Markus Lanz - Pleite fürs Zweite

„Doktor Manfred Lütz, Professor Michael Tsokos, Ralph Morgenstern und zwei Frauen, die sich von Mann und Kindern verabschiedet haben, um fortan mit einer Frau zu leben - jetzt bei uns.“

Mit diesen Worten begann Markus Lanz am späten Mittwochabend seine Talkshow. Die Einleitung verhieß schon nichts Gutes. Hatten die im anonymen Doppelpack vorgestellten Frauen keine Namen und keine Individualität??

Ich sehe selten Talk Shows, und Markus Lanz sah ich zum ersten Mal. Ich wollte gerne hören und sehen, was Yvonne Ford über „Late Bloomers“ (Spätblüherinnen) zu sagen hatte. So nennen sich Frauen, die erst später im Leben „erblühen“, d.h. das Liebesglück mit einer Frau entdecken. Meine Partnerin, Liebes-Migrantin aus den USA wie Yvonne Ford, gehört auch zu dieser spannenden Gruppe.

Trotz der missglückten Eröffnung war ich entschlossen, auszuharren, bis Yvonne zum Zuge gekommen wäre. Darauf musste ich aber verdammt lange warten. Die ersten 20 Minuten durfte sich Gerichtsmediziner Tsokos über sein schauriges Gewerbe ausbreiten. Dazu fuchtelte der Moderator mit dem täuschend echten Modell einer abgehackten und noch dazu schrecklich verstümmelten Hand herum, die uns immer wieder in Großaufnahme gezeigt wurde, buchstäblich bis fast zum Erbrechen.

Herr Tsokos war sympathisch, aber zehn Minuten, ohne abgehackte Hand, hätten mir davon vollkommen gereicht. Immerhin waren da ja noch vier weitere Gäste. Für die gab es, als Tsokos endlich verabschiedet wurde, insgesamt nur noch 37 Minuten. Die Ungerechtigkeit war da schon nicht mehr abzuwenden. Von den nächsten Vier konnte jedeR maximal noch 9 Minuten lang erzählen. Na gut, 9 Minuten Yvonne Ford, dafür lohnte es sich doch noch aufzubleiben bis nach Mitternacht, dachte ich.

Als nächsten bat Markus Lanz wieder einen Mann an seine Seite, den netten Psychiater Manfred Lütz. Er durfte sich 16 Minuten lang verbreiten - blieben also für die nächsten Drei zusammen nur noch 21 Minuten, genau so viel, wie der Moderator mit dem ersten Gast verplempert hatte.

Nach Lütz kam die erste der beiden Frauen zu Wort; sie wurde mit Petra angeredet. Sie hatte ein Buch darüber geschrieben, wie sie sich nach 21jähriger Ehe unsterblich in eine Frau verliebt hatte. Das war alles sehr schön und zu Herzen gehend, die Frau sah auch echt klasse aus, viel besser als die anwesenden Herren - der Moderator räumte ihr dafür die Hälfte der verbleibenden Zeit ein. Blieben für Yvonne Ford gerade mal noch 5 Minuten, rechnete ich aus, so ein Mist! Als sie gerade richtig loslegen wollte und mitteilte, dass nicht wenige Frauen noch als Mittsiebzigerin zur Frauenliebe erblühen, unterbrach der Moderator sie hektisch und nahm den letzten dran, den schwulen Schauspieler Ralph Morgenstern. Der durfte sich dann auch knapp vier Minuten verbreiten. Sogar Yvonne kam noch einmal ganz kurz zu Wort, wurde dabei allerdings zwei Mal unterbrochen. Petra hatte nämlich grade gesagt, sie wünsche sich, dass mehr Frauen „ganz dezent“ auch öffentlich zeigen würden, dass sie sich lieben, z.B. indem sie sich „ganz dezent“ an den Händen hielten. Yvonne Ford nahm darauf Bezug und sagte, zum Glück nicht ganz so dezent, sie wünsche sich, „dass es möglich wäre, zu wissen, dass es sehr viele Frauen wie wir beide gibt in Deutschland“. Darauf konnte Lanz sich nicht mehr bremsen und rief, unter brüllendem Gelächter des Publikums: „Ja ein paar sollten aber auch für uns übrigbleiben, das fänd ich ganz schön für Heterosexuelle so wie Herrn Lütz und mich.“

Dies Gelächter ist für mich der Schlüssel der missglückten Performance des Herrn Lanz. Da machte sich spürbar eine durchaus kollektive Angst Luft. Eine einzelne Lesbe kann man ja noch durchgehen lassen, zumal wenn sie ein zu Herzen gehendes Einzelschicksal nachfühlbar erzählt. Wenn aber eine lesbische Aktivistin auftritt, deren erklärtes Ziel es ist, Lesben zu organisieren und ihnen zu mehr Präsenz und Selbstbewusstsein zu verhelfen - dann hört der Spaß auf, dann muss man die mal mit Nachdruck einschränken.  Klug hatte er das eingefädelt mit den superlangen Zeiten für die beiden Eingangshelden, den Herrn Professor und den Herrn Doktor. Wehret den Anfängen, wo kämen wir denn hin, wenn alle Frauen einfach lesbisch würden?!

