Wikimedia Commons
(Friederike Christiane Henriette Eugenie John)
geboren am 5. Dezember 1825 in Arnstadt, Thüringen
gestorben am 22. Juni 1887 in Arnstadt, Thüringen
deutsche Schriftstellerin
Biografie • Zitate • Weblinks • Literatur & Quellen
Biografie
„E. Marlitt“ – das ist das selbstgewählte Pseudonym der Friederike Christiane Henriette Eugenie John. Sie war die erste deutsche Bestsellerautorin, höchstdotierte Autorin des 19. Jahrhunderts und Fürsprecherin der Frauenbewegung. Ihre Romane erschienen zunächst in der prominenten Familienzeitschrift „Die Gartenlaube“; die Buchausgaben wurden von namhaften Künstlern illustriert und in viele Sprachen übersetzt, u.a. ins Französische, Italienische, Polnische, Russische, Ungarische. Selbst in Brasilien, Japan und China gab es begeisterte und begierige Leser und vor allem Leserinnen.
Gottfried Keller schrieb: „Ich habe das Frauenzimmer bewundert! Da ist ein Zug, ein Fluß der Erzählung, ein Schwung der Stimmung und eine Gewalt in der Darstellung dessen, was sie sieht und fühlt – ja, wie sie das kann, bekommen wir alle nicht fertig. Es lebt in diesem Frauenzimmer etwas, das viele schriftstellernden Männer nicht haben: ein hohes Ziel; diese Person besitzt ein tüchtiges Freiheitsgefühl, und sie empfindet wahren Schmerz über die Unvollkommenheit der Stellung des Weibes. Aus diesem Drang heraus schreibt sie. In allen Romanen, die ich von ihr gelesen habe, war immer das Grundmotiv, einem unterdrückten Frauenzimmer zu der ihr ungerechterweise vorenthaltenen Stellung zu verhelfen, ihre Befreiung von irgendeinem Druck, damit sie menschlich frei dastünde – und hierin besitzt die Person, die Marlitt eine Kraft, das durchführen zu können, eine Macht der Rede, eine Wortfülle, eine Folgerichtigkeit in der Entwicklung ihrer Geschichten, dass ich Respekt vor ihr bekommen habe“ (zitiert nach Díngeldey S. 196)
Wöchentlich versammelten sich ungeduldige LeserInnen auf den Treppenstufen des Verlags der „Gartenlaube“, um als Erste die neue Ausgabe mit der Fortsetzung des aktuellen Marlittschen Romans in der Hand zu halten. Es ist überliefert, dass selbst eine todkranke Frau als letzten Wunsch äußerte, vorzeitig das Happy End des aktuellen Romans erfahren zu dürfen.
Marlitts Biografie zeugt nicht nur von einer steilen Karriere als Schriftstellerin, sondern auch von erkämpfter und gelungener Selbstfindung. Sie war bei der Veröffentlichung ihrer ersten Erzählung vierzig Jahre alt; ihr Leben war bis dahin geprägt von Fehleinschätzungen und Fremdbestimmung. Sie war eine von Krisen und beruflichen Katastrophen heimgesuchte Frau, nichts deutete darauf hin, dass sie zur meistgelesenen Autorin ihrer Zeit aufsteigen würde.
Kindheit und Ausbildung zur Sängerin
Eugenie wurde nach Rosalie als zweite Tochter des Ehepaares John in eine angesehene Kaufmannsfamilie hineingeboren. Lebenslang hatte die Herkunftsfamilie höchste Priorität in ihrem Leben. „Ich hänge mit inniger, fast möchte man sagen, fanatischer Liebe an meinen Angehörigen, zu der sich, meinem Vater gegenüber, noch eine tiefe Verehrung gesellte“ (Necker). Eugenies Vater Ernst John (1793 – 1873) war zur Zeit ihrer Geburt Kaufmann, ein vom Vater erzwungener Beruf, zu dem ihm jedes Talent fehlte. Er war ein künstlerisch begabter Mann, interessierte sich für Literatur, Malerei und Astronomie. Eugenies Mutter, Johanna Böhm (x – 1853) entstammte ebenfalls einer bedeutenden Arnstädter Kaufmannsfamilie. Ihre Mutter hat die Eheschließung mit Ernst John strikt abgelehnt – sie hatte Johanna zu Höherem erziehen lassen, eine musikalische Ausbildung veranlasst und eine „standesgemäße“ Verehelichung erwartet.
Eugenie wuchs mit ihren Geschwistern – nach ihr wurden noch drei Brüder geboren – in sehr einfachen Verhältnissen auf. Um seine große Familie zu ernähren, hatte der Vater eine Leihbibliothek eröffnet, mit der er aber schon bald Bankrott machte. Da Johannas Mutter Unterstützung verweigerte, musste die Familie notgedrungen in einem kleinen, zugigen Gartenhaus leben, was später bei allen Kindern zu schweren rheumatischen Erkrankungen führte. Mit der finanziellen Unterstützung seiner Verwandten absolvierte Ernst John in Dresden eine Ausbildung zum Kunstmaler, aber auch danach konnte er seiner Familie nur einen ärmlichen Lebensunterhalt bieten. Er hatte sich auf Porträtmalerei spezialisiert, aber im kleinen Arnstadt gab es nicht genug Aufträge. Seine Frau verschmerzte das Leid über ihr verarmtes, enttäuschendes Leben nie. Auch in Eugenie hinterließen der Bankrott und die erbarmungslose Haltung der Großmutter lebenslang Spuren. „Von dieser Jugendzeit an setzte sich das eigentümliche Misstrauen, der Stolz verschämter Armut in Eugenie fest, der sie später noch zuweilen unliebenswürdig erscheinen ließ. Aber schon damals wurde der Stachel des Ehrgeizes in ihr geschärft, der sie zu rastloser Arbeit trieb und frühzeitig auf die Notwendigkeit eines Broterwerbs hinwies“, schrieb Moritz Necker in seiner Marlitt-Biografie 1899.
Eugenie war ein intelligentes und phantasiebegabtes Kind, immer auf der Suche nach Abenteuer, Geheimnissen, Rätselhaftem. Am liebsten streifte sie durch Felder und Wälder, durch alte verfallene Ruinen und erfand geheimnisvolle, düstere Geschichten, die sie - angereichert mit den Mythen und Sagen Thüringens – in ihren Werken aufgreifen sollte. Sie durfte eine Kindheit erleben, die so gar nicht dem Muster der Töchtererziehung entsprach. Üblicherweise sollten stille, am besten willenlose Mädchen aufgezogen werden.
1830 wurde die lebhafte Eugenie in die Schule geschickt, wo bald ihre Musikalität, ihr gutes Gehör und besonders ihr außerordentliches Gesangstalent auffielen. Ihr Gesangslehrer an der Arnstädter Mädchenschule ließ schon die Achtjährige in kleinen Konzerten seines Singvereins auftreten. „Sie hat Millionen in der Kehle“, prophezeite der hinzugezogene Kantor Stade. Möglicherweise hat diese Aussage die Eltern dazu verleitet, Eugenie zur Hoffnungsträgerin für eine bessere finanzielle Zukunft der ganzen Familie zu erklären. Es wird sich zeigen, wie sehr sie diese Hoffnung als Aufgabe und Verantwortung verinnerlicht und ihr Leben danach ausgerichtet hat. Vermutlich von diesem Moment an fühlte Eugenie eine für ihr Alter viel zu schwere Verantwortung für Wohl und Wehe der Familie, was einerseits zu größter Überforderung und andererseits zu überhöhtem Selbstbewusstsein führen musste – zu einer Grandiosität, die zum Scheitern so gut wie vorbestimmt war, verdrängte sie doch die eigenen seelischen altersgemäßen Bedürfnisse. Wohlmeinend, aus größten materiellen Sorgen und wohl völlig unbewusst entsteht hier, was in moderner Nomenklatur als psychischer Missbrauch erkannt wird. In Eugenie gingen Talent und familiärer „Auftrag“ eine Allianz ein, die letztlich in ein erstes großes Scheitern führen musste.
