Marie Baum

(Dr. Marie Baum)

geboren am 23. März 1874 in Danzig
gestorben am 8. August 1964 in Heidelberg

deutsche Sozialpolitikerin und Autorin
140. Geburtstag am 23. März 2014


BiografieZitateWeblinksLiteratur & Quellen


Biografie

Marie Baum

In Marie Baums Familie wurden, trotz bescheidener Verhältnisse, nicht nur die Söhne, sondern auch die Töchter gefördert. Marie studiert Chemie an der ETH Zürich und beaufsichtigt – als 22jährige – bald 60 Männer im Laboratoriumssaal. Sie verlebt eine glückliche Zeit im Kreise anderer Studentinnen; u. a. lernt sie Ricarda Huch kennen, mit der sie eine lebenslange Freundschaft verbinden wird.

Nach der Promotion arbeitet Baum in einer Berliner chemischen Fabrik, wendet sich aber bald von der naturwissenschaftlichen Tätigkeit ab und der Sozialarbeit zu.* Diese wird zum Zentrum ihres Lebens und macht sie zu einer der bedeutendsten Sozialpolitikerinnen der Weimarer Republik.

Marie Baum

1902 wird Baum die erste Gewerbeinspektorin im Großherzogtum Baden. Sie beaufsichtigt in ganz Baden die Betriebe, die Frauen und Jugendliche beschäftigen, und stößt dabei auf Kinderarbeit und auf Frauen, die durch Fabrik- und Hausarbeit völlig überlastet sind. Sie versucht, bessere Arbeitsbedingungen durchzusetzen.

1907 wird sie Geschäftsführerin des Vereins für Säuglingsfürsorge und Wohlfahrtspflege in Düsseldorf: Mütterberatung, Familienfürsorge, Einrichtung von Kinderkliniken gehören nun zu ihren Aufgaben. Hier beginnt die enge Zusammenarbeit mit dem »Bund deutscher Frauenvereine«; Gertrud Bäumer bittet sie 1916, an der Sozialen Frauenschule in Hamburg Sozialpolitik zu lehren.

Marie Baum

So gern Baum die Lehrtätigkeit übernommen hat – es zieht sie doch wieder zur praktischen Arbeit. Sie wird Referentin für Wohlfahrtspflege im badischen Ministerium, dem sie bis 1926 angehört, und gründet ein großes, allgemein als vorbildlich gelobtes Kinder-und Jugenderholungsheim, den »Heuberg«. 1928 übernimmt sie einen Lehrauftrag für soziale Fragen an der Universität Heidelberg, der ihr 1933 entzogen wird. Marie Baum stirbt 1964 mit 90 Jahren in Heidelberg.

Hiltrud Schroeder

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Zitate

Marie Baum

* Der Weg zum sozialen Beruf klärte und weitete sich durch die Berührung mit Menschen, die in lebhafter Auseinandersetzung mit der Arbeiter- und Frauenfrage standen.

(Marie Baum)



Auch wenn ich ihre Fähigkeiten und Leistungen mit dem strengsten Maßstabe [messe], welche ich bei Studierenden männlichen Geschlechts anzuwenden pflege, kann ich ihr ein in jeder Beziehung glänzendes Zeugnis ausstellen, wie ich es selten zu geben in der Lage bin.

(Eugen Bamberger, akademischer Lehrer Marie Baums, gefunden hier)

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Links


Einführung in die Geschichte
Einführung in die Geschichte der Sozialen Arbeit. Vorlesung im Wintersemester 06/07.
PDF-Datei, enthält u.a. Kurzbiografie und Bild Marie Baums.
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Google Buchsuche – Marie Baum
Google Buchsuche: Marie Baum.
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Katalog der Deutschen Nationalbibliothek – Baum, Marie
Katalog der Deutschen Nationalbibliothek: Baum, Marie, 1874-1964.
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Kruczek 2005 – Marie Baum
Kruczek, Norman (2005): Marie Baum.
PDF-Datei.
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Nachlässe in der Universitätsbibliothek Heidelberg
Nachlässe in der Universitätsbibliothek Heidelberg.
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Original-Manuskript von Ricarda Huch 1999
Original-Manuskript von Ricarda Huch in der Universitätsbibliothek Heidelberg entdeckt (1999).
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Scheidle – Solide Handwerksarbeit als Vorlage
Scheidle, Ilona: Solide Handwerksarbeit als Vorlage für Frauen- und Geschlechterforschung.
Rezension zum »Nachlass«.
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Stadt Heidelberg 16.08.2001 – Ein Bäumchen und ein Baum
Stadt Heidelberg: Ein »Bäumchen« und ein Baum. Zwei Ausstellungen im Foyer der Alten Universität: »100 Jahre Frauenstudium« und »Marie Baum«.
In: Stadtblatt Online 43/00.
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Stadt Heidelberg 2007 – Marie Baum
Stadt Heidelberg (2007): Marie Baum – zum 44. Todestag einer Vorbildfrau. Stadt Heidelberg.
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Stadt-Heidelberg-Stiftung fördert Kooperationsprojekt von Universitätsarchiv 1999
Stadt-Heidelberg-Stiftung fördert Kooperationsprojekt von Universitätsarchiv und Universitätsbibliothek: Nachlaß Dr. Marie Baum wird erschlossen (1999).
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Vögele 2002 – Säuglingsernährung und Stillpropaganda
Vögele, Jörg (2002): Säuglingsernährung und Stillpropaganda. Ein Beitrag zur Geschichte der öffentlichen Gesundheitsfürsorge.
In: Nahrungskultur. Essen und Trinken im Wandel, Heft 4/ 2002. Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg.
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Literatur & Quellen

