Maria Konopnicka

(Marya (auch: Marja) Konopnicka geb. Wasiłowska; Jan Sawa [Pseudonym]; Marko [Pseudonym]; Jan Waręż [Pseudonym])

geboren am 23. Mai 1842 in Suwałki
gestorben am 8. Oktober 1910 in Lwow (Lemberg)

polnische Dichterin und Schriftstellerin
170. Geburtstag am 23. Mai 2012


BiografieZitateWeblinksLiteratur & QuellenBildquellen


Biografie

Die Volksdichterin Maria Konopnicka war die beliebteste und in der literarischen Welt meistdiskutierte polnische Autorin ihrer Zeit. Sie wuchs als älteste von sechs Geschwistern in einer Staatsanwaltsfamilie auf. Der frühe Tod der Mutter überschattete ihre Kindheit. In strenger Disziplin erzogen, wurde sie von ihrem Vater sehr jung an Jan Konopnicki verheiratet, den Pächter des Landgutes Bronow. Die Konvenienzehe mit dem 12 Jahre älteren verlebten Mann erschüttert Marias empfindsame Natur. Erst nach 16 Jahren nimmt sie all ihren Mut zusammen, verlässt Jan und zieht mit sechs Kindern nach Warschau. Diese Tat ist der Anfang ihrer literarischen Laufbahn.

Gut vertraut mit den Verhältnissen auf dem Land, stellt Konopnicka Ausbeutung, Armut und Hunger der Bauernfamilien in den Mittelpunkt ihrer Lyrik (Der freie Lohnarbeiter, Obdachlos, 1878). In den Novellen greift sie politische Fragen auf, z.B. verurteilt sie die Verfolgung der Juden durch das Zarentum und preußische Gewaltakte im Kampf um die Grundstücke (Danziger Mendel, 1890, Der dumme Franz, 1902).

Konopnicka war eine engagierte Patriotin. 1901, nach der brutalen Niederschlagung des Streiks der Kinder, die gegen die deutsche Sprache im Religionsunterricht protestierten, organisierte sie in Wrzesnia eine Protestaktion von Frauen aus der ganzen Welt. So leistete sie Widerstand gegen die Repressionspolitik Preußens.

Maria Konopnicka

1908 schrieb Konopnicka das Lied Rota – als Summe der Gedanken und Gefühle des gequälten Volkes ist es zum beliebtesten patriotischen Lied Polens geworden. Bekannt ist Konopnicka auch als Verfasserin zahlreicher Kindergeschichten.

Durch ihre Lebensgefährtin, die 20 Jahre jüngere bekannte Portraitmalerin und Feministin Maria Dulebianka, kam Konopnicka auch mit der Frauenbewegung in Berührung. Zeitweise war sie Redakteurin der Frauen-Wochenzeitung Swit. Auf vielen öffentlichen Veranstaltungen trat sie für die Gleichberechtigung der Frauen ein, wollte allerdings nicht selbst Feministin genannt werden. 

(Text von 1992)

Hanka Blaszkowska

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Zitate

Maria Konopnicka ist die sozialste Dichterin von allen polnischen Dichtern. Sie sei nicht gekommen, um mit den Nachtigallen zu singen, mit der Rose zu blühen, hatte sie gesagt, sondern um mit dir zu weinen, Geselle. Dieses Gelübde hält sie ein, immer und überall.
(Kelles-Krause, übersetzt von H.B.)

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Links

Adamiec, Marek: Maria Konopnicka. Biografie (polnisch).
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Gmerek, Katarzyna: Jak ugryźć Pana Balcera. Polnischer Text zu »Herr Balzer in Brasilien«.
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Klemm, Wojtek: Positivismus.
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Maria Konopnicka: Utwory wybrane. Gedichte (polnisch).
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Nerger, Klaus: Schriftsteller CXXXV. Konopnicka, Maria. Kurzbiografie und Grabstätte.
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ngiyaw eBooks: Marya Konopnicka. Biografie und Werke (deutschsprachige Fassungen) online – Ebbe an der Küste der Normandie; Ein Begräbniß; Die Baniasowa; Mein Tantchen; Das Glas; Nacht; Im Krieg; Der verwilderte Weg; Bauernloos; Abendlied.
(Link aufrufen)

