Opfer und Täter
Zum Weltfrauentag am 8. März und zur Erinnerung an die Opfer von Tim K., Winnenden (11. März)
In letzter Zeit reden wieder alle vom “sexuellen Missbrauch”. Feministinnen kämpfen seit bald 40 Jahren gegen diese unsägliche Formulierung. Sie impliziert, dass es neben dem sexuellen Missbrauch auch noch einen richtigen/akzeptablen sexuellen Gebrauch von Mädchen und Knaben gebe, so wie es neben dem Alkohol- oder Tablettenmissbrauch auch einen korrekten Gebrauch von Tabletten oder Alkohol gibt. Unerträglich ist auch die Implikation, dass die Missbrauchsopfer ein Genussmittel seien, wie Alkohol oder Nikotin.
Trotzdem handelt es sich bei dem sogenannten sexuellen Missbrauch eindeutig um Missbrauch, und zwar um Macht- oder Amtsmissbrauch - bei den Priestern um beides. Wir sollten ab sofort sagen, die Kinder sind Opfer sexuellen Machtmissbrauchs.
Denn der Machtmissbrauch in unserer Gesellschaft ist ja das zutiefst Alarmierende an all den Missbrauchsfällen, die jetzt ruchbar werden - eine katholische oder sonstige sogenannte Eliteschule oder Elite-Institution nach der anderen. Das Schlimme ist, dass diejenigen, denen wir vertraut und Macht über andere anvertraut haben, diese Macht gegen die Anvertrauten und ihnen Ausgelieferten skrupellos missbrauchen, und das jahre- und jahrzehntelang.
Die Fundamente unserer Gesellschaftsordnung sind bei Machtmissbrauch bedroht. Wenn die Politik, die Polizei, das Heer oder die Justiz vom organisierten Verbrechen unterwandert sind, herrscht höchste Gefahr. Wenn die Familien und die Schulen vom sexuellen Machtmissbrauch der Väter und der Lehrer durchseucht sind, sind die “Keimzellen des Staates” befallen.
•••••••••••••••
In meiner letzten Glosse habe ich die Opfer der Missbrauchs-Priester mit Bedacht als Jugendliche bezeichnet und nicht von Jungen oder Knaben gesprochen. Meine Wortwahl geht zurück auf eine öffentliche Debatte in Boston vor etwa 10 Jahren, als dort die Skandale um die Missbrauchs-Priester und ihre Missbrauchs-Oberen, die sie jahrelang gedeckt hatten, aufbrachen.
Bostoner Feministinnen machten sich Gedanken darüber und beschwerten sich lautstark, dass mit einem Mal das Thema Missbrauch so viel Medien-Aufmerksamkeit bekam, weil jetzt die katholische Kirche involviert war, weil auch oder sogar vorwiegend Knaben die Opfer waren und es somit um das Thema Homosexualität ging - viel geiler als der stinknormale “Missbrauch von Mädchen”, das ist ja bloß zum Gähnen, lockt keinen mehr hinterm Ofen hervor. Aber das brisante Gemisch katholische Kirche, Knaben als Opfer und Schwulitäten war neu und trieb die Auflagenziffern und die Einschaltquoten in die Höhe.
Die Bostoner Feministinnen wehrten sich gegen die Einstellung, dass “Missbrauch von Mädchen” etwas Gewöhnliches und “Missbrauch von Knaben” etwas besonders Schändliches sei - etwas, was für Knaben sozusagen schlimmer ist als für Mädchen, denn Mädchen sind ja irgendwie dafür da, missbraucht zu werden, gell?
Aus diesem Grunde also sprach ich bewusst von Jugendlichen, um nicht die weiblichen Opfer des sexuellen Machtmissbrauchs der Priester als “business as usual, nichts weiter Besonderes” außen vor zu lassen.
Nun ermahnt mich der Leser Oliver:
Eine Frage ist, ob man hier betonen sollte, dass möglicherweise mehr Jungen als Mädchen zu den Opfern gehören. Wir sollten es auch betonen, wenn mehr Mädchen als Jungen missbraucht werden - oder getötet, etwa von einem Attentäter. Allerdings kenne ich keine Zahlen - und wäre an solchen interessiert.
Da klingt der Frauenmord des Tim K. in Winnenden an, dessen Stoßrichtung sprachlich fast überall zu einem Mord an “Schülern” verunklart wurde. Ja, an Zahlen wäre ich auch interessiert - aber da ist bekanntlich die Dunkelziffer. Leserin Anne hat recherchiert, dass von den Opfern sexuellen Machtmissbrauchs zwei Drittel weiblich sind - das wird bei dem von Priestern verübten sexuellen Machtmissbrauch nicht anders sein.
Es ist verständlich, dass Oliver sich als Mann für die Unterscheidung zwischen weiblichen und männlichen Opfern einsetzt. Für Frauen primär interessant ist allerdings nicht so sehr, was Männer Männern und Knaben antun, sondern was sie Frauen und Mädchen antun. Was Männer untereinander an Schandtaten anrichten, sollen sie vielleicht zunächst mal untereinander klären. Wir Frauen haben mehr als genug mit den Verbrechen der Männer gegen Frauen und Mädchen zu tun.
Womit ich bei der Überschrift ”Opfer und Täter” angekommen bin. Die Überschrift ist mehrdeutig - ohne Artikel wissen wir nicht, ob “Die Täter und die Opfer” gemeint sind oder “Das Opfer und der Täter”. Was aber klar ist, ist die Männlichkeit des Täters oder der Täter.
Frauen und Männer gemeinsam müssen sich um die Gewalttätigkeit der Männer und ihren Machtmissbrauch Sorgen machen. Auch und gerade im Gesamtbereich Pädagogik. Etwa so alt wie das Geschrei über den sexuellen Machtmissbrauch in der katholischen Kirche ist das Gewinsel der Männer über die männlichen Bildungsverlierer, die angeblichen Opfer der angeblichen weiblichen Übermacht in den Schulen.