Dann schon lieber schwule Männer, und so bekam denn Ralph Morgenstern in der Verlängerung, die der Moderator seinetwegen noch anhängte, reichlich Gelegenheit, seiner Vorliebe für Klatsch und Tratsch zu fröhnen.

Ein wichtiges Thema wurde verschenkt und gegen Schluss noch mit unerträglich seichtem Männergeschwätz weggespült.

Wenn Ihr es nicht glauben wollt, könnt Ihr Euch in der ZDF-Mediathek alles selbst anschauen.

Wie Yvonne Ford den Abend erlebt hat, ist hier nachzulesen.
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Zwei Tage nach der Lanz-Pleite war in der WDR-Sendung „Kölner Treff“ von Bettina Böttinger zu sehen, wie es gemacht wird: Mit Charme, großer Wachsamkeit und Schlagfertigkeit achtete sie darauf, dass alle Eingeladenen gleichmäßig zu ihrem Rederecht kamen. Medienprofis wie Jürgen von der Lippe und Marie-Luise Marjan pfiff sie nett zurück, wenn sie ausufern wollten, die Nichtprofis ermutigte sie und brachte sie zum Glänzen - sie gingen aus sich heraus, wie sie es wohl selbst nie von sich erwartet hätten.
Ich werde Bettina Böttinger bitten, Yvonne Ford baldigst zum Kölner Treff einzuladen.

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# | Luise F. Pusch am 12/12 um 10:08 AM

danke, liebe luise, dass du das thema ansprichst - ich war auch wütend über den verlauf dieser sendung - am liebsten hätte ich `den hahn abgetellt`, weil bei uns i.d. von männern dominierten medienlandschaft immer noch gilt, der mann ist die `norm` , was absolut nicht normal ist. was dabei herauskommt, sieht frau nicht nur i.d. obigen fs-sendung.

ich erinnere bei dieser gelegenheit an den prima artikel von birgit kienzle `hart, aber unfair - vier männer wackeln mit dem schwanz` - ein paradebeispiel der machokultur, die nicht nur in politischen talk-shows gepflegt wird.

  http://www.emma.de/hefte/ausgaben-2010/fruehling-2010/hartaberunfair/

wie erfrischend weiblich, feministisch frauen auf sendung gehen, zeigt nicht nur bettina böttinger ,sondern auch annettes daschsalon in ihrer gestrigen supra 3-sat-sendung zum thema frauen….

Anne  on  12/12  at  12:13 PM

Was uns tagtäglich in den Medien, nicht nur im Fernsehen, geboten wird, spottet nicht nur jeder Beschreibung, es wird sich auch nichts daran ändern, wenn wir Frauen uns nicht wehren. Es ist ein Leichtes - zum Beispiel in diesem Fall - gegenüber der Chefredaktion des ZDF Kante zu zeigen. Ich gebe hier meinen Protestbrief zum Besten:
Sehr geehrte ZDF-Chefredaktion! Bitte nehmen Sie zur Kenntnis, dass ich die Sendung “Markus Lanz” als besonders eklatantes Beispiel für schlechtes Fernsehen in meinem Buch, das bald erscheint und sich unter anderem mit den Medien befasst, dokumentieren werde. Grund: Die Chefredaktion kontrolliert nicht, was sich in dieser Sendung abspielt. Herr Lanz diskriminiert offen Frauen in seinem Gesprächsverhalten. In der gestrigen Sendung wurde den weiblichen Gästen eine so geringe Redezeit zugebilligt, dass es schon einen besonderen Ärger hervorruft, sich damit beschäftigen zu müssen. Fast die ganze Zeit hindurch reden Männer. Herr Lanz hat schon mehrfach ein merkwürdiges Verhalten gegenüber Frauen an den Tag gelegt, wie ich feststellen musste. Da er die Entfaltungsmöglichkeiten der weiblichen Gäste in einer Talk-Show in dieser Weise offen und schamlos beschneidet und als unwichtig hinstellt, kann ich nur sagen: Es handelt sich um eine besonders perfide Form der Gewalt durch Sprache, wie die Sprachwissenschaftlerin und Konversationsanalytikerin Senta Trömel-Plötz schon vor über 30 Jahren festgehalten hat.
Ich komme zu dieser Bewertung: Herr Lanz betreibt in seiner Moderatorenrolle Machtmissbrauch, und dies vor laufenden Kameras. Hinzu kommt, dass er ein ausgesprochen unsympathisches Verhalten an den Tag legt, da ich mehrfach beobachten konnte, wie er sich bei seinen männlichen Gästen geradezu einschleimt - egal, wie niedrig das Niveau der männlichen Gäste in ihren Beiträgen auch ist. Da dies alles ganz offen geschieht, war ich bereits fassungslos bei früheren Sendungen. Jetzt weiß ich: Herr Lanz ist ein Wiederholungstäter, deshalb halte ich diese Sache nicht für korrigierbar. Es bleibt mir nur die wohlüberlegte Aufforderung an Sie: Setzen Sie diese Sendung sofort ab, wir haben etwas Besseres verdient.
Da dies die Chefredaktion einfach so mitträgt, denke ich, dass der Fall dem Intendanten, Herrn Schächter, bekannt werden sollte: Ein solches Verständnis einer Moderatorenrolle schadet dem Ruf des ZDF erheblich. Ihr Motto “Mit dem Zweiten sieht man besser” wird durch eine solche Sendung ad absurdum geführt - denn ich muss Sie heute fragen: “Wer ist man?” Versteht sich, dass zunächst mein gesamter Kreis die Sendung boykottieren wird!
(Eine Kopie des Schreibens habe ich an den Intendanten des ZDF geschickt.)
Es wird uns nicht helfen, den Ärger für uns zu behalten: So bleibt Deutschland, was es ist, ein verkrustetes patriarchales Land. Hier die e-Mail-Adresse, um euch Luft zu verschaffen - auf einfache und ehrliche Weise: .(Javascript muss aktiviert sein, um diese Mail-Adresse zu sehen) (mit dem Hinweis: “an die Chefredaktion” versehen). Wieso sollen wir uns eigentlich so etwas weiter bieten lassen?

