa eine Erfindung der kruden Neuzeit oder Südafrikas. Der aufgeklärte Westen fand auch schon immer, dass eine Lesbe nur mal gut durchgefickt werden müsste, um zur Vernunft gebracht zu werden. Zur Not muss lesbe eben zu ihrem Glück gezwungen werden.

Was aber ist mit den armen Schwulen? Wo finden sich die selbstlosen Frauengangs, die sie mal „gründlich durchficken“ und durch aufopfernden Körpereinsatz zu guten Heterohs umfunktionieren? Wo bleibt die korrigierende Vergewaltigung für Schwule?

Solche Frauengangs gibt es nicht. Die Vergewaltigung von Männern als Volkssport hat unter Frauen noch nicht recht Fuß fassen können.

Wie wäre es dann ersatzweise mit „korrigierender Kastration“?

Alles zu unsicher, scheint mann in Uganda zu denken. Besser kurzen Prozess machen: Todesstrafe für Lesben und Schwule.

Tatsächlich plante Uganda die Einführung der Todesstrafe für Lesben und Schwule; auch dagegen hat Avaaz.org eine Kampagne gestartet.

Das Ergebnis dieser mittelalterlichen Politik in Uganda ist die Anerkennung des Lesbisch- oder Schwulseins als Asylgrund in westlichen Staaten. Aktuell ist der Fall Brenda Namiggade in London. Man glaubt ihr nicht, dass sie lesbisch ist. Nun - wie soll sie das beweisen? Ein delikates Problem. Ihr Anwalt betont mit Recht, dass das nun gar keine Rolle mehr spielt. Eben wegen der Diskussion in den Medien sei ihr Leben auf jeden Fall in Gefahr, würde sie nach Uganda abgeschoben.

Wenn diese arme Uganderin nun in England als Lesbe Asyl bekommt, ist damit ihr Problem natürlich nicht gelöst. Jederzeit kann es auch braven Briten einfallen, sie mal „gut durchzuficken“, egal aus welchem Grund. Frausein genügt.

Zwar mag England für eine Frau/Lesbe im Moment sicherer erscheinen als Uganda oder Südafrika. Oder Afghanistan. Pakistan. Kongo. Mexico. Indien. Sudan. Iran. Etc.

Aber gegen die “Heimatlosigkeit der Frau im Patriarchat” (Christa Mulack) hilft auf die Dauer nur Power: Intelligente Bevölkerungspolitik, Abbau des Männerüberschusses** durch korrigierende Abtreibung (corrective abortion). Weniger ist mehr.
_______________
*Sie können bei der Gelegenheit auch gleich die Kampagne „Stand with the people of Egypt“ unterzeichnen.

**Statistisch gesehen fehlten im Jahre 2007 70 Millionen Frauen. Inzwischen dürften es wieder etliche Millionen mehr sein. Schuld sind die selektive Abtreibung weiblicher Föten, besonders in China, die gezielte Benachteiligung von Mädchen und Frauen (schlechtere Ernährung, Hygiene, Gesundheitsfürsorge usw.) und die Verbrechen der Männer gegen Mädchen und Frauen (Sexindustrie). (Vgl. Christine Ockrent. Hg. 2007. Das Schwarzbuch zur Lage der Frauen: Eine Bestandsaufnahme [=Le livre noir de la condition des femmes]. Aus dem Franz. von Enrico Heinemann. München; Zürich. Pendo.)

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# | Luise F. Pusch am 01/30 um 06:04 PM

Ja genau! So abscheulich die Zustände in vielen ärmeren Ländern sein mögen, finde ich es wichtig, darauf hinzuweisen, dass das keine Erfindung der “unzivilisierten Neger” ist. Dass eine Lesbe entweder einfach zu hässlich ist um einen Mann zu finden oder eben nur noch nicht richtig gefickt wurde, ist auch in Westeuropa eine weit verbreitete Meinung. Wir haben kein Recht, vom unbefleckten Elfenbeinthrone aus kopfschüttelnd auf diese “Wilden” herab zu sehen. Sexismus ist international und muss international mit geeinten Kräften bekämpft werden!

Kalinka  on  01/30  at  09:06 PM

sicher vor vergewaltigern sind wir frauen/lesben in keinem land. und das bedeutet, dass wir uns nicht wirklich frei und unbeschwert in der öffentlichkeit bewegen können.
ganz provokant gesagt,  müsste es eigentlich heissen: ” über männer abends eine ausgangssperre verhängen…” - frauen wollen auch mal ohne angst vor sex. anmache, nötigung und (verbalen) übergriffen leben können. 
vergewaltigen ist in südafrika ein volkssport.
mehr als ein viertel von allen erwachsenen südafrikanern haben lt. studie (2009)schon einmal eine frau vergewaltigt. `schädliche männlichkeits-botschaften` werden vermittelt, die männern ein `recht auf sex` oder eine grössere anzahl an freundinnen zugestehen. lust an der macht sei ein häufiges motiv vieler vergewaltigungen. für eine in südafrika geborene frau ist die wahrscheinlichkeit, sexuell missbraucht zu werden höher als die, lesen und schreiben zu können. 

sogar der südafrikanische präsident zuma (genannt der schwarze berlusconi) wurde wegen vergewaltigung und korruption angeklagt, aber nie verurteilt.

