Harriet Beecher Stowe

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geboren am 14. Juni 1811 in Litchfield, Connecticut
gestorben am 1. Juli 1896 in Hartford, Connecticut

amerikanische Schriftstellerin


Harriet Beecher Stowe war eine der populärsten US-amerikanischen SchriftstellerInnen des 19. Jahrhunderts. Sie schrieb zahlreiche Kurzgeschichten und etliche Romane, ist aber heute vor allem berühmt wegen ihrer flammenden Anklage gegen die Sklaverei, dem Roman Onkel Toms Hütte (Uncle Tom’s Cabin), der in über 40 Sprachen übersetzt wurde. 

Stowe stammte aus einer Intellektuellenfamilie und bekam eine ungewöhnlich gute Ausbildung. Sie profitierte zudem von dem Pionierinnengeist ihrer 11 Jahre älteren Schwester Catharine, die eine Vorkämpferin der Mädchenbildung in Amerika wurde und Mädchenschulen gründete, in denen Harriet unterrichtet wurde und später selbst unterrichtete.

Die Religion war für die Pastorentochter Harriet von zentraler Bedeutung - sie durchzieht all ihre literarischen Arbeiten und war Quelle beständiger Selbstprüfung und Unzufriedenheit mit dem Zustand ihrer Seele.

In Cincinnati traf Harriet Calvin Stowe, einen Theologieprofessor, den sie 1836 heiratete und der ihre literarische Tätigkeit zeitlebens unterstützte. In den ersten vier Ehejahren gebar Stowe vier ihrer sieben Kinder und versuchte das immer knappe Familienbudget durch Schreiben aufzubessern. In den 40er Jahren publizierte sie bereits in der beliebtesten Frauenzeitschrift, Godey’s Lady’s Book, und 1843 wurde eine Sammlung ihrer Erzählungen unter dem Titel The Mayflower veröffentlicht. Onkel Toms Hütte erschien ab 1851 in Fortsetzungen in der Zeitschrift National Era und kam ein Jahr darauf als Buch heraus.

Stowes Einstellung zur Sklaverei war beeinflußt durch die Predigten ihres Vaters und verfestigte sich durch den Umzug von Neuengland nach Cincinnati, wo sie die ganze Brutalität der Sklaverei unmittelbar vor Augen hatte. Stowe stimmte allerdings den AbolitionistInnen nicht in allem zu; sie fand z.B., daß auch die Sklavenbesitzer Opfer des Systems waren und auf friedlichem Wege um ihr Besitzrecht über andere Menschen gebracht werden müßten.

Ihr plötzlicher, enormer Ruhm sicherte all ihren weiteren Werken, in denen sie überwiegend Charaktere und Landschaft ihrer Heimat Neuengland schildert, großen Erfolg.

Zitat:
Ich schrieb was ich schrieb, weil das Elend und die Ungerechtigkeit, die ich sah, mich als Frau und als Mutter bedrückten und mir das Herz brachen, weil ich als Christin die Schande für die Christenheit empfand, und weil ich mein Land liebe und vor dem kommenden Tag des Zorns zitterte.
Es ist kein Verdienst der Elenden, wenn sie weinen, oder der Unterdrückten und Erstickenden, wenn sie keuchen und kämpfen, und es ist kein Verdienst, daß ich für die Unterdrückten sprechen muß - die nicht für sich selbst sprechen können. (Harriet Beecher Stowe, übs. L.F. Pusch)

Katherine E Horsley

Hedrick, Joan D. 1994. Harriet Beecher Stowe: A Life. New York. Oxford UP.

Young, ELizabeth. 1999. Disarming the Nation: Women’s Writing and the American Civil War. Chicago. University of Chicago Press. 

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Hedwig Dohm