Evelyn  on  12/12  at  12:43 PM

Und noch eine schöne Adresse zum Protestieren:
.(Javascript muss aktiviert sein, um diese Mail-Adresse zu sehen)

Evelyn  on  12/12  at  12:46 PM

hallo liebe evelyn - wir frauen könnten auch luises glosse an die zuschauerredaktion senden - gruss von anne

Anne  on  12/12  at  01:12 PM

danke, Anne! Habe Markus Lanz und die ZDF-Zuschauerredaktion gerade selbst von der Glosse in Kenntnis gesetzt.

lfp  on  12/12  at  02:00 PM

war das nicht abzusehen? warum schaut man sich sowas an? zur selbstbestätigung? ich würde empfehlen einfach abzuschalten, vielleicht merken sie ja dann,was für mist sie produzieren. aber selbst dann, würde es wohl dauern.. :(

papierbox  on  12/12  at  03:40 PM

ENDLICH!! Endlich ist mal einer der Kragen geplatzt. Ich bin nicht lesbisch - kann nichts dafür - aber was die Männer am TV im Moment bieten, ist einfach unerträglich. Lanz allen voran und dafür vielen Dank Luise und Evelyn! Ich werde auch einen Protestbrief schreiben, aber nicht nur wegen Lanz. Diese Koch-Shows sind ebenso unerträglich. Was hier Männer am Kochherd produzieren an Blödheit, Flachheit und Umweltverschmutzung, ist einfach unerträglich - bei Wie vielen Millionen Frauen mit Hartz IV??! Man könnte glauben, dass nur Männer kochen können. Ich möchte diese Kochidioten, denen nur noch Lachs, Hummer, Filet, weisser Trüffel und Kamelmilch einfällt - nebst aufwändigsten Dekorationen - einmal zusehen, wenn sie mit einem Budget von 5 Euro für 6 Personen und in einer einstündigen Mittagspause kochen müssten und es noch immer nett aussehen und schmecken sollte. Das bewältigen ca. 3 Milliarden Frauen drei Mal täglich. Aber Hauptsache es können sich ein paar männliche IrrLichter, Laferi und Schuhbäcker stundenlang aufspielen und den dummen Weibern mal zeigen, was Kochen ist.
Was den Frauen bei Lanz passiert ist, passiert Frauen täglich an Kongressen und Tagungen: Die Vorredner quatschen einfach beliebig lange über ihre Referatszeiten hinaus und die nachfolgende(n) Frau(en) kann/können dann schauen, wie sie ihr Thema in die restliche Zeit hineinquetschen, weil bei ihnen die Moderatoren genauestens auf die Zeit (zur Pause, etwa) schauen und diese einhalten.
Noch ein Wort zur Reaktion von Männern generell auf lesbische Frauen: Das hat mich schon immer gewundert, dass die homosexuellen Männer derart angefeindet werden. (Allerdings nur die weibischen, die männlichen werden von den Männern geflissentlich verdrängt…) Statt zu merken, dass da bei jedem Schwulen ein Konkurrent weniger ist, merken sie nicht, dass bei einem Lesbenpaar gleich zwei Frauen weg sind. Männliche Intelligenz, nennt mann das, oder?!
lg Dürr

Dürr  on  12/12  at  05:18 PM

@ papierbox
wenn alles kritiklos hingenommen wird, geschieht natürlich nichts - wenn frauen sich damit zufrieden geben und z.b. mein(t)en, ihr `wahlrecht` und andere `frauen/rechte` nicht einfordern zu müssen,  geschieht natürlich nichts - bleibt alles beim alten und mann kann frauen weiterhin sein männliches, patriarchales weltbild überstülpen. den meisten männern, insb. den maskulinisten, sind die frauenbewegungen natürlich ein dorn im auge.

