Ada Lovelace geb. Byron

(Augusta Ada King geb. Byron, Countess of Lovelace)

geboren am 10. Dezember 1815 in London
gestorben am 27. November 1852 in London

englische Mathematikerin; Tochter von Lord Byron
160. Todestag am 27. November 2012


BiografieZitateWeblinksLiteratur & Quellen


Biografie

1975 ordnete das Pentagon die Entwicklung einer universell einsetzbaren Computersprache an – diese Sprache heißt ADA, zur Erinnerung an die Computerpionierin Ada Lovelace, geborene Byron.

Lord Byron hatte mit drei Frauen drei Töchter; Ada, die zweite und sein einziges eheliches Kind, war gerade einen Monat alt, als Byron sie und die Mutter, eine hochintelligente, mathematisch begabte Frau, zu deren Eltern zurückschickte. Ada und Lady Byron sahen Lord Byron nie wieder. Ada bekam eine streng naturwissenschaftliche Erziehung, quasi ein Gegengewicht zum »romantischen Erbe« des treulosen Vaters. Schon früh entwarf sie Konstruktionspläne für allerlei Maschinen und korrespondierte mit den berühmten MathematikerInnen Mary Somerville (1780-1872) und Charles Babbage (1792-1871). Babbage wurde ihr bester Freund und Vertrauter; man verbindet beider Namen mit der Entwicklung der (Vorstufen der) ersten Computer.

Ada Lovelace

1842 übersetzte Ada Lovelace ein Buch von L. F. Menabrea, das Babbages Analytical Engine erläuterte… Sie stellte umfangreiche Berechnungen an; schließlich waren die Anmerkungen dreimal so lang wie der ursprüngliche Text. Lovelace betont vor allem die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten der Analytical Engine, und sie erklärt anhand von Beispielen das Problem der Programmierung. Dafür hatte sie die ersten Computerprogramme geschrieben.

Mit neunzehn Jahren heiratete Ada William Lord King, den späteren Earl of Lovelace. In einem ihrer Briefe an Babbage hatte sie geschrieben: »Ich glaube nicht, dass mein Vater ein ebenso guter Dichter war … wie ich eine gute Mathematikerin sein werde.« Aber: Ada gebar in schneller Folge drei Kinder und war tief unglücklich, dass die Familienpflichten und die Schwangerschaften ihr so wenig Zeit für ihre mathematischen Studien ließen. Ihre Ehe und die häusliche Situation insgesamt waren sehr unbefriedigend, und so zog sich Ada mehr und mehr auf ihre beiden Lieblingsbeschäftigungen zurück: Mathematik und Musik. Oder sie warf sich verzweifelt ins Gesellschaftsleben, tanzte als vielbewunderte Schönheit und »Tochter des romantischsten aller romantischen englischen Dichter« die Nächte durch, hatte Liebesaffären, jagte zu Pferd durch die Wälder. Schließlich fing sie an, auf Pferde zu wetten und verlor dabei Unsummen.

Ada Lovelace

Die letzten fünf Jahre ihres Lebens widmete sie der Arbeit an einem mathematisch ausgefeilten Wettsystem. Ada Lovelace starb mit 36 Jahren, im selben Alter wie ihr Vater, an Krebs.

Luise F. Pusch

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Zitate

Ich bin eines dieser Genies, die sich darauf beschränken, sich zu erholen. (Ada Lovelace an ihren Mann)

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Links

Ada-Lovelace-Projekt | Rheinland-Pfälzisches Mentoring-Netzwerk für Frauen in MINT
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Finding Ada — Bringing women in technology to the fore. Seite zum Ada-Lovelace-Day.
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2D Goggles: Lovelace – The Origin. Comic.
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Archives Hub: Papers of the Noel, Byron and Lovelace Families
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DNB, Katalog der Deutschen Nationalbibliothek: Lovelace, Ada King of. Bücher und andere Medien.
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frauen-informatik-geschichte.de: Ada als Ikone der Informationstechnologie
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frauen-informatik-geschichte.de: Ada King, Countess of Lovelace. Biografie.
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Herrad Rhia, Imogen: Die Zahlenzauberin: Das Leben der Augusta Ada Lovelace. Bayerischer Rundfunk, 21.09.2012. Audiodatei, 21:20 min.
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Keller, Chantal: Frauen in der Mathematik: Augusta Ada Lovelace
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Menabrea, L. F.; Lovelace, Ada: Sketch of The Analytical Engine. Invented by Charles Babbage. With notes upon the Memoir by the Translator Ada Augusta, Countess of Lovelace
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Rauch, Judith (1987): Ada Lovelace. In: EMMA, Januar 1987.
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Literatur & Quellen

