Maria Callas

(Maria Meneghini-Callas; Maria Anna Cecilia Sofia Kalogeropoulos; Μαρία Καλογεροπούλου)

geboren am 2. Dezember 1923 in New York
gestorben am 16. September 1977 in Paris

griechisch-US-amerikanische Sängerin
90. Geburtstag am 2. Dezember 2013


BiografieZitateWeblinksLiteratur & Quellen


Biografie

Coverbilder Maria Callas

Alby, Caron 1998 – Maria Callas

„Einfach lächerlich, dass so ein Mädchen Sängerin werden will“, befindet die Gesangslehrerin Elvira de Hidalgo, als ihr die pummelige und bebrillte Maria Callas in Athen zum ersten Mal gegenübersteht. Aber 1940 findet in Athen die erste von vielen hundert Premieren statt, es ist eine Operette. Maria ist siebzehn Jahre alt; ihre Karriere wird sie nicht in den USA, wo sie geboren ist und wohin sie 1945 zurückkehrt, sondern im „Land der Oper“, in Italien, fortsetzen.

Allegri, Allegri 1998 – Callas by Callas

In Verona ist sie 1947 Ponchiellis Gioconda. Dort trifft sie auch Battista Meneghini, ihren späteren Mann. Er wird sich sehr für ihre Karriere einsetzen. Sie sei sein „chef d’œuvre“, hat er einmal gesagt. Mit ihm wird sie zu „La Callas“.

Es gibt kaum eine Rolle, in der sie nicht brilliert: Sie ist Tosca, Medea, La Traviata, Lady Macbeth, Madame Butterfly, Norma, Lucia. Sie reist rund um die Welt, erobert die Metropolen und die Menschen, die ihren Aufführungen entgegenfiebern und ergriffen sind. „Die Scala im Delirium“ heißt es in einer Schlagzeile 1954 in Mailand. Sie hat den Höhepunkt ihrer Karriere erreicht. Jetzt läßt ihre Energie nach; sie muß Aufführungen und gar Premieren absagen oder abbrechen.

Brix 1994 – Maria Callas

Als sie 1959 Aristoteles Onassis kennen lernt, der ein Freund der Liebe, aber nicht der Oper ist, tritt sie immer seltener auf. „Sie haben ja kein einziges Mal geübt“, wundert sich Fürstin Grazia Patrizia nach einer dreiwöchigen Kreuzfahrt auf Onassis’ Christina. „Nur ein glücklicher Vogel kann singen“, sagte sie einmal. Die Beziehung zu Onassis war nicht glücklich. Im Jahr 2000 legte der Journalist Nicholas Gage Beweise für ein lange gehütetes Geheimnis vor: Maria Callas gebar 1960 einen Sohn von Onassis; er starb am Tag der Geburt.

Callas, Ardoin 2002 – Maria Callas

1969 versucht Maria Callas sich als Schauspielerin, in Pasolinis Medea. Der Film ist kommerziell ein Reinfall. Sie arbeitet 1970 als Musikpädagogin in New York und plant mit ihrem früheren Partner Giuseppe die Stefano ein Comeback. Ihre Tournee wird zum Desaster.

Am 16. September 1977 stirbt sie in Paris an Herzversagen. „Bravo, Callas! Bravo, Maria!“ klingt es aus der Menge, als der Sarg aus der Kirche in der Rue Georges Bizet getragen wird.

(Original der gekürzten Fassung aus Pusch/Gretter, Berühmte Frauen: 300 Portraits, Bd 1)

Susanne Gretter

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Zitate

Nie mehr werde sie die Traviata singen, erklärte die Sängerin Elisabeth Schwarzkopf, als sie Maria Callas 1952 in der Arena von Verona in dieser Rolle erlebt hatte: „Welchen Sinn hätte es, sich an einer Partie zu versuchen, die von einer Kollegin so vollkommen dargeboten wird.“


Dherbier 2007 – Maria Callas

Nie mehr werde sie die Traviata singen, erklärte die Sängerin Elisabeth Schwarzkopf, als sie Maria Callas 1952 in der Arena von Verona in dieser Rolle erlebt hatte: „Welchen Sinn hätte es, sich an einer Partie zu versuchen, die von einer Kollegin so vollkommen dargeboten wird.“