in uganda kam es bei der beerdigung eines ermordeten schwulen menschenrechts-aktivisten zu einem eklat. “vernichtenswerte sünderInnen” wurden die trauernden (lesben und schwule) von einem anglikanischen geistlichen genannt. auch dort gibt es eine hatz auf lesben und schwule . 
im kongo/angola/ruanda fanden/ finden massenvergewaltigungen (2010 ca. 15ooo) statt. verbrechen als racheakt, und die dunkelziffer ist weitaus höher. 
sexuelle gewalt in alaska. auf eine gemeldete kommen neun, die nicht angezeigt werden. auch dort heisst es lt. studie `von drei frauen hat mind. eine in ihrem leben schon sexuelle gewalt erlebt.`

auch in china werden jetzt immer mehr frauen verschleppt und zur prostitution gezwungen, weil männer als sog. freier den markt bestimmen und für die nachfrage garantieren. 

lt. presse wird in den u.s.a vergewaltigung nur selten strafrechtlich verfolgt. nach angaben von juristInnen/strafverfolgerInnen gehört dieses verbrechen zu den am seltensten erfassten und geahndeten; 15-20 der fälle werden überhaupt gemeldet und 15 von 16 vergewaltiger kommen straffrei davon.

und diejenigen, die sich genüsslich in den heimischen vier wänden zur sexuellen befriedigung pornografien mit gewaltinhalten bis hin zu massenvergewaltigungen an frauen anschauen, sind auch nicht anders .....

mio-fach erleiden frauen/mädchen sexuelle verbrechen durch ihre männlichen peiniger . homophobie wird auch tag-täglich vor `unserer europ. haustür` gelebt -  viele lesben und schwule wagen gar nicht erst sich zu outen.
sex. terrorismus durch männer an frauen hat eine lange tradition und ist die waffe, um männliche dominanz und macht zu signalisieren. hinzu kommt, dass die täter kein unrechtsbewusstsein haben und        
sex. verbrechen allgemein verharmlosen.

ja, sexismus ist international, aber sexismus hat auch ein `geschlecht` !

http://www.taz.de/1/politik/afrika/artikel/1/wie-wilde-tiere/

Anne  on  01/30  at  10:25 PM

Ja, liebe Luise, Frau sein genügt, um mit “gutem” Grund vergewaltigt zu werden. Selbständige Frauen werden grundsätzlich von Männern in jene Gruppe eingeteilt, denen ein “echter Mann einmal den Meister zeigen müsste”, die “einmal richtig zugeritten werden sollten”. Und wenn dann eine nicht ganz Vogelscheuche ist, also eigentlich einen “abgekriegt” haben sollte, sagt mann ihr das noch mit über 60 ins Gesicht! Was wollen die Kerle damit erreichen? Dass FRauen sie dann lieben? Wenn die Folgen für Frauen nicht furchtbar wären, könnte frau sich nicht mehr einkriegen vor Lachen über soviel Dummheit.

Was die Massenvernichtung von weiblichen Föten in Indien und China betrifft, so reden Zahlen von 80 Millionen (Indien) und 120 Millionen (China) Frauen, die fehlten. Frau darf sich nicht vorstellen, was das an Aggression und Frauenhass bedeutet. Was sagte Einstein über Dummheit und Unendlichkeit? Die Dummheit der Menschen ist unendlich - und mit Menschen MUSS er die Männer gemeint haben.
lg
Dürr

Dürr  on  01/30  at  10:29 PM

Doch, es gibt noch einige Flecken auf der Erde, auf denen Frauen keine Angst vor Vergewaltigern haben müssen - bei den Völkern mit matriarchalen Gesellschaftsstrukturen. Völker wie die Khasi kennen noch nicht einmal ein Wort für diese schändliche Tat. Patriarchale Gesellschaften dagegen gründen sich auf Vergewaltigungen, zumindest was ihre Mythen (wie Zeus) und monotheistischen Religionen angeht. Da ist es schon fast ein Wunder, dass mittlerweile nach langen Kämpfen durch Frauengruppen bei uns sogar Vergewaltigung in der Ehe ein Verbrechen ist. Wir werden wohl noch weiter kämpfen müssen, ohne Föten mit einem Y - Chromoson abzutreiben. LG, Gudrun

Gudrun Nositschka  on  01/30  at  11:30 PM

@dürr… alle männer als dumm zu bezeichnen hilft natürlich sehr viel bei der überwindung der männlichen schandtaten. aber solange das weltbild so einfach ist, ist ja alles gut.

und von massenvernichtung kann man hier ebenso nicht sprechen. war es nicht auch die frauenbewegung die die wortwahl der abtreibungsgegner kritisierte, weil sie z.b. von tötung sprach? aber hier ist natürlich alles ganz anders…

sprechen sie denn auch vonmassenmorden in deutschland an föten mit behinderungen? vermutlich nicht.

