Maria Schrader

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geboren am 27. September 1965 in Hannover

deutsche Schauspielerin, Drehbuchschreiberin und Regisseurin


BiografieZitateWeblinksLiteratur & Quellen


Biografie

Maria Schrader

»Ich glaube an die Macht solcher Momente«, sagt Maria Schrader über ihre erste Begegnung mit Zeruya Shalevs Roman »Liebesleben«. Eigentlich hatte sie das Angebot, die israelische Schriftstellerin auf ihrer ersten Lesereise durch Deutschland und die Schweiz zu begleiten, ablehnen wollen. Dann aber konnte sie sich – wie Millionen LeserInnen, unter ihnen Literaturpapst Reich-Ranicki – dem Sog von »Liebesleben« nicht entziehen und wurde, im doppelten Sinne, zu Shalevs deutscher Stimme. Seit ihrer ersten Begegnung im Jahr 2000 lasen die beiden Frauen »in so gut wie jeder deutschen Stadt« – die Autorin den hebräischen Originaltext, die Schauspielerin die deutsche Übersetzung. Und Maria Schrader wagte sich mit der Verfilmung des Romans an ihre erste eigenständige Regiearbeit.

Maria Schrader

Der Film erzählt, eingetaucht in das flirrende israelische Wüstenlicht, eine schier unerträgliche Liebesgeschichte: die junge Religionswissenschaftlerin Ja’ara verfällt einem Freund ihres Vaters, dem vom Leben und allen Gefühlen angeödeten Arie, der sie fasziniert, abstößt, demütigt. Was sich anhört, wie eine Altmännerphantasie – Liebe durch Unterwerfung – wird zur Geschichte einer Selbstfindung, der Befreiung der jungen Frau aus ihrer langweilig-glücklichen Ehe und einer dunklen Familienvergangenheit, die sie gefangen hält, ohne dass sie es weiß. Maria Schrader gelingt mit dem Film, für den sie zusammen mit Co-Autorin Laila Stieler auch das Drehbuch verfasste, ein seltener Wurf: Er entfernt sich in vielen Details sehr weit vom Roman und entwickelt doch eine ebensolche, ganz eigene Intensität. Zeruya Shalev – auch das ist selten – war begeistert von der Umsetzung ihres Buches.

»Liebesleben« kam Ende 2007 in die deutschen Kinos. Bis dahin war Maria Schrader vor allem als Schauspielerin, als »eines der interessantesten Gesichter des neuen deutschen Films« bekannt gewesen. Geboren 1965 in Hannover, wurde sie schon früh in ihrer Heimatstadt entdeckt. Als 15-Jährige stand sie am dortigen Schauspielhaus bereits auf der Bühne. Ihre Eltern – die Mutter Bildhauerin, der Vater Maler – unterstützten ihre künstlerischen Ambitionen auch noch, als sie mit 18, statt Abitur zu machen, eine Ausbildung am Max-Reinhardt-Seminar in Wien begann.

Maria Schrader

Nach verschiedenen Theaterengagements startete sie mit 23 Jahren ihre Filmkarriere – zunächst arbeitete sie v.a. mit Dani Levy, mit dem sie seit 1988 in Berlin lebte, Drehbücher schrieb und vor der Kamera stand. Für »I was on Mars« erhielt sie 1992 den Max-Ophüls-Preis als beste deutsche Nachwuchsdarstellerin, mit der Rolle der Fanny Fink in der Komödie »Keiner liebt mich« (1994) begann ihre Zusammenarbeit mit Doris Dörrie.