Angesichts des sexuellen Machtmissbrauchs der Männer vor allem in Bildungseinrichtungen, der sich, wie jetzt zur allgemeinen Empörung bekanntgeworden, nicht nur gegen Mädchen richtet, wird das Gewinsel hoffentlich abebben. Die Opfer mögen beiderlei Geschlechts sein - die Täter aber sind männlich, von seltenen Ausnahmen abgesehen.
Frauen haben - ebenfalls schon seit Jahrzehnten - eine Männlichkeitssteuer gefordert, für den Opferschutz und die Prävention, vor allem aber für die Behebung der enormen von Männern angerichteten Schäden. Nun da das Bewusstsein, dass Männer auch Männern schaden, allmählich an Boden gewinnt, ist die Zeit reif, das Thema Männlichkeitssteuer wieder zur Diskussion zu stellen. Eine Kopfpauschale brauchen wir nicht, eine Männerpauschale schon eher.
Seit ein paar Tagen ist das Thema „sexueller Machtmissbrauch von Männern“ in den Medien und schon ist es der ZDF Sendung Mona Lisa ein Anliegen die vielfache sexuelle Belästigung durch katholische Nonnen zu thematisieren. Es würde mich nicht wundern, wenn demnächst festgestellt würde, dass die Nonnen schlimmer waren als die Priester.
http://www.monalisa.zdf.de/ZDFde/inhalt/18/0,1872,1020210,00.html?dr=1
Die absurde Haltung der „Kirche“ zur Sexualität einerseits und die vernunftwidrige Vertrauensseligkeit der Gläubigen prinzipiell andererseits ist über Generationen hinweg Kindern und Jugendlichen zum Verhängnis geworden. Diese Institutionen gehören aufgelöst.
Stephanie
Stephanie on 03/08 at 12:11 PM
Ich stimme der Sicht, dass die patriarchalen Religionsinstitutionen abgeschafft gehören, zwar prinzipiell zu, möchte aber zu bedenken geben: Sehr viele Menschen, ich denke es ist die Mehrzahl auf unserem Planeten, hat ein intensives Religionsbedürfnis und wir können und sollten dies nicht außer Acht lassen. Die Religion an sich durchwebt das ganze Leben und ist für viele -gerade für Frauen ein Kraftquell. Sinn macht es für gestandene Feministinnen, all diejenigen Kräfte innerhalb der Kirchen, des Islams etc. zu unterstützen, die sich kritisch mit den patriarchalen Religionsvorstellungen (Stichwort: männlicher Gott)und Institutionen (Stichwort: hierarchisch-patriarchale Machtsysteme)auseinandersetzen und einen sehr schweren Kampf kämpfen: d.h. Mithilfe durch Aufklärung bis hin zu einer Untersützung von einzelnen Personen, hier auch wieder meistens Frauen. Ich selbst habe mich nach einer streng religösen Erziehung außerhalb der Kirche gestellt - viele wollen das aber nicht, weil ihre Religion und ihre Religionszugehörigkeit ihnen Halt vermittelt in einer desaströsen Welt. Wir müssen aber nicht abseits stehen, sondern können mithelfen, den ganzen patriarchalen Machtapparat ins Wanken zu bringen. Da gibt es viele Wege und es gibt Vorkämperinnen. Ich halte diesen Weg für besser, weil ich keine Frau auf der Welt ins Bodenlose stürzen möchte, insofern ich das Ziel hätte, ihre Religionszugehörigkeit auszumerzen. Die patriarchalen Religionsvorstellungen gibt es erst, seit überall die matriarchalen Gesellschaften zerstört wurden - die eine völlig andere und ganzheitliche Religionsvorstellung hatten, die unmittelbar an die Gesellschaftsform geknüpft war und die Menschen in ihrem gesellschaftlichen Austausch auf jeder Ebene unterstützt hat. Eine Religionsform also, die mitnichten eine Herrschaftsform war - das Gegenteil von der partiarchalischen Interpretation der christlichen Religion, etwa. Religionswandel ist m.E. besser als der Versuch, Institutionen zu vernichten - was erstens schier unmöglich ist und außerdem so vielen Frauen auf der Welt den Boden unter den Füßen wegziehen würde. Konkret: Lieber unterstütze ich eine Frau Dr. Käßmann auch als Nicht-Kirchenfrau als zu sagen, ich mache die Evangelische Kirche platt.
Evelyn on 03/08 at 03:06 PM
liebe Luise - danke auch für diese starke glosse!!
ich empfinde, dass sexueller machtmissbrauch von männern ebenfalls stattfindet in der gesamten sexindustrie. ob pornographie mit gewalt-inhalten wie vergewaltigung, erniedrigungsszenen, schwangerensex , ob in der prostitution, kinderpornographie, sextourismus, kinderprostitution, kindesmissbrauch auch im internet, die tendenz zu gewaltverherrlichung, brutalisierung und verrohung etc.
einem bericht zu folge aus den späten 90er jahren fand sogar - wie damals zitiert - machtmissbrauch in therapien statt. “immer häufiger wurden sexuelle übergriffe und emotionaler machtmissbrauch in psychotherapie und anderen psychosozialen arbeitsfeldern bekannt. eine beachtliche zahl von beratenden und therapierenden sucht gegen alle regeln `sexuelle kontakte` mit den klientInnen. auch hier geht es in erster linie um abhängigkeit und ausleben von macht. untersuchungen ergaben, dass therapeutische grenzverletzungen in bis zu 90 % der fälle von männl. therapeuten gegen weibliche klientinnen begangen werden. wie in einem faltblatt betont wird, hat darüberhinaus jede 2.-4. frau in ihrer kindheit oder jugend sexuelle ausbeutung durch vertraute männer erlitten. nachzulesen in machtmissbrauch in therapien.