Eine professionelle Ausbildung für Eugenie konnten die Johns nicht finanzieren, daher wandte sich der Vater an die als kunstsinnig bekannte regierende Fürstin Mathilde von Schwarzburg-Sondershausen und bat um Aufnahme und Förderung seiner begabten Tochter. Nach Prüfung ihrer Stimme durch einen Musiker des Hoftheaters war Eugenie zur Gesangsausbildung aufgenommen. „Nun muss sich alles, alles wenden“ - jubelten die Eltern.
1841 verließ Eugenie nach der Schulzeit als Sechzehnjährige ihre Familie, lebte in Sondershausen und begann unter der Mäzenatenschaft der Fürstin ihre Ausbildung. Sie erhielt Bildungs- und Musikunterricht, nahm mit den Kindern der Fürstin am Französischunterricht teil, wurde beschenkt wie alle Familienmitglieder – eine neue Welt, ein reiches Leben hatten sich vor Eugenie aufgetan.
1844 beendete sie die Ausbildung und schrieb nach Hause: „Werfet alle Eure Sorgen auf mich, meine Schultern werden jetzt wieder breit genug, um sie zu tragen… glaubt Ihr denn nicht, daß ich die Pflichten kenne, die ich meinen Erhaltern schuldig bin?...und sollte ich nicht alle meine Kräfte aufbieten, Euch ein sorgenfreies Leben zu verschaffen?“ (zitiert nach Schönberg, S. 21f.)
Gegen den Vorschlag der Fürstin, den gesicherten finanziellen Weg als Gouvernante einzuschlagen, stand für Eugenie eine Karriere als Sängerin fest – verinnerlichter Wunsch und Erwartungsdruck der Eltern waren übermächtig.
Fürstin Mathilde gab nach und ermöglichte ihr eine 2-jährige abschließende Ausbildung in Wien. Dort lebte Eugenie in der Familie des Wiener Hofbeamten von Huber im Wiener Augarten; die warmherzige und gütige Frau von Huber bezeichnete Eugenie als ihre „Pflegemama“, sie war befreundet mit den Töchtern und Söhnen. Besonders mit Tochter Leopoldine schloss sie eine lebenslange Freundschaft. Erhalten sind Eugenie Johns Briefe, die sie zwischen 1849 bis 1882 an Leopoldine schrieb und in denen sie ihre Freundin an allen Höhen und Tiefen ihres Lebens teilhaben ließ – einzigartig für die sonst so scheue und verschlossene Eugenie John. Noch 1861 schwärmt sie rückblickend: „Das steht nun einmal fest, mein Wiener Aufenthalt ist und bleibt das goldene Zeitalter meines Lebens, eine Oase voll Grün und Sonnenschein, auf der mein Blick erquickt ausruht, wenn er sich nach rückwärts wendet“ (Hobohm, Briefe S. 31). Necker weist auf die enorme Verschiebung in der sozialen Stellung der Neunzehnjährigen hin: „Zu Hause war Eugenie John schließlich doch nur die arme Malerstochter… In Wien war sie das schöne Mädchen in der ersten Lebensblüte, die hoffnungsvolle Sängerin, deren Ausbildung eine souveräne deutsche Fürstin sich so viel kosten ließ... Und welch ein Gegensatz zwischen der ängstlichen Art norddeutscher Kleinbürgerinnen und dem lebensfreudig übersprudelnden Temperament der Wienerinnen!“. Eugenie wurde in die besten Kreise der Wiener Hofgesellschaft eingeführt, lernte maßgebende VertreterInnen der Theater- und Musikwelt kennen.
Ihrer notleidenden Familie versprach sie, vermutlich voller Schuldgefühle und jugendlicher Größenvorstellungen: „Nun wartet nur, bald kömmt der Zeitpunkt, wo ich sagen kann, nun kommt Alle her; ich bin imstande, für Euch und mich ehrlich und redlich zu sorgen…“ (Necker).
Auftritt als Opern- und Kammersängerin
1846, nach Beendigung der Ausbildung, kehrte Eugenie als 21Jährige nach Hause zurück und wurde zur Fürstlich Schwarzburg-Sondershausenschen Kammersängerin ernannt.
Auf Wunsch der Fürstin debütierte sie ein Jahr später als „Gabriele“ in der Oper „Das Nachtlager in Granada“ von Conradin Kreutzer (1780 – 1849). Bereits auf der Probe erschien sie ängstlich und scheu, es „bebte sichtlich die ganze Gestalt und kaum ein voll hörbarer Ton ihrer Arie…wollte sich ihren Lippen entringen“. Die Aufführung geriet beinahe zum Desaster, hätten der Kapellmeister und vor allem ihr Kollege Ernst Pasqué sie nicht ermutigt und unterstützt. Er schreibt weiter: „Angst und Aufregung raubten der armen jungen Sängerin vollständig die Fähigkeit, ihre Stimme, ihr Talent auch nur zum kleinsten Teil geltend zu machen.“ (Necker). Der Auftritt geriet zum Schock. Für Eugenie John wurde er „...ein scharfkantiger Markstein meines Lebens, der mich verwundete“. Unbegreiflich, dass bis zu diesem Zeitpunkt niemand den scheuen, schüchternen Persönlichkeitsanteil Eugenies wahr- oder ernstgenommen hatte, der ein öffentliches, bühnenreifes Auftreten verbot. Doch noch gab sie nicht auf, sondern kehrte in der Hoffnung nach Sondershausen zurück, auf der kleineren Hofbühne ihre Ängste überwinden und Selbstvertrauen wieder zurückgewinnen zu können. 1848 kehrte sie zurück nach Wien, vergeblich auf der Suche nach Engagements. Im Jahr der Revolution stand der Kulturbetrieb der Stadt still, Kaiser Franz Joseph war samt seinem Hof, den HofschauspielerInnen und -sängerInnen ins sichere Olmütz gezogen. Auf Betreiben es berühmten Tenors Joseph Erl (1811 – 1874) erhielt Eugenie John ein Gastengagement in Olmütz und trat gemeinsam mit Erl auf. Der Auftritt glückte dank der lobenden Einflüsterungen Erls nach jeder gelungenen Stelle: „Nach der ersten Arie ...habe ich Applaus gehabt und bin am Schluss mit Erl gerufen worden.. .Auch mein Spiel fand man über alles Erwarten…“ Aber sie gesteht in diesem Brief 1849 an Frau von Huber auch: „...Ich habe namenlose Angst gehabt, so dass ich kein Glied habe still halten können.“ Offensichtlich litt Eugenie John nicht lediglich an starkem „Lampenfieber“, sondern an schweren Panikattacken. Die Unfähigkeit, ihre brillante Sopranstimme, ihr darstellerisches Talent auf der Bühne zu präsentieren, geriet erneut zur traumatischen Erfahrung. Der verinnerlichte Erwartungsdruck der Familie, ihr Versprechen, von nun an die Familie zu ernähren, hatte vermutlich einen Grad von Stress ausgelöst, der zwangsläufig zu Verkrampfung und Versagen führen musste. Trotzdem absolvierte sie das Engagement in Olmütz „recht glücklich…meine dortigen lieben Gönner waren so liebenswürdig und zuvorkommend, daß mir die Trennung sehr schwer wurde, ich habe Alle so lieb (Brief an Leopoldine vom 21.Mai 1849).
Als ihre Bemühungen um Engagements in Prag und Frankfurt a.M. vor allem aufgrund der unruhigen politischen Lage scheiterten, kehrte sie wiederum nach Arnstadt zurück. „Meine engelguten Eltern haben mich mit Freuden aufgenommen…Hier, in meiner Vaterstadt, hat mein Kommen gar kein Aufsehen gemacht, man findet es sehr natürlich, daß ich ins Elternhaus gehe, während der unruhigen Zeit… Man wünscht allgemein, daß ich hier ein Konzert geben möchte, ich werde auch sehr gerne diesem Wunsche Folge leisten“, schrieb sie 1849 an Leopoldine.
