Fembio Special: Frauen aus Hannover

Wenn Sie wollen, können Sie sich an diesem Projekt beteiligen und zum Beispiel Frauen vorschlagen, die wir in diesem Special (oder anderweitig) berücksichtigen sollten. Dafür werden wir demnächst ein spezielles Formular einrichten. Bitte verwenden Sie bis dahin unser Kontakt-Formular oder schreiben Sie uns per eMail.

Die Große FemBio-Datenbank (offline) enthält mehr als 250 Einträge zu Frauen aus Hannover. Über die Online-FemBio-Datenbank können Sie knappe Infos zu vielen berühmten Hannoveranerinnen finden, indem Sie “Hannover” als Geburts-oder Sterbeort angeben.
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Geleitwort zum Special Frauen aus Hannover

                                           

Frauenemanzipation ist ohne genaue Kenntnis der Frauengeschichte nicht möglich.
                                                                                                                                (Gerda Lerner)

Ende 1998 bekam ich ein Fax von der Frauenbeauftragten einer norddeutschen Stadt, ich möge ihr bitte umgehend Kurzbiographien von einigen Physikerinnen zurückfaxen. Der Bauausschuß der Stadt wollte nämlich vier neue Straßen nach Physikern benennen, und sie kämpfte nun um Physikerinnen-Benennung. In der Stadt gab es unter 280 Straßen bis dahin keine einzige, die nach einer Frau benannt worden war. Anfang 1999 kam die Erfolgsmeldung: Die Straßen wurden benannt nach Marie Curie, Agnes Pockels, Lise Meitner und Maria Goeppert–Meyer.

Auf die Frage, warum Frauen in der herrkömmlichen Geschichtsschreibung und daher auch bei der herrkömmlichen Benennung von Straßen usw. nicht vorkommen, gibt es im wesentlichen drei Arten von Antworten:

Altväterliche Variante: Die Frauen haben eben zur Geschichte und zur Kultur nichts Erwähnenswertes beigetragen. Sie sind zu passiv und zu doof dazu. Überdies paßt die Anmaßung schöpferischen Tuns nicht zu der vornehmsten aller Aufgaben – Mutterschaft - für die Gottvater und Mutter Natur gerade die Frau ausersehen haben.

Altmütterliche Variante: Die Frauen haben zur Geschichte und zur Kultur nichts Erwähnenswertes beitragen können, weil die Sorge für Mann und Kinder ihnen keine Zeit für solche Kinkerlitzchen ließ.

Feministische Variante: Die Frauen haben zur Geschichte und zur Kultur im selben Maße beigetragen wie die Männer, aber die männliche Geschichtsschreibung hat den weiblichen Beitrag entweder trivialisiert oder marginalisiert oder “vergessen”.

Aus einer verzerrten Wahrnehmung der Realität kann natürlich nichts Gutes erwachsen. Aber ganz abgesehen von dieser Binsenweisheit ist es auch wichtig für unsere psychische Gesundheit, daß wir wahrgenommen werden. Die Psychologie spricht hier von “Spiegelung”.

Das FemBio-Projekt spiegelt uns Frauen, indem es unsere Geschichte und Leistung würdigt. Und es liefert die notwendige Information für weitere Spiegelungen aller Art, für Gedenkveranstaltungen, Gedenkmünzen, Sondermarken usw.

Denn “Es geht nicht darum, daß die Frauen noch mehr Leistungen zu erbringen haben, sondern vielmehr darum, daß die Leistungen von Frauen endlich sichtbar gemacht, wahrgenommen und erinnert werden.” (Rita Süssmuth, 1998)

Um das Weithin-Sichtbarmachen der Leistungen bedeutender Frauen aus Hannover geht es in diesem Special.



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Hedwig Dohm