boxi  on  01/31  at  12:33 PM

@“Corrective rape”: Wie kann Brenda Namigadde beweisen, dass sie lesbisch ist?
Die Justiz hat doch sonst immer die Psychiater dabei und fordert sie auf, die Sexualmörder zu entschuldigen - und diesmal kein G u t a c h t e n für ein potentielles Opfer toll gewordener Männer? Die Psychiatrie hat es doch sonst immer so eilig, eine Deviation von der Norm festzustellen zum Schaden von Lesben? Und diesmal nicht?
“Corrective abortion” wäre die richtige Sache, aber das Gegenteil ist der Fall. Alle In-vitro-Kinder, auch von lesbischen Müttern, sind männlich, da die Spermien in diesem Sinne aussortiert werden. Zuerst einen Jungen, dann Zwillingsjungen. Von Mädchen keine Spur. Frauen stellen ihre Vergewaltiger selber her, und die Kunst, Mädchen zu machen, scheint in Vergessenheit geraten zu sein, oder umgekehrt, die Alten kannten die Weise, eher K E I N E zu bekommen.
“Corrective castration”: Die Kastration von Sexualverbrechern wurde im französischen Parlament erwogen. Ein früherer Justizminister schrie daraufhin im TV, dass niemals an die Integrität des Menschen in diesem Lande gerührt würde. Hunderte von afrikanischen Mädchen werden in Paris verstümmelt, dagegen hat er N I E geschrien. Wir wollten unser Erbe der UNICEF überlassen, damit S I E d a g e g e n kämpft. Es erwies sich als unmöglich: ein derartiger S o n d e r f a l l ist nicht vorgesehen!! Das Geld soll für kleine Jungen auf Madagaskar dienen…
In unserem besseren Westen gibt es genau das gleiche Unheil und Gewalttäter gegen Lesben werden äußerst milde bestraft. In einem Fall wurden vier Vergewaltigungen gar nicht bestraft - nur der Diebstahl eines Zeltes und anderer S a c h s c h a d e n !!
Selbst wenn in Frankreich nicht die Zustände wie in Uganda herrschen, so finden sich Lesben immer wieder mit sprachlicher Gewalt konfrontiert.
Eine Lesbe ist “une vieille fille mal baisée”, eine schlecht gefickte alte Jungfer. Lesben bleiben im Sprachgebrauch immer Mädchen = filles, was auch der Ausdruck für Prostituierte ist.
Ich wurde auf der Sparkasse gegen meinen Willen als Mademoiselle = Fräulein eingeschrieben, und meine Freundin und ich sind “les filles”, und sollten wir neunzig werden, wird sich das nicht ändern.
Andererseits gibt es stolze Frauen, die auf dem Titel “Fräulein” bestehen, weil er eindeutig besagt, dass sie mit Männern nichts zu tun haben. Das aber können sie sich erst im Alter erlauben, denn vorher gibt es die neckisch-libidinöse Frage, von männlicher Seite, “Madame oder Mademoiselle?”, die mit Madame beantwortet werden muss, sprich: Ich bin Hetera und mein Kerl wird dich verhauen!
Sollte eine Lesbe einmal ein Problem haben - natürlicherweise haben wir keine - so heißt es gleich: Die braucht mal einen dicken PAF (Schwanz) und ein paar Gören am Hals. Das regelt alle Probleme.
Und das ist auch die Meinung von Frauen, die nur einen einzigen Satz kennen: Mein Mann, mein Sohn!
Richtige Bevölkerungspolitik kann nur stattfinden, wenn Frauen, vor allem in maßgeblicher Situation, sich von ihrem “Sohnes-Bonus” trennen und homosexuelle und unverheiratete Frauen als gleichwertig anerkennen. Und wenn lesbische Mütter die Freundlichkeit hätten, weibliche Babies zu fordern.
Ansonsten gibt es nur: Asyl-Grund: Lesbe!
Aber kriegt das mal hin!!

Lena Vandrey  on  01/31  at  04:22 PM

wie sie beweisen soll, dass sie lesbisch ist? vielleicht gibt es ja wie bei schwulen entsprechende “phallometrische tests”, nur halt für frauen. witz beseite, wegen mir soll sowieso einfach jeder eingebürgert werden, erst recht wenn er aus einem land kommt, in dem homosexuelle verfolgt werden.
und in vielen ländern “der westlichen welt” geht es ja auch ohne entsprechende “beweis-tests”...

boxi  on  02/01  at  01:00 AM

@Boxi
Auf Boxis Idee von “Lesben-Tests” möchte ich zart anfragen, was das denn sein könnte? Bilder von Lesben-Porno und Dildo-Stillleben?
Aber wenn das unsere Kandidatin ganz kalt lässt? Oder wenn sie nur mal kurz durch die Nase lachen muss?
Und wie soll die Psychiatrie das denn interpretieren? Frigidität und Hysterie gibt es bei Lesben nicht!
Und die Referenz mit den Schwulen und dem Phallozentrismus ist sowieso eine unglückliche Allianz. Immer in dem gleichen Eimer mit denen zu sein, und immer s i e zuerst? Also, Vulvazentrismus als Antwort?
Einfache Gespäche mit Psychologinnen oder Psychiaterinnen genügen völlig. Ob selbige nun Lesben oder Heteras sind, die Antwort wird positiv ausfallen für UNSEREINS!