Galatopoulos 2001 – Maria Callas

Sie ist eine Frau, in gewisser Hinsicht die modernste aller Frauen, aber in ihr lebt eine Frau der Antike – geheimnisvoll und magisch –, deren Empfindungen einen unglaublichen inneren Konflikt bei ihr auslösen.
(Pier Paolo Pasolini, Quelle)

Hauert, Gara et al. 1958 – Maria Callas

Bestrickend schön die Mittellage, überraschend brillant die Koloraturen, glänzend Aussprache und Nuancierung. Aber mögen solche Einzelheiten die Gesangslehrerinnen interessieren; man braucht ihrer nicht zu achten, weil „die Callas“ da erst einzigartig wird, wo die Sphäre des Vortrags, des Ausdrucks, ja man darf sagen: der Seele beginnt. Die Größe von Frau Callas triumphiert da, wo von Gesang und Mimik nicht mehr die Rede ist. Was sie bietet, ist kein schauspielerisches oder musikalisches, sondern ein künstlerisches Ereignis.
(Joachim Kaiser, Quelle)

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Links

Ruth Klüger über Gunna Wendts Callas-Buch


CDs und DVDs mit Maria Callas kaufen

Deutscher Maria Callas Club 09.04.2007 – Maria Callas


Deutscher Maria Callas Club: Maria Callas. Diskografie, Bibliografie, Photos, Shop und mehr.

EMI Classics 22.08.2007 – Maria Callas


EMI Classics: Maria Callas. Schöne Flashseite (englisch) mit thematisch geordneter Diskografie, Bildbiografie, Fotos und Newsletter.

EMI Music Germany – Maria Callas


EMI Music Germany: Maria Callas. Produktübersicht (CDs und DVDs) mit Hörproben.

Katalog der Deutschen Nationalbibliothek – Maria Callas


Katalog der Deutschen Nationalbibliothek: Bücher von und über Maria Callas.

klassik.com – Callas, Maria Interpret


klassik.com: Callas, Maria (Interpret, 1923-1977). Mit Plattenkritiken und Hinweis auf Radio- und Fernsehsendungen.

Klüger – Die Sängerin des Jahrhunderts


Klüger, Ruth: Die Sängerin des Jahrhunderts. Rezension zu „Meine Stimme verstörte die Leute“ von Gunna Wendt. welt.de.

La Divina Maria Callas 24.07.2007


La Divina Maria Callas. The Maria Callas Official Web Site.

Last.fm – Maria Callas


Last.fm: Maria Callas. Online-Radio.

Nyary – Die geheime Leidenschaft der Maria


Nyary, Josef: Die geheime Leidenschaft der Maria Callas. In: Hamburger Abendblatt vom 18.08.2007.

Raphael – Die letzte Diva


Raphael, Teresa Pieschacón: Die letzte Diva. ARTE.

van Zoggel 19.08.2007 – Maria Callas


van Zoggel, Karl: Maria Callas. The Maria Callas International Club.

Wikipedia 22.08.2007 – Maria Callas


Wikipedia: Maria Callas.

Xing 24.07.2007 – The Callas Exhibition…


Xing, Kong: The Callas Exhibition… relics, costumes, dresses and gowns, letters and documents, rare audio and video, personal objects.

YouTube – Videos mit Maria Callas


YouTube: Videos mit Maria Callas.



Letzte Linkprüfung durchgeführt am 18.06.2008 (AN)

 

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Literatur & Quellen


Quellen

Ardoin, John; Waldraff, Tilmann (1979): Maria Callas und ihr Vermächtnis. (=The Callas Legacy). München: Noack-Hübner.

Fischer 1995 – Große Stimmen

Gage, Wasel et al. 2001 – Griechisches Feuer


Fischer, Jens Malte (1993): Große Stimmen. Von Enrico Caruso bis Jessye Norman. Frankfurt (Main): Suhrkamp, 1995 (Suhrkamp-Taschenbuch, 2484).


Gage, Nicholas; Wasel, Ulrike; Timmermann, Klaus (2001): Griechisches Feuer. Maria Callas und Aristoteles Onassis. (=Greek Fire: The Love Affair of Maria Callas and Aristotle Onassis). München: Blessing.

Kesting 1992 – Maria Callas

Wendt 2006 – Meine Stimme verstörte die Leute


Kesting, Jürgen (1990): Maria Callas. München: Econ-Taschenbuch-Verl., 1992 (Econ-Taschenbuch, 26534).


