Christiane Amanpour

geboren am 12. Januar 1958 in London

britische Auslandskorrespondentin
50. Geburtstag am 12. Januar 2008


BiografieZitateWeblinksLiteratur & Quellen


Biografie

Christiane Amapour ist der unumstrittene Star unter den internationalen AuslandskorrespondentInnen im englischsprachigen Fernsehen. Seit vielen Jahren liefert sie Reportagen aus den Krisengebieten der Welt und in letzter Zeit auch aus »sicheren« Ländern wie Großbritannien, wo sie zum Beispiel die Radikalisierung moslemischer Jugendlicher genauer unter die Lupe nimmt. Wer in den letzten 15 Jahren Nachrichten auf CNN, CBS und anderen großen Sendern gesehen hat, kennt ihren unverkennbaren Stil: dem Rest der Welt direkt vom Schauplatz aus die Wahrheit im Kontext und auf engagierte Weise vermitteln. Bekannt für ihre Risikobereitschaft, gründliche Berichterstattung und kritische Haltung bezieht sie verdientermaßen ein Spitzengehalt und hat zahlreiche internationale Preise und Auszeichnungen bekommen.

Der familiäre Hintergrund erklärt, warum ihr besonderes Interesse den politischen Geschehnissen im Nahen und Mittleren Osten gilt. Die Eltern entschlossen sich einige Monate nach Christianes Geburt, aus England, dem Heimatland der Mutter, in den Iran, die Heimat des Vaters, überzusiedeln. Das Land wurde damals vom Schah regiert. Christianes glückliche Kindheit endete, als sie im Alter von elf Jahren zurück nach England ins Internat geschickt wurde, in dem Religion und strenge Disziplin großgeschrieben wurden. Schlechte Schulnoten ließen die Hoffnung auf ein Medizinstudium schwinden. Ihre Familie verließ 1979 wegen der islamischen Revolution den Iran und fing noch einmal ganz von vorne an. Als ihre Schwester einen Studienplatz für Journalistik ohne Aussicht auf Rückzahlung der Gebühren aufgibt, schlägt Christiane sich selbst erfolgreich als Ersatz vor und leitet damit den ersten Schritt zu einer Traumkarriere ein. Der nächste Schritt ist ihr Umzug in die USA und das Journalistikstudium an der Universität von Rhode Island, das sie mit glänzenden Noten abschließt.

Als sie 1983 einen Anfängerjob bei CNN erhält, wird ihr selbstbewusster Plan, als Auslandskorrespondentin ein »Star« zu werden, von vielen belächelt. Aber im Laufe der Jahre arbeitet sie sich mit ungeheurer Einsatzbereitschaft, Mut und einem ausgeprägten Gespür für journalistische »Hotspots« an die Spitze. Internationale Beachtung findet sie mit ihren Beiträgen über den Fall der Mauer und die nachfolgenden dramatischen Veränderungen. Es folgen Frontreportagen aus den Krisenregionen in aller Welt und viele Interviews mit wichtigen Persönlichkeiten der Zeitgeschichte.

Amanpour erschüttert das Publikum mit Bildern und Geschichten über die Lebensverhältnisse AIDS-kranker Kinder in rumänischen Waisenhäusern und trägt dazu bei, dass sich die Zustände bessern. Ihre Schilderungen der irakischen Invasion in Kuwait, gefolgt von zahlreichen Beiträgen aus dem ersten Golfkrieg, den kurdischen Flüchtlingslagern und Afghanistan, erreichen eine globale ZuschauerInnenbasis. Ihre Anwesenheit in Bosnien, ihrem »Vietnam«, war ein so großer Störfaktor für die Serben, dass ein Scharfschütze ihrer Kamerafrau beim Filmen ins Gesicht schoss (sie überlebte). Mit großem Einfühlungsvermögen berichtet Amanpour über Katastrophen wie den Tsunami im Indischen Ozean und Hurricane Katrina. Trotz ihrer Zähigkeit wirkt sie glaubhaft, wenn sie in Interviews ihre tiefe Scham darüber zum Ausdruck bringt, dass Politik und Medien, und damit sie selbst, nichts im Vorfeld getan haben, um die Tragödien in Ruanda und im Sudan zu verhindern.