Lena Vandrey  on  02/01  at  06:50 PM

@Boxi: Lesen sollte mann halt schon können! Ich habe von Vernichtung und nicht von Tötung geschrieben.
Was die Ausschaffung der Uganderin betrifft, so geht es dort nicht um Lesbe oder nicht, sondern schlicht um Rassismus.
lg Dürr

Dürr  on  02/02  at  12:37 AM

@dürr… ich habe ihnen den begriff “tötung” nicht in ihren mund gelegt. jedoch nimmt der begriff massenvernichtung bei ihnen eine ähnliche funktion ein, wie tötung bei abtreibungsgegnern. meinesachtens sind beide nicht “richtig”. zu der uganderin habe ich nichts anderes gesagt.

boxi  on  02/03  at  01:08 AM

Angesichts der entsetzlichen berichte aus dem patriarchat, siehe oben, frage ich mich, ob meine söhne so etwas tun würden. Nein, nein, gewiss nicht - sie haben ja eine feministin als mutter, sind informiert und mehr nach mir orientiert als nach ihren vätern. Trotzdem: Kann ich wirklich ausschließen, dass sie einer frau gewalt antun? Nein. Sie sind normale Männer. Soll ich kleinlaut hoffend davon ausgehen, dass sie, meine söhne, so etwas wirklich nicht fertig bringen?
Hoffnung ist feigheit, sagte bereits Günter Anders. Wider besseres wissen zu hoffen ist feige. Bin ich feige? Sind frauen, die ihnen nahe stehenden männern vorausgeben, dass sie besser sind, als der rest, feige? Die vorstellung, meine söhne könnten eine frau vergewaltigen, macht eine Medea aus mir. Das patriarchat macht aus mir eine mörderin - in meinen gedanken.
Die gesetze des patriarchats schützen nicht uns, sie schützen die fortsetzung der gewalt, die uns tag für tag und, wie wir hören, fast überall angetan wird. Wenn ich von corrective rape höre, ertappe ich mich dabei, mit einem aufruf zu corrective revenge zu antworten.

Bridge  on  02/03  at  01:02 PM

“vergewaltigte frauen sind selbst schuld” , das denken sehr viele männer, und nicht nur aus anderen kulturkreisen. so auch der fall in oslo ,  als junge migranten aus somalia zum spass in gruppen 1o junge frauen vergewaltigt haben (2007). da diese verbrechen an frauen zum alltag gehörten, wurden junge moslems aus dem senegal, somalia befragt - das ergebnis war schockierend. diese typen sagten in die mikrofone , die norwegischen mädchen seien an den vergewaltigungen selbst schuld. wenn sie sich nicht züchtig verhüllen, dann senden sie an die jungen das signal `fick mich`. dies ist auch die sichtweise vieler aus diesem islamischen kulturkreis .
in australien plärrte der oberste mufti in einer predigt (2007), vergewaltigungsopfer sind selbst schuld, wenn sie kein kopftuch tragen.
auch dort fanden regelrechte vergewaltigungs-epidemien statt von einer libanesisch-muslimisch-  vergewaltigungs-gang.
ebenso in schweden ist die vergewaltigungsrate sehr hoch. die täter kommen überwiegend aus marokko, tunesien, algerien, libyen.
tournantes werden in frankreich junge frauen genannt, die kollektiv von migranten vergewaltigt werden. alles keine einzelfälle.
nach angaben der norweg. zeitung dagbladet kamen schon 2oo1 65 % der vergewaltiger im land aus dem islam. kulturkreis. grund für den unverhältnismässig hohen anteil von mitbürgern a.d. kulturkreis ist, dass i.d. heimatländern vergewaltigungen selten bestraft werden,  weil dort die auffassung vertreten wird, daß die frauen für die vergewaltigung verantwortlich sind.
pakistan, ein typisch islamisches land, wo mehr als 90 % einwohner muslime sind: nach angaben pakistanischer zeitungen sind in punjab 68 % aller minderjährigen mädchen und 32 % aller kleinen jungen opfer von vergewaltigungen (quelle: internet).
beim googeln zum thema `vergewaltigungen/korrigierte vergewaltigung ` tun sich abgründe auf, in welchem ausmass weltweit männer kont. vergewaltigungen gegenüber mädchen/frauen ausüben. 
“erziehungsvergewaltigungen” habe ich kürzlich als neue bezeichnung i.d. presse gelesen ...

wenn ich im internet kommentare lese zum thema prostitution, lese ich häufig, mit welchen argumenten männer ihr `recht` auf die `ware frau` einfordern: ihr frauen solltet froh sein, dass es prostitutierte gibt, sonst gäbe es noch mehr vergewaltigungen.  jeder mann also ein potenzieller vergewaltiger?
korrigierende kastrationen wären mehr als gerechtfertigt.. 

auch sprachliche gewalt gegen lesben scheint weiterhin legal zu sein? wenn religiöse fundamentalisten öffentlich homosexualität als eine krankheit definieren, scheint das kein nachspiel zu haben? wenn ein politiker wie herr kauder als konservativer haudegen gleichgeschlechtliche paare beleidigt und herabwürdigt (bei deren nachwuchs sei das kindeswohl gefährdet), gibt`s kein nachspiel. schimpfworte bzw. abwertende bezeichnungen für lesben gibt es zuhauf, mind. 30 habe ich im internet ausfindig gemacht.