Wendt, Gunna (2006): Meine Stimme verstörte die Leute. Diva assoluta Maria Callas. München: Knaus.


Weiterführende Literatur


Alby, Claire; Caron, Alfred (1998): Maria Callas - ihre Stimme, ihr Leben. Mit CD. Bern, München, Wien: Scherz (Arte-Edition).


Allegri, Renzo; Allegri, Roberto (1998): Callas by Callas. Ein Mythos lebt. München: Heyne (Collection Rolf Heyne).

Bret 2000 – Callas


Bret, David (2000): Callas. Biographie. Hamburg: Europ. Verl.-Anst.


Brix, Michael (1994): Maria Callas. Aufführungen/Performances. München: Schirmer/Mosel.


Callas, Maria; Ardoin, John (2002): Maria Callas: Meine Meisterklasse. Ein Übungsbuch für Sänger ; mit zahlreichen Notenbeispielen. (=Callas at Juilliard - the master clases). Berlin: Henschel.

Csampai 1999 – Callas


Csampai, Attila (1999): Callas. Gesichter eines Mediums. München, Paris, London: Schirmer-Mosel.


Dherbier, Yann-Brice (2007): Maria Callas. Bilder eines Lebens. Berlin: Schwarzkopf & Schwarzkopf.


Dufresne, Claude (1991): Maria Callas. Primadonna assoluta. München: Heyne (Heyne-Biographien, 213).


Galatopoulos, Stelios (1999): Maria Callas. Die Biographie. Frankfurt am Main: Fischer, 2001.

Gretter, Pusch 1999 – Berühmte Frauen


Gretter, Susanne; Pusch, Luise F. (1999): Berühmte Frauen. Dreihundert Porträts. Frankfurt am Main, Leipzig: Insel-Verlag.


Hauert, Roger; Gara, Eugenio; Eichmann, Arnold Heinz (1958): Maria Callas. Frankfurt/Main: Limpert (Die grossen Interpreten).

Kanthou 1994 – Maria Callas

Herzfeld 1959 – Maria Meneghini-Callas oder Die große


Herzfeld, Friedrich (1959): Maria Meneghini-Callas oder Die große Primadonna. Berlin: Rembrandt-Verl. (Rembrandt-Reihe, 18).


Kanthou, Eleni (1994): Maria Callas. Die Interpretin ; Leben und Wirken. Wilhelmshaven: Noetzel.


Kesting, Jürgen (2006): Maria Callas. Leben und Musik der großen Sängerin ; Callas singt Wahnsinns-Szenen von Donizetti, Bellini und Thomas. Buch und Audio-CD. Hamburg: Zeitverl. Bucerius (DIE ZEIT Klassik-Edition, 11).

Prechtel 2007 – Maria Callas

Krausser 1999 – Der große Bagarozy


Krausser, Helmut (1997): Der große Bagarozy. Roman. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1999 (rororo, 22479).


Prechtel, Adrian (2007): Maria Callas: Langen/Müller.

Stancioff 1988 – Callas

Rieger, Steegmann 2002 – Göttliche Stimmen


Rieger, Eva; Steegmann, Monica (2002): Göttliche Stimmen. Lebensberichte berühmter Sängerinnen ; von Elisabeth Mara bis Maria Callas. Frankfurt am Main: Insel-Verl. (Insel-Taschenbuch, 2502).


Stancioff, Nadia (1988): Callas. Biographie einer Diva. Zürich: SV Internat. Schweizer Verl.-Haus.

Tosi 2007 – Maria Callas

Tajani 2006 – Maria Callas


Tajani, Ricci (2006): Maria Callas. The cruise ‘59 ; Biografie einer Reise. Mainz: Schott.


Tosi, Bruno (2007): Maria Callas - La Divina in Cucina. Die Entdeckung ihrer kulinarischen Geheimnisse: Südwest-Verlag.

Zigaina 2006 – In die Lagune

Wendt 2006 – Maria Callas oder Die Kunst


Wendt, Gunna (2006): Maria Callas oder Die Kunst der Selbstinszenierung. Ausstellungskatalog. Leipzig: Henschel.


Zigaina, Guiseppe (2006): In die Lagune. Erzählungen. Wien: Folio.

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Hedwig Dohm