gesellschaftliche veränderungen im sinne des feminismus, der emanzipation und gleichberechtigung haben nur stattgefunden, weil frauen nicht weggesehen sondern hingeschaut, protestiert, sich engagiert, gekämpft haben und das heute täglich für frauen tun müssen. 

warum protestieren sie nicht mit, geben sich so fatalistisch - oder sollen wir frauen sagen `nicht mal mit dem zweiten sieht mann besser;  gilt nicht für frauen,  die haben die besseren augen bzw. den besseren durchblick und verstand.` einfach abschalten und somit schweigen hilft schon gar nicht - feministische aufklärung tut not, da muss diesen medien-männern von frauen ein wenig nach/geholfen werden… ob die herren weiterhin blind und taub bleiben wollen, wird sich langfristig zeigen…

Anne  on  12/12  at  05:19 PM

nachtrag:
“...ja, ein paar sollten auch für uns übrigbleiben, das fände ich ganz schön auch für heterosexuelle so wie für herrn lütz und mich.” markus lanz unter gelächter - dafür gab`s für yvonne ford weniger zeit, um die late bloomers vorzustellen. 
ein paar/übrigbleiben (wie abwertend, und wie sieht denn herr lanz die frauen, als eigentum? ) genau das ist die vorstellung, von der ich weiss, dass sie in vielen köpfen der männer herumgeistert/e und somit auch die lesbe von männern abgewertet wurde und wird.  herr markus lanz hat es wieder bewiesen. die lesbe eine gefahr für männer, weil sie nicht ins männliche jagdprofil passt und somit nicht verfügbar ist, aber auch die heteronormativität kritisch betrachtet.
mich ärgert ferner, wie lesbischsein erstmal vordergründig mit sexualität definiert wird - hier geht es in erster linie um etwas besonderes, um liebe zwischen frauen .
wahrscheinlich gilt immer noch der satz `männer denken nur an das eine, und das ist die sexualität`..?das zeigen die lesben-porNOs und sexuellen vorstellungen der heteros .
deswegen gefällt mir auch nicht das wort `homosexualität`.

auch lehrreich `liebe deine nächste - wer braucht heterosexualität - lesbisch-feministische analyse des heterrors ..`  von judith offenbach in `feminismus, inspektion der herrenkultur`, 1983, herausgegeben v. lfp

“männer haben angst vor frauen / rolf pohl” - 
http://www.taz.de/1/debatte/theorie/artikel/1/maenner-haben-angst-vor-frauen/

Anne  on  12/12  at  07:00 PM

mit verlaub lfp: einer sache >frönen< geht nicht mit h, es kommt von fron,  bedeutet einer sache dienen, untertan sein.
>jemand< ist für mich unverzichtbar, also geschlechtsneutral, solang ich sagen kann >jemand die< - oder weiß jemand besseres?
Ja. Frönen wir der empörung gegen all die verleugnungen/unterwerfungen/ungerechtigkeiten gegenüber dem weiblichen, gegenüber den frauen - überall, melden wir uns zu wort - an allen ecken und enden, der empörung kann nicht genug sein.

Bridge  on  12/12  at  07:16 PM

Ich möchte an dieser Stelle auf etwas hinweisen, was uns vielleicht weiterbringt: Ich habe zusätzlich die Beobachtung gemacht, dass sich die Presse insgesamt gegen andere Frauenthemen sperrt, sie kommen einfach nicht vor - von den vielen politischen Ereignissen bis hin zur Kultur. Ganz wenige Ausnahmen gibt es, wenn mal eine interessante Künstlerin oder Sängerin porträtiert wird. Ansonsten ist es egal, was das für ein Frauenthema ist und wie hoch die Relevanz für die Gesellschaft wäre - es wird ignoriert. Da auch kaum Frauen in Talk-Shows eingeladen werden, wie ihr ja alle wisst, versuche ich der Sache auf den Grund zu gehen.

Fest steht, dass alle Frauenthemen eine unheimliche Angst hervorbringen - es könnte ja Kritik an Männern anklingen oder gar ausgesprochen werden. Dies ist - seitens von Frauen - absolut tabu, in unserem Land. Bis heute. Männer dürfen sich in ihren endlosen Zickenkriegen bekämpfen bis aufs Blut (siehe die Politik), Frauen haben da nichts zu suchen. Erinnert euch an den Aufstand, den es gegeben hat, als Frau Merkel den Papst kritisierte. Erinnert euch daran, als Fau Leutheusser-Schnarrenberger den Chef der Katholischen Kirche schmähte, Herrn Zollitsch. Dieser empörte sich bis zum Geht-nicht-mehr, und zwar reflexartig. Alles, was auch nur annähernd etwas sein könnte, was Kritik an der männlichen Lebensweise nahelegt, wird entweder vernichtet (Papierkorb) oder es muss gebändigt werden, wie in der Lanz-Show, bzw. sogar lächerlich gemacht, wenn es gar nicht anders mehr geht.