lesben beschimpfen scheint auch in der schweiz legal zu sein? lt. artikel von pinc cross (2007) heisst es, “lesben und schwule beschimpfen ist legal. dies bestätigt der entscheid der genfer staatsanwaltschaft . pinc cross und die lesbenorganisation schweiz LOS arbeiten zurzeit an vorschlägen für einen gesetzl. diskriminierungsschutz. keine privilegien doppelverdienender, unfruchtbarer paare. mit diesem plakat-slogan hatte die genfer svp im mai versucht, die umsetzung des eidgenössischen partnerschaftsgesetzes in genf zu verhindern. konkret ging es um die gleichstellung eingetragener paare im erbrecht. homosexuelle seien der gesellschaft in keiner art und weise nützlich, begründete eric bertinant, präsident d. genfer parteisektion, später im fernsehen die kampagne.
eine neuverpartnerte junge lesbe sowie catherine gaillant, präsidentin d. genfer lesbenorganisation lestime, reichten wegen d. plakatkampagne klage ein. der genfer staatsanwalt stellt sich nun auf den standpunkt, daß sich einzelpersonen durch die plakate nicht individuell beschimpft fühlen konnten. zudem verweist er darauf, dass das geltende gesetz nur ethnien, rassen und religionen vor diskriminierung schützt.
die präsidentin von lestime ist damit nicht einverstanden. es gibt in diesem fall ein juristisches niemandsland.” (zitatende)

einfach mal googeln zu “hetze gegen lesben und schwule”. da beginnt es schon mit dem dt. bischof overbeck `das miteinander von mann und frau gehöre zu den moralischen normen, nach denen der mensch sich zu richten hat.`

ja, das patriarchat und Seine gesetze schützen uns nicht - heterosexismus, homophobie blühen ungestört weiter - verstossen täglich gegen die menschenrechte von lesben…
wenn ich richtig informiert bin, machte der vatikan im zusammenwirken mit der konferenz islamischer staaten und starkem lobbying amerik. fundamentalistisch-religiöser gruppen gegen die menschenrechtsresolution mobil (ächtung d. diskriminierung von homosexualität und die beseitigung d. strafvorschriften in vielen mitgliedsstaaten/uno). für die islam. vertreter hiess es: “..die sexuelle orientierung ist kein menschenrechtsthema. wir meinen, dass die annahme einer solchen resolution eine schwere beleidigung der religiösen werte der 1,2 mrd. moslems und der gläubigen anderer weltreligionen wäre…”

llg anne

http://www.zeit.de/campus/2008/01/lesbe-traumata

Anne  on  02/03  at  09:10 PM

@bridge… könnten sie denn für ihre tocher (falls sie eine haben) sicher sein, dass sie nie blut an ihren händen haben wird?

sicher sein kann man sich doch für nichts, trotzdem hoffe ich sehr, dass sie nicht hinter jedem mann einen möglichen verbrecher sehen. ich könnte nicht schlafen, nicht leben.

boxi  on  02/03  at  09:10 PM

@boxi: Ja, Bridge kann zu 98 % sicher sein, dass ihre Tochter kein Blut an ihren Händen haben wird, weil GewalttäteR (MÄNNLICH!!) zu 98 % Männer sind! (Kriminalstatistik aus der Schweiz und aus Deutschland, 2010) Und Vergewaltiger sind naturgemäss und per definitionem MÄNNER! Und diejenigen, die sich am lautesten für die ach sooo armen, wehrlosen Männer wehren, sind meist die allerschlimmsten Moralheuchler, weil sie nämlilch selber Vergewaltiger sind, aber den Vorwurf nicht ertragen wollen. Nein also wirklich!!

@Anne: Interessant ist, wie Männer IMMER die Schuld auf die Frauen schieben: Bei der Erziehung sind die Frauen/Mütter schuld, bei der Vergewaltigung sind die Frauen schuld, bei den Regierungsmitgliedern ist es eine Frau, die den armen Mann zu dem treibt, was er tut… Aber Männer haben ja alles und zu jeder Zeit immer alles im Griff - bloss nicht sich selber. Und: so lange die Männercliquen in Regierungen, Gesetzgebenden/Parlamenten und in der Justiz funktionieren, solange wird gegen die Gewalt gegen Frauen auch nichts passieren. ERst, wenn Frauen mind. die Hälfte aller ParlamentarierInnen, aller Regierungsmitglieder und aller Richter stellen, wird sich etwas ändern, weil dann ENDLICH die Vergewaltiger kastriert werden, so wie man einem Mörder auch die Schusswaffe wegnimmt… Zudem werden dann auch die permanenten Gewaltdarstellungen in allen Medien und zu allen Tages- und Nachtzeiten verboten werden, damit nicht Knaben meinen, dass es erstrebenswert sei, Gewalttäter zu werden. Die Gewaltverherrlichung ist m.E. ein ganz wichtiger Grund für die heutige, immer weiter um sich greifende Gewalt. Was mir allerdings nicht verständlilch ist, ist der Umstand, dass die Männergewalt ja nicht nur FRauen, sondern mindestens so stark (wenn nicht noch häufiger) auch Männer betrifft, und dass die friedfertigen Männer - von denen es mehr gibt als andere - sich nicht gegen die gewalttätigen Geschlechtsgenossen wehren. Kameradschaft gegen Kameradenschwein wird hier voll ausgespielt - und das geht dann zwangsläufig auch gegen Frauen, Schwule und Lesben. Und all die grosse Moralisten, vom Papst über die Regierenden bis hin zu den Mullahs - sie schweigen natürlich, weil sie allesamt selber Dreck am Stecken haben. Frömmigkeit war schon immer der D(r)eckmantel der patriarchalen Religionen… Und Gewalt gegen Frauen eben auch.
lg
Dürr

Dürr  on  02/04  at  12:22 AM

http://fabmatters.wordpress.com/2010/10/18/baby-steps/

Für alle, die mit Sicherheit Töchter haben möchten, gibt es da Informationen. In den Kommentaren. Das ist auch ansonsten eine gute Seite.

