Anna Amalia, Herzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach

geboren am 24. Oktober 1739 in Wolfenbüttel
gestorben am 10. April 1807 in Weimar

deutsche Komponistin, Regentin und Mäzenin
205. Todestag am 10. April 2012


BiografieWeblinksLiteratur & Quellen


Biografie

Die Tochter des Herzogs Karl I. von Braunschweig und Nichte Friedrichs des Großen heiratete als Sechzehnjährige den zwei Jahr älteren Herzog Ernst August Konstantin von Sachsen-Weimar; sie gebar zwei Söhne. Als ihr Mann nach drei Jahren stirbt, verwaltet Anna Amalie die Regentschaft für ihren unmündigen Sohn. Sie leitet das Herzogtum mit menschlichem und wirtschaftlichem Geschick. Während der Hungersnot 1771-72, der unzählige Menschen und Tiere zum Opfer fielen, ließ sie Lebensmittel, die sie selber nur unter Mühen heranschaffen konnte, sofort verteilen.

Trotz der belastenden offiziellen Pflichten pflegte sie die Künste, besonders die Musik. Sie nahm Unterricht in Komposition und Klavier bei dem damals führenden Musiker in Weimar, Ernst Wilhelm Wolf und sammelte einen Kreis von MusikerInnen um sich. Der Komponist Christian F. D. Schubart schreibt: “Personen von allererstem Rang treten in öffentlichen Konzerten auf und wetteifern mit Virtuosen.”

1775 aller Amtspflichten ledig, widmete sie sich ganz ihren künstlerischen und wissenschaftlichen Neigungen. Sie begründete das Deutsche Schauspiel in Weimar und kann auch als eigentliche Initiatorin der Weimarer Museen bezeichnet werden. Herder, Wieland und seit 1775 Goethe, dem sie freundschaftlich verbunden war, trugen zum Ruhm des kleinen Herzogtums bei.

1788-90 verließ sie Weimar, um in Italien die bildenden Künste wie auch die Musik zu studieren. 1799 verfaßte sie eine Schrift über Musik, die leider verschollen ist.

Der Musik gehörte wohl ihre größte Liebe. Anna Amalie erhielt die sorgfältige Ausbildung vornehmer DilettantInnen des 18. Jahrhunderts. Sie hätte sich nie als Komponistin im heutigen Sinn betrachtet; dennoch zeugen ihre Kompositionen von einem soliden Können, weitreichender Kenntnis der Musik ihrer Zeit und musikalischem Stilgefühl.

Zitat:
Sie ist klein von Statur, sieht wohl aus, hat schöne Hände und Füße, einen leichten und doch majestätischen Gang, spricht schön, aber geschwind und hat in ihrem ganzen Wesen viel Angenehmes und Einnehmendes. (Ein Zeitgenosse über Anna Amalia).

(Frühjahr 1988)

Eva Rieger

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Links

Anna Amalia und Goethe -” das neue Traumpaar der deutschen Geistesgeschichte”?

dito

Anna Amalia auf MUGI (Musik und Gender im Netz)

Kalenderblatt des BR

5 Dramen von Anna Amalia (Volltext)

Anna Amalia (MDR-Feature)

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Literatur & Quellen

Bornhak, Friederike. 1892. Anna Amalia, Herzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach, die Begründerin der klassischen Zeit Weimars. Berlin. F. Fontane & Co.

Brandes, Irma & Ursula Mauch. 1990. Ich habe viel gelebt in diesen wenigen Tagen. Essays. (Über Therese Forster-Heyne, Caroline Schlegel-Schelling, Caroline von Humboldt, Madame de Staël, Amalie von Sachsen-Weimar) Frankfurt/M.; Berlin. Ullstein TB 30233.

Ghibellino, Ettore. 2004. J. W. Goethe und Anna Amalia: Eine verbotene Liebe. 2., stark erw. Aufl.. Weimar. Denkena.

FrauenbildHenkel, Gabriele & Wulf Otte. 1995. Herzogin Anna Amalia - Braunschweig und Weimar, Stationen eines Frauenlebens im 18. Jahrhundert. Wolfenbüttel.

Salentin, Ursula. 2001. Anna Amalia: Wegbereiterin der Weimarer Klassik.  Köln/Wien/Weimar.

Werner, Charlotte Marlo. 1996. Goethes Herzogin Anna Amalia - Fürstin zwischen Rokoko und Revolution, Düsseldorf.

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Hedwig Dohm