Depkat 2007 – Lebenswenden und Zeitenwenden

Eggemann, Hering (Hg.) 1999 – Wegbereiterinnen der modernen Sozialarbeit

Huch 1986 – Briefe an die Freunde

Huch, Baum et al. 1922 – Frieda Duensing

Schaffrodt 2000 – Marie Baum

Schaffrodt 2000 – Nachlaßverzeichnis Dr

Albrecht, Josef Friedrich; Baum, Marie (1914): Das Unwohlsein der Frauen. Die krankhaften Beschwerden während der Periode. Ein Ratgeber über das Verhalten der Frauen während der Zeit der Menstruation. Mit Anhang »Die Wechseljahre«. Leipzig. Ernstsche Verlagshandlung.
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Baum, Marie (1899): Über p-Xylylhydroxylamin. Beiträge zur Kenntnis der 1-2-Naphtalendiazooxyds. Dissertation. Zürich. Leemann.
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Baum, Marie (1906): Drei Klassen von Lohnarbeiterinnen in Industrie und Handel der Stadt Karlsruhe. Bericht. Karlsruhe. Braun.
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Baum, Marie (1909): Sterblichkeit und Lebensbedingungen der Säuglinge im Kreise Neuss. Leipzig. Vogel.
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Baum, Marie (1909): Vormundschaft und Pflegschaft über vermögenslose Minderjährige. Berlin. Heymann (Veröffentlichungen des Vereins für Säuglingsfürsorge im Regierungsbezirk Düsseldorf, 2).
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Baum, Marie (1910): Der Einfluß der gewerblichen Arbeit auf das persönliche Leben der Frau. Drei Vorträge. Jena. Fischer (Schriften des Ständigen Ausschusses zur Förderung der Arbeiterinnen-Interessen, 3).
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Baum, Marie (1911): Über Säuglingsfürsorge auf dem Lande. Vortrag. Bonn. Provinzialabteilung Rheinprovinz des Deutschen Vereins für ländliche Wohlfahrts- und Heimatpflage (Schriften der Provinzialabteilung Rheinprovinz des Deutschen Vereins für ländliche Wohlfahrts- und Heimatpflege, 2).
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Baum, Marie (1911): Wohnung und Frau. Fünf Vorträge. Karlsruhe. Braun (Schriften des badischen Landeswohnungsvereins, 3).
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Baum, Marie (1913): Die Stellung der Frau in der Reichsversicherungsordnung. In: Die neuen Aufgaben der Sozialversicherung in der Praxis, Jg. 2 (1913). S. 116–137.
Baum, Marie (1915): Über die Bedeutung der Helferarbeit in der Kriegsfürsorge. Ansprache. Düsseldorf. Schwann.
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Baum, Marie (1916): Die Wohlfahrtspflege. Ihre einheitliche Organisation und ihr Verhältnis zur Armenpflege. München. Duncker & Humblot (Schriften des deutschen Vereins für Armenpflege und Wohltätigkeit, 104).
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Baum, Marie (1917): Wohnweise kinderreicher Familien in Düsseldorf-Stadt und Land. Eine statistische Studie. Berlin. Heymann (Veröffentlichungen des Vereins für Säuglingsfürsorge im Regierungsbezirk Düsseldorf, 12).
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Baum, Marie (1919): Grundriß der Gesundheitsfürsorge. Unter Mitarbeit von Anna von Gierke. Wiesbaden. Bergmann.
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Baum, Marie (1927): Familienfürsorge. Eine Studie. Karlsruhe. Braun (Schriften des Deutschen Vereins für Öffentliche und Private Fürsorge, 12 (= Alte Folge 119)).
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Baum, Marie (1928): Beiträge zur planmäßigen Ausgestaltung der Erholungsfürsorge für Kinder und Jugendliche. Unter Mitarbeit von Erna Corte und Agathe Schmidt. Berlin. Herbig (Schriftenreihe des Deutschen Archivs für Jugendwohlfahrt, 7).
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Baum, Marie (1929): Über das wissenschaftliche Fundament der Wohlfahrtspflege. Vortrag. Berlin. Verlag Soziale Arbeit (Veröffentlichung, 1).
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Baum, Marie (1933): Überblick über neuere Literatur auf dem Gebiete der sozialen Fürsorge. In: Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik, Jg. 69 (1933). S. 80–95.