Baum 1986 – The calculating passion of Ada

Delius 2009 – Die Frau, für die ich

Lethbridge 2001 – Ada Lovelace

Lovelace 2011 – Ada Lovelace

Lovelace 1998 – Ada, the enchantress of numbers

Moore 1977 – Ada, Countess of Lovelace

Baum, Joan (1986): The calculating passion of Ada Byron. North Haven, Conn. Archon Books. ISBN 0-208-02119-1.
(Amazon-Suche | Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)

Delius, Friedrich Christian (2009): Die Frau, für die ich den Computer erfand. Roman. 1. Aufl. Berlin. Rowohlt. ISBN 978-3-87134-642-2.
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Keitel, Evelyne (1988): Lyrik, Inzest und die Liebe zur Mathematik: Ein schwieriges Erbe für Lord Byrons Töchter.
In: Pusch, Luise F. (Hg.): Töchter berühmter Männer. Neun biographische Portraits. Frankfurt am Main. Insel (Insel-Taschenbuch, 979). ISBN 3-458-32679-0. S. 155–207.
(Amazon-Suche | Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)

Lethbridge, Lucy (2001): Ada Lovelace. The computer wizard of Victorian England. London. Short. ISBN 978-1-904095-02-6.
(Amazon-Suche | Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)

Lovelace, Ada (2011): Ada Lovelace. Enthält: Anmerkung G, ausgewählte Briefe sowie ihr Sonett ›The Rainbow‹. Herausgegeben von Joasia Krysa. Ostfildern. Hatje Cantz. (100 notes – 100 thoughts, 55) ISBN 978-3-7757-2904-8.
(Amazon-Suche | Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)

Lovelace, Augusta Ada (1998): Ada, the enchantress of numbers – prohet of the computer age. A pathway to the 21st century. Herausgegeben von Betty A. Toole. Mill Valley, Calif. Strawberry Press. ISBN 0-912647-18-3.
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Moore, Doris Langley (1977): Ada, Countess of Lovelace. Byron’s legitimate daughter. London. Murray. ISBN 0-7195-3384-8.
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Plant 1998 – Nullen + Einsen

Robinson 2008 – The 100 Most Influential Scientists

Siegfried 2007 – Die Schatten ferner Jahre

Stein 1999 – Ada

Stein 2004 – Ada Augusta Lovelace


Plant, Sadie (1998): Nullen + Einsen. Digitale Frauen und die Kultur der neuen Technologien. (=Zeros and ones)
Herausgegeben von Gustav Roßler. Berlin. Berlin-Verl. ISBN 3-8270-0290-7.
(3827002907 | Eurobuch-Suche)

Robinson, Constable (2008): The 100 Most Influential Scientists. Chicago. Encyclopaedia Britannica Inc. (The Britannica Guides) ISBN 978-1-84529-864-7.
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Siegfried, Anita (2007): Die Schatten ferner Jahre. Roman. Zürich. Dörlemann. ISBN 978-3-908777-32-8.
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Stein, Dorothy (1999): Ada - die Braut der Wissenschaft. (=Ada, a life and a legacy)
Aus dem Englischen von Björn Bossmann und Sabine Kreiner. Berlin. Kulturverl. Kadmos. ISBN 978-3-931659-13-4.
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Stein, Dorothy (2004): Ada Augusta Lovelace. Eine Frau am Anfang der Moderne. (=Ada, a life and a legacy)
Zweite auflage von »Ada – die Braut der Wissenschaft«. Aus dem Englischen von Björn Bossmann und Sabine Kreiner. 2. Aufl. Berlin. Kulturverl. Kadmos; Kadmos. ISBN 3-931659-64-X.
(Amazon-Suche | Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)

Venkatraman 2009 [erschienen 2008 – Women mathematicians

Woolley 1999 – The bride of science

Woolley 2005 – Byrons Tochter

Venkatraman, Padma (2008): Women mathematicians. 1. Aufl. Greensboro, N.C. Morgan Reynolds Publ. (Profiles in mathematics) ISBN 978-1-59935-091-2.
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Wade, Mary Dodson (1994): Ada Byron Lovelace. The lady and the computer. New York. Dillon Press. (People in focus book) ISBN 0-87518-598-3.
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Woolley, Benjamin (1999): The bride of science. Romance, reason, and Byron’s daughter. London. McGraw-Hill. ISBN 0-07-137329-2.
(Amazon-Suche | Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)

Woolley, Benjamin (2005): Byrons Tochter. Ada Lovelace - die Poetin der Mathematik. (=The bride of science)
Ins Deutsche übersetzt von Katharina Kramer. 1. Aufl. Berlin. Aufbau-Taschenbuch-Verl; Aufbau Taschenbuch Verl. (Aufbau-Taschenbuch, 2123) ISBN 3-7466-2123-2.

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Hedwig Dohm