info zu einem `machtvollen` pädophilen-ring, der in münchen aufgedeckt wurde - die staatsanwaltschaft sprach von einer grösseren kriminellen vereinigung:
das internet ist für diese täterszene (pädophile) ein quantensprung gewesen, weil es als medien alles bietet, was diese täterszene braucht, weitgehende anonymität, die möglichkeit, verschlüsselte botschaften wahllos auszutauschen. und zwar hatte sich eine pädophilen selbsthilfegruppe als kontakt- und tauschbörse herausgestellt, und das ist ja in wahrheit nichts neues, tauscht man da auch erfahrungen aus, wie man am besten an kinder ran kommt, zu diesen engeren zirkeln, diesen kunden gehörten: akademiker, informatiker, das ist kein zufall sondern hat system , so etwas ist nichts besonderes, was den kindesmissbrauch im internet betrifft.
http://www.gegensexuellegewalt.at/2009/07/25/die-perverse-gesellschaft/
Anne on 03/08 at 05:02 PM
eine männerpauschale wäre in der tat angebracht (gute idee): infolge männergewalt an frauen/mädchen entstehen auf gesellschaftl. ebene erhebliche kosten f.d. staat, f.d. versicherungssystem und die solidargemeinschaft. in unterschiedl. gesellschaftl. bereichen entstehen folgekosten der männergewalt:im gesundheitsbereich, durch polizeieinsätze, prozesskostenhilfe, gefängnisunterbringung, ausserdem immense kosten im sozialen bereich, therapien, frauenhäuser etc.
nach berechnungen d. forscherinnen Graeves und ihrer mitarbeiterinnen belaufen sich die kosten in ihrem land/kanada auf ca. 4,2 mrd. dollar - hinzu kommen 2,4 mrd. dollar f.d. sozialen bereich, ca. 900 mio dollar für strafjustiz, gesundheit und medizin ca. 4oo mio dollar. im beschäftigungsbereich ca. 600 mio dollar. (1997)
1998 wurde auch i.d. schweiz eine studie zu den kosten der männergewalt erstellt. Godenzi/Yodanis - sie untersuchte die kostenbereiche polizei, ärztliche versorgung, gerichte, sozialhilfe, spitalpflege, strafvollzug, medikamente, opferhilfe, frauenhäuser, nottelefone, beratungsprogramme mit ca. 4oo mio sfr (1993)/ aus männergewalt gegen frauen beenden, opladen, festschrift 25 jahre frauen helfen frauen.
das sind nur zahlen aus 1993 - bedenkt frau die immensen kosten , die durch männliche gewaltkriminalität hinzukommen - schätzungsweise ca. 15 mrd. euro jährlich durch fehlgeleitetes ausleben der traditionellen männlichkeit. immense kosten für polizei, staatsanwaltschaften, einsatzkommandos gegen linke/rechte schläger, fussballrowdys, betrugsdezernate, straf-verkehrsberichte, forensische psychatrien, aber auch spezialisten im kampf gegen erzwungene prostitution/pornografie.
“im kern des anwachsens männl. kriminalität steckt das grundübel männergewalt. seine spur durchzieht den gesamten zivilisationsprozess, nistet mehr oder weniger im gewebe aller gesellschaften. krieg, bürgerkrieg, terrorismus bilden nur die spektakuläre spitze eines ewigen eisbergs, der ohne männliche aggression dahinschmelzen würde.” (Otten - aus risikofaktor mann).
@ evelyn - ich sehe es als keiner religion zugehörig ähnlich wie du, und es sind auch wieder die frauen i.d. kirchl. einrichtungen, die durch ihr ehrenamtl. engagement im sozial-caritativen bereich vieles bewirken, z.b. für pflegende angehörige oder als helferinnen im kranken- und seniorinnenbesuchsdient u.v.m.
llg Anne
Anne on 03/08 at 10:18 PM
Danke für diese Glosse! Mir versvchlägt es die Sprache ob der Ungeheuerlichkeiten, die da zu Tage treten. Nun ist es sehr interessant die vielen Meldungen und Aussagen zu verfolgen, die dies alles mal schönreden, mal herunterspielen, mal um Aufdeckung und Untersuchung versprechen und das gar nicht meinen, sieht frau bei der Feinmotorik in den Gesichtern genau hin! Und plötzlich reden die Herren Soziologen, Theologen, Psychologen von “Tätern und TäterINNEN”... Da haben die Schwätzer plötzlich Zeit für das generische Femininum, während die anderen, wenn es um familiäre sexuelle Ausbeutung von (vorwiegend) Mädchen geht, wieder neutral von “Kindern” sprechen (NDR/Kulturzeit).
Kaum jemand spricht den Machtanspruch aus, der hinter der Pädokriminalität steckt. Und niemand spricht auch aus, welch erbärmliche Persönlichkeit ein ausgewachsener Mann ist, der seine Macht an einem ihm ausgelieferten Kind ausleben muss. Es wird ebenfalls verschwiegen, dass gerade kath. Priester in ihrer Ausbildung zum Machtanspruch über Menschen geradezu gedrillt werden. Und da erwachsene Personen schwieriger zu handhaben sind, sind eben Kinder leichte Opfer.
Noch ein Wort zur Abschaffung der patriarchalen Religionen: Es waren diese Religionen, die die Welt soweit gebracht haben, dass es notwendig wurde, die Menschenrechte zu deklarieren. Welch eine öffentliche Bankrotterklärung dieser Religionen!! Keine Frau und auch kein Mann würde “der Boden unter den Füssen” entzogen, wenn wir wieder eine Grosse Göttin hätten, die Leben spendet (statt mutwillig zu morden) - und es auch wieder nimmt, deren Kinder unschuldig sind bei der Geburt und deren Menschen grad so recht sind, wie sie eben sind. Menschen, deren Verhalten in der Gemeinschaft bewertet wird und nicht deren Besitz. Wo Sanftmut, Freundlichkeit, Rücksicht, Respekt und die Sorge für das Allgemeinwohl zu Ansehen verhelfen. Und wo Frauen geachtet und geehrt werden. Kein Mensch könnte in Verwirrung fallen, weil jeder Mensch eine Mutter hat, die für ihn sorgt und weil kein Mann etwas sein muss, das er von Natur aus nicht ist.