Übrigens ist es schon komisch, dass einerseits angenommen wird, Lesben wüssten nicht, was ihnen entgeht, während andererseits gesagt wird, dass nur traumatisierte Frauen zu Lesben werden… Das ist KLUK…

Frau lese Rolf Pohls “Feindbild Frau” und lese dort von einer Studie (1983), wonach 50-75% der männlichen Psychologie-Studierenden eine Frau zu sexuellen Handlungen zwingen würden, wenn sie wüssten, dass sie ganz sicher nicht bestraft würden. Wegen des Ergebnisses wurde die Umfrage mehrmals wiederholt, aber unter 50% ging es nicht. Und frau beachte das bei der Lektüre des Links.

Katharina  on  02/04  at  01:19 AM

@Katharina: Es geht nicht nur den Lesben so, dass Männer grundsätzlich besser wissen, was gut ist für uns. “Männner wollen nur unser Bestes! Aber grad DAS geben wir ihnen nicht!!” (Der Spruch ist von einer prominenten Frau, weiss aber nicht mehr von wem.)Und gut für uns ist das, was für Männer gut ist. Der Rest ist unwichtig! Es hat schliesslich mehr als 2000 Jahren nach dem ominösen Erlöser gedauert, bis Frauen noch immer nicht als Menschen anerkannt sind - (es sei denn, mann darf sie beschimpfen) selbst die Menschenrechtserklärung der UNO ist im generischen Maskulinum geschrieben. Heute noch. Und da wundern wir uns!
lg
Dürr

Dürr  on  02/04  at  11:13 AM

Boxi schreibt an Bridge: “Könnten Sie denn für Ihre Tochter (falls Sie eine haben) sicher sein, dass sie nie Blut an ihren Händen haben wird?”
Dazu kurz und bündig:
Ich hoffe, dass ES NIE IHR EIGENES BLUT sein wird, für diese Tochter der Bridge! Auch nicht das Blut ihrer Freundin, Mutter, Schwester!
Diese larvierte Misogynie ist dumm und hässlich und wohl das erste Thema, das zu bedenken wäre.
Für alles andere wissen wir Bescheid.
Ich antworte also für Bridgens Tochter: “Nein, nicht mein eigenes Blut (!) wird es sein. Aber das der Verbrecher werde ich mit dem klaren Quellwasser der Amazonen wegwaschen, mit dem radikalen Denken vernünftiger weiblicher Menschen.”
Alles andere ist Humbug.

Lena Vandrey  on  02/04  at  08:00 PM

@ Dürr - ich vermute mal, dass sich viele männer   in einem verheterohten männlichkeitsbild wohlfühlen .(pornografische) gewaltfantasien , gewaltverherrlichung i.d. medialen welt (u.a. computerspiele) geben ihnen den letzten kick. schließlich geht es um machtausübung , auch virtuell über frauen. vermutlich gibt es ein kollektives,  geschlechtsspezifisches verständnis untereinander.
hochgradig beleidigt zeigen sie sich nur , wenn frauen mal `zurückschlagen`.

ich zitiere aus `der mann als sicherheitsrisiko, teil 3 `von lfp “es stimmt, es gibt männer, die jede gewalt ablehnen. dabei ist allerdings fraglich, ob sie einen `harmlosen bordellbesuch` überhaupt als gewalt einordnen. und wenn sie angesichts der klagen von frauen beleidigt reagieren, haben sie noch nicht viel begriffen. denn wie die große schweizer feministische theoretikerin iris van roten schon 1958 (sinngemäß) feststellte: jeder mann ist mitglied des herrschenden kollektivs - ob er will oder nicht. mit anderen worten: es herrscht hier strukturelle männergewalt, und sie wird von vielen männern als aufforderung gesehen, ihr herrenrecht auszuüben , sei es zu hause, im bordell oder im beruf.
was ich von einem gewaltfreien mann erwarte, ist aktives engagement, also widerstand. männer, die sich nur `passiv` verhalten oder gar auf proteste der frauen beleidigt reagieren, sind bestenfalls mitläufer.” (zitatende)

tut mir leid, aber die meisten, die ich kenne oder mit denen ich mal in blogs fighte, haben nichts begriffen!

ja, wie sollten all die heterohs geheilt werden?