Sie ist mit James Rubin verheiratet, dem Sprecher des Außenministeriums unter Madeleine Albright während der Clinton-Regierung; das Paar hat einen Sohn. Diese Verantwortung erfordert mehr Vorsicht als früher. Amanpours Mut ist ungebrochen, aber sie behauptet nicht mehr, »keine Angst vor dem Tod« zu haben, wenn sie mit schusssicherer Weste vor der Kamera steht.

Marion Kremer

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Zitate

Where there’s a war, there’s Amanpour.
(New York Times)

Amanpour erscheint in den schlimmsten Albträumen von Generälen wie von Diplomaten.
(Michael Dobbs, Washington Post)

Ich glaube wirklich, dass die Welt des Journalismus ein sehr ehrenwerter Beruf sein kann. Dass guter Journalismus einen Unterschied in der Welt machen kann, und dass die Demokratie von informierten Bürgerinnen und Bürgern abhängig ist. Und das ist es, was mich an diesen Job bindet.
(Christiane Amanpour)

Was soll das heißen, völlig unparteiisch sein? Wenn ich über den Holocaust berichten würde, müsste ich dann sagen: »Oh, die armen Nazis, haben die vielleicht doch irgendwo Recht?«
(Christiane Amanpour)

Ich bin ja nicht einfach eine Stenografin oder jemand mit einem Megafon; wenn ich berichte, muss ich es im Kontext tun und mir über die moralische Situation bewusst sein. Wenn ich zum Beispiel über den Genozid spreche, muss ich in der Lage sein, eine Grenze zwischen dem Opfer und dem Aggressor zu ziehen. Es wäre unverantwortlich für mich und CNN, Ihnen zuerst zu zeigen, was das Opfer sagt, das von einer Gang vergewaltigt wurde, und dann, was die Vergewaltiger sagen – und beiden Seiten gleich viel Zeit und moralisches Gewicht zuzugestehen. Ich kann das nicht machen, denn es würde bedeuten, neutral im Angesicht unaussprechlichen Schreckens zu sein. Wenn man neutral ist, ist man nur Beiwerk.
(Christiane Amanpour)

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Links

(letzte Linkprüfung: 06.06.2008)

about.com – Profile of Christiane Amanpour


about.com: Profile of Christiane Amanpour, CNN Chief International Correspondent.

Amanpour – 2000 Murrow Awards Ceremony


Amanpour, Christiane: 2000 Murrow Awards Ceremony. Rede, gehalten in Minneapolis am 13. September 2000. Gifts of Speech.

Amanpour – Address to University of Michigan


Amanpour, Christiane: Address to University of Michigan Spring Commencement. Rede vom 29. April 2006. University of Michigan.

Amanpour – Flüchtiger Blick ins Innere Irans


Amanpour, Christiane: Flüchtiger Blick ins Innere Irans. Artikel vom 12. März 2007. Polixea Portal.

Amanpour – Learning Curves


Amanpour, Christiane: Learning Curves: Christiane Amanpour. From her sister’s mistake in choosing a path, the journalist found hers. Mit Links. Edutopia.

brainyquote.com – Christiane Amanpour Quotes


brainyquote.com: Christiane Amanpour Quotes.

Castollux: Award – Unehrenhaftester Reporter des Jahres 2007


Castollux: Award: Unehrenhaftester Reporter des Jahres 2007 – Christiane Amanpour.

CBC – CNN Star Amanpour


CBC: CNN Star Amanpour on The Hour with George Stroumboulopoulos. Interview (Video) vom 14. Februar 2007.

Charlie Rose Show – Christiane Amanpour


Charlie Rose Show: Christiane Amanpour. Interview-Videos.
CNN – Christiane Amanpour


CNN: Christiane Amanpour. Biografie.