Von Arnstadt aus unternahm sie in Begleitung ihrer Mutter in den folgenden Jahren Konzertreisen in österreichische Provinzstädte, nach Krakau und Lemberg, wo sie als Primadonna auftrat – bis nach zwei Jahren eine einsetzende, zunehmende Schwerhörigkeit der Bühnen- und Sängerinnenlaufbahn ein Ende setzte. „Mitten auf dem Weg zu dem stürmisch begehrten Ziel mußte ich stehen bleiben, denn ich wurde plötzlich gehörleidend, in Folge allzu großer Anstrengung beim Singen und einer nie zu beseitigenden Aufregung und Angst beim Auftreten… es folgte „ein dunkles Stück Lebenszeit… Ich brauchte ohne Erfolg verschiedene Kuren…; diese medizinischen Versuche, verbunden mit dem schmerzlichen Bewußtsein, daß ich nie die Früchte meiner Jugendbestrebungen ernten würde, wirkten äußerst nachtheilig und deprimierend auf mich; den finsteren Gedanken und der momentanen Schwäche gegenüber reichte meine moralische Kraft nicht aus, und so verfiel ich auf länger der trübsten Gemüthsstimmung… auch war ich durch mein Leiden mißtrauisch geworden.“ (Briefe S. 29f.). Hier beschreibt Eugenie John sehr genau das, was heute als psychosomatische Leiden bekannt und bezeichnet ist.
Eugenie John war 25 Jahre jung und ihr Lebensentwurf gescheitert. Zur eigenen Erschöpfung und Enttäuschung kamen Schuld- und Schamgefühle ihren Familienmitgliedern gegenüber hinzu – hatte sie ihnen doch Sicherheit und Wohlstand versprochen. Nun kehrte sie mittellos und hilfsbedürftig heim.
Gesellschafterin und Vorleserin bei Fürstin Mathilde
Fürstin Mathilde von Schwarzburg-Sondershausen hatte nicht nur die Kuraufenthalte für Eugenie John finanziert, sondern engagierte sie nun als Privatsekretärin, Gesellschafterin und Vorleserin im Schloss Friedrichsruhe in Oehringen, wohin sich die Fürstin nach ihrer Scheidung zurückgezogen hatte. Wie eine Pflegemutter versprach sie, für Eugenie zu sorgen unter der Bedingung, dass diese selbst bei Genesung von Depression und Schwerhörigkeit niemals mehr eine Bühne betreten würde. Es scheint, als ob die Fürstin als einzige die Persönlichkeit Eugenie Johns verstanden und berücksichtigt hat – war sie doch schon diejenige gewesen, die Eugenie John von einer beruflichen Laufbahn als Sängerin abgeraten hatte.
Von 1853, dem Todesjahr ihrer Mutter, bis 1863 lebte Eugenie John bei Fürstin Mathilde, mit der „sich das Zusammenleben zur größten Vertraulichkeit“ gestaltete“ (Necker). Eugenie John lernte Menschen unterschiedlichster gesellschaftlicher Klassen kennen, Aristokraten und Bürger, Städter und Landvolk, Gelehrte und Ungebildete – Erfahrungen, die sie später in ihren Romanen und Erzählungen verarbeiten sollte. In diese Jahre fällt der Beginn ihrer literarischen Tätigkeit, ermuntert von der schriftstellernden Fürstin selbst: „Durch Erfahrung, Schweigen, Beobachten häufen sich Schätze im innersten Leben – Du bist reich – was aber hilft der Schatz im tiefen Schacht vergraben? Theile ihn mit der Welt…es legte Dir die Muse liebevoll den Griffel in die Hand“, schreibt sie Eugenie auf einen Zettel.
Eugenie John begann mit Lyrik, verfasste Gedichte im spätromantischen Stil, es entstand der kleine Gedichtband „Herbarium“. Bereits hier zeigten sich Kennzeichen ihrer späteren Romane: sensible Naturbilder, Liebesdramen und sozialpolitische Reflexionen werden miteinander verknüpft, Gehabe und Standesdünkel werden verurteilt, authentisches Fühlen und Handeln setzt sich durch – das sind die Themen ihrer späteren Prosa-Werke.
In einem Gedicht von 1850 verarbeitete sie ihre eigene überstandene Lebenskrise:
Beim Wiederfinden alter Gedichte
Ich fand ein altes Buch. Die Ruhestatt
Darinnen meine Lieder lang gelegen!
Es quoll aus dem vergilbten, alten Blatt
Mir wahrer Maienblütenhauch entgegen.Mein krankes Herz, vom steten Ringen matt
Durchbebte da ein längst vergess’nes Regen,
Es taucht empor mein einstig Hoffen, Träumen,
Aus der Erinn’rung dunkelgrünen Räumen.Es wallen Geister durch die Dämmerpracht
Von längst dahingeschied’nen Lebensplänen.
O junges Herz, in deiner Blütenpracht
Nahmst du für echtes Gold dies falsche Wähnen!Es wandelt stets des Schicksals finst’re Macht
Heimtückisch jeden Wunsch zu bitt’ren Tränen.
Die Jugendträume, lieblich und erhaben,
ich hab‘ sie alle still und leis begraben.(aus: Eugenie Marlitt, Die schönsten Gedichte, S. 12)
Auf Initiative der Fürstin suchte Eugenie John als letzten Heilungsversuch 1859 Rat bei einem Nervenarzt in München. In der Zeit der – erfolglos verlaufenden - Behandlung wohnte sie bei dem Schriftsteller und Theaterregisseur Friedrich von Bodenstedt (1819 – 1892), der sie ebenfalls zum Schreiben ermutigte. Sein Versprechen, ihre erste Erzählung „Schulmeisters Marie“ zur Veröffentlichung zu bringen, konnte er allerdings nicht einlösen – eine Hoffnung weniger für Eugenie John. Zu einseitig an Berthold Auerbachs (1812 – 1882) damals vielgelesene „Schwarzwälder Dorfgeschichten“ angelehnt, fand das Werk keinen Verlag und wurde erst nach John’s Tod gedruckt.
Währenddessen verschlechterte sich die finanzielle Situation der Fürstin dramatisch, bereits der Umzug von Schloss Friedrichsruhe nach München war eine Folge davon gewesen. Als sie sogar zwei verdiente Hofdamen entließ, die bürgerliche Eugenie John aber behielt, rächten sich die tief gekränkten Hofdamen mit böswilligen Verleumdungen und Unterstellungen. „Das hat böses Blut am stolzen Hofe zu Sondershausen gemacht, weil der Bürgerlichen diese Auszeichnung nicht gebührt; und nun rühren sich allerlei Gerüchte über mich, von denen das empörendste ist, daß ich während meines Wiener Aufenthaltes zahllose Liebesverhältnisse gehabt und dort ein so unanständiges Leben geführt habe, dass mein Verlobter in der Heimath, von dessen namenloser Existenz ich, nebenbei gesagt, erst durch diesen Fall Kenntnis erhalten habe, mich deswegen verstoßen habe (Brief April 1861).“ Dringend bat sie Leopoldine, schriftlich zu „bezeugen, wie ich mich in moralischer Beziehung im Hause Deiner lieben Mutter während meines Dortseins geführt habe. Der Schmerz über die Ungerechtigkeit der Menschen (wird) noch lange in meiner Seele nachzittern“ (ebd.). Das Gerücht, John habe ein Liebesverhältnis geführt, hielt sich über ein Jahrhundert lang bis hinein in die sog. Fachliteratur.
Zunehmend wurde Eugenie John von der mittlerweile immer wieder geistig verwirrten Fürstin als Krankenpflegerin gebraucht – bis zur völligen Erschöpfung und Erkrankung. „Hinge ich nicht mit allen Kräften meiner Seele an der Fürstin, ...würde ich wohl auch leichter über all dies Mißgeschick hinweggekommen sein…Ich war daher meiner Stellung, die mir tägliche Erschütterungen brachte, nicht mehr gewachsen“ (Brief Januar 1864).