gedanken dagegen über eine sog. `umpolung` von lesben und schwulen machten sich insb. christl. evangelikale - beim internationalen kongress für psychatrie und seelsorge (2009)z.b. machten sog. `homoheiler` (verfechter einer pathalogisierung von homosexuellen) mit `umpolungsversuchen` auf sich aufmerksam. lt. artikel in die `press com` (2009) heisst es, dass lt. einer studie und einer im britischen fachmagazin `bmc psychiatry`  öffentlichen befragung unter ca. 1328 psychotherapeuten eine relevante anzahl lesben und schwule zur heterosexualität bekehren wollen. viele rechtfertigten die umpolungsversuche mit dem christlichen glauben…
gut gesagt: die frömmigkeit war schon immer der d(r)eckmantel der patriarchalen religionen - und   religiöse fundamentalisten, egal welcher religionszugehörigkeit,  sind/waren wahre meister, mit gezielter gehirnwäsche menschen zu missbrauchen und umzupolen..
grüsse von anne

zur info:
http://www.dji.de/bibs/252_1998Maennlichkeitsbilder.pdf

Anne  on  02/04  at  10:23 PM

@duerr… das der größte teil der straftaten von männerb ausgeht, heist nicht, dass es keine gewalt von frauen gibt. damit soll nichts relativiert werden, aber. wenn man als eltern angst vor den taten der eigenen söhne hat, sollte auch angst um die taten der töchter haben.
aber vielleicht liegt meine meinung dazu auch daran,dass ich nicht viel davon halte a) dinge zu verallgemeinern und b) ängste nach statistiken zu ordnen.

ihre ansicht zur kadtration in allen ehren. wolleb sie allen mördern auch die hände abhacken, oder gleich auch allen dieben? entschuldigung, aber damit stellen sie sich auf eine stufe mit gruppierungen wie den taliban o.ä. ich hoffe das war nicht ernst gemeint.
ich habe seit langem nichts über “arme , bemitleidenswerte männer gelesen”. einzig immer mal von einer angeblichen benachteiligung von jungen im schul/kita alter.
@anne.. sind dann nicht auch alle heteros und alle weiße mitglied des herrschenden kollektiv? fordern sie dort auch aktives handeln ein? wir leben schließlich, auch in deutschland noch in einer anti-homosexuellen und rassistischen gesellschaft.

ich erinnere mich da noch dunkel an meine zeiten auf ddm kathol. gymnasium, wo es in der 12. klasse immer noch mitschüler gab, die homosexualität als krankheit ansahen und auch nach außen vertraten. von der “diskussion” mit dem bischoff will ich gar nicht erst reden.

boxi  on  02/05  at  10:58 AM

Eine Danksagung an Anne für die Erwähnung der Umerziehung homosexueller Menschen mit dieser reizenden Anekdote:
1968 fragten in Paris einige Feministinnen die Gruppe der Trotzkisten, was denn aus Lesben und Homos würde, wenn die Trotz’ die Revolution gewonnen hätten? Die drei Anführer ließen wissen, dass sie daran schon gedacht hatten, Umerziehungslager seien geplant. Es gäbe die leerstehenden Lager für die früheren deutschen Emigranten (Feuchtwanger, Ernst !) und die Harki-Lager, in welchen die armen, algerischen Familien es so schwer hätten. Sie dort herauszuholen sei die erste Pflicht der Revolution!
Und UNSEREINS hineinzustecken!
Es gab damals noch Frauen bei diesen “Trotz-Kisten”, die später zu uns kamen und es nicht glauben wollten, dass die Chefs etwas Deratiges gesagt hätten, und W I R wurden der Verleumdung bezichtigt. Leider fehlte das Tonband. Wir hätten schon damals die Flüstertüte permanent um den Hals tragen sollen - aber es gab sie noch nicht.

Zum Schluss das Wort einer Linken:
“Lesben hat es gegeben, es gibt sie und es wird sie immer geben. Die Frauenbewegung aber ist nicht eure Sache, sondern die der Frauen, die mit Männern leben wollen und sie lieben! Auch seid ihr nicht als Lesben unterdrückt, nur als Frauen!”
Nicht verwunderlich ist die Antwort:
“Hilfe! Wir sind keine!”
Währenddessen hatten sich in Rom 26 Lesben auf die StraBe gekniet und die Autos angehalten, um für das Recht auf Abtreibung zu demonstrieren.
Was geht D I E das an? hieß es dann. Quelle misère!

Lena Vandrey  on  02/05  at  07:50 PM

nachtrag an dürr…
“Und Vergewaltiger sind naturgemäss und per definitionem MÄNNER!”
eine vergewaltigung ist naturgemäss geschlechtsneutral. ich zumindest musste schon mit mehreren kindern/jugendlichen arbeiten, die von frauen, meist der eigenen mutter vergewaltigt oder misshandelt wurden.
die leugnung von weiblicher gewalt führt übrigens genauso wie die verharmlosung von männlichen gewalttaten eher zu einer vermehrung. oder um es mit den worten von “karin jäckel” zu sagen: “Frauen als Kinder Missbrauchende und Gewalt Ausübende als mögliche Gefahrenquelle bewusst auszuklammern, bedeutet, Täterinnen durch Schweigen zu schützen und Kindesmissbrauch zu ermöglichen. Kein Frauenschutz kann so viel wert sein.” (zum lesen und hören unter: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/politischesfeuilleton/1375521/)

