Frau(en) der Woche:

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Isabelle Eberhardt

Isabelle Eberhardt

geboren am 17. November 1877 in Meyrin bei Genf
gestorben am 21. Oktober 1904 in Ain Sefra, Algerien (Sahara)

Schweizer Schriftstellerin russischer Herkunft, Sahara-Reisende
110. Todestag am 21. Oktober 2014


Die Tochter anarchistischer russischer Emigranten erkämpfte sich von Anfang an eine Außenseiterrolle. Schon als Kind weigerte sich Isabelle, Mädchenkleider zu tragen, später wird sie in arabischen Männerkleidern die Sahara durchstreifen. Nordafrika war das Land ihrer Sehnsucht. Mit zwölf Jahren lernt das sprachbegabte Kind Arabisch, mit 14 ist sie fest entschlossen, zum Islam überzutreten. An ihren Bruder schreibt sie 1895 aus Genf: „Mein Körper ist im Okzident, aber meine Seele ist im Orient”, und „ohne Schreiben gibt es keine Hoffnung für mich in diesem verfluchten Leben in ewiger Finsternis”. Ausbrechen will sie, schreiben will sie. Seit 1897 lebt sie mit ihrer …

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Sarah Bernhardt

Frauenbild

geboren am 22. Oktober 1844 in Paris
gestorben am 26. März 1923 in Paris

französische Schauspielerin und Theaterleiterin
170. Geburtstag am 22. Oktober 2014


Sie schritt mit der Haltung einer Königin, schwebte wie eine Wolke oder schlich geschmeidig wie eine Katze. Ihr schmales, blasses Gesicht war erstaunlich wandlungsfähig. Sie konnte erröten, weinen und sterben wie keine andere. Das größte Wunder der Sarah Bernhardt aber war ihre Stimme - so klar, rein und melodisch, daß sie noch den scharfzüngigsten Kritiker betörte. Mit nie gesehener Lebendigkeit und Poesie interpretierte sie die Rollen des klassischen französischen Dramas wie Racines Phèdre, während sie andererseits zeitgenössische Salonstücke zu ganz großem Theater machte. Und obwohl sie geradezu als Idealbild des Weiblichen galt und ihr Kleidungsgeschmack und ihre grazile Schlankheit die …

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S. Corinna Bille

S. Corinna Bille

geboren am 29. August 1912 in Lausanne
gestorben am 24. Oktober 1979 in Sierre (Valais)

Schweizer Schriftstellerin französischer Sprache
35. Todestag am 24. Oktober 2014


Das zwiefache Erbe ihrer geliebten Eltern – die Mutter eine noch die Bergbauerntracht ihrer Familie tragende junge Walliserin, der Vater ein literarisch interessierter, weltoffener, begüterter, exzentrischer Maler mit drei Kindern – war der Hintergrund, vor dem sich das dichterische Werk von Stéphane Bille, die sich bald nach dem Heimatdorf ihrer Mutter (Corin b. Montana) Corinna nannte, entwickelte. Mit 15 entdeckte sie in sich das »Schreibetier«: »(ich) entschloss mich, Schriftstellerin zu werden … Ich begann mit Texten über die Jahreszeiten. Dann jedoch, ausgehend von der Natur, in der ich mich verlor und jeden Tag wiederfand, näherte ich mich dem Geheimnis der …

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Mary McCarthy

Mary McCarthy

geboren am 21. Juni 1912 in Seattle, Washington
gestorben am 25. Oktober 1989 in New York, N. Y.

US-amerikanische Schriftstellerin und Kritikerin
25. Todestag am 25. Oktober 2014


Dass ihr das Schreiben leichter fiel als das Schauspielern, stellte Mary McCarthy 1930 auf dem Vassar College fest, wo sie mit Elizabeth Bishop und anderen Studentinnen aus Protest gegen die offizielle Vassar Review eine neue Zeitung gründete. Ihre Ausbildung zur Schauspielerin hatte sie kurz zuvor abgebrochen. 1933 geht sie nach New York, arbeitet als Kritikerin, Lektorin, lehrt an verschiedenen Colleges Literatur. Schnell avanciert sie zur meistgefürchteten Kritikerin der Literatur- und Theaterszene. Sie ist klug, sie ist elegant, sie hat eine große Ausstrahlung. Mit ihrer literarischen Meinung ist sie unerbittlich. Sie warte immer noch auf das zweite Stück von John Osborne, …

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Anna Amalia, Herzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach

Frauenbild

geboren am 24. Oktober 1739 in Wolfenbüttel
gestorben am 10. April 1807 in Weimar

deutsche Komponistin, Regentin und Mäzenin
175. Geburtstag am 24. Oktober 2014


Die Tochter des Herzogs Karl I. von Braunschweig und Nichte Friedrichs des Großen heiratete als Sechzehnjährige den zwei Jahr älteren Herzog Ernst August Konstantin von Sachsen-Weimar; sie gebar zwei Söhne. Als ihr Mann nach drei Jahren stirbt, verwaltet Anna Amalie die Regentschaft für ihren unmündigen Sohn. Sie leitet das Herzogtum mit menschlichem und wirtschaftlichem Geschick. Während der Hungersnot 1771-72, der unzählige Menschen und Tiere zum Opfer fielen, ließ sie Lebensmittel, die sie selber nur unter Mühen heranschaffen konnte, sofort verteilen. Trotz der belastenden offiziellen Pflichten pflegte sie die Künste, besonders die Musik. Sie nahm Unterricht in Komposition und Klavier bei …