Diese gesamtgesellschaftliche Abwehrbarriere muss einmal klar benannt werden: Männer sind vor Angst fast zerfressen in Bezug auf Frauen - diese könnten Dinge aussprechen, die dann im Raum stehen und nicht mehr kontrolliert werden können. Das Outing der Männer soll mit allen Mitteln verhindert werden ... klar, wenn dann ein eindeutig lesbisches Thema aufkommt, dass dann alle Alarmglocken schrillen, in den Männerköpfen: Und genau so, das zeigt Luises Schilderung, hat sich das in der Talk-Show abgespielt.

Und klar auch, dass der Schwule nicht angegriffen wurde, solange sich ein Lanz als “normal” hinstellt, wissen alle: der hat mit Homosexualität nichts zu tun. Welch ein Irrtum, wenn wir davon ausgehen, dass alle Menschen eine androgyne Grundstruktur haben und nur die Wahl unterschiedlich ausfällt.

Ich denke, wir sollten beginnen auf einer anderen Klaviatur zu spielen: Männer überall, wo immer es geht, mit ihrer Ängstlichkeit vor dem “Wesen Frau” und dem Erkennen ihrer eigenen Unzulänglichkeit zu konfrontieren. Direkt in die psychische Disposition hineingehen und sie offenlegen. Das erfordert aber Mut, liebe Frauen. Zivilcourage, liebe Männer. Mal sehen, was dann passiert. Männer haben in der Kulturgeschichte Frauen seziert ohne Ende, wir haben tonnenweise männlichen Kulturschrott bis zum heutigen Tag, nun dürfen sie einmal erleben, wie es ist, wenn ihnen jemand in die verheerte Psyche schaut.

Klar, dass die Geschichte in der Lanz-Show so ausging: Da kam ein Thema auf, das es eigentlich gar nicht geben darf - so eine Frauenpower, einschließlich in der Sexualität, und alles ohne Mann. Das ist sozusagen ein Einsturzversuch des männlichen Ego - seht ihr, wie sie um ihr Hauptpersönlichkeitsmerkmal, ihre Identitätsburg rund um die männliche Sexualität, kämpfen?

Freiwillig geben sie das nie auf - es sei denn, sie verstehen, was für ein Kindlichkeitswahn dahintersteckt (das geht nicht gegen Kinder, diese haben ein Recht auf Entwicklung). Also muss es ihnen jemand sagen: dass sie lächerlich sind und 1.000 Meilen entfernt von einer schönen Männlichkeit, die das nämlich nicht nötig hat und sich nicht “phallisch geriert und produziert”!

Evelyn  on  12/12  at  07:24 PM

danke liebe Luise für Ihre beobachtungen.
und an evelyn für.

ansonsten kriege ich schon beim lesen hier und bei Yvonne einen “mächtig dicken hals” und werde mir die sendung nicht mal i.d. mediathek antun.

alles was ich so sporadisch in diesen deutschen sog. öffentlich-rechtlichen sendern sehe (im internet), seitdem ich wieder in dld. lebe, finde ich fast immer, macht mich ziemlich wütend, weil u.a. sexistisch, lauter alte/männer - kurz, das ganze androzentrische und heteronormative sammelsurium .
ich bin meistens nur wütend (jenseits von worten) und dies AD 2010, als ob es nie eine autonome frauenbewegung gegeben hat.
und genauso geht’s dann für mich weiter mit mainstream-presse (damit meine ich nicht die Blöd, sondern sowas wie SZ, FAZ)

ich schone meine nerven und lese im netz fast nur noch blogs und zumeist englisch.

(es scheint wohl wirklich so, wenn auch leicht pauschal “die angst der männer vor den frauen”, also m.E. dieser weiblichen energie)

Angelika  on  12/13  at  01:16 AM

@Evelyn: Wie recht Du doch hast! Und wie dringend es nötig wäre, dass wenigstens Frauen sich als Frau benennen. Das fällt mir in den deutschen TV-Sendern dauernd auf: Die Aerztin spricht von sich als ARZT, die Sängerin als SÄNGER usw. Es wird von Frauen Frauenschmuck verkauft und die Anrede heisst: Liebe ZuschaueR. Wenn von FRauen und Frauenarbeit die Rede ist, dann “arbeiten” Frauen nicht, wenn sie zu Hause bei den Kindern sind oder im Betrieb mitarbeiten. Es “arbeiten” nur jene, die auch einen Lohn bekommen, meist einen miesen…  Dazu kommt, dass Verbrechen immer “Menschen” begehen. Nicht Männer. Es ist Jugendgewalt, häusliche Gewalt, Familiendrama, nicht: MÄNNERgewalt. Die Liste ist endlos.