Sie gab die Stellung auf und nahm zum zweiten Mal Zuflucht zu ihrer Familie, zwar materiell etwas gesichert durch eine kleine Pension von der Fürstin, aber gebrochen in ihrem Stolz und ihrem Ehrgeiz, ihre Angehörigen zu ernähren – was sich mittlerweile längst erübrigt hatte. Die älteren Brüder waren Porzellanmaler und Techniker, der jüngste Bruder Alfred Oberlehrer an der Realschule in Arnstadt. Er lebte im Elternhaus, gemeinsam mit seiner Frau Ida, der Tochter seines Schuldirektors, mit seinem Vater und seiner an Epilepsie leidenden Schwester Rosalie, die bereits 1866 verstarb.
Mit der Heimkehr nach Arnstadt, das sie bis auf kurze Ausflüge nie mehr verlassen sollte, begann Eugenie John vierzigjährig ein neues Leben, zum ersten Mal selbstbestimmt und offensichtlich im Bewusstsein ihrer Widerstandskraft: „...und doch übersteht man Alles, und richtet sich nach jedem Schlag elastisch wieder auf, dem allgemeinen Gesetz zufolge, der vom Sturm niedergebogene Zweig wieder aufwärts springt – weil Alles nur seine Zeit währt“, hatte sie schon im Januar 1862 an Leopoldine geschrieben.
Karriere als Schriftstellerin
Eugenie John hatte den Hof von Fürstin Mathilde bereits mit dem Vorsatz verlassen, weiterhin schriftstellerisch tätig zu sein, an Lebenserfahrung und Stoff fehlte es ihr nicht. Sie war vielgereist, hatte Menschen verschiedenster sozialer Schichten kennengelernt, hatte als Sängerin in künstlerischen Kreisen verkehrt, hatte aristokratische Kreise und höfische Intrigen am eigenen Leib erfahren und war von Kindesbeinen an durch die väterliche Leihbibliothek und die Vorlesetätigkeit bei der Fürstin mit dem Literaturmarkt ihrer Zeit vertraut.
Sie beendete ihr Erstlingswerk „Die zwölf Apostel“, die Geschichte eines Mädchens, das in ihrer Stadt ausgegrenzt lebt, dann doch die Liebe ihres Lebens findet. 1863 schickte sie die Erzählung nach Leipzig an Ernst Keil (1816 – 1878), den Verleger der renommierten Familienzeitschrift „Die Gartenlaube“. Keil, ein politisch liberal denkender Buchhändler, hatte 1853 als Blatt für das bürgerliche Publikum erfolgreich herausgegeben. Es sollte bilden, aufklären, geografisches, medizinisches und auch literarisches Wissen verbreiten.
Auf der Verpackung hatte Eugenie John als Absender angegeben: „E. Marlitt“. „Das ist das Schild, hinter dem ich mich geborgen fühle“, sagte sie ihrem Bruder (zitiert nach Schönberg, S. 25). Die Bedeutung des Namens ist unbekannt, möglicherweise ist er eine Abkürzung von Meine ARnstädter LITTeratur – Literatur wurde damals noch mit zwei TT geschrieben. Mit diesem Pseudonym schützte sie sich in zweifacher Weise: es verheimlichte nicht nur ihren wahren Namen, sondern auch ihr Geschlecht. Nicht nur Keil vermutete wie selbstverständlich zunächst hinter dem „E.“ einen männlichen Autor. Um ernstgenommen zu werden und Vorverurteilungen zu vermeiden, hatten auch andere Schriftstellerinnen männliche Pseudonyme gewählt – wie Aurore Dupin als George Sand, Mary Ann Evans als George Eliot oder die Schwestern Bronte, die als Currer (Charlotte), Acton (Anne) und Ellis (Emily) Bell veröffentlichten. Schreibende Frauen galten als verdächtig, gaben sie doch ihre Berufung zu „natürlicher Häuslichkeit“ und Bescheidenheit auf. Schilderten sie zudem noch Gefühle und emotionale Prozesse, wurde ihnen Lüsternheit und Nähe zur Prostitution vorgeworfen. Hermann Friedrichs befand Im „Magazin für die Litteratur des In- und Auslandes“ (März 1885, 54. Jhrg., Nr. 10) im Besonderen den Einfluss Marlitts „unheilvoll… verderblich und vergiftend.“ Eugenie John hatte ausreichend Lebenserfahrung gesammelt, um nicht unter ihrem Klarnamen an die Öffentlichkeit zu treten.
Keil erkannte „unwiderleglich den Stempel des Talentes“ in der Erzählung Marlitts und bot ihr sogleich die regelmäßige Mitarbeit an seiner Zeitschrift an. Nicht nur er suchte erzählerische Texte für seine Zeitschrift, 150 Familienzeitschriften wurden zwischen 1852 und 1890 gegründet, die Konkurrenz war groß. Reißenden Absatz und hohe LeserInnenbindung fanden besonders diejenigen Zeitschriften, in denen Novellen und Romane als Fortsetzungserzählungen abgedruckt wurden.
Als Nächstes sandte Marlitt den bereits fertigen Roman „Gold-Else“ ein, der zu einem sensationellen Erfolg wurde. Innerhalb eines Jahres wurde Marlitt zur meistgelesenen und bestbestzahlten Schriftstellerin. 1866 schrieb sie an Leopoldine:
„Im September vorigen Jahres bin ich unter dem Pseudonym „E. Marlitt“ in die literarische Welt hinausgetreten. Ich war schon mit dem Vorsatz, schriftstellerisch zu wirken, aus meinem Verhältnis zur Fürstin geschieden… Meine Muße in der Heimath fleißig benutzend, hatte ich bald mehrere Arbeiten vollendet und sandte eine derselben kühner Weise ohne Weiteres an der Redaktion der Gartenlaube… Schon nach vier Tagen erhielt ich ein höchst schmeichelhaftes Schreiben, welches mir eröffnete, daß die Redaktion die Novelle mit Dank zum Abdruck annehme, und mich schließlich aufforderte, Mitarbeiter des Blattes zu werden. Ich besann mich nicht lange, und so sind bereits in dem Zeitraum von zehn Monaten drei Arbeiten im Umfang von 12 Bogen erschienen. Die größte derselben, der Roman „Gold-Else“, welcher von Januar – Juni abgedruckt wird, hat viel Geld gemacht und wird gegenwärtig abermals zum Druck vorbereitet, um mit Beginn des nächsten Jahres in Buchform zu erscheinen. Bisher habe ich für den Bogen 60 Thaler Honorar erhalten, vor einigen Wochen jedoch hat mir der Verleger den Vorschlag gemacht, er wolle mir ein Jahresgehalt von 800 Thalern in Gold festsetzen, wofür ich ihm ungefähr 8 Bogen zu liefern habe – kommen also mehr als 100 Thaler auf den Bogen; auch wird mir kontraktlich zugesichert, daß stets nach Ablauf eines Jahres die von mir in der Gartenlaube erschienen Erzählungen im Separatdruck als Buch ausgegeben werden sollen, was mir dann selbstverständlich besonders honoriert wird“ (Briefe September 1866).
Im selben Jahr folgte die Novelle „Blaubart“, 1867 erschien „Das Geheimnis der alten Mamsell“ und wurde zu Marlitts größtem Erfolg.
Sie wurde zur Hausautorin der „Gartenlaube“, vor allem ihr verdankte Keil den sprunghaften Anstieg der Auflagenzahlen. Allein die Abonnentenzahlen stiegen von 175 000 im Jahr 1866 auf 378 000 in 1878. Und da die beliebte Illustrierte weitergereicht wurde, fanden Marlitts Romane und Erzählungen eine millionenfache Leserschaft.