Das wäre eine Religion, die alle Menschen ernst nehmen könnten - ganz im Gegensatz zu dem was heute in den patriarchalen Religionen der Fall ist.
lg Dürr
Dürr on 03/09 at 12:22 AM
Ich möchte dem Thema “Schädigung durch Männer” noch etwas hinzufügen: Diese Kenntnisse habe ich allein durch mein jahrzehntelanges Berufsleben erworben. Neben den immensen Kosten durch männliche Gewalt ist auch im Arbeitsleben ein enormer Schaden vorhanden, der sich immer weiterperpetuiert - durch Inkompetenz, Selbstherrlichkeit und Selbstüberschätzung, Behinderung von Frauenleistungen auf allen Ebenen und Bevorzugung durch Männerseilschaften sowie durch Korruption, Gier und alle möglichen kriminellen Handlungen, wie etwa Steuerhinterziehung (allein in der Schweiz sollen mehrere Milliarden an hinterzogenen Steuern von Deutschen liegen; weltweit sind Trillionen von Dollar steuerflüchtig geparkt, so ein Bericht der Taz) - diese Gesamtbeurteilung gilt sowohl für den Öffentlichen Dienst als auch für die Wirtschaft. Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise hat gezeigt, wozu Männer in diesen Bereichen fähig sind und um was für eine skrupellose und verantwortungslose Spezies es sich hierbei handelt (siehe dazu Z.B. die präzisen Berichte des sogenannten City-Boy, eines Insiders aus der Londoner Finanzwelt). Wenn wir uns allein mit den Vernichtungsaktionen von Billionen (Dollar), Unternehmen und ganzen Volkswirtschaften beschäftigen, gibt es nur noch ein Begriff, das dies alles umfasst: menschlicher Abschaum. Aber dieser Abschaum regiert buchstäblich die Welt ... in der es jetzt nunmehr 1 Milliarde Menschen gibt, die hungern und Millionen und Abermillionen von Frauen und Kindern ins absolute Elend geworfen wurden. Nach den ganzen Rettungsaktionen, wie bekannt, ist für diese Menschen naürlich kein Geld mehr da!
Evelyn on 03/09 at 01:13 AM
@ Evelyn: So isses. Ueber die enormen Schäden, die der patriarchale Wertekanon und das daraus resultierende Verhalten der Männer verursachen, gibt es Zahlen. Doch das nützt alles wenig, damit so etwas wie Einsicht einkehren könnte: Solange Hochschulprofessoren, die sich auch noch Soziologen und Wissenschaftler nennen, dies überhaupt nicht zur Kenntnis nehmen, bzw. zu feige sind, dies auch klar und deutlich zu benennen, wird dieser systematische Wahnsinn auch in der breiten Oeffentlichkeit nicht wahrgenommen. Gerade gestern wieder darf sich Prof. G. Amendt breit und lang über den “flexiblen Mann” auslassen und - natürlich - insgeheim den Frauen den schwarzen Peter zuschieben für das Verhalten der Männer: Frauen sollten den Männern entgegenkommen! Meine Güte, was tun wir Frauen denn seit Jahrtausenden anderes?!
http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/aktuell/der_flexible_mann_1.5163975.html
Der Artikel ist deshalb lesenswert, weil er die alten Kamellen über das “Wesen” des Mannes wiederkäut, das Grundproblem, die Gewalttätigkeit der Männer, aber schlichterdings übersieht/übergeht, damit sich ja kein Redaktörchen daran etwa stossen könnte. Wie gehabt.
lg Dürr
Dürr on 03/09 at 10:59 AM
@ Evelyn
Das hört sich an sich gut an. M.E. wird es aber unmöglich sein, die patriarchalen Strukturen aus den Religionen herauszufiltern, dazu sind die Religionen unserer Welt zu sehr mit dieser Sichtweise verwebt, ja bauen geradezu darauf auf. Das durchzieht unsere Gesellschaften komplett.
Leider kann mensch nicht alles auf “Null” stellen und von vorne anfangen. Deshalb stimme ich Ihnen prinzipiell zu. Bis einem/einer etwas besseres einfällt. :)
Gruß, Trip
Trip on 03/09 at 01:27 PM
@ Dürr
Ihre Vorstellung einer Religion würde mir auch gefallen. Danke.
Gruß, Trip
Trip on 03/09 at 01:31 PM
Apropos “Wesen” des Mannes: Hier ein sehr interessantes Buch zum “Wesen” der Frau: TYPISCH MÄDCHEN von Marianne Grabrucker. Hier geht es um die Prägung in den ersten drei Lebensjahren. Das Buch ist aus dem Jahr 1985. Manches mag sich gebessert haben, aber die Grundthematik ist nach wie vor akut und erklärt selbstverständlich auch sehr viel über das sogenannte “typisch Männliche”.
Empfehlenswert !