Polska.pl: Akt urodzenia Marii Konopnickiej z dnia 23 IX 1842 roku - Katalog Skarbów - Skarby Dziedzictwa Narodowego. Eintrag im Geburtenregister von Suwałki.
(Link aufrufen)

Polska.pl: Listy Marii Konopnickiej do Michała Radziwiłła z lat 1884-1902 - Katalog Skarbów - Skarby Dziedzictwa Narodowego. Briefe von Maria Konopnicka an Michael Radziwill (1884-1902).
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Projekt Gutenberg-DE: Maria Konopnicka. Kurzbiografie und Werke (deutsche Fassungen) online – Die Baniasowa; Ebbe an der Küste der Normandie; Ein Begräbniß; Ksawery.
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Schmittbetz, Michael (2009): Wurzeln des Hasses. MDR.
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Wikipedia, wolna encyklopedia: Konopnicka (krater wenusjański). Nach Konopnicka benannter Krater der Venus – Eintrag in der polnischen Wikipedia.
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Wikipedia, wolna encyklopedia: Maria Konopnicka. Biografie (polnisch).
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WolneLektury.pl: Autor: Maria Konopnicka. Onlinefassungen von Dym; Mendel gdański; Nasza szkapa (alle polnisch).
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Literatur & Quellen

Werke
Harrer, Kurt und Loppe, Hedwig (Hg.) (1959): Polnische Meistererzählungen. Berlin. Aufbau.
(Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)

Konopnicka, Maria (1917): Geschichten aus Polen. Herausgegeben von Stefanie Strizek. München. G. Müller.
(Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)

Konopnicka, Marya (1918): Sommernächte. Ins Deutsche übertragen von Otto Hauser. Weimar. Duncker. (Aus fremden Gärten, 77)
(Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)

Konopnicka, Maria (1949): Marysia und die Zwerge. Ein Märchen. Aus dem Polnischen von Eustachy Swiezawski und Elisabeth Mayer. Einsiedeln, Zürich, Köln. Benziger.
(Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)

Konopnicka 1958 – Fränzchen

Völter 1988 – Der Bauer und die Heinzelmännchen

Konopnicka, Maria (1958): Fränzchen. Herausgegeben von Halina Wiegershausen und Janusz Grabiański. Berlin. Nasza Księgarnia; Kinderbuchverlag.
(Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)

Völter, Maria Luise (1988): Der Bauer und die Heinzelmännchen. Nach einem Märchen von Maria Konopnicka. Mit Bildern von Gennadij Spirin. Wien. Österreichischer Bundesverlag. (Eßlinger) ISBN 3-215-06705-6.
(Amazon-Suche | Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)

Völter, Maria Luise (1988): Marissa und die Heinzelmännchen. Nach einem Märchen von Maria Konopnicka. Mit Bildern von Gennadij Spirin. Wien. Österreichischer Bundesverlag; Schreiber. (Eßlinger) ISBN 3-215-06812-5.
(Amazon-Suche | Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)


Quellen

Hechtfischer (Hg.) 1998 – Metzler-Autorinnen-LexikonHechtfischer, Ute (Hg.) (1998): Metzler-Autorinnen-Lexikon. Stuttgart, Weimar. Metzler. ISBN 3-476-01550-5.
(Amazon-Suche | Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)

Kolińska, Krystyna (1983): Listy do nie kochanych. 1. Aufl. Katowice. Śląsk. ISBN 8321603408.
(WorldCat-Suche)

Szypowska, Maria (1985): Konopnicka. Jakiej nie znamy. 1. Aufl. Warszawa. Wyd. Spóldzielcze. ISBN 83-209-0761-6.
(WorldCat-Suche)

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Bildquellen

Baccalarius
Worsztynowicz
Encyklopedie w INTERIA.PL
Arkadia – Liceum Ogólnokształcące im. Marii Konopnickiej w Katowicach
Wikipedia
Biblioteka Literatury Polskiej w Internecie
Sekrety ŻARu
Szkoła Podstawowa w Nowej Wsi Wielkiej

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