1868 führte Marlitt einen mehrmonatigen bemerkenswerten Briefwechsel mit Hermann Fürst von Pückler-Muskau, der sich vergeblich um eine persönliche Bekanntschaft bemühte. Inzwischen lebte Marlitt völlig zurückgezogen im Kreis ihrer Familie. Gründe dafür waren einerseits ihr sich seit Jahren verschlimmerndes Gichtleiden, das sie inzwischen gänzlich an den Rollstuhl fesselte, sowie die zunehmende Schwerhörigkeit, zum anderen ihre angeborene Scheu und Schüchternheit. Sie schreibt an Pückler:
„Meine Muse ist scheu, wie ich es wohl selbst im Grunde meiner Seele sein mag; daher die unwiderstehliche Neigung, in Einsamkeit und Zurückgezogenheit zu leben, die sich stets geltend macht, sobald ich mir selbst überlassen bin“ (Briefe, S. 118). Und offen gesteht sie: „...mir ist diese beglückende Zuversicht, die treuherzige Anschauung von Welt und Menschen abhanden gekommen, ich bin sehr mißtrauisch und verschlossen – daher manche Härte und Schroffheit in meinem Charakter, die man mir schuld gibt, daher die mangelnde Fähigkeit, die arglose Hingabe, das blinde Zutrauen an anderen auch nur zu begreifen“ (Brief vom 5.5.1868). Scharf in ihrer Kritik am Adel weist sie Pückler zurück und bekennt sich als Demokratin: „... was würden Ihre stolzen Hirsche und Rehe für Augen machen, wenn ein Menschenkind, mit völlig demokratischer Weltanschauung hinter der Stirne, in Ihrem aristokratischen Park umherwandeln wollte!“ (ebd.). Es ist der mutige Kampf mit den ungerechten gesellschaftlichen Verhältnissen, ihr Plädoyer für Würde und Gleichheit aller, das Marlitt in der Auseinandersetzung mit Pückler zeigt und das sie den Heldinnen ihrer Werke oft scharfzüngig in den Mund legt.
Ludmilla Assing (1821 – 1880) veröffentlichte den Briefwechsel zwischen Marlitt und Pückler in ihrem ersten Band der „Briefwechsel und Tagebücher von Hermann Fürst Pückler-Muskau“ und lüftete damit zu Marlitts größtem Ärger das Geheimnis um die vielbesprochene geheimnisvolle Dichterin der erfolgreichen Erzählungen. Trotzdem blieb Marlitt bei ihrem Pseudonym
1869 erschien der Roman „Reichgräfin Gisela“. Ernst Keil überließ Marlitt den gesamten Ertrag der Buchausgabe in allen Auflagen, wovon Marlitt ein großzügiges Haus mit Aussichtsturm baute, ohne Schwellen und Unebenheiten, um ihr auch im Rollstuhl noch Bewegungsfreiheiten zu ermöglichen. Necker berichtet von der „mächtigen Lebensfreude“, die endlich über Marlitt gekommen sei. „.. die kühnsten Träume ihrer Jugend erfüllten sich mit diesem Bau. Zwischen den leeren unfertigen Wänden ließ sie bei solchen Besuchen laut singend ihre schöne Stimme erschallen…“ 1871 bezog sie mit dem Vater und der Familie ihres Bruders die „Villa Marlitt“.
1870 waren die „Thüringer Erzählungen“ erschienen, 1871 „Das Heideprinzesschen“ als einziger Roman, dessen Handlung nicht in Arnstadt oder Umgebung stattfindet. In allen anderen Werken spielt Marlitts Heimat eine große Rolle. Arnstadt, die Natur und insbesondere der Thüringer Wald fungieren in ihren Schriften wie in ihrer Kindheit als Symbole des Schutzes, Trostes und des befreienden Rückzugs
1873 starb Marlitts Vater, ein großer Verlust, „der eine furchtbare Lücke in mein Dasein gerissen“. „Er war begabt nach vielen Seiten hin… Ein Spaziergang neben ihm, in den Zeiten seiner Rüstigkeit, war für mich der höchste Genuß – es gab viele Anknüpfungspunkte zwischen uns…“ (Necker).
1874 erschien der Roman „Die zweite Frau“, 1876 „Im Hause des Kommerzienrates“, 1879 „Im Schillingshof“, 1881 folgte die Erzählung „Amtsmanns Magd“.
Moritz Necker schildert in seiner Biografie Marlitts: „Die Vollendung eines Romans wurde in der Familie fast so wie die eines neuen Hauses gefeiert. Während der Arbeit bewahrte die Dichterin die äußerste Diskretion… Den Schlüssel zu ihrem Manuskriptkästchen trug sie immer um den Hals gehängt. Wenn sie aber fertig war, dann wurde Leseabend angekündigt… An solchen Abenden lag feierliche Stille über dem ganzen Hause… Das Lesezimmer, Eugenies Arbeitszimmer, wurde mit Palmen, Blumen, Lampen geschmückt, ihr eigener Sitz bekränzt und der Platz für den Bruder Alfred – den wichtigsten Zuhörer – ...bequem hergerichtet“. Wenn Necker schreibt, dass auch „Geburtstage, Weihnachtsfeste… in jenem Stile (gefeiert) wurden, den einst (sie) selbst im fürstlichen Schlosse zu Sondershausen jubelnd kennengelernt hatte“, so offenbart sich hier die tiefe Identifikation Marlitts mit der Fürstin und ihrem Hofstaat. Nun aber war Eugenie Marlitt diejenige, die Hof hielt in ihrer Villa, sie war endlich die freigiebige und erfinderische Schenkende. Wie die Fürstin führte sie an ihrem „Hof“ ein Haustheater, das sie „mit Lust selbst dirigierte“. Auch übte sie „im stillen eine weitgehende Wohlthätigkeit“. „Kein Bittender klopfte vergeblich an ihre Thüre.“
Es war die beste Zeit der Marlitt, sie war auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, sie war produktiv, selbstbewusst, wohlhabend, ihre Werke die populärsten der Zeit. Ihre Fortsetzungsromane zogen geradezu magnetisch das Publikum an - was u.a. auf Marlitts meisterliche Verwendung des Cliffhangers zurückzuführen war. Mit immer neuen, variantenreichen Spannungsbögen in ihren Texten verstand sie es, eine Folge des Romans an spannendster Stelle zu unterbrechen. „Fortsetzung folgt“ – in der nächsten Woche.
1883 unterbrach ein schwerer Unfall ihre schriftstellerische Tätigkeit. Sie war auf einer Tragbahre auf das Plateau des Turms der Villa Marlitt gebracht worden. Beim Rücktransport brach eine Tragstange, und Marlitt stürzte vorwärts die Treppe hinunter. Von den Schäden und Verletzungen erholte sie sich nie mehr vollständig, lediglich ihre Hände konnte sie nach chirurgischer Behandlung einigermaßen schmerzfrei zum Schreiben benutzen. Ende 1884 vollendete sie den Roman „Die Frau mit den Karfunkelsteinen“. Ihren letzten Roman, „Das Eulenhaus“, konnte sie nicht mehr fertigstellen, er wurde von Wilhelmine Heimburg (Pseudonym der Bertha Behrens, 1848 – 1912) posthum vervollständigt. Marlitt erkrankte 1886 an einer Rippenfellentzündung, die am 22. Juni 1887 zum Tod führte. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurde sie als Eugenie John-Marlitt neben ihrem Vater auf dem Alten Friedhof in Arnstadt bestattet.
Louise Otto-Peters, eine der Begründerinnen der deutschen Frauenbewegung, ehrte die Schriftstellerin nach deren Tod mit einem Nachruf.
Und Robert Walser schrieb: „...da schimpft man immer über die Marlitt! Das sind Schulmeister-Registrierungen, ungerecht und borniert. Ich habe neulich in einer alten Zeitschrift ‚Im Hause des Kommerzienrats‘ gelesen und muß sagen, daß mir ihr liberaler Geist, ihr Verständnis für soziologische und soziale Wandlungen imponiert haben. In solchen Büchern findet man oft mehr Takt und Gemüt als in den prämiierten Literaturschinken. […] Irre ich mich, wenn ich sie die erste deutsche Frauenrechtlerin nenne, die den Klassenhochmut und die selbstgefällige Frömmelei konsequent bekämpft hat?“ (aus: Carl Seelig, Wanderungen mit Robert Walser, 1943, Wikipedia)
Werk und feministisches Engagement
Marlitt hinterließ ein Werk von neun Romanen und vier Erzählungen. Beinahe alle weisen ein sich wiederholendes Schema auf: vordergründig geht es um Liebesgeschichten, in deren Mittelpunkt eine Frau steht: sie ist jung, um die 20 Jahre alt, hübsch, ihr „blondes Haar glänzt wie Gold in der Sonne“ – eben wie bei der „Gold“-Else. Allerdings ist sie – wie Eugenie selbst als Kind - wenig angepasst ans das Idealbild einer jungen Frau der damaligen Zeit. Die Heldinnen der Marlitt sind stattdessen eigenwillig, durchsetzungsfähig, haben ihren eigenen Kopf. Der männliche Protagonist ist ein älterer Mann, solide, etabliert, ein moralisches Vorbild, oft unansehnlich. Die beiden begegnen sich, die junge Heldin findet ihn zunächst unsympathisch, unattraktiv, bis sich die beiden nach Problemen, Missverständnissen und vielen weiteren Hindernissen als Paar finden. Alle Romane und Erzählungen Marlitts finden ein Happy End.