Gruß, Trip
Trip on 03/09 at 01:40 PM
@ Dürr
herr Amendt scheint bei seiner sorge um den unflexiblen mann zu vergessen, daß z.b. die heRRschende klasse der finanzindustrie zu 95 % männlich ist. 50.ooo leitende bankmanager, broker, händler und vermögensverwalter sagen dem rest der welt, wo es langgeht (internet)- was männliche monokulturen anstellen, bekommen wir in drastischer weise zu spüren. ein blick nach griechenland zeigt, wie männer ganze staaten mit korruption, lügen, vetternwirtschaft, mafiösen strukturen kaputt/regieren können - wo sind die abermilliarden an fördergelder hingeflossen, die über brüssel in den vergangenen jahrzehnten munter ins ländle geflossen sind?
lt. ZONTA (internationaler, weltweiter zusammenschluss berufstätiger frauen, die sich zum dienst am menschen verpflichtet haben. vorrang hat das ziel, die stellung der frau in rechtlichen, politischen, wirtschaftlichen und beruflichen bereich zu verbessern. gegründet 1919 in den USA als erste weibliche service-organisation) gibt es
- 1,3 mrd. arme i.d. welt - davon 70 % frauen
- 2/3 deer erwachsenen analphabeten sind frauen
- 2/3 der kinder ohne schulausbildung sind mädchen
- 4 mio frauen und mädchen werden jährlich ver-
kauft
- 60 mio frauen werden aufgrund von gewalt ver-
misst
gerne wird händeringend von maskulisten und den anhängern behauptet, dass lehrerinnen schülern schaden - inzwischen hat eine studie dieses widerlegt, denn die `feminisierung` der schulen schadet jungen keineswegs - eher im gegenteil.
lt. M. Helbig vom berliner wissenschaftszentrum für sozialforschung seien eher geringere selbstdisziplin, der `hang´ zur arbeitsvermeidung und fehlender fleiss für das schlechtere abschneiden so mancher jungs gründe für ein schlechteres abschneiden/benoten (lehrerinnen schaden schülern nicht, spiegel online)
Anne on 03/09 at 03:17 PM
@ Anne
Ich kann diese Einschätzung des Jungen-Versagens nur in diesem Sinne ergänzen: Laut einer örtlichen Studie (Befragung von Jungen und Mädchen) verbringen die Mädchen überwiegend ihre Freizeit mit sozialen Aktivitäten untereinander, Lesen und Wünschen zu einer guten Partnerschaft; die Jungen haben einen enormen Beschäftigungsüberhang in Bezug auf Computer, hier besonders Killerspiele und Pornographie. Fragen nach einer guten Partnerschaft interessieren sie überhaupt nicht. Das ging aus der Studie ganz klar hervor. Aus diesen Beschäftigungen ist unschwer zu folgern, wie sich Jungen von früh an im sozialen und intellektuellen Bereich selbst schädigen, was sich nicht nur in mangelnden schulischen Leistungen niederschlägt, sondern in vielen üblen Verhaltensweisen, die dann auch im Erwachsenenleben die Gesellschaft prägen und schädigen. Früh übt sich, sozusagen ...
Evelyn on 03/09 at 08:05 PM
@ Evelyn
in dem zusammemhang computer/fernsehen weist M. Spitzer, psychologe, in einem artikel auf die schädliche auswirkung auf das kindliche gehirn hin und erklärt, warum computer/fernsehen kinder gewalttätig und dumm machen können(quelle: fernseher und computer schaden dem gehirn) - hinzu kommt das problem der computer/spielsüchtigen jugendlichen. viele verbringen ihre gesamte freizeit vor dem computer ,und das suchtpotential ist nicht zu unterschätzen. auch dahinter steht die starke lobby der geschäftemachER , programmierER, spieleentwicklER - für 2o1o erhofft mann sich in deutschland einen absatz von ca. 1o mio spielekonsolen - sog. massively multiplayer online role playing games (MMORPGs), wie world of warcraft oder second life gehören zu den erfolgreichsten und am schnellsten wachsenden zweigen der sog. netzwirtschaft und sind zum multimilliarden-dollar-geschäft mit glänzenden zukunftsaussichten geworden, die mit jährlich ca. 25 mrd. euro deutlich höhere umsätze erzielt als hollywood.
pornographie, killerspiele, gewaltverbreitung i.d. medien/internet zwecks unterhaltung, spielesucht gehört mit zur prägung für das spätere erwachsenenleben und ganz bestimmt nicht zum wohle des miteinander - eher nutzt es der entfremdung, sozialer desintegration, gewaltbereitschaft, gefühlskälte, depressionen u.v.m. - manchmal habe ich das gefühl, männer verbreiten eine `im übertragenen sinne autoimmunerkrankung`, sie tun aus gier alles, um menschen zu schädigen und zu zerstören - die virtuellen monster, die sie in killer/horror-spielen erschaffen werden somit leibhaftig auf die menschheit losgelassen.
Anne on 03/09 at 10:55 PM
ein interessanter artikel zur mediensprache “bekanntlich sind sämtliche medien immer noch fest in patriarchaler männerhand”
ich habe mich heute an die ARD gewandt und darüber beschwert, dass zum jahrestag des amoklaufs und der mädchenmorde in winnenden wieder nur von ” Schülern und 3 Lehrerinnen ” gesprochen wird. Kein hinweis darauf, dass es sich bei den opfern um 8 schülerinnen handelt, auf die der frauenmörder und -hasser gezielt geschossen hat .
70-80 % opfer sex. machtmissbrauch sind mädchen - auch diese tatsache findet frau nur in wenigen pressenachrichten . nur (wie auch i.d. glosse auf den punkt gebracht) sobald sich die fälle von sex. machtmissbrauch in kirchl. einrichtungen häufen, ist die medienpräsenz überaus riesig, da die meisten von männl. opfern ausgehen.
