Margaret Mead
amerikanische Anthropologin
geboren am 16. Dezember 1901 in Philadelphia, Pennsylvania
gestorben am 15. November 1978 in New York City
30. Todestag am 15. November 2008
“Ich habe den größten Teil meines Lebens damit verbracht, die Lebensgewohnheiten anderer Völker zu studieren, Völker aus fernen Ländern, damit meine Landsleute sich selbst vielleicht besser verstehen”, schreibt Margaret Mead in ihrer Autobiographie. Aber nicht nur ihre Landsleute, sondern die gesamte westliche Sozialwissenschaft profitierte von ihren ethnologischen Erkenntnissen. Besonders durch ihre Forschungen im Jahre 1931 bei den Arapesh, Tchambuli und Mundugumor auf Neuguinea lenkte sie das Augenmerk auf die Bedeutung der Kultur bei der Ausdifferenzierung von weiblichen und männlichen Geschlechtsrollen. Diese drei Völker entsprachen in unterschiedlicher Weise überhaupt nicht den gängigen biologistischen Vorstellungen von typisch weiblichem und typisch männlichem Verhalten. Das war natürlich ein starker Denkimpuls für die Psychologie, die allerdings bis heute auf diesem Gebiet weitestgehend damit beschäftigt ist, psychische Geschlechtsunterschiede zu postulieren, mit negativen Folgen für die Frau, und damit eine patriarchalische Ideologie “wissenschaftlich” zu legitimieren.
Margaret Mead ist schon zu Lebzeiten weltberühmt geworden. Als sie sich 1925 als junge Forscherin zum ersten Mal allein nach Samoa begab, konnte sie sich nicht nur auf die Unterstützung ihrer großen LehrerInnen Franz Boas und Ruth Benedict verlassen, sondern auch auf ihre persönliche Kraft, ihre vitale intellektuelle Neugier und auf einen selbstverständlichen Mut. Sie war in einer Familie aufgewachsen, in der Selbständigkeit, Phantasie und Dominanz nicht nur vom Vater, sondern auch von der Großmutter und ihrer Mutter, einer Feministin und promovierten Soziologin, repräsentiert wurden.
Margaret Mead erforschte sieben Südseekulturen. Sie war Universitätslehrerin und eine in aller Welt geschätzte Vortragsrednerin. Sie erhielt mehrere Ehrendoktorate und schrieb über 40 Bücher (18 davon zusammen mit anderen) sowie über 1000 wissenschaftliche Artikel. Etliche ihrer Werke wurden Bestsellerinnen und gehören bereits zu den Klassikerinnen des 20. Jahrhunderts: Coming of Age in Samoa (1928), Growing up in New Guinea (1930), Sex and Temperament in Three Primitive Societies (1935) sowie Male and Female (1949). Sie war dreimal verheiratet und geschieden und hatte mit ihrem letzten Ehemann, dem bekannten Biologen und Anthropologen Gregory Bateson, eine Tochter, die 1984 eine Biographie ihrer Eltern verfaßte.
(aus Pusch/Gretter, Berühmte Frauen: 300 Portraits, Bd 1)
Sibylle Duda












