FemBio-Special: Frauen aus Heidelberg

Hanna Nagel

geb. 10. Juni 1907 in Heidelberg
gest. 15. März 1975 in Heidelberg

deutsche Graphikerin und Malerin
105. Geburtstag am 10. Juni 2012


BiografieZitateWeblinksLiteratur & Quellen


Biografie

Bilder von Hanna Nagel. Rechte VG Bild-Kunst Bonn bzw. Eigentümer

„Ich zeichne, weil es mein Leben ist.“ Mit drei Jahren verlangt sie Bleistift und Papier, um zu zeichnen. Sie war Linkshänderin. Ihre Mutter, Lehrerin, und ihr Vater, Großkaufmann, erkennen die Begabung und fördern sie. Der frühe Tod des Vaters belastet sie schwer, und sie zeichnet später immer wieder den Tod.
Mit 18 Jahren beginnt sie ihr Studium an der Landeskunstschule in Karlsruhe, nach drei Jahren geht sie nach Berlin zu Emil Orlik. In beiden Kunstschulen war sie Meisterschülerin und gehörte, schon als Studentin unter Professoren, zur Neuen Sachlichkeit. 1931 heiratet sie einen Kollegen, Hans Fischer, mit dem sie fast zwei Jahre lang in Rom lebt, nachdem sie 1933 den Rom-Preis bekam. 1938 bekommt sie das langersehnte Kind. Im Krieg waren ihre „Dunklen Blätter“ verfemt (entartet), und sie verschließt sie in Kisten und Koffer. Sie arbeitet als Fabrikarbeiterin oder zeichnet in der Anatomie Leichenteile für Biologiebücher.
Nach dem Krieg, sie lebt in Heidelberg, verlässt sie der Mann, und sie muss alleine für ihren Unterhalt und den der Mutter und der Tochter aufkommen. Ewige Geldsorgen. Sie arbeitet unermüdlich an ihren Zeichnungen, schreibt Gedichte, Erzählungen, macht Reportagen, illustriert Bücher, gibt Unterricht und hasst ihre Auftragsarbeiten. Vor dem Krieg mit vielen Preisen ausgezeichnet, im Krieg fast vergessen, kann sie danach, trotz Ausstellungen („Ich kann nicht abstrakt malen“) in der Kunstszene kaum mehr Fuß fassen. Sie leidet unter schweren Krankheiten, Unverstandensein, Einsamkeit und stirbt mit 67 Jahren an Krebs. Im Leben, wie in ihrem Werk, war sie von brutaler Ehrlichkeit.

Irene Fischer-Nagel

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Zitate

Bilder von Hanna Nagel. Rechte VG Bild-Kunst Bonn bzw. Eigentümer

So verschieden eine Frau von einem Mann ist, so verschieden sind auch die Äußerungen der Seele. Entsprechend ist Frauenkunst etwas völlig anderes als Männerkunst. Meinen Blättern soll man ansehen, daß sie von einer Frau herrühren. Es gibt ja doch nur verschwindend wenige Frauen, die künstlerisch zu einer wirklichen Aussage gelangen -einer Aussage, die so persönlich ist, daß man in der Schöpfung die Frau erkennt.
(Hanna Nagel)

Plötzlich wurde dieser Beruf wichtiger als alles – Essen, Trinken und die Liebe. Absolut nichts anderes sein wollen, als eine Zeichnende.
(Hanna Nagel)

Zeichnen ist meine Leidenschaft, mein Laster, meine Sucht, solange ich lebe.
(Hanna Nagel)

 

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Links


Städtische Galerie Karlsruhe – Hanna Nagel und die Hanna-Nagel-Preisträgerinnen

Städtische Galerie Karlsruhe: Hanna Nagel und die Hanna-Nagel-Preisträgerinnen. Ausstellung 12. Mai bis 5. August 2007.



Straßenburg – BUNDESARCHIV

Straßenburg, Marc: BUNDESARCHIV - Zentrale Datenbank Nachlässe. Nagel, Hanna.



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Literatur & Quellen

Angermeyer-Deubner, Marlene (1988): Neue Sachlichkeit und Verismus in Karlsruhe 1920 - 1933. Karlsruhe: C.F. Müller.


Bassermann-Jordan, Friedrich von (1955): Schiller und der Wein. Ein histor. Beitr. zum Schillerjahr. Zeichnungen von Hanna Nagel. Neustadt an der Weinstr.: Meininger.


Bauer, Walter (1949): Die Schönheit ist nur ein Gast. Mit 22 Illustrationen von Hanna Nagel. Stuttgart: Günther.