http://frauensprache.com/mediensprache.htm
Anne on 03/11 at 03:55 PM
@ Anne
Jetzt wird bekannt durch Opferorganisationen, was als nächstes auf die Tagesordnung kommt: nach den katholischen Schulen und Internaten kommen die Fakten aus den Heimen ans Licht. Die Opferzahl soll über eine halbe Million (!!!) Kinder und Jugendliche betreffen, nach Mädchen und Jungen wird ja da nicht unterschieden. Ich habe im Fernsehen bis jetzt nur männliche Opfer sprechen hören. Mit den neuen Zahlen wird auf jeden Fall ins Bewusstsein rücken, dass dieser Machtmissbrauch systemimmanent ist und nicht auf einzelne irregeleitete Täter geschoben und eingegrenzt werden kann. (Bericht: swr, Ländersache, 11. März 2010)
Evelyn on 03/11 at 10:04 PM
danke @ Evelyn für die hinweise - da kommt mir auch der gedanke an den vergewaltiger Polanski , für den die prominenz ordentlich die werbetrommel gerührt hat, somit die vergewaltigung verharmlosen , obwohl P. sich für seine vergewaltigung an einem 13jährigen weibl. menschen seit jahrzehnten der verantwortung entzogen hat - mit einer fadenscheinigen früheren ausrede “alle männer wollen junge mädchen f…”. ein sog. kavaliersdelikt - männer haben seit ewigen zeiten sexuellen machtmissbrauch, gewalt an (jungen) weibl. menschen verübt, legitimiert mit abstrusen argumenten. sie sind auch noch zu feige zu einem schuldeingeständnis - “männer sind halt so , haben ein `natürliches` recht auf sexuelle betätigung etc. pp” , wenn es u.a. um die ventilfunktionsthese geht - so wurden auch die grausamen exzesse der (sex.) gewalt gegen frauen gerechtfertigt. gleiches gilt für porNOgraphie und prostitution, bordelleinrichtungen.
heute habe ich in meinem frauenkreis erfahren, dass in einem hiesigen kindergarten schon 8-1ojährige! jungen auf ihre handys üble porNOgraphische dateien heruntergeladen haben. kinder spielen vergewaltigungsszenen nach. sexuelle übergriffe unter kindern im vor- und grundschulalter! nehmen zu .“allein in den letzten beiden monaten beriet zartbitter mütter und väter von mehr als 25 kölner mädchen und jungen, die massive sexuelle gewalt durch kinder im alter von 6-1o jahren erlebt hatten” (quelle: zartbitter, köln, internet)und hier handelt es sich nicht einfach um `doktorspiele`.
ja, ich habe im fs bisher auch nur männliche opfer sprechen hören , mich gewundert , obwohl doch der hohe anteil sex. missbrauchsopfer weiblich ist . wenn es sich um frauen-mädchen-opfer handelt (die menschheitsgeschichte ist in übelster form hiervon geprägt ) geht kein aufschrei durch die reihen der männer. sobald aber frau das täterprofil als männl. mensch anspricht, fühlen sich plötzlich ALLE männer angesprochen, wehren ab, reagieren beleidigt . das sehe ich jetzt wieder i.d. kommentaren v. männern in anderen foren zum neuesten vatikanartikel “frauen in leitung hätten vielleicht missbrauch verhindert” von Lucetta Scaraffia, ital. historikerin. hier geben männer, maskulisten lautstark ihre zweifel kund und lenken so bewusst vom thema ab.
überhaupt raubt es frauen ihre energie, sich mit diesen machos und maskulisten noch zu unterhalten - sie sind insb. in feministischen foren anzutreffen, da, wo es um frauenthemen geht. hier tummeln sie sich und versprühen ihr gift.
“der mann als risikofaktor, teil 1” - gut nachzulesen zu kollektiver scham (wie männer abtauchen, wenn es sie selbst betrifft) “... beim umgang mit gefahrenquellen ist verallgemeinerung die methode der wahl…”
Anne on 03/12 at 03:22 PM
hui,mal wieder jede menge zündstoff.
leider sind viele der genannten aussagen wirklichkeit,die diskussion wird mir jedoch zu einseitig geführt,vielleicht wurde für eine ordentliche diskussion einfach auch zuviele themen angeschnitten.
die meinung von lousie mit der nennung des geschlechts kann ich aber nicht nachvollziehen,erst recht nicht der abschnitt,in dem man das gefühl bekommt,dass es egal wenn jungen missbraucht werden.bei einem opfer spielt doch das geschlecht keine rolle,was kann der junge dafür?
auch sehe ich es so,dass man nicht fordern kann,dass die medien bei z.b. winnenden schülerinnen schreiben,bei jungs verzichtet man aber darauf.man nutzt dann die gleichen mittel die angeprangert werden und führt dazu,dass die leute solche forderungen von schülerinnen nicht ernst nehmen.
das problem ist meinesachtens nicht das geschlecht,sondern die macht.missbrauch gab es auch in vielen kinderheimen(selbst erlebt)/schulen unter nur weiblichen personal,genauso gibt es in D immer noch über 200 kindstötungen,meistens frauen pro jahr. es ist richtig,dass männer deutlich mehr probleme machen,mehr grausame taten,... aber wie hier mancher in der diskussion so tuen kann als wäre die welt heil wenn es einfach keine männer mehr gäbe,kann ich nicht verstehen. und ja,eine welt mit frauen an der spitze würde vermutlich besser aussehen als die jetzige,aber das ist auch nur eine vermutung.
ein weiterer punkt,denn ich schon öfters angesprochen habe.frauen stellen 50% der menschheit,bitte nehmt euch doch nicht vollkommen aus der verantwortung für diese welt. aber am ende ist es wie in der kirche… an der spitze stehen ein paar alte,durchgeknallte männer und die ganzen ehrenämter machen diefrauen… hört auf sowas zu unterstützen,weht euch gegen derartige befehle von solchen männern und tragt dieses system nicht mit.ihr habt viel mehr in der hand als ihr anscheinend glaubt… und so wird es dann wohl auch so bleiben… leider…
lg,das papierschiff (gründe genug um sich für das eigene geschlecht zu schämen gibt es ja…)
papierschiff on 03/13 at 12:36 AM
weiß leider nicht warum manche zeilen nicht umgebrochen werden. entschuldigung.
papierschiff on 03/13 at 08:15 AM
Die Nennung des Geschlechts der missbrauchten Kinder ist fundamental und absolut notwendig!
