Mahalia Jackson

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geboren am 26. Oktober 1911 in New Orleans, Louisiana
gestorben am 27. Januar 1972 in Evergreen Park, Illinois
amerikanische Gospelsängerin
90. Geburtstag am 26. Oktober 2001


Durch die Macht ihrer Stimme und die Echtheit und Beseeltheit ihres Vortrags brachte Mahalia Jackson Gospel Songs – tief empfundene religiöse Lieder, gespeist aus verschiedenen Traditionen schwarzer Musik – an die Spitze der schwarzen religiösen Musik und wurde selbst zur weltbekannten Sängerin. Trotz allen Erfolgs blieb sie stets dem Glauben an ihre religiöse Sendung treu und weigerte sich, weltliche Blueslieder zu singen oder mit ihrer Gospelmusik in Nachtlokalen aufzutreten.

Jackson, die Enkelin eines Sklaven, war fünf Jahre alt, als ihre Mutter starb und sie zu ihrer Tante, einer etwas strengen Christin, kam. Als Kind sang sie, “fast sobald ich gehen und sprechen konnte” und liebte Musik von früh auf – nicht nur die Hymnen in der Mount Moriah BaptistInnenkirche, sondern die ganze Fülle der Musik New Orleans’, von den Blechkapellen in den Straßen, dem Jazz eines Jelly Roll Morton oder den Blues einer Bessie Smith zu den besessenen Liedern der kleineren, ekstatischen Sektenkirchen überall. Diese verschiedenen musikalischen Strömungen sollte Jackson später in ihre Gospel Songs einfließen lassen und dadurch eine neue Form schwarzer Musik erschaffen.

Jackson mußte die Schule früh verlassen, um als Wäscherin Geld zu verdienen, aber 1928 gelang es ihr, nach Chicago zu kommen, wo sie sich größere Chancen erhoffte als im Süden. Dort arbeitete sie zunächst wieder als Wäscherin für Weiße und als Zimmermädchen im Hotel. Sie sang aber auch als Solistin und im Chor der Greater Salem BaptistInnenkirche, und bald ging sie zusammen mit vier anderen SängerInnen der Kirche auf Tour. Mitte der dreißiger Jahre war Jackson schon so bekannt, daß sie landesweit – von New York bis Kalifornien – eingeladen wurde, in schwarzen Kirchen zu singen. Zuerst waren es meist die kleineren ekstatischen Kirchen, die ihre ungehemmte Vortragsweise schätzten, in der Jackson den ganzen Körper in Bewegung setzte und auch schrie. Sie sang Lieder der Gospel-Komponisten wie T. A. Dorsey, Lieder, die Elemente der alten Sklavenmusik und der neueren Ragtime, Blues- und Jazzmusik aufnahmen. Die größeren Kirchen der schwarzen Bourgeoisie fanden ihren gefühlvollen Stil zuerst “würdelos,” aber sie bestand darauf, daß sie nur das täte, was ihr die Bibel nahegelegt hatte: “Jauchzet dem Herrn alle Welt mit der Stimme der Trompete!”

Jacksons Ruhm wuchs in den fünfziger Jahren mit Auftritten in der Carnegie Hall, im Radio und Fernsehen, mit Tourneen durch Europa und Asien. Obwohl jetzt auch von Weißen geliebt und gefeiert, blieb Jackson in den Südstaaten Amerikas und auch in Chicago Diskriminierungen ausgesetzt – auf ihr Haus in einem weißen Viertel Chicagos wurde geschossen - und sie nahm an der schwarzen Bürgerrechtsbewegung nach 1955 teil. Als Martin Luther King 1963 in Washington seine berühmte Freiheitsrede hielt, begeisterte Mahalia Jackson die Menge durch ein altes Sklavenlied, das jetzt als Protestlied verstanden wurde.

Jackson heiratete zweimal und ließ sich beide Male scheiden; anscheinend konnten ihre Männer ihre Lebensbedingungen als ernsthafte Sängerin nicht auf die Dauer hinnehmen. Während ihrer letzten Jahre war Jackson oft krank. Sie starb in Evergreen Park, Illinois, einem Vorort von Chicago, an einem Herzleiden und wurde in New Orleans beigesetzt.

Joey Horsley

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Hedwig Dohm