Das Buch “Feindbild Frau” von Rolf Pohl zeigt mit aller Deutlichkeit, wie geradezu phobisch Männer auf selbständige Frauen reagieren. Das geht bis zur Vergewaltigung: Sie muss “zugeritten” werden, gebrochen… Ich habe es am eigenen Leib erfahren, wie Männer auf die Aufdeckung von struktureller Gewalt reagieren. Als Dozentin für Volkswirtschaftslehre habe ich z.B. aufgedeckt, dass in der Schweiz 8 Milliarden Stunden unbezahlt gearbeitet wird. Davon leisten Frauen 63 %, also fast zwei Drittel, was einem BIP-Wert von rund 207 Milliarden (!!!) Euro entspricht. In der kleinen Schweiz! Die Anmerkung, dass diese Leistungen sich nicht in den Altersrenten der FRauen niederschlagen, sozial, gesellschaftlich und oekonomisch nicht anerkannt werden, trug bei fast jedem Kurs eine Beschwerde beim Rektor ein. (Wenigstens war dieser Mann Manns genug, mir nicht nur den Rücken zu decken, sondern mich zu ermuntern, dies bitte auszubauen, etwa auf die Kosten der Männerkriminalität etc.! Huch!) Es hat bei jedem Kurs ein volles Jahr gedauert, bis die Kerls (Und leider auch z. T. bei den Frauen) angefangen haben, in Ansätzen darüber nachzudenken, dass sie selber unter diesem System leiden und einen sehr hohen Preis für ihre sehr unstabile “Identitätsburg” (Ausdruck von Evelyn) bezahlen. Vom ungenutzten Potenzial, von der Lohndiskriminierung, der persönlichen Eigenschädigung usw. durften sie dann im Kurs Betriebswirtschaftslehre hören…

Frauen, die es wagen, Männer zu kritisieren, sei dies generell in Bezug auf gesellschaftliche, soziale oder oekonomische Verhältnisse, sei es ein bestimmtes, unkorrektes persönliches Verhalten riskieren u.U. den Abbruch jeglicher Kommunikation. Selbst harmlose Witze bescheren einem lebenslänglich treue Feinde. Und wenn sich die Frau dann noch gar nicht drum schert, ob Männeken böse ist oder nicht, wird sie zur militanten Emanze erklärt.

Wenn eines Männer rasend macht, dann unabhängige Frauen. Unabhängig von Männern und deren Gnade, sei es in sexueller, sozialer, gesellschaftlicher oder oekonomischer Hinsicht.
Und da es immer mehr unabhängige Frauen gibt, reagieren sie sozusagen ur-männlich: Erst verdrängen, nicht ernst nehmen, dann totschweigen, lächerlich machen und schliesslich Panik und Gewalt. Man könnte sagen, wir stehen jetzt etwa in der Phase totschweigen/lächerlich machen. Dass Lanz überhaupt Lesben eingeladen hat, ist eigentlich schon ein Zeichen, dass die (Männer-)Krise in der Talk-Show angekommen ist. Die panische Phase kündigt sich an in gewissen Artikeln, in welchen die Frauen als Verderberinnen der Knaben (keine männlichen Lehrer in den Schulen), als Grund für den Ruin von geschiedenen Männern (Alimente) und/oder als jene angeklagt werden, die den Männern ihre Kinder vorenthalten. Siehe neueste Vorstösse für Eherecht/allgemeine Teilung der elterlichen Gewalt - auch bei nicht verheirateten Paaren. Hier geht es allein darum, Macht über Frauen ausüben zu können, wenn sie sexuell schon nicht mehr zur Verfügung stehen (müssen).


Die Risse in der Identitätsburg (herrlicher Ausdruck!) sind deutlich sichtbar. Doch Burgen sind Mittelalter und sie wurden fast alle geschleift - vom Feind oder vom Zahn der Zeit. Die Frauenrevolution geht still vor sich: Die einen lassen sich scheiden - und blühen auf - die anderen verheiraten sich gar nicht erst. Aber irgendwann machen sich fast alle selbst-ständig.
Die kritische Masse ist fast erreicht!
lg Dürr

Dürr  on  12/13  at  12:37 PM

Eine missglückte Performance hat sich gestern wieder einmal öffentlich ein Politiker geleistet und seine Geringschätzung gegenüber Frauen zum Ausdruck gebracht.
Auch die sexistischen Äußerungen von Herrn Gabriel/SPD zum Besuch von Frau von Guttenberg in Afghanistan sollten nicht einfach so hingenommen werden. Sein hämischer Vorschlag als Witzchen getarnt,  lieber gleich Frau Katzenberger anreisen zu lassen, dann hätten die Soldaten auch was davon, ist übelste Machokultur. 
Ich habe auch hier ein Protestschreiben an Herrn Gabriel geschickt mit der Aufforderung, er solle sich öffentlich für seine Entgleisung entschuldigen .

Herr Rolf Pohl, Soziologe, sieht es richtig,  wenn er analysiert, daß die Abwertung des “Weiblichen” fest zur männlichen Identität gehört. “Sexismus wird oft verlagert,  in Witzchen etwa. Ein offiziell tabuisiertes Thema z.B. - Frauenverachtung - taucht als Witz wieder auf. Wenn man darüber lacht, schadet man Frauen nicht direkt und gilt deshalb nicht als Sexist.” 

Aber Herr Gabriel und Herr Lanz,  wir Frauen sind nicht abgestumpft, sondern äusserst sensibilisiert und blasen nicht in Ihr `phallisches Füllhorn`. 
Das Machoverhalten von Sigmar Gabriel beweist mir einmal mehr, daß ich richtig gehandelt und dieser SPD-Männerpartei seit Schröders Performance den Rücken gekehrt habe.