Die Liebesgeschichten und –dramen aber dienen gewissermaßen als Maske, als Trägersubstanz für die Darstellung von Zeitproblemen. Unverhohlen benennt Marlitt gesellschaftliche Ungleichheiten, menschenverachtende Unterdrückung, den Konflikt zwischen Aristokratie und der Klasse des Bürgertums: „War der Aberglaube, der Hexen verbrannte, finsterer als der Wahn der Geburtsbevorrechtigung, ... der manche schöne, reiche Menschenseele erstickt?“ (In „Das Geheimnis der alten Mamsell“, zitiert nach Dingeldey S. 34). Der Roman „Im Hause des Kommerzienrates“ bearbeitet den Börsenkrach und die Große Depression der Jahre 1870er Jahre. „Die zweite Frau“, von der katholischen Kirche zunächst verboten, thematisiert den Kulturkampf, kritisiert die katholische Kirche als Institution und die angeblich in ihrem Sinn handelnden Frömmler, die Marlitt als bigott, herzlos und unchristlich schildert. Durchgehend spiegelt sich in den Protagonistinnen ihrer Romane die politische Haltung Marlitts als bürgerlich-liberale Anhängerin der aufklärerischen Ideale.
Nachdrücklich tritt sie in ihren Werken für das Recht der Frauen auf Bildung, auf Gleichberechtigung, auf Selbstständigkeit und eigenständiges Denken ein. In der „Goldelse“ legt Marlitt dem Vater der jungen Heldin Elisabeth ihre Prinzipien der Mädchenerziehung in den Mund: „Ich habe meine Tochter für das Leben erzogen; denn sie wird den Kampf mit demselben so gut beginnen müssen, wie jedes andere Menschenkind auch. Und wenn ich heute meine Augen schließe, so muß sie das Steuer selbst ergreifen können… Weißt du denn, ob Elisabeth in späteren Jahren je eine andere Stütze haben wird, als sich selbst, je eine fremde Kraft, die die Verantwortlichkeit für sie übernimmt?“ (zitiert nach Schönberg, S. 29). Und im „Geheimnis der alten Mamsell“ nimmt die Figur des Johannes Hellwig, der später die Titelheldin Felicitas heiraten wird, sich seine Geschlechtsgenossen vor: „In unserer Zeit, wo der menschliche Geist fast täglich neue Bahnen betritt,... da wollt ihr das Weib womöglich hinter die mittelalterliche Kunkel… zwingen – das ist nicht allein ungerecht, es ist auch töricht… Regt die Frauen an zu ernstem Denken, erweitert den Kreis, den ihr Egoisten eng genug um ihre Seelen zieht und welchen ihr weibliche Bestimmung nennt…“
Mündigkeit, Selbstständigkeit, das Recht auf Bildung und Arbeit – letzteres das zentrale Thema des Romans „Reichsgräfin Gisela“ - lauteten auch die zentralen Forderungen der Frauenbewegung im 19. Jahrhundert, wie sie in Leipzig auf dem ersten Allgemeinen deutschen Frauenkongress 1865, der Geburtsstunde der organisierten bürgerlichen Frauenbewegung, formuliert wurden. Zeitgleich nahm Marlitt sie in ihren Romanen auf.
Skandalös zornig, laut und rebellisch sind Marlitts Heldinnen - bis zum Moment ihrer Verlobung. In die Ehe gehen sie als sanfte, besänftigte Frau, unterwerfen sich freiwillig dem Mann, den sie lieben, sich selbst ausgesucht haben und dessen Liebe und Achtung sie sich versichert haben, dem sie auf Augenhöhe begegnen werden. In allen Werken hält Marlitt ein eindeutiges Plädoyer für die Liebesehe und gegen die Konvenienzehe. Ihre Romane enden an der Grenze ihres eigenen Erfahrungsbereichs: sie hat nie geheiratet, die erkämpfte Autonomie ihrer Protagonistinnen aber gehört zu ihrem eigenen Lebensweg.
Das Schweben zwischen Emanzipation und Anpassung durchzieht alle Werke Marlitts und entspricht der sozialen Norm sowie dem historischen Stand der deutschen Frauenbewegung. „Naturgemäß vermag auch Marlitt nicht, den Widersprüchen weiblichen Selbstverständnisses zu entgehen. Sie besteht zwar literarisch kompromisslos auf der Fähigkeit der Frau zu scharfem, logischen und sogar wissenschaftlichen Denken und künstlerischer Kompetenz, aber auch sie trägt dem historischen lastenden Weiblichkeitskonzept ihrer Zeit Rechnung.“ (Liebs, S. 177). Genau in diesem Schwanken zwischen Auflehnung und Anerkennung der Frauenrolle sieht Schönberg eine Erklärung für den enormen Erfolg Marlitts. Kritisch bemerkt sie, dass Marlitt ihre Heldinnen und damit auch ihre Leserinnen nicht dazu einlädt, „den Konflikt durch Denken zu lösen… Keine der Heldinnen denkt darüber nach, dass es aufgrund ihres Geschlechts leichter ist, ihr die Freiheit als Mensch zu verweigern“ (Schönberg, S. 81). Marlitts Biografin Cornelia Hobohm fasst zusammen: „Sie (Marlitt) war keine Frauenrechtlerin, aber sie hat versucht, den jungen Frauen mit Hilfe ihrer Romane zuzurufen: Bemüht Euch um Bildung, bemüht Euch um Ausbildung, seid, wenn es sein muss, wirtschaftlich selbstständig, liefert euch nicht aus wirtschaftlicher Unselbstständigkeit einem Mann aus, und heiratet einen Mann, den ihr liebt und nicht den, den die Familie für Euch auserkoren hat… Und seid nicht Gehilfin des Mannes, sondern seid ebenbürtig an seiner Seite“ (Podcast DLF).
Mädchenbildung, Selbstbestimmung, Adelskritik, religiöse Heuchelei und Intoleranz – diese Themen durchziehen die Romane Marlitts. Wenn sie auch nicht das Problembewusstsein der Leserinnen weckte, so bot Marlitt doch eine Literatur an, in der die Frauen ihren reinen Objektstatus aufgeben und selbst aktiv den wesentlichen Teil der Handlung bestreiten. Der große Erfolg Marlitts beweist, dass Frauen nach mehr Authentizität und Selbstwirksamkeit im gesellschaftlichen wie familiären Bereich strebten. Kaum eine Generation zuvor war eine Frau mit dem aufrechten Gang der Marlittschen Heldinnen unvorstellbar. Noch wurde auch von der bürgerlichen Frauenbewegung des 19. Jahrhunderts bis zum 1. Weltkrieg der Kompromiss zwischen Neuorientierung und Erweiterung der Rolle der Frau gesucht.