Beiß, Adolf; Nagel, Hanna (1967): Gefährten und Gesichte. 12 Blätter Text und 12 Kartons in Mappe. München: Graphikum (Dichter und Zeichner, Bd 4).

Bilder von Hanna Nagel. Rechte VG Bild-Kunst Bonn bzw. Eigentümer


Berger, Renate (2000): Liebe macht Kunst. Künstlerpaare im 20. Jahrhundert. (Enthält u. a. Paarbilder von Hanna Nagel). Köln .a.: Böhlau.


Binding, Rudolf Georg (1925): Die Geige. Vier Novellen. Illustrationen von Hanna Nagel. Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft.


Brentano, Clemens (1958): Die drei Nüsse. Zeichnungen von Hanna Nagel. Zerkall: Renker (Werkdruck aus d. Hausdruckerei d. Papierfabrik Zerkall, 14).


Büchner, Georg; Loebbe, Clemens (1949): Lenz. Ein Fragment. Illustrationen von Hanna Nagel. Baden-Baden: Keppler.


Bunin, Ivan; König, Ilona (Übers.) (1969): Dunkle Alleen. Illustrationen von Hanna Nagel. Zürich: Coron-Verl. (Nobelpreis für Literatur, 40).


Busse, Hermann Eris (1953): Die kleine Frau Welt. Roman. Mit 14 ganzseitigen Illustrationen von Hanna Nagel. Heidelberg: Palladium-Verl.


Chappius, Elisabeth (1967): Hanna Nagel zum sechzigsten Geburtstag. Katalog. Heidelberg: Heidelberger Kunstverein.


Comfort, Alex (1968): Das Koka Shastra und andere indische Liebeslehren. Mit 41 Zeichnungen von Hanna Nagel. Stuttgart: Günther.


Dietl, Magdalena (1969): Wohin denn, Adam? Mit einem Vorwort von Luise Rinser und Zeichnungen von Hanna Nagel. Würzburg: Echter-Verl.


Engelmeyer-Rienaecker, Lucie (1969): Jahresringe. Gedichte (Auswahl). Zeichnungen: Hanna Nagel. Heidelberg: Meister.


Fenten, Helma (1941): Wenn du der Spur folgst. Nordische Volksmärchen. Mit Zeichnungen von Hanna Nagel. Düsseldorf: Bagel.


Fethke, Margot (Hrsg.) (1972): Füllhorn der Blüten. Ein Geburtstagsgruß für Zenta Maurina. Zeichnungen: Hanna Nagel, Portraitskizzen: Bernhard Wichert. Oberursel: Altkönig.


Fischer-Nagel, Irene: Trennung besteht. Gedichte. Mit Zeichnungen von Hanna Nagel.


< Fischer-Nagel, Irene; Nagel, Hanna (1977): Hanna Nagel. Ich zeichne weil es mein Leben ist. Karlsruhe: Braun.


Fleckner, Uwe; Luckow, Dirk (Hg.) (2004): Das wahre Gesicht unserer Zeit. Bilder vom Menschen in der Zeichnung der Neuen Sachlichkeit ; [anlässlich der Ausstellung Das wahre Gesicht unserer Zeit. Bilder vom Menschen in der Zeichnung der Neuen Sachlichkeit 2. Mai - 27. Juni 2004.]. Kiel: Kunsthalle.


Fuchs, Marierose (1972): Wirf dein Herz aus. Neue Gedichte 1964 - 1971. Mit Zeichnungen von Hanna Nagel. Ratingen: Henn.


Gaudy, Franz von (1946): Venetianische Novellen. Mit Zeichnungen von Hanna Nagel. Heidelberg: Meister (Sesam-Bücherei, 4).


Goettl, Helmut; Nagel, Hanna (1981): Hanna Nagel. Frühe Arbeiten, 1926-1934 ; 5.3.-12.4.1981, Künstlerhaus-Galerie, Galerie des Bezirksverbandes Bildender Künstler, Karlsruhe. Herausgegeben von Künstlerhaus-Galerie. Karlsruhe.


Haacke, Wilmont; Nagel, Hanna (1943): Die Jugendliebe. Novelle. Berlin: Frundsberg-Verl.


Hanna Nagel (1946). In: Aussaat : Zeitschrift für Kunst und Wissenschaft, Jg. 1, H. 5.


Hanna Nagel: 100 farbige Zeichnungen, Prof. Herbert Zeitner: Goldschmiedearbeiten. Ausstellung vom 4. - 25. September 1955. Katalog (1955). Coburg: Coburger Kunstverein.