Amy  on  12/14  at  03:29 PM

Brava, liebe Luise!
Das ist ja ein dolles Ding, was wir da lesen! Die VERHETEROHTE TV-Society in ihrer Lesbophobie und das brüllende Publikum. Dass auch Frauen gegen Lesben mitbrüllen, kann ich leider bestätigen.
Einmal gab es bei Günther Jauch einen Metzger, welcher sagte: In den Bordellen gibt es billiges Fleisch. Darüber lachte am meisten sein eigenes Weib, das Publikum kreischte und gröhlte. Der Moderator zwar nicht, aber er fand auch kein Wort gegen diesen Unflat.
Nun aber zu Yvonne, die mutigerweise dabei ist, eine Tendenz zu benennen und als Bugfigur selbige in die Medien zu tragen. Hohe Zeit dafür.
Wäre SPÄTBLÜTLERINNEN nicht das richtige Wort, oder klingt es zu sehr nach Garten?
Ich kann die Sache nur bestätigen: Als meine Frau Mutter im Seniorinnen-Heim lebte, gab es dort eine Dame im Rollstuhl, welche ihr einen Antrag machte, leider ohne Erfolg, wofür ich mich der schönen Frau gegenüber schämte. Sie fragte, ob ich ihr Zigaretten anzünden würde? Ja, gerne! Und so lächelten wir uns zu in bestem Einvernehmen. Ich hörte nur Abfälliges über sie: Sie sei eine Prostituierte gewesen! Da setzte ich mich neben sie, ließ die Geburtstagsfeier sausen und wir redeten über hunderttausend Dinge, die uns gemeinsam waren und eindeutig lesbisch. 76 Jahre jung war sie.
A propos Prostitution und Lesben möchte ich Folgendes nicht unerwähnt lassen: Fünf Männer vergewaltigen zwei junge Lehrerinnen. Als Anwältin für die Opfer fungierte die famose Feministin Gisèle Halimi. Die Mütter und Frauen der Verbrecher bezeichneten die Opfer als Huren. Darauf sagte Halimi: Nein, es sind doch Lesben! Eben deshalb, sagten die Frauen, alle Huren sind lesbisch! Also alle Lesben Huren!
Da verschlug es dem Publikum die Sprache, es blieb stumm.

In meinen Ausstellungen hörte ich Leute hinter mir reden. Ein Mann sagte: Es heißt, sie sei Lesbe. Eine Frau gab die Antwort: Nein, dazu ist sie zu schön! Das war MEIN Publikum, auf das ich liebend gern verzichte.

Wollten die ModeratorInnen sich doch mehr engagieren gegen die Gemeinheiten der Medien-Hengste und IHR Publikum, denn das UNSERE ist das nicht!
Herzlichst verbunden,
Lena

Lena Vandrey  on  12/14  at  04:46 PM

Ich schrieb heute an den Parteivorstand der SPD (eine Kopie ging an Frau Hannelore Kraft persönlich, nebst meinem Schreiban an Herrn Gabriel vom Sommer 2010):

Sehr geehrter Parteivorstand!

Es ist bedauerlich, dass die SPD-Spitze sich in keinster Weise zu meinem Vorschlag geäußert hat, “Frauen” (und deren politische Anliegen) zum Top-Thema zu machen, auch in den medialen Auftritten. Da Sie die Relevanz nicht erkannt haben, sondern offensichtlich der Meinung sind, ich wollte Ihnen nur ein zusätzliches Thema “aufhalsen”, wo Sie doch schon so viele wichtige Themen haben (so der Tenor eines Gesprächs, das ich mit Ihrer Kommunikationsabteilung führte), muss ich Sie darauf hinweisen, dass es einen sprunghaften Anstieg an Zustimmungswerten nicht geben wird. Ich verwies ausdrücklich darauf, dass die Frauen in diesem Lande auf eine angemessene politische Repräsentanz warten - und zwar in sehr großer Anzahl

Sie konnten meinem Gedankengang nicht folgen, denn es ist nichts passiert, seit Sommer 2010. Ich erkenne, dass dies offenbar eine Überforderung der SPD-Männer war, denn anstatt sich Gedanken darüber zu machen, warum ich Ihnen dies schrieb, müssen wir uns jetzt auch noch den Sexismus von Herrn Gabriel gefallen lassen, den er angesichts der Afghanistan-Reise von Stefanie zu Guttenberg von sich gab.

Diese Einschätzung befindet sich bereits im Internet: “Auch die sexistischen Äußerungen von Herrn Gabriel/SPD zum Besuch von Frau von Guttenberg in Afghanistan sollten nicht einfach so hingenommen werden. Sein hämischer Vorschlag als Witzchen getarnt, lieber gleich Frau Katzenberger anreisen zu lassen, dann hätten die Soldaten auch was davon, ist übelste Machokultur.” Sie können das dort nicht mehr entfernen.