Baum, Marie (1939): Rückblick auf mein Leben. Meinen Freunden erzählt und zugeeignet. Berlin. Kroll’s Buchdruckerei.
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Baum, Marie (1950): Leuchtende Spur. Das Leben Ricarda Huchs. Tübingen. Wunderlich.
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Baum, Marie (1954): Anna von Gierke. Ein Lebensbild. Weinheim, Berlin. Beltz.
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Baum, Marie; Bäumer, Gertrud (1925): Deutsche Jugendwohlfahrt. Denkschrift. Berlin. Deutsches Rotes Kreuz.
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Baum, Marie; Hecker, Hermann (1915): Kulturarbeit im Lazarett. Düsseldorf. Bagel.
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Baum, Marie; Westerkamp, Alix (1931): Rhythmus des Familienlebens. Das von einer Familie täglich zu leistende Arbeitspensum. Berlin. Herbig (Forschungen über Bestand und Erschütterung der Familie in der Gegenwart, 5).
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Bäumer, Gertrud; Baum, Marie (1919): Soziale Frauenschule und sozialpädagogisches Institut Hamburg. Bericht. Hamburg. Broschek.
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Depkat, Volker (2007): Lebenswenden und Zeitenwenden. Deutsche Politiker und die Erfahrungen des 20. Jahrhunderts. Enthält Beitrag zu Marie Baum. München. Oldenbourg (Ordnungssysteme, 18). ISBN 978-3-486-57970-3.
(Amazon-Suche | Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)

Eggemann, Maike und Hering, Sabine (Hg.) (1999): Wegbereiterinnen der modernen Sozialarbeit. Texte und Biographien zur Entwicklung der Wohlfahrtspflege. Weinheim. Juventa-Verl. (Grundlagentexte Pädagogik). ISBN 3-7799-1513-8.
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Engel, Stefan; Baum, Marie (1912): Grundriß der Säuglings- und Kleinkinderkunde. Nebst einem Grundriß der Fürsorge für Säuglinge und Kleinkinder. Wiesbaden. Bergmann.
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Henriques, Clara (Hg.) (1926): Kinderspeisung. Unter Mitarbeit von Marie Baum. Weimar. Böhlau.
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Huch, Ricarda (1955): Briefe an die Freunde. Herausgegeben und eingeführt von Marie Baum. Neubearbeitung und Nachwort von Jens Jessen. Zürich. Manesse, 1986 (Manesse-Bibliothek der Weltliteratur). ISBN 3-7175-1710-4.
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Huch, Ricarda; Baum, Marie et al. (1922): Frieda Duensing. Ein Buch der Erinnerung. Berlin. Herbig.
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Kunert, Karin (1986): Entstehung und Praxis der Gesundheitsfürsorge. Von Marie Baum bis zum Tätigkeitsbereich einer Studentin der Evangelischen Fachhochschule Berlin im Praktikum – Bereich Gesundheitswesen. Diplomarbeit. Berlin. Evangelische Fachhochschule (EFB-Diplomarbeiten SOP, SS 1986).

Lauterer, Heide Marie (1997): Außenseiterin am »Institut der Außenseiter«. Die Lehrbeauftragte Marie Baum am Institut für Sozial- und Staatswissenschaften der Universität Heidelberg. In: Heidelberger Sozial- und Staatswissenschaften. S. 255–266.

Mennrich-Nastke, Birthe (1998): Marie Baum (1874-1964). Über Theorie und Praxis der Familienfürsorge. Diplomarbeit. LüneburgUniversität.

Polligkeit, Wilhelm; Landsberg, Julius Ferdinand et al. (1914): Fürsorge für ortsfremde oder nicht seßhafte Jugendliche. Konferenzbericht. Berlin. Heymann (Veröffentlichungen des Vereins für Säuglingsfürsorge im Regierungsbezirk Düsseldorf, 11).
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Salomon, Alice (Hg.) (1930): Das Familienleben in der Gegenwart. 182 Familienmonographien. Unter Mitarbeit von Marie Baum und Annemarie Niemeyer. Berlin. Herbig (Forschungen über Bestand und Erschütterung der Familie in der Gegenwart, 1).
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Schaffrodt, Petra (2000): Marie Baum. Ein Leben in sozialer Verantwortung. Ausstellungskatalog. Ubstadt-Weiher. Verlag Regionalkultur (Schriften / Archiv und Museum der Universität Heidelberg, 4).
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Schaffrodt, Petra (2000): Nachlaßverzeichnis Dr. Marie Baum (1874 – 1964). Ein Leben in sozialer Verantwortung. Heid. Hs. 3675. Unter Mitarbeit von Werner Moritz und Armin Schlechter. Heidelberg. Winter (Schriften der Universitätsbibliothek Heidelberg, 2). ISBN 3-8253-1133-3.
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Bildquellen

Universität Siegen
Fachhochschule Potsdam
Stadt Heidelberg

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