Heyse, Ulrich (1942): Kartenspiel. Aufgabenbuch kleiner Prosa. Mit Zeichnungen von Hanna Nagel. München: Alber.


Jannasch, Hans-Windekilde; Nagel, Hanna (1953): 5. Schuljahr. Bielefeld: Velhagen & Klasing (Velhagen & Klasings deutsches Lesebuch für mittlere Schulen, Bd. 1).


Jimenez, Juan Ramon; Deinhard, Doris (Übers.) (1969): Platero und ich. Illustrationen von Hanna Nagel. Zürich: Coron-Verl. (Nobelpreis für Literatur, 1956).

Bilder von Hanna Nagel. Rechte VG Bild-Kunst Bonn bzw. Eigentümer


Jürgens-Kirchhoff, Annegret (2006): Künstlerinnen der Neuen Sachlichkeit in Karlsruhe. Fridel Dethleffs-Edelmann (1899-1982) und Hanna Nagel (1907-1975). In: Büttner, Katharina (Hg.): Kunst und Architektur in Karlsruhe. Festschrift für Norbert Schneider. Karlsruhe: Univ.-Verl. Karlsruhe, S. 103–114.


Jürgs, Britta; Herrmann, Ingrid (2000): Leider hab ich’s Fliegen ganz verlernt. Portraits von Künstlerinnen und Schriftstellerinnen der Neuen Sachlichkeit. Grambin: AvivA Verl.


Kittelberger, Paula (1963): Der Liebesruf. Mit Zeichnungen von Hanna Nagel. Heidelberg: Meister.


Kittelberger, Paula (1964): Adrienne. Erzählung. Mit Zeichnungen von Hanna Nagel. Heidelberg: Meister.


Kittelberger, Paula (1965): Gobbo. Erzählung. Mit Zeichnungen von Hanna Nagel. Heidelberg: Meister.


Kittelberger, Paula (1966): Katja und Ljuba. Erzählungen. Mit Zeichnungen von Hanna Nagel. Heidelberg: Meister.


Longus (1947): Daphnis und Chloe. Mit Illustrationen von Hanna Nagel. Heidelberg: Meister (Sesam-Bücherei, Bd. 8).


Michalski, Sergiusz (1994): Neue Sachlichkeit. Malerei, Graphik und Photographie in Deutschland 1919 - 1933. Köln: Taschen.


Nagel, Hanna (1942): Zeichnungen. 14 Blätter. Nachwort von Gert H. Theunissen. Leipzig: Staackmann.


Nagel, Hanna (1946): Eine Frau zeichnet … 37 Federzeichnungen. Heidelberg: Meister.


Nagel, Hanna (1947): Federzeichnungen. 14 Blätter. Heidelberg: Kerle.


Nagel, Hanna (1963): Fünfundzwanzig Zeichnungen zu Dostojewskij ‘Die Sanfte’. 26 Blätter. München: Mock.


Nagel, Hanna (1963): Rußland betet. Zeichnungen. München: Ars Sacra.


Nagel, Hanna (1966): Und Friede den Menschen. Reproduktionen nach Originalbildern der Künstlerin. Blockbuch. München: Ars Sacra.


Nagel, Hanna (1967): Acht Kunstkarten nach Graphiken der Künstlerin. Kunstgabe anläßlich des 60. Geburtstages von Hanna Nagel am 10. Juni 1967. 7 Tafeln [Umschlagtafel]. München: Mock.


Nagel, Hanna (1972): Daphnis und Chloe : 7 Orig.-Lithographien. [10] Bl. in Mappe : nur Ill.; 70 arab. numerierte Exemplare. Mit e. Textbeigabe von Adolf Georg Bartels. München: Mock.


Nagel, Hanna (1975): Hanna Nagel. Freiburg.

Bilder von Hanna Nagel. Rechte VG Bild-Kunst Bonn bzw. Eigentümer


Nagel, Hanna (2004): Hanna Nagel 1907 - 1975. Protokolle einer Wirklichkeit. Zeichnungen von 1926 bis 1931. Verkaufskatalog. München: Galerie Hasenclever.


Nagel, Hanna (a 1970): Fantasien über 24 Chopin-Prèludes. s.l.: [s.n.].


Nagel, Hanna; Hesse, H. (1972): Hanna Nagel. Zeichnungen und Lithographien ; 17. Juni - 30. Juli 1972. Herausgegeben von Karl-Ernst-Osthaus-Museum. Hagen: Städt. Karl-Ernst-Osthaus-Museum.