boxi  on  02/06  at  12:07 AM

Boxi schreibt, dass “der größte Teil der Straftaten von Männern ausgeht, heißt nicht, dass es keine Gewalt von Frauen gibt. Und wenn man als Eltern Angst vor den Taten der eigenen Söhne hat, sollte man auch Angst vor den Taten der Töchter haben.”
Auch vor den eigenen Töchtern, oder wie?
Bislang gilt, dass wir mehr Angst haben vor e i n e m unbewaffneten Mann (abgesehen von der Mordwaffe in der Unterhose !) als vor zehn bewaffneten Frauen.
Wenn die einen VERHETEROHT sind, so sind die anderen VER (HETE) RATEN und haben, so scheint es, ihre Kollaborations-Situation und ihr Kapo-Dasein verinnerlicht.
Angst vor der Wehrhaftigkeit der Frauen? Wenn es jetzt Gruppen von Mädchen gibt, die sich wehren und ziemlich “schlimm” werden, so richten sich diese Gruppen gegen ihre Peiniger. Bevor wir sie in spe verdammen, können wir mit ihnen r e d e n .
Es bleibt die Frage, was denn als Gewalt angesehen wird und wie? Boxi macht sich unnötige Sorgen, oder sie/er hat sehr starke Töchter.
Die allgemeine Kriminalität verzeichnet nur 0,5% als von weiblichen Menschen verursacht und ist NICHT gegen ihresgleichen gerichtet! 
Es bleibt die Frage: Was ist Gewalt, wo, wie, von wem und welcher? Boxi, mit seiner/ihrer Töchter-Phobie, liegt gänzlich daneben.
Töchter sind keine Lämmer mehr, aber auch (noch ?) keine Wehrwölfe!
Lena Vandrey.

Lena Vandrey  on  02/06  at  12:43 AM

@lena… ich sehe weder in frauen noch in männern wehrwölfe. ich würde ansonsten das haus nicht mehr verlassen.
gewalt kommt dort zum vorschein, wo menschen stärke ausspielen können. männer haben da die blöde eigenschaft meist körperlich überlegen zu sein. gewalt von frauem kommt zum beispiel zum vorschein: kindergarten (keine ahnung wie es bei euch aussieht,aber ich hab damals nicht nur eine backpfeife bekommen), kinderheimen (man erinnere sich nur an die fälle in kirc. heimen in den 50-80ern), eigene erlebnisse spiegeln das wieder, ich hab in keinem heim einen mann gesehen, der ein kind geschlagen hat (natürlich gibt es sie auch seltener),dafür aber sehr wohl frauen die kinder an ihren ohren die treppen hochgezerrt haben, eine frau die ein 4 jahre altes behindertes kind blau geschlagen hat… von dem “klassiker” verbale gewalt ganz zu schweigen. ebenso erlebt gewalt in der pflege, misshandlungen von müttern, ...
ich will damit die schandtaten der männer nicht relativieren, nur diese “es gibt keine gewalt, die von frauen ausgeht”-haltung nervt mich gewaltig. nicht nur weil sie gegen das selbst erlebte spricht, sondern auch weil dank dieser haltung sich weniger bewegt, als sich verbessern könnte.

ach ja. und trotzdem sind für mich weder frauen noch männer wehrwölfe.

boxi  on  02/06  at  09:56 AM

@Boxi: Es ist ein uralter und gleichermassen peinlich dummer Trick, von Männergewalt dadurch abzulenken, dass Männer die winzigen Ausnahmen von Frauen, die Gewalt ausüben, permanent in den Vordergrund rücken. Dumm, weil es an den Fakten nichts ändert, sie weder besser noch weniger werden lässt, peinlich, weil es die Unehrlichkeit und Feigheit von Männern entblösst und uralt, weil dies die Unterdrückungstechnik von Männern seit jeher war. Boxi’s Argument zeigt lediglich, dass er genau weiss, wie Recht wir haben. Im Uebrigen will ich ihm nicht erklären müssen, wie ein Penis funktioniert, - und dann von “Vergewaltigung eines Mannes” zu reden, regt bestenfalls zu einer Lachsalve an.

@ Anne: Ich habe manchmal das Gefühl, dass nur Lesben unter Männern zu leiden scheinen. Frauen sind Frauen und bleiben Frauen egal welche sexuellen Präferenzen sie haben. Für mich ist das von absolut untergeordneter Bedeutung. Die “korrigierende Vergewaltigung” ist für die Männer schliesslich ledigich eine weitere billige Ausrede, um Frauen Gewalt anzutun - wenn möglich die Schlimmste. Eine Unterscheidungen von Lesben und Nich-Lesben splittert - gerade bei solchen Diskussionen - nur unsere Kraft auf, schwächt uns ALLE.

Im Uebrigen ist es ein grosser Irrtum zu glauben, dass Parteien, die von Männern geführt werden, irgend etwas für Frauen tun, weil sie so etwas wie Respekt oder Achtung vor uns hätten. Sie schielen nur und auschliesslich auf unsere Wahlzettel. Und auch hier wird deutlich: Wer Geld hat, macht Politik - und das sind nach wie vor Männer. Dabei hätten Frauen auch mit weitaus weniger Geld, dafür mit den gängigen Kommunikationsmitteln ohne Weiteres die Möglichkeit, eine politische Macht zu formieren. Wenn die Tunesier und Aegypter das können, warum sollten wir es nicht können?!
lg
Dürr

Dürr  on  02/06  at  02:31 PM

Im Uebrigen ist es ein grosser Irrtum zu glauben, dass Parteien, die von Männern geführt werden, irgend etwas für Frauen tun, ...

also wer soll / muss / kann etwas für frauen tun?

notice: die indischen und chinesischen frauen perpetuieren SELBST das bild vom wertvolleren sohn.

h. schmidt  on  02/06  at  05:15 PM

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