Es ist wirklich sehr bedauerlich, dass es so weit kommen musste - denn nun steht im Raum, dass aufgrund der vorherrschenden Bewusstseinsstufe der Männer, auch in Ihrer Partei, ein Mann möglichweise in Zukunft keine große Partei mehr anführen k a n n. Er hat buchstäblich nicht das menschliche Format dafür. Das haben Sie sich selbst zuzuschreiben und keine Frau der Welt ist daran schuld.

Ich nehme an, dass eine Entschuldigung bei den Frauen nicht erfolgen wird. Dann bleibt dies eine Kampfansage an die Frauen, die Ihnen zum Nachteil gereicht - denn die Abwanderung der Frauen von Ihrer Partei bleibt so bestehen.

Der SPD ist nicht aufgefallen, dass es in unserer Gesellschaft derzeit um einen Paradigmen-Wechsel geht: Die Alt-Herren-Witzchen über Frauen ziehen nicht mehr, es sei denn, dass immer mehr Menschen die Konsequenzen ziehen - auch Männer, denn nicht alle teilen ein solches Verhalten, indem sie das gutfinden.

Die SPD verpasst eine Chance - die Frauen sind es, die diese Gesellschaft nachhaltig verändern werden, in allen gesellschaftlichen Bereichen,  und Ihnen ist nichts aufgefallen, bis zum heutigen Tag. Sie werden es auch an einem Herrn Gabriel vorbei tun. Sie wissen, dass es bei den GRÜNEN nicht so üblich ist, dass sich Männer mit sexistischen Witzchen in der Öffentlichkeit hervortun ... Pech für Sie.

Wenn Sie wissen wollen, was für ein Paradigmenwechsel das ist und sich eine politische Umkehr überlegen, können Sie - auch gerne Herr Gabriel - mit mir Kontakt aufnehmen. Mein Schreiben vom Sommer 2010 hat ja nicht ausgereicht, um irgendeine Reflexion hervorzubringen!

Mit freundlichen, aber erstaunten Grüßen


P.S.: Ich bitte Sie, davon abzusehen, mich weiterhin für die ASF gewinnen zu wollen, so lange von der Parteispitze solche Äußerungen zu vernehmen sind!

Evelyn  on  12/15  at  12:34 AM

@ Lena
Die frauenfeindliche, patriarchalische Gehirnwäsche funktioniert hervorragend, wenn sogar Frauen die Verbrechen von Männern - wie Vergewaltigungen - mit dem Hinweis entschuldigen, daß es sich bei den Opfern um Lesben gleich Prostituierte handelt. Sie unterwerfen sich dieser frauenverachtenden Doktrin. Das macht wütend. 

Danke für den Begriff Lesbophobie !
http://www.karnele.de/erweitert-euren-sprachschatz-lesbophobie/

Amy  on  12/15  at  01:25 AM

Danke, Frau Pusch auf den Hinweis mit den unterschiedlichen Redezeiten der Gäste, wenn Frauen eingeladen sind, und der Lesbophobie. Das ist mir schon öfter aufgefallen, nicht nur bei Herrn Lanz sondern auch bei Kollegen wie Beckmann oder Kerner.

Lanz ist in seiner Talkshow oft grenzenlos, was Frauen anbelangt, sowohl körperlich als auch in der Gesprächsdauer. Einfach nur mal seine Sendung genauer darauf hin analysieren.
Zudem habe ich den Verdacht, dass er wie auch seine Kollegen Kerner oder Beckmann an verklemmten heterosexuellem Machotum, anders mag ich das gar nicht benennen, leidet.

Lanz ist ein Reinfall.

GwenDragon  on  12/18  at  02:53 PM

moin, schön, dass frau pusch diese sendung kritish betrachtet.

aber, liebe frau pusch, ist ihnen gar nicht aufgefallen, wie penetrant der herr lanz im gespräch mit seinem ersten gast immer wieder auf den unterschied zwischen mann und frau abhob? morden frauen anders? suizidieren sie sich anders? sind sie am ende sogar ganz ander tot???

diese klischeehuberei zieht sich wie ein roter faden durch seine sendungen. in einer der letzten wurde in epischer breite erörtert, wie unterschiedlich frauen und männer mit hunden umgehen. die deppen, man ahnt es, waren die frauen.

mfg

wenn schon  on  12/18  at  10:07 PM

Nach Info ist im SPD-Parteivorstand inzwischen die Einsicht eingekehrt, daß das sexist.  Verhalten von S. Gabriel (s.o.) ein schwerer Fehler war. Massive Proteste von vielen SPD-Frauen haben nicht ihre Wirkung verfehlt. Die Peinlichkeit war groß.
Es geht doch, wenn Frauen massiv protestieren, sich wehren…

Amy  on  01/21  at  08:21 PM

Auch Herr Lanz hat offenbar einen Schock bekommen. Ich habe zwar keine Sendung mehr ganz gesehen, aber die kurzen Eindrücke haben gezeigt, dass er sich auf einmal - etwas angespannt - sehr um die anwesenden Frauen bemüht. Geht doch!

Evelyn  on  01/21  at  09:20 PM

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Hedwig Dohm