Literaturgeschichtliche Rezeption
Schon während Marlitts Glanzzeit spaltete sich die literarische Fachwelt. Von ihren Kritikern wurde sie radikal abgelehnt und abgewertet, als Vertreterin der geschmähten und verderblichen „Zeitschriftenliteratur“ verurteilt, ihre Romane wurden zu Kitsch erklärt. Ein bösartiges Gendering der - oft von Frauen verfassten - Zeitschriftenliteratur setzte ein. Marlitt produziere kranke, verlogene, lüsterne, eben „weibliche Marlitteratur“ hieß es – implizit galt eben die von Männern verfasste Literatur als die wahre und echte. Hermann Friedrichs befindet, durch all ihre Arbeiten wehe „ein hysterisch krankhafter Hauch“. Bei allen Vorzügen der Darstellung seien sie „krankhaft durch und durch… In den Erzählungen der Marlitt ist nichts Natürliches, nichts Normales, nichts psychologisch Wahres!“
Ebenfalls spielte Neid bei den schriftstellernden Kollegen eine große Rolle. So beschwerte sich 1879 Fontane in einem Brief an seine Frau, nachdem seine Texte von Ernst Keil abgelehnt worden waren: „Die Sachen von der Marlitt (…) Personen, die ich gar nicht als Schriftsteller gelten lasse, erleben nicht nur zahlreiche Auflagen, sondern werden auch womöglich ins Vorder- und Hinterindische übersetzt; um mich kümmert sich keine Katze“ (Necker).
In der zeitgenössischen Rezeption verriss der aufkommende Naturalismus, für den exakte Lebens- und Gesellschaftsbeschreibungen zählten, sofort das Werk Marlitts. Jetzt war sie weder künstlerisch noch anregend noch zeitgemäß, Liebesgeschichten zwischen Adel und Bürgertum galten als kitschig, trivial, banal. Marlitt wurde zur negativen Folie schlechthin aufgebaut. Die radikale Entwertung veränderte sich bis in 1990er Jahre nicht mehr.
Seitdem aber erschienen mehrere literaturwissenschaftliche Analysen, die eine differenzierte Sicht auf das Werk Marlitts ermöglichen und darüber hinaus für eine Wandlung der offiziellen Lehrmeinung sorgten, die sich bis dahin ausschließlich an die Wertmaßstäbe der deutschen Klassik oder Romantik geklammert hatte.
Auf die verheerende Wirkung der Trennung zwischen „hoher“ Literatur und „Unterhaltungsliteratur“, wie sie in der deutschen Literaturgeschichte und -wissenschaft immer noch gängig ist, hat die Biografin Marlitts, Cornelia Hobohm, ausführlich hingewiesen. Diese Dichotomie verzerre den Blick auf weite literarische Produktionen - ganz anders z.B. in England, wo eine mit Marlitt vergleichbare Jane Austen selbstverständlich zum literarischen Kanon zählt. Heute findet Marlitt fast überall die ihr gebührende Rehabilitation und Anerkennung als Vertreterin der bürgerlichen Literatur der 2. Hälfte des 19.Jahrhunderts.
Künstlerische Schwächen Marlitts werden weiterhin nicht geleugnet, wie die Verwendung der vielen Diminutive, Adjektive und Personifizierungen, die manierierte Ausdrucksweise und die Wiederholung des immer gleichen Handlungsmusters. Schon Necker hatte 1899 auf die blasse Charakterschilderung und die mangelnde Kraft der Individualisierung hingewiesen. „Die Charaktere entwickeln sich nicht immer von innen heraus; so wie sie am Anfang sind, bleiben sie zumeist auch in der Geschichte: nur das eine Paar von Mann und Weib, das sich anfänglich mißversteht oder trotzig meidet, macht den ...Prozeß der Klärung und des Weicherwerdens durch (Necker). Marlitts Talent war die spannende Erzählung, das Aufgreifen gesellschaftlicher Missstände ihrer Zeit, die Anklage gegen Abwertung und Missachtung der Frau.
Würdigungen
Bis heute wird Marlitt gelesen, ihre Heimatstadt Arnstadt ehrte sie bereits 1912 zum 25. Todestag mit einem Denkmal mit Bronzerelief. 1921 zierte ihr Porträt einen Notgeldschein, zum 100. Geburtstag fand 1925 ein zweitägiger Festakt statt.
Dann wandelte sich das Gedächtnis an die Dichterin: die DDR erklärte sie zur reaktionären, dekadenten bürgerlichen Autorin, ihre Werke wurden eingezogen. 1951 wurde das Denkmal auf Anordnung der SED-Kreisleitung zerstört, ein mutiger Bürger hatte allerdings in der Nacht zuvor das Bronzerelief abmontiert und es auf dem Dachboden versteckt, so dass es bis heute erhalten ist.
Nach der Wende wurde 1992 an gleicher Stelle ein neues Denkmal nach altem Vorbild neu errichtet. 2002 fand in Arnstadt ein zweitägiges internationales Symposium statt, auf dem Marlitt als Vertreterin des bürgerlichen Realismus von LiteraturwissenschaftlerInnen gewürdigt wurde. 2025 fand im Schlossmuseum zu Arnstadt die Sonderausstellung „Aus Arnstadt in die Welt – Die Marlitt“ anlässlich des 200. Geburtstages der Friederike Henriette Christiane Eugenie John statt.
Ohne seine Schwächen, Mängel und seine Verhaftung im Zeitgeist zu leugnen, bleibt anzuerkennen, dass Eugenie Marlitt ein Werk geschaffen hat, das nicht nur äußerst erfolgreich war, sondern mit Sicherheit vielen Frauen Ermutigung und Unterstützung bot. Es ist die entschlossene Aufforderung Marlitts zu Selbstvertrauen und Selbstbestimmung, zu Zivilcourage und Authentizität. So wie sie selbst in jungen Jahren um ihre Berufung ringen musste, so erzählt sie spannend und facettenreich in immer neue Variationen vom oft beschwerlichen, hindernisreichen, aber letztlich gelingenden Weg zu Glück und Emanzipation. Ihre Bildsprache, Symbolik und Figuren sind verständlich und nachvollziehbar. Mag das Grundmuster ihrer Werke auch immer gleich bleiben, so sind die Schilderungen des Reifeprozesses ihrer Heldinnen doch jedes Mal ein neuer Vorschlag zur Identifikation. Marlitt hat Entwicklungsromane, Rollenmodelle für Frauen kreiert, die auch ihre eigenen Stationen zu Kraft und Kompetenz spiegeln. Kaum erstaunlich, dass Marlitt bis heute gelesen wird – geht es doch um Themen, die an Bedeutung für weibliches Leben auch nach zwei Jahrhunderten nichts eingebüßt haben.
(Text von 2026)
(Ein sehr herzlicher Dank geht an Frau Dr. Jenny Dittrich vom Schlossmuseum Arnstadt für die freundliche Unterstützung und die Genehmigung zur Verwendung der fotografierten Objekte der Ausstellung „Die Marlitt – Aus Arnstadt in die Welt“)

Verfasserin: Christa Matenaar
Zitate
Wenn ich durch meine Frauengestalten in jungen Mädchenseelen den Trieb der Nacheiferung wecke, so ist mir dies ein bei weitem höherer Lohn als der Beifall eines blasierten Publikums.
(aus der Widmung des Romans „Die Reichsgräfin“ an Ernst Keil, 1870)
Das vorliegende Buch baut sich auf über den Grundideen der Humanität, es versucht, die Menschenliebe zu erwecken in Gemütern, die infolge angeborenen Hochmuts und falscher Erziehung völlig vergessen, daß sie einen himmlischen Schöpfer, ein Vaterland, ein Jenseits mit ihren Brüdern gemein haben, daß sie nur Glieder, mitnichten aber Störer und willkürlich Hemmende einer Kette sein sollen, deren Anfang und Ende in Gottes Hand liegen. Klopft nicht auch die Gartenlaube in dem Sinne an die Menschenherzen? Weht nicht aus ihr der weiche Odem der Menschenliebe, und zürnt sie nicht mit denen, die um ihres persönlichen Vorteils willen nach der Wiederkehr alter, verrotteter, menschenfeindlicher Institutionen ringen?
Links
Aphorismen.de (2026): Gedichte von 'E. Marlitt'.
Online verfügbar unter https://www.aphorismen.de/suche?f_rubrik=Gedichte&f_autor=7687_E.+Marlitt, zuletzt geprüft am 11.03.2026.
d:kult online (2026): Objekte – E. Marlitt. Korrespondenz u.a.