Maria Schrader

Nachdem sie zunächst schüchterne oder selbstbewusste, immer unkonventionelle, manchmal etwas verrückte junge Frauen spielte, wurde sie später durch einige große Rollen »die Jüdin vom Dienst«, wie sie selber in einem Interview sagte. Im Thriller »Meschugge« (1998) spielte sie die deutsch-amerikanische Jüdin Lena Katz. In Max Färberböcks »Aimée und Jaguar« übernahm sie die Rolle der Felice Schragenheim, die sich während des Krieges in Lilly Wust, Mutter von vier Kindern und Anhängerin der Nazis verliebt – Maria Schrader und Juliane Köhler erhielten für ihre leidenschaftliche Darstellung der historisch belegten Liebesgeschichte den Silbernen Bären bei der Berlinale 1999. In Margarethe von Trottas »Rosenstraße« spielte sie die Amerikanerin Hannah, die die Inhaftierung jüdischer Ehepartner aus sogenannten »Mischehen« in der Berliner Rosenstraße als Teil ihrer Familiengeschichte entdeckt.

Maria Schrader

Neben ihrer intensiven Filmarbeit (jedes Jahr dreht sie mindestens ein bis zwei Kino- oder Fernsehfilme) steht Maria Schrader auch weiterhin regelmäßig auf der Theaterbühne, zuletzt in Medea am Kölner Schauspielhaus (2008). Da nimmt sie zu den Proben auch schon mal ihre Tochter mit, die sie 1998 in ihrer Beziehung mit dem Regisseur Rainer Kaufmann zur Welt brachte und mit der sie normalerweise in Berlin lebt.

Andrea Schweers

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Zitate

Maria Schrader

Ich behaupte, dass man sich am Set beim gemeinsamen Spielen schneller und intensiver kennen lernt, als dies in anderen Beziehungen oder Berufen möglich ist. Es ist eine sehr persönliche Arbeit, besonders bei einem Film wie ›Väter‹.

(Maria Schrader, gefunden hier)



Es gehört Mut dazu, seine Bedürfnisse auszusprechen. Frauen halten lieber den Mund, außerdem haben sie einen hohen Anspruch an sich selbst.

(Maria Schrader, gefunden hier)

 

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Links

Encke 2007 – Doppel-Interview Liebesleben


Encke, Julia (2007): Doppel-Interview »Liebesleben«: »Es gibt archaische Sehnsüchte in uns«. Interview mit Maria Schrader und Zeruya Shalev. Mit Fotos und Video. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 07.10.2007, Nr. 40 / Seite 54. (Link aufrufen)

filmportal.de – Maria Schrader


filmportal.de: Maria Schrader. Biografie, Filmografie, Bilder, Interview. DIF. (Link aufrufen)

Internet Movie Database – Maria Schrader


Internet Movie Database: Maria Schrader. Filmografie, biografische Angaben, Fotos, Diskussion. (Link aufrufen)

Katalog der Deutschen Nationalbibliothek – Schrader, Maria


Katalog der Deutschen Nationalbibliothek: Schrader, Maria, 1965-. Medien von und über Maria Schrader. (Link aufrufen)

Krekeler 2007 – Kino: Maria Schrader lässt


Krekeler, Elmar (2007): Kino: Maria Schrader lässt in »Liebesleben« nichts aus. In: Welt online, 7. November 2007. (Link aufrufen)

Maria Schrader und Dani Levy


Maria Schrader und Dani Levy im Cinema-Interview. Über den Film »Meschugge« und die Beziehung Schrader-Levi, persönlich und berührend. (Link aufrufen)

Oehlen 2008 – Es lebe Richard Yates


Oehlen, Martin (2008): Es lebe Richard Yates! Über eine Veranstaltung auf der lit.Cologne 2008 mit Roger Willemsen, Maria Schrader und Joachim Król (siehe auch bei den Hörbüchern!). Kölner Stadt-Anzeiger. (Link aufrufen)

prisma.de – Maria Schrader


prisma.de: Maria Schrader. Biografie mit Links und Foto. (Link aufrufen)

ProSieben Online – Stardatenbank


ProSieben Online: Stardatenbank. Schrader Maria. Biografie, Filmografie (unvollständig). (Link aufrufen)