Begründung:
1. Ist seit Jahrzehnten (auch) in der Oeffentlichkeit bekannt, dass unglaublich viele Mädchen (Anne hat sicher Zahlen dazu)im Kindesalter sexuell ausgebeutet werden durch Väter, Stiefväter, Onkel, Brüder, Grossväter und sonstige “Freunde”. DAS allerdings kommmt in keinen Tagesschauen und ist den Zeitungen auch keine Headline wert. Es sind ja nur Mädchen.
2. Wird die Schuld bei sexueller Ausbeutung gerne den Mädchen zugeschoben, denn diese “verführen” den armen Mann (den “es” dann “überkommt”).
3. Die Fälle von sexuellen Uebergriffen, welche von katholischen Priestern in Kanada an Indianer-Mädchen in katholischen Schulen verübt wurden, sind nur deshalb “berühmt” geworden, weil es sich dort um HUNDERTE von Fällen handelte und eine engagierte Journalistin über Jahre hinweg für Entschädigungen vor Gericht gekämpft hatte. Schlagzeilen hat vor allem die HÖHE DER ENTSCHÄDIGUNG gemacht, weil es sich um die erste wirklich hohe Summe handelte, nämlich um 250 Mio CD$!
Im Uebrigen sollte nicht vergessen werden, dass zu den jetzt bekannten Uebgriffen in der Regel auch noch der reine Sadismus dazu kommt, der für die gesamte katholische Kirche geradezu konstitutiv ist. In der Psychologie ist es ein Gemeinplatz, dass verdrängte, ungelebte, unterdrückte Sexualität zu sadistischem Verhalten/Neigungen führt. Was Wunder also, wenn die ehemaligen Schüler von Schlägen, Erniedrigungen, Drohungen und - dann eben - sexuellen Uebergriffen erzählen?
Und da es in der letzten Zeit Mode geworden ist, über die armen Knaben, welche in den Schulen den LehrerINNEN ausgeliefert sind, keine männlichen Vorbilder mehr haben (ja, wo sind denn die Väter dieser armen Jungs, wo?), weinerliche Auslassungen von frustrierten, emeritierten Soziologieprofessoren zu veröffentlichen, passt das Thema wunderbar in den Trend.
@Papierschiff: Es ist ein altbekannter Mechanismus, dass Leute, welche ein schlechtes Gewissen haben und sich beim angesprochenen Thema, welches Schuldgefühle auslöst, sofort noch schlimmere Taten als “Ent-Schuldigung” aufrechnen. Es ändert allerdings nichts an den Tatsachen, und jeder Mann muss hier selber wissen, ob er schuldig geworden ist oder nicht, sei es in Taten oder “nur” beim Wegschauen! Feministinnen dafür anzugreifen entlarvt bestenfalls…
Und noch etwas: Frauen, als 50 % der Bevölkerung sollen sich selber wehren? Welche Sorte Mensch hat den die Mütter derart geschwächt, ökonomisch, psychisch, gesellschaftlich und religiös, dass sie die Gehirnwäsche von Jahrhunderten (in denen sie ausserdem noch von jeglicher Bildung ausgeschlossen waren)nicht innert einer Generation ablegen können? Welche Sorte Mensch hat denn die Frauen heute in eine Situation hinein gezwungen, dass sie bei 18 Stunden Arbeit pro Tag (Doppelbelastung) nicht auch noch auf Demonstrationen gehen können, es auch gar nicht wagen dürften, weil sie sonst innert Stunden die Existenzsicherung zu verlieren riskierten? Welche Sorte Mensch hat den dort, wo Gesetze gemacht werden noch immer die überwiegende Mehrheit (und lässt es nicht zu, dass bei Wahlen wirklich zwischen Männern UND Frauen gewählt werden kann)?
Es ist zu billig (oder einfach dumm) den Frauen, welche entsetzt sind über das Elend, welche ausgerechnet jene verbreiten, die uns Frauen seit Jahrhunderten unsere Schlechtigkeit vorhalten, auch noch die Aufgabe überbinden zu wollen, den Saustall auszumisten. (Pardon, frau sollte die Schweine nicht beleidigen.) Welche Sorte Mensch erhält denn das Geschäft mit der Kinderpronografie durch eifrigen Konsum am Leben?
Wie wäre es, wenn MÄNNER einmal Partei für die Schwachen ergreifen würden? Aber hier fehlt den Herren der Mut.
lg Dürr
Dürr on 03/15 at 01:41 AM
ach dürr,... natürlich ist die nennung des geschlechtes der opfer wichtig,aber es ist für beide geschlechter wichtig.
ich hab ein schlechtes gewissen darin,dass ich diesem geschlecht anhöre was soviel leid gebracht hat,klar.aber daran kann ich erstmal nichts ändern.
bitte sagen sie aber wo ich feministen angegriffen habe?
auf meinen punkt,dass missbrauch eher ein machtproblem ist,sind sie ja leider gar nicht eingegangen.ich meine ich habe keine ahnung ob das so stimmt,forsche nicht auf diesem thema.nur das geschlecht als begründung kann es aber auf jedemfall ja nicht sein,sonst gäbe es den missbrauch von frauen ja nicht(und nein,ich möchte gar nicht die taten von männern mit denen von frauen gleichreden,wir wissen beide welches geschlecht da schlechter abschneidet)
natürlich wurden den frauen jahrtausende jahre praktisch jeder stein in den weg gelegt,aber sehen sie doch bitte auch,was erreicht wurde. und das NUR weil auch frauen aufgestanden sind und gesagt haben das passt uns nicht. dann hören sie nicht damit auf.
ich kämpfe gerne für “schwächer” und gerne auch gemeinsam mit ihnen.und genauso wird es auch amdere männer geben die das bestimmt tun würden (ja,bestimmt nicht alle,wahrscheinlich sogar wenige,aber es gibt sie.)