Nagel, Hanna; Hofstätter, Hans H. (1977): Hanna Nagel. Das frühe Werk ; Städtische Museen Freiburg, Ausstellung im Schwarzen Kloster vom 18. März - 17. April 1977. Herausgegeben von Städtische Museen. Freiburg Breisgau: Städt. Museen.


Nagel, Hanna; Stahl, Ernst Leopold (1949): Impressionen um Shakespeare nach drei Aufführungen von Shakespeare-Komödien. Komödie der Irrungen. Was ihr wollt. Wie es euch gefällt. 26 S., 28 gezeichnete Blätter. Dobel/Württ.: Dobel-Verl.


Nagel, Hanna; Ziegler, Kosmas (1970): Traum und Wirklichkeit. Gedichte zu 16 Graphiken von Hanna Nagel. 16 Kunstblätter in Mappe. München: Graphikum.


Nisbet, Peter; Bergius, Hanne (1986): German realist drawings of the 1920s / Deutsche realistische Zeichnungen der zwanziger Jahre. Herausgegeben von Solomon R. Guggenheim Museum, Harvard University und Staatsgalerie Stuttgart. Cambridge Mass.: Harvard University Art Museums; Busch-Reisinger Museums.


Renker, Armin (1967): Die Fahne. Zeichnungen von Hanna Nagel. Zerkall: Renker (Werkdruck aus d. Hausdruckerei d. Papierfabrik Zerkall, 22).


Ringleb, Heinrich (1942): Der Junker von Warrenthin. Mit 14 Federzeichnungen von Hanna Nagel. Berlin: Krüger.


Ruhmer, Eberhard (1965): Hanna Nagel. Mit 45 Abbildungen, darunter 8 Farbtafeln. München: Bruckmann.


Sachs, Nelly (1970): Gedichte. Mit Illustrationen von Hanna Nagel. Zürich: Coron-Verl. (Nobelpreis für Literatur, 62).


Schmidt-Barrien, Heinrich Adolf; Nagel, Hanna (1968): Geliebte Biene. Ein Tagebuch für Rose. Göttingen: Sachse & Pohl.


Scholz, Georg; Hubbuch, Karl; Schnarrenberger, Wilhelm; Nagel, Hanna; Mück, Hans-Dieter (1991): Den Zeitgeist im Visier. Kritischer Realismus in Baden 1914 - 1933. Herausgegeben von Waldkirch. Stuttgart: Matthaes.


Ssachno, Helene von; Nagel, Hanna (1943): Der schwarze Christian. Erzählung. Berlin: Frundsberg.


Stifter, Adalbert; Stefl, Max (Hrsg.) (1957): Die Sonnenfinsternis am 8. Juli 1842. Illustrationen von Hanna Nagel. Augsburg: Kraft.


Thorbecke, Eva; Thorbecke, Jan (1948): Das Märchen vom armen Brüderlein. Illustrationen von Hanna Nagel. Lindau: Thorbecke (Lindauer Drucke, 2).


Thuja, Aleke (1985): Träf dich nur das Zauberwort. Weitere Liebesgedichte. Mit Zeichnungen von Hanna Nagel. Göttingen: Schlender (Libricon, 59).


Thurmair-Mumelter, Maria Luise; Mumelter, Maria (1948): Die Brautfahrt der Jungfrau Engratis. Legende. Ill. von Hanna Nagel. Luzern: SVB.


van Taack, Merete (1956): Mona. Illustrationen von Hanna Nagel. Stuttgart: Loewe.


Waegemans, Yvonne; Torfs, Ruth-Elisabeth (1955): Regina von Morgana. Kinderbuch. Mit 14 Zeichnungen von Hanna Nagel. Kempen/Niederrhein: Thomas-Verl.


Wall, Vivian (1950): Die Sternenprinzessin. Ein Märchen. Bilder von Hanna Nagel. Oldenburg: Stalling.


Wilhelmi, Christoph (1980): Handbuch der Symbole in der bildenden Kunst des 20. Jahrhunderts. Frankfurt/M.: Safari bei Ullstein.


Ziegler, Simone Christiane (1996): Wer bin ich - Wer seid ihr? : Der “weibliche” Blick im graphischen Frühwerk Hanna Nagels. Magisterarbeit. Marburg. Universität Marburg, FB Neuere Deutsche Literatur u. Kunstwissenschaften.


Zimmermann, Rainer (1980): Die Kunst der verschollenen Generation. Deutsche Malerei des Expressiven Realismus von 1925 - 1975. Düsseldorf: Econ.


Zobarskas, Stepas; Gladel, Renate; Tyschkus, Stasys; Nagel, Hanna (1947): Das Lied der Sensen. Erzählungen. Tübingen: Patria.

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Hedwig Dohm