Schmetz 2008 – Die Schlacht der großen Gefühle


Schmetz, Jenny (2008): Die Schlacht der großen Gefühle. Theaterkritik zu »Das goldene Vlies«. In: Aachener Nachrichten vom 13.05.2008. (Link aufrufen)

WDR 2 2008 – Zwei am Sonntag


WDR 2 (2008): Zwei am Sonntag - Maria Schrader. Audio-Beitrag »Mit Maria Schrader im Paternoster« (6:46 min), Fotos. Westdeutscher Rundfunk. (Link aufrufen)

Wind – Stärke durch Schwäche


Wind, Annika: Stärke durch Schwäche. Maria Schrader verfilmt »Liebesleben«. wortgestoeber.de. (Link aufrufen)

YouTube – Maria Schrader


YouTube: Maria Schrader. Videos. (Link aufrufen)



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Literatur & Quellen

Abel 1999 – Meschugge

Berger 2008 – Operation Rubikon

Böhlich 2005 – Der Kindermord



Abel, Kenneth (1999): Meschugge. Der Roman zum Film von Dani Levi und Maria Schrader. Mit einem Interview mit den Filmemachern von Michael Töteberg. Ins Deutsche übersetzt von Jürgen Bürger. Reinbek bei Hamburg. Rowohlt-Taschenbuch-Verlag (rororo-Thriller; rororo, 43363). ISBN 3-499-43363-X.
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Berger, Thomas (2002): Operation Rubikon. TV-Thriller (zweiteilig). 200 min. Mit Maria Schrader, Hilmar Thate, Martin Feifel und Jörg Schüttauf. Deutschland. Süddeutsche Zeitung. DVD-Video (2008).
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Böhlich, Bernd (1997): Der Kindermord. Thriller. 90 min. Mit Maria Schrader und Jürgen Vogel. Deutschland. Best Entertainment. DVD-Video (2005).
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Buch 2001 – Emil und die Detektive

Chevalier 2004 – Das Mädchen mit dem Perlenohrring

Dem Vergessen entrissen 2008



Buch, Franziska (2001): Emil und die Detektive. Spielfim nach einem Buch von Erich Kästner. 85 min. Mit Tobias Retzlaff, Antje Sommavilla, Jürgen Vogel und Maria Schrader. Deutschland. Atlas Film. DVD-Video (2001).
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Chevalier, Tracy (2004): Das Mädchen mit dem Perlenohrring. Bearbeitete Hörfassung, ca. 480 min. Gesprochen von Stefanie Stappenbeck und Maria Schrader. München. Ullstein. 5 Audio-CDs. ISBN 3-550-09111-7.
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Dem Vergessen entrissen – eine Hommage an Richard Yates. Live-Mitschnitt von der Lit.Cologne 2008 (2008). Mit Joachim Król, Maria Schrader und Roger Willemsen. Aus dem Amerikanischen von Hans Wolf und Anette Grube. Hamburg. Random House Audio; Edel Distribution GmbH Vertrieb. Audio-CD. ISBN 978-3-86604-930-7.
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Dörrie 2001 – Keiner liebt mich

Dörrie 2006 – Bin ich schön

Färberböck 2000 – Aimée & Jaguar



Dörrie, Doris (1994): Keiner liebt mich. Spielfilm nach einer Kurzgeschichte von Doris Dörrie. 100 min. Mit Maria Schrader, Pierre Sanoussi-Bliss und Michael von Au. Deutschland. Eurovideo. DVD-Video (2001).
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Dörrie, Doris (1998): Bin ich schön? Spielfilm. 111 min. Mit Franka Potente, Joachim Król, Maria Schrader, Iris Berben, Heike Makatsch und Uwe Ochsenknecht. Deutschland. Highlight. DVD-Video (2006).
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Färberböck, Max (1999): Aimée & Jaguar. Eine Liebe größer als der Tod. Spielfilm nach einem Buch von Erica Fischer. 181 min. Mit Maria Schrader, Juliane Köhler und Heike Makatsch. Deutschland. Universum Film. DVD-Video (2000).
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Flicker 1992 – Halbe Welt