FanMail.biz – Christiane Amanpour


FanMail.biz: Christiane Amanpour. Autogrammadresse, Link zu zahlreichen Fotos.

Forbes.com – No. 74 Christiane Amanpour


Forbes.com: No. 74 Christiane Amanpour. Liste der 100 mächtigsten Frauen der Welt vom 30. August 2007.

Hack 2002 – War Photographer


Hack, Günter: War Photographer. Abtasten in Finsternis. Filmkritik. filmzentrale.com.

Internet Movie Database – Christiane Amanpour


Internet Movie Database: Christiane Amanpour. Filmografie, Fotos und kurze biografische Anmerkungen.

PBS – Reporting America at War


PBS: Reporting America at War. The Reporters. Christiane Amanpour. Mit Link zu: The Gulf War Pool System und How September 11th changed journalism (andere Links sind defekt).

Telegraph.co.uk – Christiane Amanpour


Telegraph.co.uk: Christiane Amanpour: »People think I relax with a Kalashnikov – I don’t«. Artikel vom 15. Oktober 2007.

The Iranian – Iranian of the Year 1997


The Iranian: Iranian of the Year 1997. In: The Iranian vom 23. März 1998.

The New York Times – Christiane Amanpour


The New York Times: Christiane Amanpour. News about Christiane Amanpour, including commentary and archival articles published in The New York Times.

welt.de – Ein Recht auf Wahrheit


welt.de: »Ein Recht auf Wahrheit«. CNN-Reporterin Christiane Amanpour über Ethik des Kriegsjournalismus und ihren Einsatz an der Front. Interview, geführt von Dietrich Alexander, erschienen am 26. März 2003.

Wikipedia – Christiane Amanpour


Wikipedia: Christiane Amanpour.

Wikipedia (engl.) – Christiane Amanpour


Wikipedia (engl.): Christiane Amanpour.

Winfrey 2002 – Christiane Amanpour on being


Winfrey, Oprah: Christiane Amanpour on being a war correspondent. Interview. From the show Reporters’ Notebooks, 2002.

Yahoo! Video – Christiane Amanpour


Yahoo! Video: Christiane Amanpour.

YID With LID – Criticism of Christiane Amanpour/CNN Hatchet


YID With LID: Criticism of Christiane Amanpour/CNN Hatchet Job Continues. Blogbeitrag vom 29. August 2007 zur Kritik am Film Gotteskrieger.

 

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Literatur & Quellen


Quellen


»Giving great war«. In: American Journalism Review, Sept. 1996. Vol. 18 (7).


Oprah talks to Christiane Amanpour. Interview. In: O, The Oprah Magazine vom 1. September 2001.


CNN: Christiane Amanpour. Biografie. (siehe: Links)


Gale Group (Hg.) (2007): Biography resource center. Darin: »Christiane Amanpour« (Newsmakers 1997, Issue 4. Gale Research, 1997). Farmington Hills MI. Gale Group.


Gilg, Adrienne; Cavin, Erica; Kellam, Corina: Christiane Amanpour. (Anmerkung: Text leider nicht mehr online 06.06.2008)

Weiterführende Literatur und Medien

Ferrari, Tobin 2003 – Reporting America at war

Frei 2003 – War photographer


Amanpour, Christiane (erscheint Februar 2008): Attacks on the Press in 2007. A Worldwide Survey. New York. Committee to Protect Journalists.


Ferrari, Michelle; Tobin, James (2003): Reporting America at war. An oral history. Darin: How September 11th Changed Journalism von Christiane Amanpour. Waterville, Me. Thorndike Press (Thorndike large print).


Frei, Christian (2003): War photographer. Dokumentarfilm über den Fotografen James Nachtwey. Mit Christiane Amanpour, Hans-Hermann Klare, Christiane Breustedt, Des Wright und Denis O’Neill. 96 min. 1 DVD. Warner Home Video.

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Hedwig Dohm