Online verfügbar unter https://emuseum.duesseldorf.de/people/12410/e-marlitt/objects, zuletzt geprüft am 11.03.2026.
Deutsche Digitale Bibliothek (2026): E. Marlitt. Online-Fassungen einiger Werke, Links.
Online verfügbar unter https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/person/gnd/118731092, zuletzt geprüft am 11.03.2026.
DNB, Katalog der Deutschen Nationalbibliothek (2026): Literatur von und über Marlitt, E. Deutsche Nationalbibliothek.
Online verfügbar unter https://portal.dnb.de/opac/moveDown?currentResultId=%22118731092%22%26any&categoryId=persons, zuletzt geprüft am 11.03.2026.
filmportal.de (2026): Eugenie Marlitt.
Online verfügbar unter https://www.filmportal.de/person/eugenie-marlitt_f94835c1672f40baac4008e9b81f2053, zuletzt geprüft am 11.03.2026.
Internet Archive (2026): Digital Library of Free & Borrowable Texts, Movies, Music & Wayback Machine. E. Marlitt.
Online verfügbar unter https://archive.org/search?query=E.+Marlitt&and%5B%5D=language%3A%22German%22, zuletzt geprüft am 11.03.2026.
Wikisource (2026): E. Marlitt. Links zu Texten und Bildern.
Online verfügbar unter https://de.wikisource.org/wiki/E._Marlitt, zuletzt geprüft am 11.03.2026.
Zeno.org (2025): Marlitt, Eugenie. Biografie, Online-Fassungen einiger Werke, Links.
Online verfügbar unter http://www.zeno.org/Literatur/M/Marlitt,+Eugenie, zuletzt geprüft am 11.03.2026.
Literatur & Quellen
Quellen
Brauer, Cornelia (2006): Eugenie Marlitt - Bürgerliche, Christin, Liberale, Autorin. Eine Analyse ihres Werkes im Kontext der “Gartenlaube” und der Entwicklung des bürgerlichen Realismus. Zugl.: Erfurt, Mühlhausen, Pädag. Hochsch., Diss., 1994. Leipzig. Edition Marlitt. ISBN 3938824069.
(WorldCat-Suche)
Dingeldey, Erika (2007): Luftzug hinter Samtportieren. Versuch über E. Marlitt. Bielefeld. Aisthesis. ISBN 9783895285806.
(Amazon-Suche | Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)
Hansen, Jan-Christian (2012): Das Frauenbild in Eugenie Marlitts “Im Hause des Kommerzienrates” als Vorbild der Frauenbewegung und der Emanzipation im Trivialroman Ende des 19.Jahrhunderts? E-Book: ISBN 9783656513483. München. GRIN Verlag. ISBN 9783656512929.
(Amazon-Suche)
Hobohm, Cornelia (Hg.) (1996): Ich kann nicht lachen, wenn ich weinen möchte. Die unveröffentlichen Briefe der Marlitt. Hrsg., mit der Einführung und einem Kommentar versehen von Cornelia Hobohm. Wandersleben. Gleichen-Verl. ISBN 3932459016.
(Amazon-Suche | Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)
Hobohm, Cornelia (Hg.) (1997): Das literarische Arnstadt. Museum für Stadtgeschichte Arnstadt Wandersleben. Gleichen-Verl. ISBN 3932459032.
(Amazon-Suche | Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)
Hobohm, Cornelia (2010): Die Bestsellerautorin Marlitt. Meine Geisteskinder. 1. Auflage. Erfurt. Sutton. (Tempus Biografie) ISBN 9783866805972.
(Amazon-Suche | Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)
Klein, Tobias (2012): Von deutschen Herzen. Familie, Heimat und Nation in den Romanen und Erzählungen E. Marlitts. Zugl.: Berlin, Humboldt-Univ., Diss., 2012. Hamburg. Kovač. (Schriften zur Literaturgeschichte, 15) ISBN 978-3-8300-6518-0.
(Amazon-Suche | Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)
Liebs, Elke (2004): Wer hat Angst vor Trivialliteratur? In: Feministische Studien, Jg. 22, November 2004.
Necker, Moritz (1899): Eugenie John-Marlitt. In: Die Gartenlaube, 5. . S. 144-152, 186-192.
Schönberg, Jutta (1986): Frauenrolle und Roman. Studien zu den Romanen der Eugenie Marlitt. Frankfurt am Main. Lang. (Europäische Hochschulschriften Reihe 1, Deutsche Sprache und Literatur = Langue et littérature allemandes = German language and literature, 882) ISBN 3820483691.
(Amazon-Suche | Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)
Wessel, Günther (11.03.2026): Lange Nacht über E. Marlitt – vergessene Erfolgsschriftstellerin, Podcast „Deutschlandfunkkultur Lange Nacht vom 29.11.2025.
Mehr dazu unter https://www.deutschlandfunkkultur.de/lange-nacht-ueber-e-marlitt-vergessene-erfolgsschriftstellerin-100.html
Zitterer, Marina (1997): Der Frauenroman bei Fontane, Lewald und Marlitt. Eine Analyse des feministischen Ganzheitskonzepts im humanistischen Sinn. Zugl.: Klagenfurt, Univ., Diss. Klagenfurt. Inst. für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung der Univ. Innsbruck Klagenfurt Wien. (Veröffentlichungen aus dem Forschungsprojekt “Literatur und Soziologie”, 18)
(WorldCat-Suche)

Werke
Marlitt, E. (1865): Schulmeisters Marie. Roman. Berlin.
(Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)
Marlitt, E. (1868): Goldelse. Roman. Leipzig. Keil.
(Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)
Marlitt, E. (1869): Die zwölf Apostel. Erzählung.
(Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)
Marlitt, E. (1870): Reichsgräfin Gisela. Leipzig. Keil.
(Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)
Marlitt, E. (1872): Das Haideprinzesschen. Roman in zwei Bänden. Leipzig. Keil.
(Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)
Marlitt, E. (1878): Das Geheimnis der alten Mamsell. Roman. Leipzig. Keil.
(Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)
Marlitt, E. (1880): Im Schillingshof. Roman. Leipzig. Keil.
(Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)
Marlitt, E. (1881): Amtmanns Magd. Eine Thüringer Geschichte. Leipzig. Keil.
(Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)
Marlitt, E. (1886): Die Frau mit den Karfunkelsteinen. Roman. Leipzig. Keil.
(Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)
Marlitt, E. (1886): Die zweite Frau. Roman. Leipzig. Keil.
(Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)
Marlitt, E. (1888): Das Eulenhaus. Roman. Leipzig. Keil.
(Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)
Marlitt, E. (1889): Im Hause des Kommerzienrates. Roman. Leipzig. Keil.
(Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)
Marlitt, E. (1997): Maienblütenhauch. Die Gedichte. Herausgegeben von Cornelia Brauer. Rudolstadt. Hain-Verl. (Edition Palmbaum) ISBN 9783930215034.
(Amazon-Suche | Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)
Marlitt, E. (2015): Gesammelte Werke: Romane + Erzählungen + Gedichte (Vollständige Ausgaben). Das Geheimnis der alten Mamsell + Amtmanns Magd + Die zweite Frau + Das Heideprinzeßchen + Reichsgräfin Gisela + Die Frau mit den Karfunkelsteinen + Das Eulenhaus + Im Schill. 1. Aufl. s.l. e-artnow. ISBN 9788026841036.
(Amazon-Suche | Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)
Marlitt, E. (2022): Die schönsten Gedichte. Prague. e-artnow. ISBN 9788027351688.
(Amazon-Suche | Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)

Verfilmungen
Das Geheimnis der alten Mamsell, 1972. https://youtu.be/GTY97uHhDU4
Im Schillingshof, 1973. https://www.youtube.com/watch?v=SbNAiyT8X2Y
Die Frau mit den Karfunkelsteinen, 1985. https://www.youtube.com/watch?v=k20wlU5M2Ew
Sollten Sie RechteinhaberIn eines Bildes und mit der Verwendung auf dieser Seite nicht einverstanden sein, setzen Sie sich bitte mit Fembio in Verbindung.

(aus der Widmung des Romans „Die Reichsgräfin“ an Ernst Keil, 1870)