Geissendörfer 2005 – Schneeland

Kafka, Katze 2008



Flicker, Florian (1993): Halbe Welt. Science-Fiction-Spielfilm. 83 min. Mit Rainer Egger, Dani Levy, Mercedes Echerer und Maria Schrader. Österreich. Hoanzl Vertrieb. DVD-Video (1992).
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Geissendörfer, Hans W. (2005): Schneeland. Spielfilm. 136 min. Mit Julia Jentsch, Thomas Kretschmann, Maria Schrader und Ulrich Mühe. Deutschland. Arthaus. DVD-Video (2005).
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Kafka, Katze, Kakerlake & Co. Tiere im Text (2008). Mit Maria Schrader, Richy Müller und Gustav P. Wöhler. Köln. Random House Audio. Audio-CD. ISBN 978-3-86604-977-2.
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Kraume 2001 – Viktor Vogel

Lenssen 1997 – Blaue Augen

Levy 2002 – Stille Nacht



Kraume, Lars (2001): Viktor Vogel – Commercial Man. Spielfilm. 104 min. Mit Alexander Scheer, Götz George, Chulpan Khamatova und Maria Schrader. Deutschland. Columbia TriStar Home Entertainment. DVD-Video (2001).
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Lenssen, Claudia (1997): Blaue Augen, blauer Fleck. Kino im Wandel von der Diva zum Girlie. Zarah Leander, Elizabeth Taylor, Rita Tushingham, Angelica Domröse, Lori Petty, Maria Schrader. Ausstellungs-Begleitbuch. Herausgegeben vom Filmmuseum Potsdam. Berlin. Parthas. ISBN 3-932529-15-4.
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Levy, Dani (1996): Stille Nacht. Spielfilm. 87 min. Mit Maria Schrader, Jürgen Vogel und Mark Schlichter. Deutschland, Schweiz. Eurovideo. DVD-Video (2002).
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Levy 2003 – Väter

Maria Schrader liest Tatiana 2007

Schrader 2008 – Liebesleben



Levy, Dani (2002): Väter. Spielfilm. 99 min. Mit Maria Schrader, Sebastian Blomberg und Ezra Valentin. Deutschland. Warner Home Video. DVD-Video (2003).
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Maria Schrader liest Tatiana de Rosnay, Sarahs Schlüssel. Roman. (=Elle s’appelait Sarah) (2007). Textbearbeitung: Hannelene Limpach. Deutsch von Angelika Kaps. Steinbach sprechende Bücher. Schwäbisch Hall. Steinbach. 5 Audio-CDs. ISBN 978-3-88698-267-7.
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Schrader, Maria (2007): Liebesleben. Spielfilm nach dem Buch von Zeruyah Shalev. 109 min. Mit Neta Garty und Rade Serbedzija. Deutschland, Israel. Warner Home Video. DVD-Video (2008).
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Schrader, Shalev 2007 – Liebesleben

Timm 2008 – Halbschatten

Trotta 2004 – Rosenstraße



Schrader, Maria; Shalev, Zeruya (2007): Liebesleben. Der Film. Berlin. Berliner Taschenbuch-Verlag (BvT, 0451). ISBN 978-3-8333-0451-4.
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Timm, Uwe (2008): Halbschatten. Gesprochen von Matthias Brandt und Maria Schrader. Köln. Random House Audio. 6 Audio-CDs. ISBN 978-3-86604-935-2.
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Trotta, Margarethe von (2003): Rosenstraße. Spielfilm. 130 min. Mit Katja Riemann, Maria Schrader und Jürgen Vogel. Deutschland, Niederlande. Concorde Home Entertainment. DVD-Video (2004).
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Bildquellen

DasErste.de
Der Hörverlag
Deutsche Welle
kino-news.de
players.de
Salzburg.com
Westdeutscher Rundfunk

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Hedwig Dohm