Nelly Sachs

geboren am 10. Dezember 1891 in Berlin
gestorben am 12. Mai 1970 in Stockholm

deutsche Dichterin; Literatur-Nobelpreisträgerin (1966)
120 Geburtstag am 10. Dezember 2011


BiografieWeblinksLiteratur & Quellen


Biografie

Fast wäre sie wie ihre Freundinnen Gertrud Kolmar und Helene Herrmann von den Nazis ermordet worden, und wir wüßten nicht einmal ihren Namen. Denn die spätere “Dichterin jüdischen Schicksals”  und Nobelpreisträgerin für Literatur erhielt den Befehl für den Abtransport und das Visum nach Schweden am selben Tag.

Leonie (“Nelly”) Sachs war das einzige Kind wohlhabender jüdischer Eltern. Ihr größter Wunsch war, Tänzerin zu werden, aber sie begann auch früh zu schreiben. Mit 17 Jahren erlebte sie eine tiefe aber hoffnungslose Liebe, die ihr Leben und Schaffen entscheidend beeinflußte; viele von ihren späteren Gedichten kreisen um den “toten Bräutigam,” der (nach Hilde Domin) 1940 von der Gestapo verhaftet und später ermordet wurde. Über den Geliebten sprach Nelly Sachs nie.

Am 16. Mai 1940 kamen Nelly und Margarete Sachs mit dem letzten Flugzeug aus Berlin in Stockholm an (der Vater war 1930 gestorben). Neben der harten Arbeit des Überlebens (Sachs arbeitete zeitweise als Wäscherin) und der anstrengenden Pflege der kranken Mutter begann sie, Gedichtzyklen und szenische Dichtungen zu schreiben. Trotz ihrer großen Produktivität wurde Sachs bis Ende der 50er Jahre in der Bundesrepublik ignoriert. 1960 bekommt sie den Meersburger Droste-Preis, 1965 als erste Frau den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, 1966 als erste und bisher einzige deutsche Dichterin den Nobelpreis. Zusammen mit dem Erfolg aber kamen wieder schwere Leiden - die Schrecken der Vergangenheit suchten die fast Siebzigjährige noch einmal heim, sie brach 1960 zusammen und mußte lange Zeit in einem Sanatorium verbringen. Trotz ihrer Krankheit und der Folter der Elektroschocktherapie schrieb sie weiter; es entstanden ihre letzten großen Gedichtzyklen, Fahrt ins Staublose, Noch feiert Tod das Leben, Die Suchende und Glühende Rätsel.


Ihr Zuschauenden
Unter deren Blicken getötet wurde.
Wie man auch einen Blick im Rücken fühlt,
So fühlt ihr an euerm Leibe
Die Blicke der Toten
.

Joey Horsley

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Links

Rezension von Lermen & Braun 1998.

Wikipedia

Literary Encyclopedia (englisch)

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Literatur & Quellen

Nelly Sachs in der Deutschen Nationalbibliothek

Bahr, Ehrhard. 1980. Nelly Sachs. Autorenbücher 16. Text und Kritik. München. Beck.

FrauenbildBerendsohn, Walter A. 1974. Nelly Sachs: Einführung in das Werk der Dichterin jüdischen Schicksals. Darmstadt. Agora.

Dinesen, Ruth. 1992. Nelly Sachs. Frankfurt/M. Suhrkamp.

Fritsch-Vivie, Gabriele. 1993. Nelly Sachs. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Reinbek bei Hamburg. rororo monographie.

Holmquist, Bengt. Hg. 1977 [1968]. Das Buch der Nelly Sachs. Frankfurt/M. Suhrkamp TB 398.

Lermen, Birgit & Michael Braun. 1998. Nelly Sachs. “an letzter Atemspitze des Lebens”. Bonn. Bouvier.

Sachs, Nelly. 1984. Briefe der Nelly Sachs. Hg. Ruth Dinesen & Helmut Müssener. Frankfurt/M. Suhrkamp. 

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