Frau(en) der Woche:
Liesl Karlstadt

geboren am 12. Dezember 1892 in München
gestorben am 27. Juli 1960 in Garmisch-Partenkirchen
deutsche Schauspielerin, Komikerin und Kabarettistin
50. Todestag am 27. Juli 2010
Zeitlebens steht sie im Schatten Karl Valentins. Liesl Karlstadt wird kaum je als eigenständige Schauspielerin wahrgenommen, sondern ist stets nur »kongeniale Partnerin« und zweifellos hervorragende Stichwortgeberin ihres Bühnenpartners. Dabei muß sie nicht nur in viele Rollen schlüpfen – im Gegensatz zu Valentin, der immer nur sich selbst spielt –, sondern auch geistesgegenwärtig auf seine plötzlichen Einfälle und Improvisationen reagieren. Selbst das Münchner »Valentin-Musäum« wird erst 2001 in »Valentin-Karlstadt-Musäum« umbenannt, um Karlstadts Bedeutung angemessen zu würdigen. Elisabeth Wellano wird als fünftes von neun Kindern einer Bäckerfamilie italienischer Herkunft in Schwabing geboren. Trotz harter Arbeit lebt die Familie in großer Armut. Zudem …
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Anna Ladurner Hofer

geboren am 27. Juli 1765 in Algund bei Meran
gestorben am 6. Dezember 1836 in St. Leonhard in Passeier
Gastwirtin und Gattin des Tiroler Freiheitskämpfers Andreas Hofer
245. Geburtstag am 27. Juli 2010
Sie ist die Frau eines Nationalhelden, Mutter von sieben Kindern, sie hat das von ihm mit Schulden übernommene Gasthaus erhalten und saniert während der langen Jahre seiner Abwesenheit; sie hat dem Kaiser wenige Monate nach der Erschießung des Gatten eine Rente und den Adelstitel abgetrotzt. Auf ihrem Grabstein – der erst Jahrzehnte nach ihrem Tod errichtet wurde, anlässlich der 100. Wiederkehr der Freiheitskämpfe der Tiroler am Berg Isel bei Innsbruck (1809) – ist sie als Ledige verzeichnet: „Anna Ladurner, Andreas Hofers Weib“. Auf den Titel „Edle von Hofer“ hatte man verzichtet - es heißt, weil sie umstritten war in dem …
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Elisabeth von Thadden

geboren am 29. Juli 1890 in Mohrungen (Ostpreußen)
hingerichtet am 8. September 1944 in Berlin
deutsche Pädagogin, deutscher Widerstand
120. Geburtstag am 29. Juli 2010
Nach einem zynischen Prozess unter Leitung des berüchtigten Richters Freisler am Volksgerichtshof in Berlin wurde die engagierte Pädagogin neun Monate vor Kriegsende als Verräterin enthauptet. Ihr Verbrechen: Menschlichkeit im unmenschlichen Staat. Ein Spitzel, der ihre Offenheit gegenüber jungen Menschen missbrauchte, denunzierte ihre Kontakte zu Freunden im schweizerischen Exil und zu Kreisen des Widerstandes in Deutschland. Elisabeth von Thadden wuchs auf dem elterlichen Gut in Pommern auf, um das sie sich nach dem frühen Tod der Mutter kümmerte. Beflügelt von den Ideen Helene Langes, wusste sie, dass ihr mehr zukam als die Enge des bürgerlichen Frauendaseins. Geprägt von christlicher Ethik und …
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Martel Schwichtenberg

geboren am 5. Juni 1896 in Hannover
gestorben am 31. Juli 1945 in Sulzburg (Baden)
deutsche Designerin und Malerin
65. Todestag am 31. Juli 2010
Jede/r von uns hat schon einmal einen von Martel Schwichtenberg (mit)gestalteten Gegenstand in der Hand gehalten – eine Leibnizkeks-Packung oder sonst ein Produkt aus dem Hause Bahlsen. Fast 30 Jahre lang arbeitete Schwichtenberg zunächst als festangestellte künstlerische Leiterin, später als freiberufliche Grafikerin für den Hannoveraner Gebäckhersteller. Und noch über 50 Jahre nach ihrem Tod werden einzelne der von ihr geschaffenen grafischen Elemente verwendet – allen voran das aus dem Namenszug des Firmengründers entwickelte Bahlsen-Logo. Der kunstsinnige und gegenüber der Moderne sehr aufgeschlossene Hermann Bahlsen hatte die junge Malerin 1917 das erste Mal mit grafischen Arbeiten betraut, und Schwichtenberg gelang es …
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Andreina Emeri

geboren am 1. Februar 1936 in Bozen, Südtirol/Italien
gestorben am 30. Juli 1985 auf einer Reise am Nordkap, Norwegen
italienische Feministin, Rechtsanwältin und Politikerin aus Südtirol
25. Todestag am 30. Juli 2010
Andreina Emeri war eine der führenden Frauen im Südtirol der 1970er und 1980er Jahre. Angeregt von der sozialen Auf- und Ausbruchstimmung der 68er und der StudentInnenbewegung begannen sich Frauen in Gruppen zu organisieren. Andreina Emeri war dabei, als sich 1971 in Bozen die »Gruppe Aleksandra Kollontaj« bildete und blieb bis zu ihrem Tod aktives Mitglied. Die Gruppe verstand sich als »collettivo« – Kollektiv, es gab keine Vorsitzende, Hierarchien wurden vermieden, Entscheidungen wurden grundsätzlich nur gemeinsam getroffen. Donnerstag war »Kollontaj«-Tag. Pünktlich um halb neun trafen sich die Frauen, oft im Haus Emeri, wo die Beaufsichtigung der kleineren Kinder durch Andreinas Kinder …
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Elfriede Lohse-Wächtler

geboren am 4. Dez. 1899 in Dresden-Löbtau
gestorben am 31. Juli 1940, ermordet, Heil-und Pflegeanstalt Sonnenstein in Pirna
deutsche Malerin
70. Todestag am 31. Juli 2010
Die Tragik des Lebens dieser großen Künstlerin ist kaum vorstellbar. Sie wird in ein beengtes bürgerliches Milieu geboren, die Eltern sind mit der Genialität und Exzentrik der Tochter schlichtweg überfordert, versuchen sie an einer Laufbahn als Malerin zu hindern, was ihnen aber nicht gelingt. Elfriede besucht die Kunstakademie in Dresden, zieht im Alter von sechzehn Jahren aus der elterlichen Wohnung aus und verdient sich ihren Lebensunterhalt mit Batikarbeiten. Sie verkehrt in der Dresdner Boheme, ist Anhängerin von Dada, besucht auch Veranstaltungen des Spartakusbundes und bildet sich politisch und sozial wie viele von den Greueln des ersten Weltkrieges aufgeschreckte sensible junge …
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