papierschiff on 03/15 at 05:58 AM
ich glaube nicht, dass hier zu viele themen angesprochen wurden, geht es doch um das thema schädliches verhalten durch männer - sex. machtmissbrauch, sadismus - sei es i.d. kath. institution kirche, internate, heime, sport, freizeit, familie.
sex. gewalt/machtmissbrauch gegenüber weibl. menschen hat nun einmal ein geschlecht.
die täter sind bis zu 95 % männlich. es handelt sich um bekannte (45 %), fremde (3o %) oder verwandte (25 %). ein drittel dieser verbrechen werden von jugendlichen verübt. ca. 80 % der sex. missbrauchsopfer sind mädchen/frauen.
ferner die massenvergewaltigungen in kriegs-/nachkriegszeiten (u.a. lagerbordelle in KZs, Bosnien, Japan, vietnam etc.) an mio mädchen/frauen. hundertausende wurden zur zwangsProstitution gezwungen. bordelle haben eine lange tradition patriarchaler grausamkeiten am weibl. geschlecht.
eine einrichtung, die mit frauenverachtung, sklaverei, ausbeutung, erniedrigung,verletzung der menschenwürde einhergeht zum leiblichen wohl der frauenbenutzER. ein wirtschaftsfaktor, in dem i.d. regel die frauen die leistungen erbringen, das risiko tragen, während im hintergrund die profiteure, zuhälter, menschenhändler, wirtschafter sich die taschen vollstopfen.
mio weibl. menschen wurden/werden ungewollt - häufig durch gewalt- schwanger und gehen auf das konto der verursacher, weil diese männer keinen bock auf verhütung haben.
frauenhäuser mussten gegründet werden, um frauen und ihre kinder vor häuslicher gewalt zu schützen.
die liste ist ellenlang. und dieses schädliche (sex.) verhalten gegenüber weibl. menschen durchzieht den gesamten zivilisationsprozess. warum sollte ausgeblendet werden, dass die opfer von winnenden 3 lehrerinnen und 8 schülerinnen waren?
@ Dürr zur info einfach googeln auch unter `männlichkeit-sexualität-gewaltprävention/hazissa
http://www.eduhi.at/dl/heiliger.pdf
Anne on 03/15 at 06:05 AM
@papierschiff: Da habe ich keinen Mann persönlich angesprochen. Dass es anständige Männer gibt, weiss ich schon. Das Problem ist, die unglaublichen Verdrängungsleistungen der Männer lassen eine offene Diskussion mit entsprechenden Wirkungen zur Besserung kaum zu.
Was das Problem des Machtmissbrauchs über die Sexualität angeht, so haben das Gescheitere als ich erforscht, etwa Rolf Pohl, “Feindbild Frau”, Offizin-Verlag. Ein Buch,das für Männer guten Willens richtig wäre: Es ist von einem Mann geschrieben. Es dürfte allerdings für einen Mann SEHR schmerzhaft sein, es zu lesen. Trotzdem wäre es eigentlich ein Muss für Männer, die sich zu den Menschen zählen möchten. “Zur Geschlechtsidentität des Mannes gehört die Abwertung des weiblichen und die Idealisierung des eigenen Geschlechts.”, so der erste Satz des Klappentextes. Und schon hieraus wird ersichtlich, dass Sexualität und Macht(-ausübung) zum üblichen Umgang von Männern mit anderen, schwächeren, ausgelieferten Menschen gehört. Und da das Christentum Liebe und Sexualität getrennt, die Frau zudem abgewertet und diffamiert, den Mann aber zum Ebenbild Gottes erklärt hat, ist diese Haltung ein fundamentaler Bestandteil unserer Kultur insgesamt geworden. Der Umgang von Menschen untereinander ist auf Hierarchie reduziert worden und diese Hierarchie basiert wiederum darauf, wer am meisten Macht qua Gewalt hat/ausübt. Der Rest ist bekannt.
Das absolut Schändliche an der hier zur Diskussion stehenden Sache, Pädokriminalität durch kath. Priester, ist, dass diese Leute uns gewöhnlichen Menschen seit 2 Jahrtausenden vorschreiben, was richtig und was schlecht ist, dass sie sich über die Menschen stellen, in Regierungen die Gesetze bestimm(t)en, alles im Namen Gottes und der Liebe, und gleichzeitig das Schlimmste Verbrechen straflos begehen, das man sich vorstellen kann. Kein Tier tut sowas, aber diejenigen, welche im Namen Jesu predigen, die schon. Und: Kardinal Ratzinger hatte während 20 Jahren den Job, exakt diese Verbrechen zu vertuschen und geheim zu halten. (Hans Küng im Tagesanzeiger) Seine “Erschütterung” betrifft nicht die Kinder, sondern den Umstand, dass es rausgekommen ist! Und wieder passiert nichts. DAS ist das Allerschändlichste.
@Anne: DANKE!!
lt. Dürr
Dürr on 03/16 at 01:06 AM
@Dürr wegen dem buch, da werde ich mich mal umhören. hier werde ich das wohl nicht bekommen, aber bestimmt im internet….
wem sagen sie das mit der kirche… “durfte” selbst 8 jahre auf ein katholisches gymnasium gehen und hab innerhalb dieser zeit mehr als nur den glauben an gott verloren.
besonders “weiterbringend” war auch die diskussionen mit dem bischof, der glaub 2-3 mal da war. beschwimpft wurde man, weil fast keiner der jugendlichen sich mit dem papst (damals noch j. p. der 2.) identifizieren konnte, bzw. sehr kritische fragen gestellt wurden (homosexualität, kondome, ...) ...
lg
das papierschiff
Papierschiff on 03/16 at 07:57 AM
@ papierschiff
wie ich gelesen habe, kann das buch `feindbild frau von Rolf Pohl` hier auf fembio über amazon bezogen werden ; links oben unter `unterstützen sie fembio mit ihren einkäufen - neu und gebraucht suchen bei amazon` !
lg Anne
Anne on 03/16 at 12:23 PM