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Angelina Grimké

angelina grimke

geboren am 20. Februar 1805 in Charleston, South Carolina
gestorben am 26. Oktober 1879 in Hyde Park bei Boston, Massachusetts

US-amerikanische Abolitionistin und Feministin
135. Todestag am 26. Oktober 2014


Angelina Grimké und ihre Schwester Sarah, Pionierinnen der Bewegung gegen die Sklaverei, waren die ersten, die den Zusammenhang zwischen der Unterdrückung der Frau und der Versklavung schwarzer Menschen im patriarchalischen System erkannten. Durch ihre Schriften und ihre Auftritte als Rednerin und Publizistin war Angelina nicht nur von ausschlaggebender Bedeutung in der AbolitionistInnen-Bewegung, sondern sie half auch späteren Generationen von Frauen, sich als emanzipierte, gleichberechtigte Bürgerinnen zu verstehen. Angelina war die letzte von vierzehn Kindern einer angesehenen sklavenhaltenden Familie aus Charleston in Süd-Carolina. Schon als junges Mädchen entwickelte sie einen leidenschaftlichen Haß auf die Greuel des Sklavensystems. Unbeirrt und unermüdlich versuchte …

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Doris Lessing

Frauenbild

geboren am 22. Oktober 1919 in Kermanschah, Persien
gestorben am 17. November 2013 in London

englische Schriftstellerin; Nobelpreisträgerin für Literatur 2007
95. Geburtstag am 22. Oktober 2014


Doris Lessing bekam 2007 mit 88 Jahren als ältester Mensch und elfte Frau nach 93 Männern den Nobelpreis für Literatur. Es wurde auch Zeit, fanden viele ihrer LeserInnen und KollegInnen, z. B. Elfriede Jelinek und Julia Franck, und auch sie selbst. Das Nobel-Komitee begründete seine Entscheidung mit den Worten: “Sie ist die Epikerin weiblicher Erfahrung, die sich mit Skepsis, Leidenschaft und visionärer Kraft eine zersplitterte Zivilisation zur Prüfung vorgenommen hat.” In die “zersplitterte Zivilisation” wurde Doris Tayler kurz nach dem ersten Weltkrieg in Persien hineingeboren, wo ihr Vater, der im Krieg ein Bein verloren hatte und es in England nicht …

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Nadia Boulanger

Nadia Boulanger

geboren am 16. September 1887 in Paris
gestorben am 22. Oktober 1979 in Paris

französische Komponistin, Pianistin, Musiktheoretikerin und –pädagogin
35. Todestag am 22. Oktober 2014


Über 60 Jahre lang war Nadia Boulangers Pariser Wohnung Treffpunkt zahlloser Komponisten (u. a. Copland, Ravel, Honegger, Bernstein und Piazzolla), PädagogInnen und LaiInnen, die bei ihr Klavier- und Orgelunterricht sowie Unterweisung in Harmonielehre, Kontrapunkt, Analyse, Komposition, Vomblattspiel und Instrumentation erhielten. Auch viele Komponistinnen gehörten zu ihrer „Boulangerie“, wie sich ihr Bekanntenkreis nannte: die Südafrikanerin Priaulx Rainier, die Britin Thea Musgrave, die Polin Grazyna Bacewicz. Nadia Boulanger war Komponistin, Dirigentin, Pädagogin, Musikjournalistin, Theoretikerin und Instrumentalistin in einer Person. Am Pariser Konservatorium gründlich ausgebildet, gewann sie etliche Kompositionspreise. Sie arbeitete an mehreren privaten Konservatorien. Die Studentinnen kamen in Scharen, um der Frau …

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Claire Waldoff

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Frauenbild

geboren am 21. Oktober 1884 in Gelsenkirchen
gestorben am 22. Januar 1957 in Bad Reichenhall

deutsche Kabarettistin und Sängerin
130. Geburtstag am 21. Oktober 2014


Berlin 1913, Linden-Cabaret. Den Kopf mit den flammendroten Haaren leicht in den Nacken gelegt, eine Augenbraue leicht spöttisch hochgezogen, zur schlichten Bluse vielleicht den geliebten Herrenschlips – Claire Waldoff singt das Lied, das ihr meistgesungenes, ihr Erkennungslied wird. Kurt Tucholsky hat ihren Auftritt beschrieben: “Buttrig, quäkend und tugendsam singt sie erst eine Menge Dinge, ob und wie und wo – und auf einmal, über die bewegten Köpfe der lachenden Zuschauer und durch den Zigarrenrauch und den Lärm brüllt ihre Stimme andante: ‘Hermann heest a…’ Und noch einmal, leiser: ‘Hermann-heest-a…’ Und verhallend: ‘Hermann-heest-a…’ Und gleich wieder weiter, wie er tanzt und …

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Hedwig Dohm